Das Untersuchungsorgan des MfS

Alles zum Thema Geheimdienste und Sicherheit in der DDR und in der BRD

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon SkinnyTrucky » 20. Oktober 2012, 21:45

Alfred hat geschrieben:nur mal als Frage.

Wenn es wichtig ist, wie sehen denn die Vernehmungszeiten in der BRD aus ?


Nur mal eine Gegenfrage.

Gab es in der BRD U-Haftanstalten, wo es mehr Vernehmerzimmer als Zellen gab....????

groetjes

Mara
Wenn es heute noch Menschen gibt, die die DDR verklären wollen, kann das nur damit zusammenhängen, dass träumen schöner ist als denken.... (Burkhart Veigel) Bild
Benutzeravatar
SkinnyTrucky
Flucht und Ausreise
Flucht und Ausreise
 
Beiträge: 9172
Bilder: 73
Registriert: 25. April 2010, 20:07
Wohnort: at the dutch mountains

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon vs1400 » 20. Oktober 2012, 23:29

Merkur hat geschrieben:
karnak hat geschrieben:Ich bin nun keiner,der sich mit der Arbeit der Abt.IX exakt auskennt.


Das habe ich Deinen Zeilen entnommen, denn sonst hättest Du die Dinge sicher anders betrachtet.
Deine selbstkritische Einschätzung ist völlig okay, wenn Du hinsichtlich Deiner damaligen Tätigkeit zu einer solchen Erkenntnis gekommen bist. Vielleicht stellst Du Deinen konkreten Arbeitsgegenstand aus heutiger Sicht in Frage und hast aus Deinem Blickwinkel eine andere Sicht auf den Gesamtkomplex MfS. Andere sehen das halt anders und sind auch heute noch der Meinung, mit ihrer Arbeit den Menschen gedient zu haben. Daher muss jeder selbst wissen, wie er zum Thema steht. Ich zumnindest habe die Erkenntnis gewonnen, dass es kein so oder so gibt. Dafür war das Ministerium mit seinen Aufgaben viel zu komplex.


hi Merkur,
eine aussage ist für mich soweit verständlich und nachvollziehbar.

nur was man eben von einigen vermisst, sich einzugestehen auch fehler gemacht zu haben und sich von ihrer damaligen verpflichtung, soweit möglich, los zu sagen.

gruß vs
vs1400
 

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon karnak » 21. Oktober 2012, 05:44

Merkur hat geschrieben:
karnak hat geschrieben:Ich bin nun keiner,der sich mit der Arbeit der Abt.IX exakt auskennt.


Das habe ich Deinen Zeilen entnommen, denn sonst hättest Du die Dinge sicher anders betrachtet.
Deine selbstkritische Einschätzung ist völlig okay, wenn Du hinsichtlich Deiner damaligen Tätigkeit zu einer solchen Erkenntnis gekommen bist. Vielleicht stellst Du Deinen konkreten Arbeitsgegenstand aus heutiger Sicht in Frage und hast aus Deinem Blickwinkel eine andere Sicht auf den Gesamtkomplex MfS. Andere sehen das halt anders und sind auch heute noch der Meinung, mit ihrer Arbeit den Menschen gedient zu haben. Daher muss jeder selbst wissen, wie er zum Thema steht. Ich zumnindest habe die Erkenntnis gewonnen, dass es kein so oder so gibt. Dafür war das Ministerium mit seinen Aufgaben viel zu komplex.

Merkur!
Wenn Du nur ein paar der Beiträge,die ich hier geschrieben habe, liest wirst Du feststellen,daß ich nicht zu den Ablehnern und Hassern des,in der DDR geplanten,Systemes gehöre.Das die DDR für mich nicht der Vorhof der Hölle war,in dem das Mfs als Ausgeburt der Hölle ihr Unwesen trieb.Nun ist diese DDR,die sich für soz.hielt, mit den anderen Staaten ziemlich sang und klanglos untergegangen.Wir können nun nicht gerade sagen unsere Völker haben sich mit Macht gegen diesen Untergang gestemmt.Das ist das Erste,was nicht zu leugnen ist.Und man muß sich doch nun fragen warum das so passiert ist.
Die DDR war staaatsrechtlich betrachtet eine Diktatur,die durch die SED mit ihrem alleinvertretungsanspruch geführt wurde.Das ist der zweite Pukt der nicht ernsthaft zu leugnen ist.Und diese SED,in der wir wahrscheinlich beide Mitglied waren hat sich ihre Staatsorgane geschaffen,auch das Sicherheitsorgan Mfs.
Nun sagst Du, es gibt eben Menschen,die sind nach wie vor der Meinung,sie haben als Mitarbeiter dieses Organes den Menschen dieses Landes gedient.Ich würde natürlich dieses,den Menschen gedient,nicht unbedingt so verwenden,weil es in der heutigen Zeit nach den Erkenntnissen die sich aus der Wende in der DDR ergeben haben,nicht gerade argumentativ geschickt ist, das so zu sagen.Aber im Prinzip ist es so falsch nicht,was bestimmte Bereiche der Arbeit des Mfs angeht.Dinge die getan werden mussten zur Sicherheit eines souveränen Staates,wie in jedem anderen Staat der Welt.
Jetzt kommt das große Aber.Und das ist für niemanden eigentlich eine Neuigkeit,jeder kennt dieses Aber,auch die ehemaligen Mitarbeiter des Mfs kennen das und kannten das AUCH schon als sie im aktiven Dienst waren und die DDR noch existierte.In dieser DDR entwickelte sich unter der Bevölkerung eine immer größer werdende Unzufriedenheit mit den ökonomischen,politischen und moralischen Verhältnissen in dem Land.Die fürhrende Kraft in dem Land hat aber kaum etwas unternommen um die Bedingungen die dazu geführt haben zu verändern, sondern hat im wesentlichen nur versucht einen immer mehr aufkommenden Widerstand zu brechen.Und dazu hat sie das Mfs federführend eingesetzt.Wir,ich beziehe Dich jetzt mal einfach mit ein,sollten die"Drecksarbeit"machen,wir sollten immer mehr und mehr Arbeiten erledigen,die durchaus Kriterien einer politischeh Geheimpolizei entsprachen.Und das haben wir auch getan,und zwar mit hohem Einsatz.Als Schild und Schwert der Partei.Das können wir heute einfach nicht von uns weisen,das ist ist unsere Schuld und jeder hatte seinen Anteil daran.Und ich will Dir auch sagen an was Schuld.An der Tatsache ,daß ein gesellschaftliches System,daß ich auch heute noch für das Bessere halte nicht funktionieren konnte,ja nicht funktionieren durfte und das dieses System für Generationen verunglimpft werden kann und keine Chance haben dürfte.Unter dem Gesichtspunkt hätte das Mfs und die SED eingentlich das Bundesverdienstkreuz verdient.Das ist der dritte Punkt den man nicht ernsthaft leugnen kann.
Um die Sache zu ende zu bringen.Das Mfs hat im Auftrag der SED einen immer größeren Teil ihrer Arbeitskraft dazu verwandt,immer größere Teile der Bevölkerung zu unterdrücken,hat sich dafür hergegeben.Denn bei der Firma wurden nun ja nicht gerade die größten Dödel eingestellt,zumindest hat man das versucht zu vermeiden.Ausnahmen bestätigen die Regel.Und Du oder von mir aus auch Alfred will mir doch nicht erzählen,ihr habt Euch ab und an mal keine Gedanken gemacht,ob denn das so richtig läuft,"im Interesse unserer Sache"Wenn ja,dann sollte man das einfach mal öffentlich sagen und nicht bei Vorwürfen gegen die Firma immer nur auf die Idee zu kommen,nachweisen zu wollen,daß die neuen Herrscher auch nicht viel besser sind(als wir waren,würde das ja dann bedeuten)Und eben solche Argumentation finde ich lächerlich.
Wir müssen als Ehemalige einfach mal öffentlich sagen,daß wir an riesen Fehler maßgeblich beteiligt waren,Kritiker an nicht zu bestreitenden Mißständen einfach zu Feinen des Soz.abgestempelt und entsprechend verfolgt haben.Denn das ist auch eine Tatsache die nicht zu bestreiten ist ohne das wir uns lächerlich machen.
Wäre das gesagt und getan worden,in der Eindeutigkeit wie ich es versucht habe zusagen und zwar nicht durch ein Würstchen wie mich,sondern durch ehemalige führende Köpfe des Mfs,die Stellung dieses Organes in der Geschichte und deren Betrachtung wäre heute sicher eine andere,FAIRERE.
Aber all unsere ehemaligen Vorgesetzten haben das bei ihren öffentlichen Auftritten eben nicht getan.Ich kann und konnte da immer nur entsetzt den Kopf schütteln,bei soviel Borniertheit,Verbortheit,Verblendung.Unsere,meine Vorgesetzten haben uns blamiert und ich habe mich immer geschämt dafür und tue das heute noch.Obwohl die"Einsätze" unserer Generäle und Obersten altersbedingt weniger werden,gottseidank.Beim Minister hat diese katastrophale" Öffentlichkeitsarbeit"angefangen und endet bei manchen Beiträgen verschiedener User in solchen Foren,wo ich mich manchmal frage,daß können die doch nicht wirklich ernst meinen und auch noch wirklich denken.
Gut das wollte ich dazu sagen,war mir wichtig,kürzer ging es nicht und hat auch nichts mit der Abt.IX zu tun,musste aber mal sein.
Schönen Sonntag noch
Karnak
Laie, Experte,Dilettant
(alle Fachrichtungen)
Benutzeravatar
karnak
 
Beiträge: 30262
Bilder: 0
Registriert: 5. Februar 2012, 13:18

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon EK 78/1 » 21. Oktober 2012, 07:15

Klasse Beitrag karnak.Danke dafür. [rose] [bravo]
EK 78/1
 

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon SkinnyTrucky » 21. Oktober 2012, 07:31

Wow Karnak, das sind echt klare Worte von dir....warum tun andere sich so schwer damit, auch so eine klare Sprache zu sprechen....????

groetjes

Mara
Wenn es heute noch Menschen gibt, die die DDR verklären wollen, kann das nur damit zusammenhängen, dass träumen schöner ist als denken.... (Burkhart Veigel) Bild
Benutzeravatar
SkinnyTrucky
Flucht und Ausreise
Flucht und Ausreise
 
Beiträge: 9172
Bilder: 73
Registriert: 25. April 2010, 20:07
Wohnort: at the dutch mountains

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon Huf » 21. Oktober 2012, 08:40

Ein sehr passender und überdenkenswerter Beitrag!

Danke karnak und allen einen schönen Sonntag!

VG Huf [hallo]
Huf
 

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon SCORN » 21. Oktober 2012, 09:05

karnak hat geschrieben:Wir müssen als Ehemalige einfach mal öffentlich sagen,daß wir an riesen Fehler maßgeblich beteiligt waren,Kritiker an nicht zu bestreitenden Mißständen einfach zu Feinen des Soz.abgestempelt und entsprechend verfolgt haben.Denn das ist auch eine Tatsache die nicht zu bestreiten ist ohne das wir uns lächerlich machen.
Karnak


Karnak, lob hast du ja nun genug für deinen beitrag und deiner einstellung zu deiner ehemaligen tätigkeit bekommen! aber hat nicht Merkur auch geschrieben:
Merkur hat geschrieben: Ich zumnindest habe die Erkenntnis gewonnen, dass es kein so oder so gibt. Dafür war das Ministerium mit seinen Aufgaben viel zu komplex.

was daran ist falsch?

haben nicht u.a. markus wolf und auch werner großmann in aller öffentlichkeit, eindeutig und mehrfach erklärt was du oben schreibst! warum wird das einfach nicht zur kenntnis genommen und gebetsmühlenartig immer wieder das selbe gefordert ohne auf eben diese äusserungen ehemaliger MfS generäle einzugehen!

wenn du in deiner ehemaligen tätigkeit schuld in diesem sinne auf dich geladen hast ist es anerkennenswert dass du das hier ansprichst und damit umgehst! aber was ist mit den ehemaligen mfs mitarbeitern welche nicht die geringste schuld auf sich geladen haben?

hier wird immer wieder ein zu kreuze kriechen und permanentes entschuldigen von allen ehemaligen mfs angehörigen gefordert! und das wird es nicht geben!
wie merkur schon schrieb und auch einige andere user hier schon bemerkten war dieses ministerium viel zu komplex und es gab auch diensteinheiten welche sich absolut nichts zu schulde kommen liesen und aufgaben ausführten wie sie in jedem land der welt mehrere behörden ausführten!

SCORN
SCORN
 

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon karnak » 21. Oktober 2012, 10:03

Das Merkur etwas falsches zu Ausdruck gebracht hat,habe ich nicht gesagt.Markus Wolf war für mich immer ein Mann zu dem ich aufgeblickt habe.Ein Mann mit Charisma und Intelligenz und auch Mut,was sich an seinem Auftritt auf dem Alexanderplatz gezeigt hat.Nun sehen das aber in diesem Forum nicht alle so.Jedenfalls hätte ich mir nach damaligen Verständnis gewünscht,daß er der zukünftige Minister wird,gewisse Dinge einer Veränderung zuführt.Und ich war bei weiten nicht der Einzige,der das so gesehen hat.Das natürlich immer nur aus der Sicht wie weit ich das damals beurteilen konnte.Der damalige Minster wusste natürlich in seiner Bauernschläue,daß er Wolf bei weitem nicht das Wasser reichen konnte,daß der Ihm durchaus gefährlich werden konnte.Denn über dessen Fähigkeiten verfügte er bei weitem nicht.Das hat sich ja dann auch bei seinem unrühmlichen Abgang gezeigt.Mit Sicherheit gab es AUCH deswegen Differenzen zwischen den Beiden.Nach meiner Auffassung war sich ein Mann wie Wolf schon lange im Klaren darüber,wo das Schiff unvermeidlich hinsteuert.Daraus hat er seine Schlussfolgerungen gezogen,die er sich in seiner Position und bei seiner Popularität auch leisten konnte.Für einen kleinen Karnak wäre das schon wesentlich schwieriger gewesen und der hatte den Mut dazu sowieso nicht.
Großmann kann ich nicht beurteilen,ich glaube sein Name war mir nichtmal so unbedingt bekannt.
Ansonsten,was die Aussagen von Großmann und Wolf zu der Rolle des Mfs und der negativen Seiten dabei angeht,also alles was ich dazu kenne,da haben sich beide doch eher"diplomatisch"zurückgehalten.
Von einer permanenten Entschuldigungwelle des Mfs soll gar keine Rede sein.Aber ein ehrliches Wort zu unserem Tun im Auftrag der Partei und in unserer Entwicklung zu Selbstüberschätzung der Rolle und Bedeutung des Ministeriums hin zu einem fast Staat im Staat,der FAST alles tun konnte wenn er denn wollte und für notwendig hielt,das hätte uns schon vor der Beurteilung durch die Geschichte gutgetan.
Das gleiche trifft auch auf eine eindeutige Entschuldigung zu,gegenüber den Opfern,die wir in unserem Übereifer, einen Beitrag im Kampf der Systeme zu leisten nun mal produziert haben.Auch das hätte uns gut zu Gesicht gestanden.Das ist zumindest meine heutige Meinung dazu.
Was die Schuld,weniger Schuld oder keine Schuld zwischen den einzelnen Abteilungen und Mitarbeitern angeht,darum geht es mir sowieso nicht so.Das ist auch letztlich nicht so wichtig.Es geht um die Generallinie die durch dieses Ministeriums gefahren wurde,unter Führung des amtierenden Ministers und im Auftrag der herrschenden Partei.Und die war für alle gleich und wurde von Jahr zu Jahr bedenklicher.Letztlich war es die Ohnmacht die Probleme zu lösen.
Zum Schluss wieder ein kleines persönliches Erlebnis dazu.1989 saß ich als APO-Sekretär bei meinen OSL im Rahmen einer Besprechung mit am Tisch.Der Fernseher lief im Hintergrund mit,es wurden die Montagsdemos in Leipzig um den Ring übertragen.Unser OSL wollte uns wahrscheinlich Mut machen und tönte laut,die Worte klingen mir noch heute in den Ohren,"Genossen,daß habe ich schon mal erlebt,1953,die paar langhaarigen Affen bekommen wir auch in den Griff".Und ich habe mit meinen paar 30 Jahren mit an dem Tisch gesessen,habe in mich hineingebrütet und gedacht,um Gotteswillen,was machen wir hier blos.Ich glaube dieser Satz,hat vieles für mein späteres Leben ausgelöst,obwohl er bei mir sicher anderes bewirken sollte.
Laie, Experte,Dilettant
(alle Fachrichtungen)
Benutzeravatar
karnak
 
Beiträge: 30262
Bilder: 0
Registriert: 5. Februar 2012, 13:18

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon SCORN » 21. Oktober 2012, 10:36

karnak hat geschrieben:Ansonsten,was die Aussagen von Großmann und Wolf zu der Rolle des Mfs und der negativen Seiten dabei angeht,also alles was ich dazu kenne,da haben sich beide doch eher"diplomatisch"zurückgehalten.
.


sowohl wolf als auch großmann haben klipp und klar gesagt dass es einer der größten fehler war; menschen welche berechtigte kritik an den herrschenden zuständen in politik und wirtschaft übten, zu feinden zu stempeln.
SCORN
 

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon Sirius » 21. Oktober 2012, 11:02

SCORN hat geschrieben:
sowohl wolf als auch großmann haben klipp und klar gesagt dass es einer der größten fehler war; menschen welche berechtigte kritik an den herrschenden zuständen in politik und wirtschaft übten, zu feinden zu stempeln.


Scorn, hat er das? Das hört sich hier aber anders an:


(...)Der Chef, das war Werner Großmann. Ein bulliger Mann mit einem festen Händedruck, letzter Dienstgrad: Generaloberst. Sein letzter Beruf: Leiter der Hauptverwaltung Aufklärung, vulgo der letzte Chef der DDR-Auslandsspionage. Er wohnt in einer kleinen Neubausiedlung in Berlin-Hohenschönhausen, außerhalb des früheren Sperrbezirks. Ihm missfällt, wenn er ohne Vorankündigung zu Hause von Journalisten besucht wird, die mit ihm reden wollen. So hat das die Staatssicherheit früher zwar auch gemacht, aber heute sei das nicht mehr in Ordnung. Dennoch schließt Großmann die Türe nicht, er ist neugierig. Und verabredet sich zum Interview am folgenden Tag.

Seine blauen Augen funkeln. Werner Großmann ist schwer krank. Kommende Woche wird er wieder am Herzen operiert, sagt er, einen Bypass hat er schon. Er geht sehr langsam, aber sein Verstand ist hellwach. Seit die DDR sich sang- und klanglos aus der Weltgeschichte verabschiedet hat, leidet Großmann an einem gebrochenen Herzen.

Der General rührt in seinem Kaffee und philosophiert. „Ich vermisse die DDR“, sagt er und wirft einen Blick durchs Fenster auf die grauen Plattenbauten von Hohenschönhausen, „das war meine Heimat.“ Nun ist er Bürger der Bundesrepublik Deutschland, hat einen westdeutschen Pass, darf reisen und sagen, was er will. „Notgedrungen!“, stößt er hervor. Glücklich ist Großmann nicht über so viel Freiheit, im Gegenteil. Er ist wütend. Auf Leute wie Günter Bohnsack („Dieser Lump!“), die jetzt davon profitieren, dass sie Geheimnisse verraten. Auf die letzte Regierung der DDR, weil die das Land gegen die Wand gefahren hat. Auf den früheren sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow, „weil der unser Landverkauft hat“.

Werner Großmann redet ohne Pathos über die Zeit der Wende. Wenn ihm die Worte auszugehen drohen, wenn starke Emotionen hochkommen, verfällt er in ein neutrales Amtsdeutsch, nippt wieder an seinem Kaffee, erzählt weiter. „Als uns klar wurde, dass eine Situation kommen könnte, wo es die DDR nicht mehr geben könnte“, sagt er, „haben wir begonnen mit der Minimierung von Aktenbeständen.“

Diese „Minimierung“ sollte in die Geschichte eingehen als eine der größten Aktenvernichtungsaktionen aller Zeiten. Seit Oktober 1989 liefen Reißwölfe im Ministerium für Staatssicherheit, schredderten persönliche Akten, Lageeinschätzungen, Adresslisten. „Wir haben sogar die Bürgerrechtler dazu gebracht, dafür zu sein. Wir haben ihnen einfach gesagt, dass wir unsere Kundschafter im Westen doch schützen müssen“, sagt Großmann, „und das haben die geglaubt!“ Er lacht höhnisch und fügt dann hinzu: „Die haben zu spät gemerkt, dass wir sie belogen haben.“

Im Gespräch mit Werner Großmann fallen die bemerkenswertesten Sätze nur nebenbei. Wenn er erzählt, dass er lange nach der Wende wieder Kontakt aufgenommen hatte zu seinem westdeutschen Amtskollegen, dem Leiter des Bundesnachrichtendienstes, der ihm klarmachte, dass er keinen Kontakt mehr pflegen dürfe (obwohl er gerne würde). Wenn Großmann durchblicken lässt, dass er sich vor diesem Interview von seinen früheren Untergebenen informieren ließ über die Journalisten, die unangekündigt vor seiner Türe standen. Oder wenn er über die Netzwerke redet, die ihn und die früheren Mitarbeiter noch immer verbinden. „Wir sprechen uns noch immer Trost zu“, sagt er dann, „ich bin ja stolz auf das, was wir damals erreicht haben. Wir haben einen Beitrag zur Erhaltung des Friedens geleistet, das ist Fakt!“

In den rosaroten Erinnerungen des Generals gibt es keine politischen Gefangenen, keine Todesschüsse an der Berliner Mauer, keine flächendeckende Überwachung eines ganzen Volkes. Die DDR, an die sich Großmann erinnert, war ein Staat des Friedens, des Wohlstands und der sozialen Gerechtigkeit.

Eine Stunde ist vergangen, Werner Großmann bestellt sich einen weiteren Kaffee. Gehen will er noch nicht. Etwas möchte er noch sagen. „Wir werden nicht mehr lange leben“, rückt er heraus, „irgendetwas müssen wir der Nachwelt doch hinterlassen.“ Was könnte er der Nachwelt denn hinterlassen? „Ich glaube, dass es bald passiert“, sagt er. Was? „Dass die Gesellschaft sich verändert.“ Und dann? „Dann wird es wieder ein Ministerium für Staatssicherheit geben“, sagt Großmann, „das wird eben anders heißen. Vorläufig hat der Kapitalismus vielleicht gewonnen. Aber der Sozialismus kommt wieder.“(...)

http://www.datum.at/artikel/ostalgiker/
Sirius
 

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon HPA » 21. Oktober 2012, 11:21

Der "Arme".

Drück mir grad ne Träne aus.

Bis 90 lies man es sich ja woanders gut gehen,die Großmanns und Konsorten,bevor man in die Platte ziehen musste.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13500902.html
HPA
 

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon SCORN » 21. Oktober 2012, 11:26

Sirius hat geschrieben:
Scorn, hat er das? Das hört sich hier aber anders an:

[/quote]

ja, hat er! das von dir rot hervorgehobene ist die subjektive einschätzung eines gespräches mit großmann!
SCORN
 

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon Sirius » 21. Oktober 2012, 11:45

SCORN hat geschrieben:ja, hat er! das von dir rot hervorgehobene ist die subjektive einschätzung eines gespräches mit großmann!


Mancher gesteht zwar Fehler ein, aber "Opfer" gab es aus der Sichtweise vieler ehemaliger MfS-Offiziere trotzdem nicht. Zu dieser "subjektiven Einschätzung" kommen jedenfalls mehrere Interviewer und auch ein Historiker aus dem Ausland. Hier noch ein weiterer Auszug aus einem Artikel. Diese beiden von mir eingestellten Artikel sind sehr lang aber lesenswert, weil sie die Denkweise nicht aller, aber vieler ehemaliger MfS-Mitarbeiter aufzeigt.

Ein großes Problem, sagt Schmidt, sei die »latente Intelligenzfeindlichkeit« in der Stasi und der SED gewesen. »Die war ein Sargnagel der DDR: Leute, die intelligent sind, müssen sich doch auch mal äußern dürfen.« Die SED hätte sich die Anliegen der Oppositionellen anhören sollen, anstatt sie »uns zu übertragen«. Nur wenn das Gespräch auf die Opfer der Stasi kommt, zögert er kurz und sagt leise: »Ob die Geschichten immer so stimmen.« Das ist der Punkt, an dem alle Gespräche mit den Stasi-Offizieren enden: Sie lassen Kritik zu, Wiegand weniger, Wötzel mehr. Doch alle sind sie seltsam immun gegen das Schicksal der Opfer.

Der englische Historiker Timothy Garton Ash, der Mitte der Neunziger ehemalige Stasi-Offiziere besuchte, nennt das »Salami-Taktik des Verleugnens«: Jeder beharre aber darauf, dass er sich in seinem Zuständigkeitsbereich nichts zuschulden kommen ließ. Aber es ist mehr als das: In den Offizieren ist eine tiefe Überzeugung vom Kommunismus verankert; ein fast schon religiöser Glaube an ein System, das wichtiger ist als jedes Einzelschicksal. »Mein Verhältnis zur DDR ist wie das von Eltern zu ihren Kindern«, sagt Schmidt. »Auch wenn sie sich anders entwickeln, als man es sich vorstellt, verstößt man sie nicht.« Deshalb engagieren sich die Männer immer noch für die Stasi – obwohl einem im vereinigten Deutschland kaum etwas mehr Nachteile bringt.

http://www.zeit.de/2006/30/Stasi
Sirius
 

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon Janko » 22. Oktober 2012, 11:01

@Karnak........und auch Mut,was sich an seinem Auftritt auf dem Alexanderplatz gezeigt hat.

Bei aller persönlicher Wertschätzung ist das mit dem Wolfschen Mut so eine Sache.
Wo war dieser als langjähriger Angehöriger des Kollegiums ? Warum nutzte er nicht seine intellektuelle Überlegenheit um Veränderungen herbeizuführen ?...die jeder eigentlich auch erwartete, zumindest dann auch im Zusammenhang mit seiner "Abmusterung" 1986. Die HVA spielte nun mal in einer anderen Liga und das wusste man.
Konkret gestellte Fragen zu dieser Erwartungshaltung ( während einer Buchlesung) konnten in der Antwort nicht befriedigen
Janko
 

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon karnak » 22. Oktober 2012, 14:48

Janko hat geschrieben:

Wo war dieser als langjähriger Angehöriger des Kollegiums ? Warum nutzte er nicht seine intellektuelle Überlegenheit um Veränderungen herbeizuführen ?


Schwierig so eine Frage zu beantworten wenn man von dieser Ebene meilenweit entfernt war.Aber auch dort wird es nicht so einfach gewesen sein wirkliche Verändernungen einzuleiten.Dazu muß man sicher erstmal in entsprechender Funktion sein um verändern zu können.Jedenfalls wollten die,die es könnten,nichts dazu sagen und jetzt können es die meisten nicht mehr,bedauerlich, aber nun mal eine Tatsache.
Aber man sollte jetzt wieder über die Abt.IX reden,wenn irgend jemand etwas dazu zu sagen hat heist das.
Laie, Experte,Dilettant
(alle Fachrichtungen)
Benutzeravatar
karnak
 
Beiträge: 30262
Bilder: 0
Registriert: 5. Februar 2012, 13:18

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon andr.k » 22. Oktober 2012, 18:39

Hi Merkur, um auf das Referat 5 zurückzukommen, wie sah die Personaldichte in den BV durchschnittlich aus? Aus eigenen Erfahrungen lag die Besetzung der IX/5 in Schwerin bei ca. 1:9, wobei 2 MA KT waren(die ich kannte). Kannst du die IX/5 genauer aufgliedern? (Die Studenten der HUB-K mal weglassen.)

Gruß Andreas
Zuletzt geändert von andr.k am 22. Oktober 2012, 18:48, insgesamt 1-mal geändert.
Man lebt ruhiger, wenn man nicht alles sagt, was man weiß, nicht alles glaubt, was man hört und über den Rest einfach nur lächelt.
andr.k
 
Beiträge: 4399
Bilder: 0
Registriert: 31. Oktober 2011, 21:56

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon Huf » 22. Oktober 2012, 19:33

Bei aller Bereitschaft zur sachlichen Diskussion bleibt dem Unbedarften die Frage, wie konnte es zum völligen Bankrott der DDR kommen, trotz mannigfaltiger Beobachtung durch gewisse, zuständige Abteilungen des MfS?
Die beschriebene, allgegenwärtige umtriebige Frage des "gemeinen Volkes" der ehemaligen DDR und darüber hinaus, ist die Frage nach dem in sich geschlossenen, möglicherweise zunehmend realitätsfehlbezogenem Interpretationsvermögen einzelner Abteilungen des MfS durch zielorientierte Vorgaben, die nicht erfüllbar waren?
Ich weiß durchaus aus sog. erster Hand, dass mannhafte MfS-MA die Zustände in der DDR in den 80er Jahren wiederholt kritisch betrachtet und berichtet haben, aber von ihnen ging die Revolution nicht aus!
Oftmals schrieb ich vom mehrfachen Mißbrauch eifriger Menschen in der DDR , zu denen ich auch MfS-MA zähle, auch wenn sie es schwer haben, ihr Tun nach über 20 Jahren zu erklären.
Es muss doch wohl eines klar sein, dass das SED-Regime in der ehemaligen DDR sich generell und in heuchlerischer Weise den Fähigkeiten bestgebildeter Menschen bedient hat, diesen Staat in diktatorischer Weise zu stabilisieren.
Weil aber wohlgebildete und allseits informierte MA den klaren Durchblick hatten, haben sie wohl verständlicherweise mehrheitlich den Geschehnissen zugesehen, teilweise auf persönlich tragische Weise.

VG Huf [hallo]
Huf
 

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 22. Oktober 2012, 19:42

Na Huf, Du stellst ja Fragen.
Wir haben doch alle im Fernsehen 1989 Mielkes letzte Stammelrede erleben müssen.
Der alte Sack ist Schuld! Der hat schlicht vergessen, die ganzen Beobachtungen und Meldungen weiter zu leiten.
Nehmt den, der kann sich nicht mehr wehren...

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon SkinnyTrucky » 22. Oktober 2012, 19:59

Betonkoppregierung, die an die Gesetzmässigkeiten des Sozialismusses geglaubt hat und fanatisch dran geglaubt hat, dattet gut kommt....genau die, die die ganzen Wahrnungen und Meldungen des MfSses in den Wind geschlagen haben, kann man verantwortlich machen....

....und klein Hansel, der dann doch mal gesagt hat, wat alles so verdammt schief lief, wurde kriminalisiert....und das dann wieder planmässig durch das MfS....Kadavergehorsam, auch wenn man selbst sieht, dattet falsch is....

....tjaaa, wer hat nu mehr Schuld....????

groetjes

Mara
Wenn es heute noch Menschen gibt, die die DDR verklären wollen, kann das nur damit zusammenhängen, dass träumen schöner ist als denken.... (Burkhart Veigel) Bild
Benutzeravatar
SkinnyTrucky
Flucht und Ausreise
Flucht und Ausreise
 
Beiträge: 9172
Bilder: 73
Registriert: 25. April 2010, 20:07
Wohnort: at the dutch mountains

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon Wosch » 22. Oktober 2012, 20:23

SCORN hat geschrieben:
karnak hat geschrieben:Ansonsten,was die Aussagen von Großmann und Wolf zu der Rolle des Mfs und der negativen Seiten dabei angeht,also alles was ich dazu kenne,da haben sich beide doch eher"diplomatisch"zurückgehalten.
.


sowohl wolf als auch großmann haben klipp und klar gesagt dass es einer der größten fehler war; menschen welche berechtigte kritik an den herrschenden zuständen in politik und wirtschaft übten, zu feinden zu stempeln.




Na nu aber, haben die Herren Wolf und Großmann das schon vor der Wendezeit oder erst danach von sich gegeben? Und wenn schon vor der Wendezeit, wann und wo? "Hinterher ist man nämlich immer schlauer", so sagt ein sehr weises Sprichwort-mit Verlaub gesagt.
Schönen Gruß aus Kassel. [hallo]
Wosch
 

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon Huf » 22. Oktober 2012, 20:27

Volker Zottmann hat geschrieben:Na Huf, Du stellst ja Fragen.
Wir haben doch alle im Fernsehen 1989 Mielkes letzte Stammelrede erleben müssen.
Der alte Sack ist Schuld! Der hat schlicht vergessen, die ganzen Beobachtungen und Meldungen weiter zu leiten.
Nehmt den, der kann sich nicht mehr wehren...

Gruß Volker



Hallo Volker,

diesbezüglich machen wir es uns offensichtlich zu einfach.
Ich erlaube mir mal auf ein persönliches Gespräch mit dem User karnak, den ich sehr ob seiner Offenheit schätze, hinzuweisen, in dem er mir glaubhaft erklärt hat, dass man in jenen Reihen längst erahnt hat, dass die ganze "Karre" an die Wand fährt!
Deshalb, und bitte lest es alle, schreibe ich vom Betrug an den damals Eifrigen, sie haben Euch massiv betrogen und missbrauchen Euch noch heute zu willkomenen Anlässen, obwohl heute längst jeder seinen Weg finden kann!
Volker, diesbezüglich sind wir wohl einer Meinung?

VG nach dem schönen Quedlinburg!

VG Huf [hallo]
Huf
 

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon andr.k » 22. Oktober 2012, 20:31

Ok, immer raus damit was drückt aber so kommen wir doch nicht weiter… Karnak hat schon sehr gut beschrieben was beim MfS schief lief. Leider gibt es heute nur wenige, die so wie Karnak einen Ar..h in der Hose haben. Viel wichtiger ist doch, wie genau hat das Untersuchungsorgan im Einzelnen funktioniert bzw. gearbeitet. Warum fragt sich der eine oder andere, wo ist meine Akte, habe ich eine, es muss eine geben…usw. Wer hat Daten/Akten vernichtet und warum. Warum haben spezielle MA des MfS Angst wenn es ums Anschwärzen beim Arbeitgeber geht?

Grüße Andreas
Man lebt ruhiger, wenn man nicht alles sagt, was man weiß, nicht alles glaubt, was man hört und über den Rest einfach nur lächelt.
andr.k
 
Beiträge: 4399
Bilder: 0
Registriert: 31. Oktober 2011, 21:56

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 22. Oktober 2012, 20:51

Heute haben wohl alle hier recht. Du, andr88-1 führst Karnak an. Ich wünschte, alle hätten seinen Schneid. Und was Huf schreibt, stimmt und noch besser hat es ABV beschrieben. Und ich? Logisch war das überspitzt und abgekürzt.

Mit den Akten-"Verlusten" ist das auch nicht gut gelaufen. Ich bin auch einer, der seine immer noch sucht und höchstwahrscheinlich nicht erhalten wird, dafür wurde meiner Überzeugung nach gesorgt. Nun glaubt auch nicht, dass ich hier alles schreibe, von dem ich Kenntnis habe.

Berechtigt ist aber die aufgeworfene Frage, warum Leute wie Wolf nicht eingriffen oder gar innerhalb des MfS nicht putschten?

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon augenzeuge » 22. Oktober 2012, 21:02

Wolf ist zu einem Zeitpunkt abgetreten, als er wußte oder ahnte, dass nichts mehr zu retten ist.....??
AZ
"Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist."
„Wer A sagt, der muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war“.
"Es ist manchmal gefährlich, Recht zu haben, wenn die Regierung Unrecht hat. (Voltaire)"
Benutzeravatar
augenzeuge
Flucht und Ausreise
Flucht und Ausreise
 
Beiträge: 99342
Bilder: 20
Registriert: 22. April 2010, 07:29
Wohnort: Nordrhein-Westfalen

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon Merkur » 22. Oktober 2012, 21:03

andr 88-1 hat geschrieben:Hi Merkur, um auf das Referat 5 zurückzukommen, wie sah die Personaldichte in den BV durchschnittlich aus?


I. d. R. war die SK wie folgt gegliedert:
- Leiter der SK
- Stellvertreter des Leiters der SK
- Untersuchungsführer für Terror- und Morduntersuchung
- Untersuchungsführer für Diversions- und Branduntersuchung
- Sachverständiger für Branduntersuchung
- zwei Mitarbeiter KT
- Vernehmer
- Kraftfahrer
- Sekretärin
Selbstverständlich muss jeder seine individuelle Sicht bzw. Meinung haben und schreiben. Quelle: Augenzeuge.
Merkur
 
Beiträge: 4624
Registriert: 15. Juni 2010, 17:21

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon andr.k » 22. Oktober 2012, 21:18

Merkur hat geschrieben:
andr 88-1 hat geschrieben:Hi Merkur, um auf das Referat 5 zurückzukommen, wie sah die Personaldichte in den BV durchschnittlich aus?


I. d. R. war die SK wie folgt gegliedert:
- Leiter der SK
- Stellvertreter des Leiters der SK
- Untersuchungsführer für Terror- und Morduntersuchung
- Untersuchungsführer für Diversions- und Branduntersuchung
- Sachverständiger für Branduntersuchung
- zwei Mitarbeiter KT
- Vernehmer
- Kraftfahrer
- Sekretärin



Danke Merkur, eine Frage bleibt in Bezug auf Terror, Anschlag usw. Hatte die XI/5 nicht auch einen Sprengtechniker? Mir ist noch bekannt, dass alles was damals mit T34 in Schwerin/Schelfwerder passierte, dieser mit einbezogen worden ist.

Grüße Andreas
Man lebt ruhiger, wenn man nicht alles sagt, was man weiß, nicht alles glaubt, was man hört und über den Rest einfach nur lächelt.
andr.k
 
Beiträge: 4399
Bilder: 0
Registriert: 31. Oktober 2011, 21:56

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon andr.k » 22. Oktober 2012, 21:58

andr 88-1 hat geschrieben:
Merkur hat geschrieben:
andr 88-1 hat geschrieben:Hi Merkur, um auf das Referat 5 zurückzukommen, wie sah die Personaldichte in den BV durchschnittlich aus?


I. d. R. war die SK wie folgt gegliedert:
- Leiter der SK
- Stellvertreter des Leiters der SK
- Untersuchungsführer für Terror- und Morduntersuchung
- Untersuchungsführer für Diversions- und Branduntersuchung
- Sachverständiger für Branduntersuchung
- zwei Mitarbeiter KT
- Vernehmer
- Kraftfahrer
- Sekretärin



Danke Merkur, eine Frage bleibt in Bezug auf Terror, Anschlag usw. Hatte die XI/5 nicht auch einen Sprengtechniker? Mir ist noch bekannt, dass alles was damals mit T34 in Schwerin/Schelfwerder passierte, dieser mit einbezogen worden ist.

Grüße Andreas



Sorry, sollte IX/5 heissen.

AK
Man lebt ruhiger, wenn man nicht alles sagt, was man weiß, nicht alles glaubt, was man hört und über den Rest einfach nur lächelt.
andr.k
 
Beiträge: 4399
Bilder: 0
Registriert: 31. Oktober 2011, 21:56

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon Merkur » 23. Oktober 2012, 18:59

andr 88-1 hat geschrieben: Danke Merkur, eine Frage bleibt in Bezug auf Terror, Anschlag usw. Hatte die IX/5 nicht auch einen Sprengtechniker? Mir ist noch bekannt, dass alles was damals mit T34 in Schwerin/Schelfwerder passierte, dieser mit einbezogen worden ist.

Grüße Andreas


Dahingehend war der Untersuchungsführer für Terrorverbrechen ausgebildet.
Diese Spezialisten aus allen Bezirken führten regelmäßig Schulungen in Verantwortung der HA IX in Bad Saarow durch. Praktisch gesprengt wurde dann bei der NVA in Storkow oder im Objekt Dehmsee.
Selbstverständlich muss jeder seine individuelle Sicht bzw. Meinung haben und schreiben. Quelle: Augenzeuge.
Merkur
 
Beiträge: 4624
Registriert: 15. Juni 2010, 17:21

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon andr.k » 24. Oktober 2012, 20:40

Sehr informativ @Merkur, wobei jetzt der Begriff "Untersuchungsführer und Vernehmer" auch für den letzten User erklärt sein müsste.

AK
Man lebt ruhiger, wenn man nicht alles sagt, was man weiß, nicht alles glaubt, was man hört und über den Rest einfach nur lächelt.
andr.k
 
Beiträge: 4399
Bilder: 0
Registriert: 31. Oktober 2011, 21:56

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon Merkur » 25. Oktober 2012, 05:38

andr 88-1 hat geschrieben:Sehr informativ @Merkur, wobei jetzt der Begriff "Untersuchungsführer und Vernehmer" auch für den letzten User erklärt sein müsste.

AK


Es ist nur reichlich still geworden um die User hier. Macht halt von der Thematik nicht so viel her wie Schlafentzug und Folter.
Selbstverständlich muss jeder seine individuelle Sicht bzw. Meinung haben und schreiben. Quelle: Augenzeuge.
Merkur
 
Beiträge: 4624
Registriert: 15. Juni 2010, 17:21

VorherigeNächste

Zurück zu Geheimdienste und Sicherheit

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast