Das neue Planetarium am Holzplatz in Halle (Saale) heißt nur „Planetarium“ – eine Namensgebung wurde abgelehnt. 28 Stadträte entschieden sich hierfür, 18 waren dagegen und 3 haben sich enthalten.
Alle anderen Anträge wurden abgelehnt. Die Linken hatten Sigmund Jähn als ersten Deutschen im All vorgeschlagen, die AfD wollte das Planetarium nach dem Astrophysiker Alfred Weigert benennen , die Fraktion “Hauptsache Halle” wollte Neil Armstrong als ersten Mann auf dem Mond haben und zog ihren Antrag doch noch zurück. Und die FDP wollte gar die Namensrechte verkaufen. Die CDU hatte die Astronautin Judith Resnik vorgeschlagen, aber den Antrag zurückgezogen und sich dem Grünen-Antrag angeschlossen, sich nur für „Planetarium Halle (Saale)“ zu entscheiden.
„Ja Sigmund Jähn repräsentiert auch das DDR-Regime, aber er war nicht Erich Mielke“, sagte Katja Müller (Linke). Er habe sich getraut, in einer Rakete zu setzen. Müller würdigte die Leistungen für die Raumfahrt als erster Deutscher im All.
Andreas Wels (Hauptsache Halle) warb zwar nochmal für die Namensgebung nach Neil Armstrong, dem ersten Menschen auf dem Mond. Allerdings habe man erkannt, dass es für diesen Vorschlag im Stadtrat und in der Bevölkerung wohl keine Mehrheit gibt. Deshalb zieht er seinen Antrag zurück. Ihm sei bewusst, welche Identifikation Sigmund Jähn in der Bevölkerung habe. Doch eine Benennung nach ihm sei wegen seine Zusammenarbeit mit der Staatssicherheit das falsche Signal.
„Niemand möchte die Leistung von Sigmund Jähn schmälern oder demontieren“, sagte Ulrike Wünscher (CDU). Doch diese Leistungen seien nur durch seine Einbindung in das DDR-Regime möglich gewesen. Mit einer Benennung nach Sigmund Jähn werde man den Opfern der DDR nicht gerecht. Die Zukunft solle „mit so einem Namen“ nicht belastet werden.
Die AfD schlägt Alfred Weigert vor. Der Astronom hatte sein Abitur in Halle abgelegt und auch Astronomie in Halle studiert. Wer sage, Sigmund Jähn sei ein Vertreter des DDR-Regime, müsse diese auch auch Neil Armstrong anwenden, er sei ein Propagandist der USA gewesen und im Korea-Krieg tätig gewesen.
Die FDP will die Namensrechte vermarkten. Die Einnahmen sollen in Bildungsprojekte fließen, warb Yana Mark nochmal für den Antrag ihrer Fraktion.
„Lassen Sie uns die Luft aus dieser Diskussion rausnehmen“, sagte Christian Feigl (Grüne). Seine Fraktion schlägt vor, es nur bei „Planetarium“ ohne Namensgebung zu belassen.
Tom Wolter (MitBürger) berichtet von zahlreichen Mails, die er von Bürgern erhalten hat. Das Thema Sigmund Jähn interessiere die Bevölkerung. „Ohne die Lebensleistung von Sigmund Jähn gebe es das Planetarium nicht.“ Das neue Planetarium am Holzplatz sei ein Ersatzbau mit Fluthilfemitteln für das zerstörte Planetarium auf der Peißnitz. Zudem seien auch heute noch Einrichtungen nach den Antisemiten Richard Wagner und Martin Luther benannt.
„Planetarium ist der mutloseste Kompromiss, den man finden kann“, sagte Katja Müller. An der Debatte störe sie, das DDR, Stasi und NVA in einen Topf geworfen werde.
„Auch ich war damals stolz“, sagte Carsten Heym (AfD) zum Flug von Sigmund Jähn. Doch heute sei klar, dass er die ganzen Taten nur vollbringen konnte, weil er sich dem System angedient habe.
Yvonne Winkler (MitBürger) fragte, ob denn die Familie von Sigmund Jähn überhaupt mit der Namensgebung einverstanden sei.

icke46 hat geschrieben:Was ich in diesem Zusammenhang interessieren würde: Gibt es denn überhaupt Benennungen nach Sigmund Jähn? Also Straßen, Plätze, Parks?
Ich bin mir nicht ganz sicher, glaube aber, sogar das Museum in Morgenröthe-Rautenkranz heißt nur Deutsches Raumfahrtmuseum….
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icke46 hat geschrieben:Was ich in diesem Zusammenhang interessieren würde: Gibt es denn überhaupt Benennungen nach Sigmund Jähn? Also Straßen, Plätze, Parks?


Ich kann mich nicht erinnern, dass sich S. Jähn je politisch geäußert hat außer der allgemein üblichen Floskeln, ohne die es in jener Zeit nicht ging.
![Mannoman [flash]](./images/smilies/flash.gif)

augenzeuge hat geschrieben:Ich wüsste nicht, Nostalgiker, dass ich mich so vulgär und pauschal (für dich war alles nur ätzend, es hat dich alles angekotzt) über die DDR geäußert hätte. Das wäre falsch. Ganz wichtig bleibt der Zeitraum, über den ich mich geäußert habe.
Du machst übrigens den gleichen Fehler, du schließt aus dem "dämlichen" Verhalten deiner Verwandtschaft auf den allgemeinen "Wessi". Kann man nicht machen. Und der aus dem Dorf in der Eifel kann über die DDR mehr wissen, als mancher DDR Bürger. Es kommt nämlich immer drauf an.![]()
AZ
Beethoven hat geschrieben:Sigmund Jähn war, so wie Willi Brandt, Helmut Kohl, Trump, Breshnew oder Adenauer, Diener eines Staates.
Ich kann mich nicht erinnern, dass sich S. Jähn je politisch geäußert hat außer der allgemein üblichen Floskeln, ohne die es in jener Zeit nicht ging.
Er hat nie Hass verbreitet sondern war um die Völkerverständigung bemüht und hat diese, wie eigentlich alle die ihn kannten bestetigen, wahrhaft gelebt.
Er war eben der erste Deutsche der im All war und das kann ihm keiner mehr nehmen.
So wie Adenauer der erste Kanzler nach dem Kriege war. Adenauer Plätze, - Straßen und -Häuser gibt es zu Hauf.
Ich kann nicht verstehen, warum man diesem Mann, dem ersten Deutschen im All, diese Ehre verweigert.
Das ist eine rein politische Entscheidung und setzt die wirklich hohe Leistung dieses Mannes und damit auch die Leistungen vieler Ostdeutschen zurück.
Freundlichst
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pentium hat geschrieben:Mai 2021....Warum gibt es noch keine Katharina Witt Straße.

augenzeuge hat geschrieben:pentium hat geschrieben:Mai 2021....Warum gibt es noch keine Katharina Witt Straße.
Erst muss sich die Stiftung bewähren:
https://www.katarina-witt-stiftung.de/startseite.html
AZ
. Das war aber ein schwerer Kampf wegen „realer Person“. Aber so haben sie nun eine oft fotografierte Touristenatteaktion
.icke46 hat geschrieben:augenzeuge hat geschrieben:pentium hat geschrieben:Mai 2021....Warum gibt es noch keine Katharina Witt Straße.
Erst muss sich die Stiftung bewähren:
https://www.katarina-witt-stiftung.de/startseite.html
AZ
Soweit ich weiß, gibt es eine Vorschrift, die sagt, dass Straßen und Plätze nur nach verstorbenen realen Personen benannt werden dürfen. Insofern ist die Frage nach einer Katarina-Witt-Straße fast eine Forderung nach dem baldigen Ableben der Dame. Und das wollen wir doch wohl nicht….
Eine Ausnahme gibt es übrigens: In Duisburg-Ruhrort gibt es eine Horst-Schimanski-Gasse. Das war aber ein schwerer Kampf wegen „realer Person“. Aber so haben sie nun eine oft fotografierte Touristenatteaktion
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augenzeuge hat geschrieben:Beethoven, wie hast du denn vor der Wende über US Soldaten gedacht, waren sie für den Frieden? Wie war denn die politische Argumentation?
AZ
AkkuGK1 hat geschrieben:Friedenserhaltende Leistung der NVA, ja die gab es, als sie sich aufgelöste.
Beethoven hat geschrieben:Dieser Hick Hack um den ersten deutschen Kosmonauten (Astronauten) ist, wie so vieles eine rein politische Entscheidung, denn ich denke, dass wir uns einig sind, dass S. Jähn und seine Leistung eine Ausnahmeerscheinung ist, der etwas vollbracht hat, was keiner mehr nachmachen kann.
Gerade in der Bundesrepublik wird die Lebensleistung vieler Menschen aus der DDR wissentlich negiert, klein geredet oder sofort mit einem Vorzeichen versehen, welches die Lebensleistung dieser Menschen sofort ad absurdum stellt.
Kleines Beispiel aus meinem Leben.
Ich war, nach der Wende in vielen Staaten der Welt, bei den jeweiligen Armeen um mit den dortigen Truppen gemeinsam aus Lufttransportmitteln zu springen.
Überall, ob Japan, Israel, USA, GB, Frankreich usw. wurde den teilnehmenden, ehemaligen Angehörigen der NVA, Respekt gezollt, es gab Fragen und Anerkennung für uns Ehemalige.
Lediglich in der Bundesrepublik wurde die (auch) friedenserhaltende Leistung der NVA nicht anerkannt. Na ja, immerhin erkennt man heute an, dass auch wir deutsche Soldaten waren auch wenn uns die Politik das Anhängsel "gedient in fremden Streitkräften" aufgedrückt hat.
Auch hier wird die Leistung von Soldaten einer deutschen Armee, die vermutlich mindestens so gut ausgebildet war wie die Soldaten der Bundeswehr und sich den Frieden auf die Fahnen geschrieben haben, mit Nichtachtung "gewürdigt".
In einem PX-Laden der US-Army im Fort Campbell (USA - Kentucky) traf ich einen Ltn.Col, der Special Forces, der sofort erkannte, aus welchem Stall ich komme und mich sofort zu sich nach Hause einlud.
Ein ganz herzlicher Abend wurde das.
Freundlichst
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