72 Jahre

Aufarbeitung und Schlußfolgerungen

Re: 72 Jahre

Beitragvon HPA » 17. Oktober 2021, 21:32

augenzeuge hat geschrieben:Erinnerung von Bürgerrechtler Werner Schulz über die Reaktionen auf das Tian'anmen-Massaker in der DDR

https://www.deutschlandfunk.de/die-sed- ... e_id=67208

AZ


Es war ja auch innerhalb kürzester Zeit kein Geheimnis mehr, dass Fallschirmjäger nach Leipzig verlegt wurden.
HPA
 

Re: 72 Jahre

Beitragvon Volker Zottmann » 17. Oktober 2021, 21:33

andr.k hat geschrieben:Habe ich über Modrows Entscheidungen geschrieben? Es ging um die Aussage von @VZ, was Krenz angeblich gesagt haben soll. Diese Aussage war schlicht und einfach erlogen. Punkt! Und, Du kannst gerne in deiner Funktion als Moderator deine Mitläufer als Dackel bezeichnen, vom geschichtlichen Niveau würde das Passen. Viel Vergnügen noch bei eurer "Geschichtsaufarbeitung".

[flash]

Natürlich hast Du über Modrow geschrieben.
Der ist aber mehr als unglaubwürdig in seinen Ansichten, die er heute durchaus ernst meint.
Ich hingegen habe im Grunde gar nichts gesagt. Ich habe lediglich den verlinkten Artikel wiedergegeben.
In jeder Stadt hatte man Angst, dass die Staatsmacht zuschlägt. In Quedlinburg genauso, wie in Leipzig, wo der Gewandthausdirektor Masur mit einigen Mitstreitern an Berlin appellierte, die Waffen stecken zu lassen. Nur deshalb kam Beethovens Eingreiftruppe nicht zum Einsatz. Seien wir froh und dankbar.
Der Weltbericht ist chronologisch glaubwürdig, deckt sich auch mit allen Ereignissen und ebenso mit meinen zeitlichen Erinnerungen. Hier nochmal zum lesen!
https://www.welt.de/geschichte/article1 ... esung.html

Volker
Zuletzt geändert von Volker Zottmann am 17. Oktober 2021, 21:44, insgesamt 3-mal geändert.
Volker Zottmann
 

Re: 72 Jahre

Beitragvon augenzeuge » 17. Oktober 2021, 21:34

Erinnerung an Dresden in der Verantwortung Modrows (ob das im Buch steht??)

Um 17.00 Uhr gehen Hundertschaften der Polizei auf dem Dresdener Fetscherplatz gegen Tausende Demonstranten vor. »Die Menschen waren absolut friedlich«, sagt Major Gerd-Uwe Malchow, Kommandeur der Bereitschaftspolizei, »die standen herum, die saßen herum. Aber unser Auftrag war: Soviel Zuführungen wie möglich. Im Gänsemarsch mußten die auf die Lastwagen rauf.«

Was dann mit den Bürgern in der Polizeikaserne passiert sei, sagt der Kommandeur, »war fürchterlich, zumal sie ja wirklich nichts getan hatten«. In Garagen und Duschräumen wurden sie durchgeprügelt und verhört, wie Vieh Treppen rauf und runter getrieben, stundenlang mit gespreizten Beinen und vornübergebeugt gepeinigt, so gequält, daß ein Bereitschaftspolizist später seinem Seelsorger schreibt: »Besonders erschütternd ist, wie von diesen ,Leuten' (es können keine Menschen mehr sein) Frauen, Mädchen und ältere Menschen geschlagen werden.«

Der Tag, der mit dem Befehl Honeckers begann, endet für den Bezirkseinsatzleiter Modrow mit einem Befehl des Volkes. Die Demonstranten in der Dresdener Innenstadt fordern ultimativ den friedlichen Dialog. Um 22.00 Uhr fährt eine schwarze Limousine in die Menge, ihr entsteigen Bischof und Superintendent und verkünden die Bereitschaft der Staatsgewalt, am nächsten Tag das gewalttätige Schweigen zu beenden.

Der Frieden von Dresden entschied die Schlacht um Leipzig, die für den nächsten Tag, den 9. Oktober, von Honecker in Angriff genommen war. Eine Woche lang hatte die Staatsmacht der DDR in Dresden die chinesische Lösung geprobt und begriffen, daß die Probleme des Landes nicht mehr mit Gewalt zu lösen waren.

https://www.spiegel.de/politik/rowdyhaf ... 0013497861

AZ
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„Wer A sagt, der muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war“.
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Re: 72 Jahre

Beitragvon Volker Zottmann » 17. Oktober 2021, 21:42

Und solch einem Buch Modrows sollen wir laut andr.k nun mehr Glauben schenken, als allen Zeitzeugen. Selbst die im Video sprechenden Fallschirmjäger sind klar und deutlich in ihrer Einschätzung. Nur ein Beethoven und besonders ein andr.k zäumen das Pferd verkehrt herum auf.

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: 72 Jahre

Beitragvon augenzeuge » 17. Oktober 2021, 21:42

andr.k hat geschrieben:Hans Modrow: Das ist einfach unzutreffend. Aus der Tatsache, dass Krenz Ehrengast beim 40. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China war, ist keine Zustimmung zu den Vorgängen auf dem Platz des Himmlischen Friedens abzuleiten. [/i]


[hallo]


Ein klare Lüge! [raus]

Zur Fortbildung hab ich etwas:

Eine Doktorarbeit: “DDR-Wirtschaftspolitik und der Mauerfall – Die Regierung Modrow im Zeichen des Systemerhalts”
https://core.ac.uk/download/pdf/304637929.pdf

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Re: 72 Jahre

Beitragvon andr.k » 17. Oktober 2021, 21:46

augenzeuge hat geschrieben:
Es ging um die Aussage von @VZ, was Krenz angeblich gesagt haben soll. Diese Aussage war schlicht und einfach erlogen.


Was willst du hier vermitteln, dass Krenz der Heilsbringer war?

Krenz hat nach dem Massaker in China den Herrschern sei ne Aufwartung gemacht, als ob das nicht schon schlimm genug wäre, hat er sich noch hinter diese Gewalt gestellt.
Er hat diese chinesischen Oppositionellen als Verbrecher und Rowdys beschimpft. Dabei hatten sie die gleichen Ziele wie jene zu Hause.
Die Oppositionellen zu Hause haben diese Worte sehr gut verstanden. Der Wink mit dem Zaunpfahl sozusagen.

Und als die Demos begannen, riefen die Demonstranten daher, "...keine Gewalt, wir sind keine Rowdys." Diese Rufe haben ihren Ursprung in Krenz's Worten in China.

Das ist die Wahrheit mein Lieber. Auch wenn es dir nicht passt, hier im Forum setzt sich die Wahrheit durch. [hallo]

AZ



Werter Moderator, die Aussage des @VZ über Krenz ist trotzdem falsch und erlogen. Punkt. Was das nun mit der Wahrheit am Hut hat, verstehst wohl nur Du. Über etwas anderes habe ich keine Silbe geschrieben. Wünsche Euch weiterhin lustiges und aufregendes Spekulieren.

[grins]
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Re: 72 Jahre

Beitragvon andr.k » 17. Oktober 2021, 21:50

Volker Zottmann hat geschrieben:
andr.k hat geschrieben:Habe ich über Modrows Entscheidungen geschrieben? Es ging um die Aussage von @VZ, was Krenz angeblich gesagt haben soll. Diese Aussage war schlicht und einfach erlogen. Punkt! Und, Du kannst gerne in deiner Funktion als Moderator deine Mitläufer als Dackel bezeichnen, vom geschichtlichen Niveau würde das Passen. Viel Vergnügen noch bei eurer "Geschichtsaufarbeitung".

[flash]

Natürlich hast Du über Modrow geschrieben.
Der ist aber mehr als unglaubwürdig in seinen Ansichten, die er heute durchaus ernst meint.
Ich hingegen habe im Grunde gar nichts gesagt. Ich habe lediglich den verlinkten Artikel wiedergegeben.
In jeder Stadt hatte man Angst, dass die Staatsmacht zuschlägt. In Quedlinburg genauso, wie in Leipzig, wo der Gewandthausdirektor Masur mit einigen Mitstreitern an Berlin appellierte, die Waffen stecken zu lassen. Nur deshalb kam Beethovens Eingreiftruppe nicht zum Einsatz. Seien wir froh und dankbar.
Der Weltbericht ist chronologisch glaubwürdig, deckt sich auch mit allen Ereignissen und ebenso mit meinen zeitlichen Erinnerungen. Hier nochmal zum lesen!
https://www.welt.de/geschichte/article1 ... esung.html

Volker


Falsch! Lesen hilft lösen! Deine Glaubwürdigkeit lasse ich jetzt mal außen vor ... [grins]
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Re: 72 Jahre

Beitragvon HPA » 17. Oktober 2021, 21:53

Laut SPIEGEL ging am 8.10. 1989 ein Fernschreiben Honeckers an die Ersten Sekretäre der Bezirke: " Im Verlauf des gestrigen Tages kam es in verschiedenen Bezirken, besonders in Berlin, Leipzig, Dresden, Karl-Marx-Stadt, Halle, Erfurt und Potsdam, zu Demonstrationen, die gegen die verfassungsmäßigen Grundlagen unseres sozialistischen Staates gerichtet waren. Vor allem in Dresden, Plauen und Leipzig trugen sie den Charakter rowdyhafter Zusammenrottungen und gewalttätiger Ausschreitungen, die unsere Bürger in höchstem Maße beunruhigen. Es ist damit zu rechnen, daß es zu weiteren Krawallen kommt. Sie sind von vornherein zu unterbinden." (DER SPIEGEL, "Rowdyhafte Zusammenrottung", a.a.O., S. 98)

Modrow hat sich durchaus dieser Weisung entsprechend verhalten, es gibt keinen Grund zu der Annahme, das gewaltsame und überaus harte Vorgehen, insbesondere am 4./5. Oktober 1989, in Dresden sei nicht durch seine Zustimmung gedeckt gewesen. Modrow schreibt, er habe anfangs noch geglaubt, er müsse ein Untergraben der politischen Stabilität verhindern: "Das war der Grund, warum ich zunächst nicht alles mir Mögliche unternahm, um mich den von den zentralen Stäben befohlenen Eingriffen der Sicherheits- kräfte entgegenzustellen, und das damit verbundene Provozieren der Demonstranten zu beenden." (H. Modrow, Aufbruch und Ende, a.a.O., S.14) Genauer wäre es, wenn Modrow sich daran erinnert hätte, daß er zunächst nicht nur "nicht alles Mögliche", sondern gar nichts unternommen hat, um auf die Sicherheitskräfte mäßigend und konfliktentschärfend einzuwirken. Im Gegenteil, es ging offensichtlich Honeckers Fern- schreiben entsprechend darum, mit aller Härte "weitere Krawalle von vornherein zu unterbinden."
In Berlin wurden nach den Vorfällen am 7./8. Oktober u.a. Ermittlungsverfahren gegen den Leiter der MfS-Bezirksverwaltung und den Berliner VP-Präsidenten sowie gegen den Ost-Berliner Generalstaatsanwalt eingeleitet.


https://epub.uni-regensburg.de/10188/1/ ... il%201.pdf
HPA
 

Re: 72 Jahre

Beitragvon Olaf Sch. » 17. Oktober 2021, 22:01

Lache nur Andr.K, hol das Stöckchen, feiner Junge! Hast du brav gemacht! Willst du ein Leckerli? Onkel Egon hat noch eins für dich! Andere im Forum geben wenigstens zu das sie keine Ahnung von Geschichte haben, aber du verdrehst wissentlich Tatsachen um DDR Politikern beiseite zu springen.
Olaf Sch.
 

Re: 72 Jahre

Beitragvon Beethoven » 18. Oktober 2021, 06:26

augenzeuge hat geschrieben:
Beethoven hat geschrieben:Und ich kann Dir verbrieft sagen, dass die Fallschirmjägertruppe der NVA in jener Zeit in Leipzig, die Kaserne, in der sie untergebracht waren, nicht verlassen haben, außer bei der Rückverlegung nach Lehnin. Somit konnten sie gar nicht, in einer Nebenstraße stehen um gegen das Volk vorzugehen. Ist das nun wiederum eine Lüge von Dir oder Dein Wunschdenken?


Ok, Beethoven, dann lass mich dazu aus dem „Befehl Nr. 9/89 ..... über Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit und Ordnung in Leipzig“ zitieren.

"Demnach waren „alle Maßnahmen vorzusehen, um geplante Demonstrationen im Entstehen zu verhindern“. Tags darauf fand eine Einweisung beim Chef des Hauptstabes des NVR, Fritz Streletz (geb. 1926) statt. In den Notizen des Stabschefs der Bezirksdirektion der Volkspolizei Leipzig zu dieser Einweisung finden sich folgende Aussagen: „Unter allen Umständen sollte verhindert werden, daß es zu Massendemonstrationen im Zentrum Leipzigs kommt. Neben den Kräften und Mitteln der DVP und des MfS sollten die Fallschirmjäger der NVA und die Spezialkräfte des MfS nach Leipzig verlegt werden und dort vorrangig für die Festnahme der Rädelsführer bzw. für den Einsatz zu besonderen Aufgaben vorbereitet werden.“ Dazu wurden allein 31 Hundertschaften der NVA für den Einsatz in Leipzig in Kasernen in Döbeln, Delitzsch, Eilenburg, Bad Düben und der Stadt selbst (unter anderem in der Kaserne des Artillerieregiments und in der Georg Schumann-Kaserne, die beide unmittelbar an Gohlis grenzten) verlegt. Die Leipziger Volkspolizei sollte die etwa 3.000 Soldaten mit Schlagstöcken ausstatten."


Zu den Umsetzungen:
In der NVA-Artilleriekaserne (der heutigen General-Olbricht-Kaserne) hatte die Fallschirmjägerkompanie des Luftsturmregiments 40 aus Lehnin im Bezirk Potsdam am Abend des 14. Oktober 1989 Quartier bezogen. (Quelle Hollitzer)
329 Fallschirmjäger waren unter strengster Geheimhaltung herangeführt worden und trainierten dort, angeleitet durch Antiterrorkräfte des MfS, am 15. und frühen 16. Oktober 1989 Taktiken und Techniken des Auflösens einer Demonstration.
Die militärischen und polizeilichen Kräfte wurden indes auch am 16. Oktober nicht mehr eingesetzt. An diesem Tag kamen 120.000 Demonstranten, nicht ahnend, dass auch sie – wie schon die 70.000 eine Woche zuvor – nur knapp der Gefahr einer „chinesischen Lösung“ entgingen. Am 23. Oktober wurde schließlich eine Rekordzahl von 300.000 Menschen gezählt, die auf dem Ring demonstrierten. Diese Teilnehmerzahlen waren sehr wichtig: Am 21. Oktober 1989 hatte der DDR Innenminister und Chef der Deutschen Volkspolizei, Friedrich Dickel (1913-1993), in einer Rede vor den Chefs der Bezirksbehörden der VP das Dilemma der Partei und Staatsführung geschildert: „Was sollen wir machen? Ich stelle mal diese rhetorische Frage. Sollen wir dazwischen gehen bei 20.000, 30.000, 40.000 Bürgern? Wissen Sie, was das bedeutet? Da können wir gleich SPW [Schützenpanzerwagen] oder Panzer einsetzen.“


Jeder Laie erkennt schnell, allein die Masse verhinderte durch ihre Anwesenheit ein schlimmes Vorgehen. Wären es weniger Menschen gewesen, wäre der Oktober ganz anders ausgegangen. Es stand auf Messers Schneide. Das sollte jedem klar sein. Eigentlich war das der Tag, wo die Zukunft der DDR besiegelt wurde.

AZ



Werter AZ, ich habe nie bestritten, dass drei Hundertschaften und Stabsanteil, nach Leipzig verlegt haben und dort, so der Befehl gekommen wäre, auch ausgerückt wären.
Zum Glück kam es dazu nicht.
Allerdings war ich zu jener Zeit nicht mehr in dem Truppenteil, sondern im Ministerium, als Leiter einer Unterabteilung, tätig.

Im Nachhinein erfuhr ich aus Erzählungen, dass selbst Angehörige des Fallschirmjägertruppenteils bei den Demonstranten dabei waren und auch unter den Offizieren und Soldaten gab es schlechte Stimmung in Leipzig. Sie wollten nicht gegen das Volk handeln.

Im Übrigen wird davon auch in dem Filmbeitrag "Honeckers Elite - die Fallschirmjäger" ausführlich berichtet.

Trennung

Ein Bekannter von mir hat mir freundlicher Weise mal Studienpläne zukommen lassen, an welchen man die Stundenzahl erlesen kann.
So z.B. auch die Anzahl und Prozente der Stunden (je 45 Minuten) in welchen es irgend ein Fach der politischen "Erweichnis" gab.
Leider habe ich solche Dokumente von den Studieneinrichtungen der NVA nicht, es dürfte aber nicht so anders sein, außer dass eben noch Methodik / Didaktik und Menschenführung + Psychologie hinzu kamen.


https://www.physik.uni-rostock.de/stora ... k_1982.pdf

Ab Seite 34 werden die Stundenzahlen aufgeschlüsselt und


https://www.physik.uni-rostock.de/stora ... k_1982.pdf

ab Seite 14 werden hier die Stunden aufgeschlüsselt.

Fazit: ~ 10 % der Studienzeit wurde darauf verwandt.
Immer noch viel aber eben bei Weitem nicht so viel, wie hier durch "Wissende" [flash] rausposaunt.

Freundlichst
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Re: 72 Jahre

Beitragvon Beethoven » 18. Oktober 2021, 06:33

Kumpel hat geschrieben:
26 329 Fallschirmjäger waren unter strengster Geheimhaltung herangeführt ................


Hoppla , wenn das mal kein gefundenes Fressen für den Beethoven ist. [flash]


Na, diese Lüge erklärt sich doch wohl selbst. Es gab in der gesamten Zeit der Fallschirmjäger in der NVA, von 1962 bis 1990, nur etwa 5.000 Soldaten in diesem Truppenteil.
Und eben deshalb, weil so viele Unwahrheiten als der Wahrheit letzter Schluss verbreitet werden, werde ich zu mindestens den Finger darauf legen.
Natürlich bleibt es den Mods unbelassen, dem Vorschlag des ehemaligen Genossen Zottmann zu folgen. (siehe Zitat unten)

Volker Zottmann hat geschrieben:Bei allen kontroversen Diskussionen sollten wir künftig aber verbieten,
dass Menschen wie @Beethoven hier Lügen, Unwahrheiten und Verdrehungen, sowie Verharmlosungen zu diesem historischen Tag veröffentlichen.

Gruß Volker


Ja, wer hier lügt und wer nicht, ist für mich schon klar.

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Re: 72 Jahre

Beitragvon Kumpel » 18. Oktober 2021, 06:44

andr.k hat geschrieben:Weiter geht's:

Hans Modrow:.............. Eine imaginäre Furcht, es könnte Blut fließen wie in Beijing, bestand nicht.



Diese Aussage von Modrow ist natürlich der blanke Hohn. Dem entsprechend müssten die Menschen um Kurt Masur und er selbst ja arme Irre gewesen sein in ihren Bemühungen Gewalt zu verhindern.
Kumpel
 

Re: 72 Jahre

Beitragvon Danny_1000 » 18. Oktober 2021, 06:46

Volker Zottmann hat geschrieben:Bei allen kontroversen Diskussionen sollten wir künftig aber verbieten,
dass Menschen wie @Beethoven hier Lügen, Unwahrheiten und Verdrehungen, sowie Verharmlosungen zu diesem historischen Tag veröffentlichen.

Gruß Volker


Ja, so haben viele SED- Genossen - und ich schließe mich da nicht aus - tatsächlich vor mehr als 30 Jahren mal getickt.
Was nicht ins Weltbild passte, wurde verboten.
Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben
dafür einsetzen, dass du es sagen darfst !
(Evelyn Beatrice Hall 1868; † nach 1939)
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Re: 72 Jahre

Beitragvon Kumpel » 18. Oktober 2021, 06:52

Beethoven hat geschrieben:
Kumpel hat geschrieben:
26 329 Fallschirmjäger waren unter strengster Geheimhaltung herangeführt ................


Hoppla , wenn das mal kein gefundenes Fressen für den Beethoven ist. [flash]


Na, diese Lüge erklärt sich doch wohl selbst.

Ja, wer hier lügt und wer nicht, ist für mich schon klar.

Freundlichst


Wenn du hier schon so standhaft der Wahrheit die Ehre geben möchtest , dann sei so gut und erkläre bitte keine offensichtlichen Irrtümer bzw. Versehen zu Lügen.
Kumpel
 

Re: 72 Jahre

Beitragvon Beethoven » 18. Oktober 2021, 07:24

@HPA - die Studienzeit an der Offiziershochschule der LaSK und der LSK/LV wurde deshalb auf vier Jahre erhöht (bei der VM auf 5 Jahre, wenn ich nicht irre), weil diese Hochschulen nun Diplome vergeben konnten und da war eine Regelstudienzeit von 4 Jahren üblich.

Zu meiner Zeit, schrieben wir Abschlussarbeiten an der OHS zu wissenschaftlichen Themen, die in maximal 40 Seiten abgehandelt werden mussten. Dafür hatten wir (ich glaube mich zu erinnern) zwei Wochen Zeit für die direkte Erarbeitung der Abschlussarbeit, ohne dabei natürlich die Zeit vorher, wo wir zum Thema bereits studierten und recherchierten, mit einzuberechnen.
Ich hatte damals ein Thema, welches sich mit dem Aufenthalt und der Erfüllung von Gefechtsaufgaben im rückwärtigen Gebiet des Gegners beschäftigte. Dabei ging es um Aufklärung und Vernichtung von Führungs- und Zündstellen von Kernminen und all solches Zeug.
Mit Erarbeitung einer Diplomarbeit verlängerte sich diese Zeit erheblich und gerade in den Grundlagenfächern (Mathe, Physik, Geschichte, Philosophie usw.) wurden höhere Stundenzahlen angesetzt, um das Diplom, entsprechend der Vorgaben die seinerzeit in der DDR und deren Universitäten verlangt wurden, zu erreichen.

Trennung

Mir wird hier, vor allem vom ehemaligen Genossen Zottmann, unterstellt, dass ich den Einsatz von Soldaten der NVA gegen das Volk für gut heiße.
Dem ist nicht so.

In der Anfangsphase der Demonstrationen hat mich das nicht so sehr berührt. Als jedoch 1000-e auf die Straße gingen, empfand ich den möglichen Einsatz der Soldaten der NVA gegen die Bevölkerung auf der Straße, als falsch und einen zu erwartenden Verstoß gegen die Verfassung und gegen die Aufgabe der NVA, wie diese festgeschrieben waren. Nur um das mal klar zu stellen.

Nun nahm ich an keiner der Handlungen direkt teil. Allerdings wurde ich zu jener Zeit, so wie noch drei weitere operative Offiziere, zu Generalmajor D. befohlen, der für den Einsatz der über 30 Hundertschaften der NVA verantwortlich zeichnete. Und selbst dieser Generalmajor "betete" darum, dass die NVA nicht direkt in Handlungen gegen das Volk eingebunden werden sollte. Eine Erlösung für ihn und uns, war der Befehl von Egon Krenz, dass keinerlei Waffen und Technik gegen das Volk eingesetzt werden darf.

Und bis auf Sicherungsaufgaben, vor allem von Sicherheit relevanten Orten, Objekten und Anlagen, kam es auch zu keinem direkten Einsatz von Soldaten der NVA, gegen die Bevölkerung der DDR.
Und die militärische Sicherung fand grundsätzlich in militärischen oder staatlichen Objekten statt.

Alle Soldaten jeglicher Dienstgradhöhe, atmeten erleichtert auf, als alle Hundertschaften zurück in die Kasernen befohlen worden sind. Ich auch.

Trennung

Die beiden Herren in dem Film.
Beide sind mir gut bekannt. Mit einem verbindet mich eine lange Freundschaft, die heute noch besteht. Wir waren an der OHS in einer Kompanie, wohnten in einem Zimmer im "Bullenkloster", saßen im selben Dienstzimmer und waren und sind auch familiär befreundet.

Das er nicht "Sozialismus gläubig" war, wie er sagte - na ja.
Ich habe ihn darauf hin angesprochen. Es war ihm schon etwas peinlich. Aber auch er musste in dieser Gesellschaft klar kommen.

Der Gefreite neben ihm (im Film) ist heute Mitglied in unserer Kameradschaft " Kameradenkreis FJB- LStR-40 im Bund Deutscher Fallschirmjäger" und ein ganz feiner Kerl. Ich glaube ihm voll und ganz seine Aussagen in dem Filmbeitrag.

https://kameradenkreis-fjb-lstr40.de/

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Re: 72 Jahre

Beitragvon HPA » 18. Oktober 2021, 07:38

Zu meiner Zeit, schrieben wir Abschlussarbeiten an der OHS zu wissenschaftlichen Themen, die in maximal 40 Seiten abgehandelt werden mussten. Dafür hatten wir (ich glaube mich zu erinnern) zwei Wochen Zeit für die direkte Erarbeitung der Abschlussarbeit, ohne dabei natürlich die Zeit vorher, wo wir zum Thema bereits studierten und recherchierten, mit einzuberechnen.
Ich hatte damals ein Thema, welches sich mit dem Aufenthalt und der Erfüllung von Gefechtsaufgaben im rückwärtigen Gebiet des Gegners beschäftigte. Dabei ging es um Aufklärung und Vernichtung von Führungs- und Zündstellen von Kernminen und all solches Zeug.
Mit Erarbeitung einer Diplomarbeit verlängerte sich diese Zeit erheblich und gerade in den Grundlagenfächern (Mathe, Physik, Geschichte, Philosophie usw.) wurden höhere Stundenzahlen angesetzt, um das Diplom, entsprechend der Vorgaben die seinerzeit in der DDR und deren Universitäten verlangt wurden, zu erreichen.



Das ändert nichts an den von mir benannten Tatsachen.

Die Hochschulausbildung der NvA hatte nicht mal annäherunsgweise universitäres Niveau.

Wenn es vergleichbare zivile Abschlüsse gibt hat man maxmial einen FAchhochschulabschluss.

Wass für die Fachrichtungen Kommandeure und Politoffiziere ausgeschlossen wurde.

Hätte man halt weitestgehend aufs Rotlicht verzichten müssen. [flash]
HPA
 

Re: 72 Jahre

Beitragvon Beethoven » 18. Oktober 2021, 07:47

HPA hat geschrieben:
Zu meiner Zeit, schrieben wir Abschlussarbeiten an der OHS zu wissenschaftlichen Themen, die in maximal 40 Seiten abgehandelt werden mussten. Dafür hatten wir (ich glaube mich zu erinnern) zwei Wochen Zeit für die direkte Erarbeitung der Abschlussarbeit, ohne dabei natürlich die Zeit vorher, wo wir zum Thema bereits studierten und recherchierten, mit einzuberechnen.
Ich hatte damals ein Thema, welches sich mit dem Aufenthalt und der Erfüllung von Gefechtsaufgaben im rückwärtigen Gebiet des Gegners beschäftigte. Dabei ging es um Aufklärung und Vernichtung von Führungs- und Zündstellen von Kernminen und all solches Zeug.
Mit Erarbeitung einer Diplomarbeit verlängerte sich diese Zeit erheblich und gerade in den Grundlagenfächern (Mathe, Physik, Geschichte, Philosophie usw.) wurden höhere Stundenzahlen angesetzt, um das Diplom, entsprechend der Vorgaben die seinerzeit in der DDR und deren Universitäten verlangt wurden, zu erreichen.



Das ändert nichts an den von mir benannten Tatsachen.

Die Hochschulausbildung der NvA hatte nicht mal annäherunsgweise universitäres Niveau.

Wenn es vergleichbare zivile Abschlüsse gibt hat man maxmial einen FAchhochschulabschluss.

Wass für die Fachrichtungen Kommandeure und Politoffiziere ausgeschlossen wurde.

Hätte man halt weitestgehend aufs Rotlicht verzichten müssen. [flash]


Ja HPA, eine Gleichwertigkeit des rein militärischen Studiums an Bildungseinrichtungen der NVA mit heutigen Universitäten bekamen nur die Spezialisten wie Chemiker, Techniker und Mediziner anerkannt. Vielleicht auch noch andere, die mir gerade nicht einfallen wie Piloten oder Kapitäne. Das weiß ich aber nicht genau.

Aber und das habe ich auch irgendwo schriftlich vom Kultusminister Sachsens bekommen, wird anerkannt, dass man ein Studium abgeschlossen hat und darf den erworbenen Titel tragen.
Dieser Titel hilft heute keinem mehr, es sei denn man hat promoviert. Und in der Wirtschaft, wie ich gerade in den letzten Wochen erfreulicher Weise wieder erfuhr, wird anerkannt, dass man ein schweres und ordentliches Studium absolviert hat und man nahm die Männer, die in der NVA studiert haben, gerne in Behörden, Firmen und Betrieben auf. Und das ist in meinen Augen das Entscheidende.

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Re: 72 Jahre

Beitragvon Kumpel » 18. Oktober 2021, 08:18

Beethoven hat geschrieben: Eine Erlösung für ihn und uns, war der Befehl von Egon Krenz, dass keinerlei Waffen und Technik gegen das Volk eingesetzt werden darf.



Diesen Befehl hätte ich ja gerne mal gesehen Beethoven. Ich denke , dass diese Auslegung der Geschehnisse aus deinem persönlichen Wunschdenken heraus resultiert.
Zutreffender dürfte gewesen sein , dass Krenz einfach keinen Befehl zum Einsatz gab.
Aufgefahren war man ja schon mal und das sicher nicht ohne Befehl von ganz oben.
Kumpel
 

Re: 72 Jahre

Beitragvon HPA » 18. Oktober 2021, 08:21

sischer sischer kannst Du dich mit deinem Abschluss schmücken [flash] Das darf der "Diplomgesellschaftswissenschaftler" auch.

Sind aber eben keine anerkannten HS Abschlüsse.

Fazit: ~ 10 % der Studienzeit wurde darauf verwandt.
Immer noch viel aber eben bei Weitem nicht so viel, wie hier durch "Wissende" [flash] rausposaunt.


Ich helf dir mal auf die Sprünge:
HPA
 

Re: 72 Jahre

Beitragvon Beethoven » 18. Oktober 2021, 08:38

Danke für die Tabelle mit der Aufschlüsselung der Stundenanzahl.

1000 Stunden - zusammen gefasst ist in meinen Augen etwas verwaschen.

Politische- und Militärökonomie - war ein sehr interessantes Fach, was mir in den letzten 30 Jahren sehr geholfen hat.
Psychologie und Pädagogik - sind ebenfalls, so empfand ich das, auch im privaten Leben und Beruf sehr hilfreich und ich möchte diese nicht missen.
Jeder Offizier sollte sich, und das schreibt nicht nur Monti, mit Militärgeschichte beschäftigen und diese studieren. Sie sind Grundlage für Entscheidungen und Entschlüsse und das nicht nur im militärischen Leben.

Bleiben als reine "Rotlichtfächer" die Philosophie gekoppelt mit DHM und die Führung der politischen Arbeit. Somit ca. 400 Stunden (genaue Unterteilung weiß ich nicht).
Nun ja, von ca. 2.800 Stunden ergibt das für mich ~ 14 %. Ich denke 150 Stunden "Rotlichtfächer" hätten auch genügt. Aber so war das nun mal.

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Re: 72 Jahre

Beitragvon Beethoven » 18. Oktober 2021, 09:02

Kumpel hat geschrieben:
Beethoven hat geschrieben: Eine Erlösung für ihn und uns, war der Befehl von Egon Krenz, dass keinerlei Waffen und Technik gegen das Volk eingesetzt werden darf.



Diesen Befehl hätte ich ja gerne mal gesehen Beethoven. Ich denke , dass diese Auslegung der Geschehnisse aus deinem persönlichen Wunschdenken heraus resultiert.
Zutreffender dürfte gewesen sein , dass Krenz einfach keinen Befehl zum Einsatz gab.
Aufgefahren war man ja schon mal und das sicher nicht ohne Befehl von ganz oben.


Nun Kumpel, den Befehl habe ich in Ausfertigung damals gelesen. Natürlich habe ich diesen nicht vorliegen.
Im Internet findet man aber einige Aussagen dazu:

Schon der Befehl 08/89 aus dem September 1989 von E. Honecker verbat Gewalt.

Hier schreibt GO Streletz als Sekretär des NVR folgendes über den Befehl 08/89

Wörtlich formulierte er:

Behauptung der Presse:

„Vor der Stadt standen Panzer, die Bezirkspolizei hatte Anweisung, auf Befehl ohne Rücksicht zu schießen.
Die Herzchirurgen der Karl – Marx – Universität wurden in der Behandlung von Schusswunden unterwiesen , und in der Leipziger Stadthalle wurden Blutplasma und Leichensäcke bereitgelegt.“


Da ich als Sekretär des Nationalen Verteidigungsrates auch für die Maßnahmen in Leipzig eine bestimmte Verantwortung hatte, möchte ich unterstreichen:

- kein einziger Panzer stand vor oder in Leipzig (die NVA hatte im Standort Leipzig keine Panzer stationiert)
- kein Vorgesetzter hat der Bezirkspolizei einen Befehl oder eine Weisung gegeben, ohne Rücksicht auf Demonstranten zu schießen
- in Leipzig wurden nirgends Blutplasma und Leichensäcke bereitgestellt
- kein einziger Arzt der Klinik für Herz – und Gefäßchirurgie der Leipziger Karl – Marx – Universität wurde in die Behandlung von Schussverletzungen eingewiesen, bestätigte der Direktor der Klinik Professor Karl – Friedrich Lindenau.
Das sind die Tatsachen zu den Leipziger Ereignissen.

Durch solche Lügen und Verleumdungen, selbst durch den damaligen Bundespräsidenten, soll die DDR als „Unrechtsstaat“ abgestempelt werden.

Auch so kann man die deutsche Geschichte aufarbeiten !

https://www.nd-aktuell.de/artikel/67781 ... ewalt.html

Der Sekretär der NVR schreibt:

... Insgesamt wurden im Herbst 1989 vier „Sicherheitsbefehle“ durch den Vorsitzenden des Nationalen Verteidigungsrates unterzeichnet, die ich vorbereitet habe.
Alle vier Befehle waren erforderlich, weil sich im Oktober / November 1989 die entstandene Situation kurzfristig veränderte und jeder einzelne Befehl sich auf die jeweiligen konkreten Ereignisse bezog.
Die Befehle Nr. 8 und 9/89 wurden noch von Erich Honecker und die Befehle Nr. 11 und 12/89 von Egon Krenz als Vorsitzenden des NVR unterzeichnet. ...

Befehl Nr. 11/89 über Maßnahmen zur Gewährleistung von Sicherheit und Ordnung in den Bezirken der DDR

Im Punkt 7 wurde festgelegt:

„Die Anwendung der Schusswaffe im Zusammenhang mit möglichen Demonstrationen ist grundsätzlich verboten.“

Der Befehl Nr.11/89 war auch ein wichtiges, man kann sagen ausschlaggebendes Dokument für die Angehörigen der Grenztruppen in Berlin, dass bei der „Maueröffnung durch Schabowski“ kein einziger Schuss fiel.


Hier der Link zum Befehl:

https://www.chronik-der-mauer.de/materi ... ember-1989

Er ist Beleg dafür, dass die ganzen Hirngespinste von schießwütigen Politikern ad absurdum gestellt werden

Freundlichst
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Re: 72 Jahre

Beitragvon Kumpel » 18. Oktober 2021, 09:12

Ähm sorry Beethoven , machst du das mit Absicht oder aus Unkenntnis? Oder hältst du hier alle für doof?
Die besagte Demo in Leipzig fand am 9. Oktober statt. Der Befehl mit dem du hier herum wedelst ist allerdings vom 3. November.
Kannste mal aufklären.
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Re: 72 Jahre

Beitragvon karnak » 18. Oktober 2021, 09:20

Kumpel hat geschrieben:Aufgefahren war man ja schon mal und das sicher nicht ohne Befehl von ganz oben.

Was ich mich bei der Sache frage, was würde eigentlich passieren wenn in, sagen wir mal 2 Jahren, dem heutigen Volk offenbar wird, die kleinen Einkommen werden gar nicht entlastet, es ist überhaupt keine Luft dafür. Die hohen Einkommen werden gar nicht belastet weil das der Lobbyismus verhindert. Die Inflation schreitet voran weil die Finanzblase langsam ans platzen kommt. Die ökologische Erneuerung läuft nicht so wie gedacht, die Preise für Heizung und Mobilität ,für Energie für die Wirtschaft steigen und es wird problematisch mit Arbeitsplätzen im Inland , die wandern immer mehr ab.
Das treibt nun irgendwann hunderttausende im berechtigten Zorn auf die Straße. Die Herrschenden bekommen langsam das flaue Gefühl es könnte ihre Macht wackeln. Eine Weile könnte man die sicher noch von der Hofberichterstattung als" Unvernünftige" hinstellen. Aber was wird eigentlich wenn das ungute Gefühl aufkommt, die könnten jetzt, nicht die Stasi,dass nicht,aber irgendeine Behörde, eine Landesinvestitionsbank, dem Christian Lindner sein Finanzministerium erstürmen wollen. Was würde der Staat dann eigentlich machen, kommt dann das Ordnungsamt? Was passiert wenn der Protest Land auf Land ab immer stärker zunimmt? Würde man sich da irgendwie auf alle Eventualitäten vorbereiten oder es laufen lassen und für die größte Not Deeskalationsteams der Polizei in den Seitenstraßen parken? Wie gesagt, immer aus Sicht der Herrschenden betrachtet und gedacht, ob nun Demokratie, in dem Fall eine" Wehrhafte ", oder Diktatur, dass mal außer Acht gelassen.
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Re: 72 Jahre

Beitragvon Volker Zottmann » 18. Oktober 2021, 09:41

Danny_1000 hat geschrieben:
Volker Zottmann hat geschrieben:Bei allen kontroversen Diskussionen sollten wir künftig aber verbieten,
dass Menschen wie @Beethoven hier Lügen, Unwahrheiten und Verdrehungen, sowie Verharmlosungen zu diesem historischen Tag veröffentlichen.

Gruß Volker


Ja, so haben viele SED- Genossen - und ich schließe mich da nicht aus - tatsächlich vor mehr als 30 Jahren mal getickt.
Was nicht ins Weltbild passte, wurde verboten.

Danny_1000, so ticke ich auch nicht bei anderer Meinung. Vielfalt belebt ja Diskussionen. Was ich will ist, dass die bewussten Falschaussagen unterbleiben. Ihrer soz. Sache wegen tischen Beethoven und Andr.k hier eine Lüge nach der anderen auf. Nicht um der historischen Wahrheit zu verhelfen, nein, genau um das Gegenteil mit Verklärung zu erreichen.
Das solltest auch Du zu unterscheiden lernen. Dagegen sollte massiv angegangen werden!

Gruß Volker
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Re: 72 Jahre

Beitragvon Volker Zottmann » 18. Oktober 2021, 09:48

Beethoven hat geschrieben:
Nun nahm ich an keiner der Handlungen direkt teil. Allerdings wurde ich zu jener Zeit, so wie noch drei weitere operative Offiziere, zu Generalmajor D. befohlen, der für den Einsatz der über 30 Hundertschaften der NVA verantwortlich zeichnete. Und selbst dieser Generalmajor "betete" darum, dass die NVA nicht direkt in Handlungen gegen das Volk eingebunden werden sollte. Eine Erlösung für ihn und uns, war der Befehl von Egon Krenz, dass keinerlei Waffen und Technik gegen das Volk eingesetzt werden darf.



Freundlichst

Und wann gabs den Befehl?
Der ist am Abend nach Masurs Intervention in Berlin erteilt worden, nachdem Krenz endlich genug Druck gemacht wurde.
Von allein wäre es nie passiert. Ohne Masurs Truppe hätte es sehr wahrscheinlich ein Blutbad gegeben.
So sehe ich das.

Volker
Zuletzt geändert von Volker Zottmann am 18. Oktober 2021, 09:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: 72 Jahre

Beitragvon pentium » 18. Oktober 2021, 09:58

Volker Zottmann hat geschrieben:
Beethoven hat geschrieben:
Nun nahm ich an keiner der Handlungen direkt teil. Allerdings wurde ich zu jener Zeit, so wie noch drei weitere operative Offiziere, zu Generalmajor D. befohlen, der für den Einsatz der über 30 Hundertschaften der NVA verantwortlich zeichnete. Und selbst dieser Generalmajor "betete" darum, dass die NVA nicht direkt in Handlungen gegen das Volk eingebunden werden sollte. Eine Erlösung für ihn und uns, war der Befehl von Egon Krenz, dass keinerlei Waffen und Technik gegen das Volk eingesetzt werden darf.



Freundlichst

Und wann gabs den Befehl?
Der ist am Abend nach Masurs Intervention in Berlin erteilt worden, nachdem Krenz endlich genug Druck gemacht wurde.
Von allein wäre es nie passiert. Ohne Masurs Truppe hätte es mit Krenzens Billigung ein Blutbad gegeben.
So sehe ich das.

Volker


An dem Abend ist in Berlin überhaupt nichts erteilt wurden. Nach unbeantworteten Telefonaten nach Berlin entschieden der amtierende 1. Sekretär der Leipziger SED-Bezirksleitung Helmut Hackenberg und Polizeipräsident Generalmajor Gerhard Straßenburg den Rückzug und gaben die Anweisung: „Keine aktiven Handlungen gegen Personen zu unternehmen, wenn keine staatsfeindl. Aktivitäten u. Angriffe auf Sicherheitskräfte, Objekte u. Einrichtungen erfolgen“.[9] Die Gründe und der genaue Hergang sind aber bis heute nicht vollständig geklärt.

...
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
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Re: 72 Jahre

Beitragvon Volker Zottmann » 18. Oktober 2021, 10:06

Danke Pentium,
Ob so oder so, zumindest hat Kurt Masur als Hauptakteur erreicht, dass Gewalt ausblieb.

Kumpel wies schon darauf hin, dass trotz der jetzigen Diskussion Beethoven immer wieder uns in die Irre führen will. Seinen erwähnten Befehl 11/89 gab es eben zur Demo im Oktober in Leipzig noch nicht.
Ganz neu für mich, sicher für uns alle, dass Beethoven wie hier einst beschrieben, nun doch nicht dabei war in Leipzig.
Dafür aber operierte er an der Schaltstelle in Berlin.
Für mich erklärt das auch, weshalb hier seinerseits stete Beschönigung betrieben wird.

Gruß Volker
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Re: 72 Jahre

Beitragvon pentium » 18. Oktober 2021, 10:14

Bernd-Lutz Lange und Sascha Lange: „David gegen Goliath. Erinnerungen an die Friedliche Revolution“

„Es lebe die Zögerlichkeit der Macht“ formuliert Bernd-Lutz Lange es an einer Stelle, herrschte doch seitens der SED-Staatsführung am 9. Oktober 1989 eine ungekannte Stille. Obwohl in der ganzen Stadt bewaffneter Männer stehen, will niemand die Verantwortung übernehmen, weder für noch gegen einen Schießbefehl. Selbst Egon Krenz, zu diesem Zeitpunkt stellvertretendes Staatsoberhaupt der DDR, meldet sich erst beim Einsatzleiter vor Ort, als 70.000 Menschen den Leipziger Innenstadt-Ring bereits einmal umrundet haben und selbst kaum glauben können, dass kein einziger Schuss gefallen ist.

„Das größte Wunder ist eben, dass keiner durchgedreht ist. Also wenn nur zwei Betrunkene die Scheiben eingeschlagen hätten bei der Stasi, hätten die vielleicht schon aus Angst geschossen. Diese Disziplin, diese Ruhe, dass keiner irgendwie einen Anlass gegeben hat einzugreifen, den Begriff Wunder kann man da schon gebrauchen. Der Christian Führer hat ja immer gesagt, die beste Zusammenfassung für die Bergpredigt ist keine Gewalt.“
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Re: 72 Jahre

Beitragvon HPA » 18. Oktober 2021, 10:42

Beethoven hat geschrieben:Danke für die Tabelle mit der Aufschlüsselung der Stundenanzahl.

1000 Stunden - zusammen gefasst ist in meinen Augen etwas verwaschen.

Politische- und Militärökonomie - war ein sehr interessantes Fach, was mir in den letzten 30 Jahren sehr geholfen hat.
Psychologie und Pädagogik - sind ebenfalls, so empfand ich das, auch im privaten Leben und Beruf sehr hilfreich und ich möchte diese nicht missen.
Jeder Offizier sollte sich, und das schreibt nicht nur Monti, mit Militärgeschichte beschäftigen und diese studieren. Sie sind Grundlage für Entscheidungen und Entschlüsse und das nicht nur im militärischen Leben.

Bleiben als reine "Rotlichtfächer" die Philosophie gekoppelt mit DHM und die Führung der politischen Arbeit. Somit ca. 400 Stunden (genaue Unterteilung weiß ich nicht).
Nun ja, von ca. 2.800 Stunden ergibt das für mich ~ 14 %. Ich denke 150 Stunden "Rotlichtfächer" hätten auch genügt. Aber so war das nun mal.

Freundlichst


Sämtliche Fächer welche Du hier versuchst, aus dem GEWI Unterricht auszuklammern. waren durch und durch ideologisch im Sinne der Partei eingefärbt!

Erzähle also keine Märchen!
HPA
 

Re: 72 Jahre

Beitragvon Kumpel » 18. Oktober 2021, 11:21

karnak hat geschrieben:
Kumpel hat geschrieben:Aufgefahren war man ja schon mal und das sicher nicht ohne Befehl von ganz oben.

Was ich mich bei der Sache frage, was würde eigentlich passieren wenn in, sagen wir mal 2 Jahren, dem heutigen Volk offenbar wird, die kleinen Einkommen werden gar nicht entlastet, es ist überhaupt keine Luft dafür. Die hohen Einkommen werden gar nicht belastet weil das der Lobbyismus verhindert. Die Inflation schreitet voran weil die Finanzblase langsam ans platzen kommt. Die ökologische Erneuerung läuft nicht so wie gedacht, die Preise für Heizung und Mobilität ,für Energie für die Wirtschaft steigen und es wird problematisch mit Arbeitsplätzen im Inland , die wandern immer mehr ab.
Das treibt nun irgendwann hunderttausende im berechtigten Zorn auf die Straße. Die Herrschenden bekommen langsam das flaue Gefühl es könnte ihre Macht wackeln. Eine Weile könnte man die sicher noch von der Hofberichterstattung als" Unvernünftige" hinstellen. Aber was wird eigentlich wenn das ungute Gefühl aufkommt, die könnten jetzt, nicht die Stasi,dass nicht,aber irgendeine Behörde, eine Landesinvestitionsbank, dem Christian Lindner sein Finanzministerium erstürmen wollen. Was würde der Staat dann eigentlich machen, kommt dann das Ordnungsamt? Was passiert wenn der Protest Land auf Land ab immer stärker zunimmt? Würde man sich da irgendwie auf alle Eventualitäten vorbereiten oder es laufen lassen und für die größte Not Deeskalationsteams der Polizei in den Seitenstraßen parken? Wie gesagt, immer aus Sicht der Herrschenden betrachtet und gedacht, ob nun Demokratie, in dem Fall eine" Wehrhafte ", oder Diktatur, dass mal außer Acht gelassen.



Na sagen wir mal so, Habenichtse gab es ja schon immer und noch wirkt ja das Versprechen der sozialen Marktwirtschaft mit dem immer schön strampeln dann klappt's auch mit dem materiellen Aufstieg in gewisser Weise und den meisten am unteren Ende der Nahrungskette ist ohnehin nicht bewusst wer ihnen eigentlich die Hosen runter zieht.
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