Von schlechten Eltern

Alles zum Thema Geheimdienste und Sicherheit in der DDR und in der BRD

Re: Von schlechten Eltern

Neuer Beitragvon augenzeuge » 29. September 2019, 16:27

Danke, Marder. So seh ich das auch. Da ist auch nichts Negatives dabei.

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Re: Von schlechten Eltern

Neuer Beitragvon Interessierter » 29. September 2019, 17:38

Da ja bestimmte User die Aussagen des Zeitzeugen nicht verstehen können oder wollen, stelle ich nachstehend gerne noch das Ende seines Beitrages ein.

Die Eltern gleiten erstaunlich geschmeidig hinüber in die neue Zeit. Sie haben im Gegensatz zu ihren Kindern Geld und gute Verbindungen. Der Vater wird Therapeut in der geschlossenen Psychiatrie. Thorsten Richter selbst kommt deutlich schlechter zurecht. Das Problem ist nicht so sehr, dass er bis heute jedem Arbeitgeber ehrlich sagt, dass er drei Jahre lang bei der Stasi war. Das Problem ist eher, dass er, der als Jugendlicher niemals gegen Staat und Familie aufgemuckt hat, sich im wiedervereinigten Deutschland nicht mehr länger anpassen kann oder will. Erst kürzlich versuchte er, eine Umschulung zum Erzieher zu machen, aber das funktionierte nicht recht. Er hielt die Zustände im Kindergarten einfach nicht aus. Dort, erzählt er, sollten die Kleinen einfach nur funktionieren und zum Gehorsam gezwungen werden, und dagegen habe er sich gewehrt. Die Kollegen erwiderten: „Du schleppst dauernd deine Vergangenheit mir dir rum, das hält ja kein Mensch aus!“

Thorsten Richter und seine Ehefrau engagieren sich in den Jahren nach der Wiedervereinigung in der Umweltbewegung. Sie stehen an einem Stand von Greenpeace auf dem Marktplatz ihrer Heimatstadt, als der Vater eines Tages mit dem Auto vorfährt. „Da seid ihr ja bei einer verfassungsfeindlichen Organisation“, sagt er. „Welche Verfassung meinst du? Redest du von der DDR?“, fragt Thorsten zurück. Sobald er versucht, über die Vergangenheit zu sprechen, machen die Eltern zu. Bis heute sagt die Mutter: „Darüber rede ich nicht.“

Mitte der 1990er-Jahre finden Thorsten und Miriam Richter allmählich die Kraft, sich mit ihrer Herkunft zu beschäftigen. Sie schauen Dokumentationen, lernen Opfer kennen, sind entsetzt, wie grausam die Stasi mit ihren Gefangenen umging. „Das glaubt mir ja keiner, aber ich habe das alles nicht gewusst“, sagt Thorsten Richter. „Wir waren Teil einer menschenverachtenden Maschinerie“, sagt Miriam Richter. „Das geht unser Leben lang nicht weg.“ Ob sie selber anderen Menschen geschadet haben, wissen sie nicht. Aber ausschließen, sagt Thorsten Richter, könne er das natürlich nicht.

Seit er das Buch von Ruth Hoffmann über die Stasi- Kinder in die Finger bekommen hat, geht er ab und zu in eine Selbsthilfegruppe in Berlin und lernt dort andere Menschen kennen, denen es ähnlich ergangen ist. „Wir sind die Generation, die durch eine klare Konditionierung jede Kritikfähigkeit verloren hat. Durch den Wendeprozess, durch den Bruch, sind wir aufgewacht“, sagt Thorsten Richter. Noch immer leiden viele von ihnen unter der Erziehung ihrer linientreuen und strengen Eltern. Sie berichten von Schlägen und dem Zwang zum Gehorsam, von Einsamkeit, mangelnder Liebe und Indoktrination. Als Nächstes will Thorsten Richter seine Akte von der Stasi-Unterlagenbehörde anfordern. Es wird noch ein oder zwei Jahre dauern, bis er sie lesen kann, aber er ist sicher, dass ihn das weiterbringen wird. Er hofft, dass darin nicht nur etwas über ihn selbst, sondern auch über seine schweigende Familie steht.


Wenn ich die Äußerungen aufgrund der Aussagen von Thorsten Richter lese, dann wundert es mich nicht, dass bisher nicht ein einziger Mitarbeiter der Stasi oder ihrer Zuträger sich hier im Forum geäußert hat, wie der Austausch mit seinem Kind oder seinen Kindern stattgefunden hat.

Wenn man natürlich nach der Wende seinem Kind nur von der Tätigkeit als PKEler in seinem " Eternit - Kabuff " , als Briefeschnüffler oder Pförtner erzählt hat, dann verwundert es trotzdem sehr wenn der Nachwuchs desinteressiert gewesen sein soll, da ja alles über diese menschenverachtende und in Teilen verbrecherische Organisation, in den Medien zu lesen war.

Wenn der Herr Richter es in seiner Familie so erlebte, dann war es wohl so und er hat es so empfunden. Genau wie niemand die Schilderung von Kristian bestreiten kann, so kann es auch niemand bei Thorsten Richter.

Aber man macht es einfach und bezeichnet ihn sogar als kranken Spinner. Damit wird jedoch einfach die argumentative Hilflosigkeit wieder einmal demonstriert und durch übliche Pöbeleien untermauert.

Irgendwie scheint ja meine Frage nach dem Verlauf solchen Austausches zwischen Stasimitarbeitern und ihren Kindern, für Betroffene nicht nur sehr peinlich, sondern auch extrem unangenehm zu sein.

Erstaunlich nur, dass es nach 30 Jahren immer noch so ist.... [denken]
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Re: Von schlechten Eltern

Neuer Beitragvon karnak » 29. September 2019, 17:52

Nach 30 Jahren ist das in Wahrheit gar kein wirkliches Thema mehr, zumindest nicht für die große Mehrheit. Es bleibt vielleicht noch die Neugier auf die eventuelle eigene Akte von der die meisten enttäuscht sein werden, aber zu was soll man sich denn in der Familie aussprechen, dass ist überhaupt kein Bedürfnis was flächendeckend im Rahmen einer Familie zum Zwecke deren funktionierens oder eben nicht funktionierens eine wirkliche Rolle spielt.
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Re: Von schlechten Eltern

Neuer Beitragvon augenzeuge » 29. September 2019, 17:58

karnak hat geschrieben:Nach 30 Jahren ist das in Wahrheit gar kein wirkliches Thema mehr, zumindest nicht für die große Mehrheit. Es bleibt vielleicht noch die Neugier auf die eventuelle eigene Akte von der die meisten enttäuscht sein werden, aber zu was soll man sich denn in der Familie aussprechen, dass ist überhaupt kein Bedürfnis was flächendeckend im Rahmen einer Familie zum Zwecke deren funktionierens oder eben nicht funktionierens eine wirkliche Rolle spielt.


Du weißt schon, dass jedes Kind die Akten der MfS Eltern anfordern kann, wenn sie verstorben sind? Da kannst du nix gegen tun. [angst]

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Re: Von schlechten Eltern

Neuer Beitragvon pentium » 29. September 2019, 18:01

augenzeuge hat geschrieben:
karnak hat geschrieben:Nach 30 Jahren ist das in Wahrheit gar kein wirkliches Thema mehr, zumindest nicht für die große Mehrheit. Es bleibt vielleicht noch die Neugier auf die eventuelle eigene Akte von der die meisten enttäuscht sein werden, aber zu was soll man sich denn in der Familie aussprechen, dass ist überhaupt kein Bedürfnis was flächendeckend im Rahmen einer Familie zum Zwecke deren funktionierens oder eben nicht funktionierens eine wirkliche Rolle spielt.


Du weißt schon, dass jedes Kind die Akten der MfS Eltern anfordern kann, wenn sie verstorben sind? Da kannst du nix gegen tun. [angst]

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Müssen diese Kinder dann bezahlen, wenn sie die "Täterakten" anfordern?
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Re: Von schlechten Eltern

Neuer Beitragvon augenzeuge » 29. September 2019, 18:08

pentium hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:
karnak hat geschrieben:Nach 30 Jahren ist das in Wahrheit gar kein wirkliches Thema mehr, zumindest nicht für die große Mehrheit. Es bleibt vielleicht noch die Neugier auf die eventuelle eigene Akte von der die meisten enttäuscht sein werden, aber zu was soll man sich denn in der Familie aussprechen, dass ist überhaupt kein Bedürfnis was flächendeckend im Rahmen einer Familie zum Zwecke deren funktionierens oder eben nicht funktionierens eine wirkliche Rolle spielt.


Du weißt schon, dass jedes Kind die Akten der MfS Eltern anfordern kann, wenn sie verstorben sind? Da kannst du nix gegen tun. [angst]

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Müssen diese Kinder dann bezahlen, wenn sie die "Täterakten" anfordern?


Es sind die normalen geringen Gebühren, siehe homepage. Sie müssen allerdings schildern, warum es für sie wichtig ist, muss begründet werden.
Aber das kann jeder hinbekommen.

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Re: Von schlechten Eltern

Neuer Beitragvon pentium » 29. September 2019, 18:18

augenzeuge hat geschrieben:
Müssen diese Kinder dann bezahlen, wenn sie die "Täterakten" anfordern?

Es sind die normalen geringen Gebühren, siehe homepage. Sie müssen allerdings schildern, warum es für sie wichtig ist, muss begründet werden.
Aber das kann jeder hinbekommen.

AZ


War nur so eine Frage. Wobei, was soll in dieser bzw. in diesen Akten so aufregendes zu finden sein? Lebensläufe, Beförderungen, Bestrafungen? Ich denke mal da waren die alten Unterlagen der Wehrmacht über meine Großväter spannender....?
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Re: Von schlechten Eltern

Neuer Beitragvon karnak » 29. September 2019, 18:33

augenzeuge hat geschrieben:
Du weißt schon, dass jedes Kind die Akten der MfS Eltern anfordern kann, wenn sie verstorben sind? Da kannst du nix gegen tun.

AZ


Von mir aus könnte sie das jetzt schon machen, ich bin mir ziemlich sicher, dass sie nicht viel erwartet , wie denn auch wenn sie zur Wende 8 Jahre alt war? Für mich ist es logisch, dass der Zugriff für Privatpersonen in absehbarer Zeit beendet wird. Es muss doch klar sein, dass mit den Jahren überhaupt niemand mehr da sein kann der eine wirkliches Interesse an Akteneinsicht begründen kann, außer dümmliche Sensations und Neugier natürlich.
Meine Frau hat ja wie schon erwähnt auch die Neugier übermannt, jetzt hat sie ihre Akte bekommen. [flash] Die Flöten in dem Amt haben übersehen, dass der Vornamen meiner Frau und ihrer Mutter mit H beginnt. Die M hat wohl 1978 mal einen Brief meiner Schwiegermutter geöffnet weil sie ein paar Sonderbriefmarken, und auch noch zum SED Parteitag [flash], in den Westen geschickt hat. Meiner Frau hätte man das ja gar nicht zugänglich machen dürfen, aber nun ist es passiert und die Katze aus dem Sack, mehr war aber nicht , habe ich wieder Schwein gehabt. [flash]
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Re: Von schlechten Eltern

Neuer Beitragvon augenzeuge » 29. September 2019, 18:35

Du bist und bleibst ein Glückskind, karnak. [grins]

Von mir aus könnte sie das jetzt schon machen,

Nee, dürfen sie nicht, musst du machen, wenn sie es will.

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Re: Von schlechten Eltern

Neuer Beitragvon karnak » 29. September 2019, 18:41

Ich müsste mich selbst anschwärzen? Auch das noch, dann muss sie warten bis ich Tod bin, dass ist mir dann doch zu blöd. [flash]
Aber von mir findet sowieso niemand was zu seiner Person wenn er zu meinem persönlichen Umfeld gehörte, da kann ich mich ruhig zutücklehnen. Aus solchem Käse habe ich mich immer rausgehalten. Wer es nicht glaubt muss sich halt kümmern. [hallo]
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Re: Von schlechten Eltern

Neuer Beitragvon zonenhasser » 29. September 2019, 19:42

karnak hat geschrieben:Aber von mir findet sowieso niemand was

"Niemand weiß etwas über mich. Niemand erfährt etwas über mich. Alle wissen nichts."
Die “Rote Fahne” schrieb noch “wir werden siegen”, da hatte ich mein Geld schon in der Schweiz.
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Re: Von schlechten Eltern

Neuer Beitragvon Interessierter » 30. September 2019, 06:59

karnak » 29. Sep 2019, 18:52
Nach 30 Jahren ist das in Wahrheit gar kein wirkliches Thema mehr, zumindest nicht für die große Mehrheit.


Deinen Wunschgedanken kannst du natürlich äußern. Nur wenn andere Menschen deine Meinung nicht teilen, solltest du es dir anstandshalber verkneifen, diese als kranke Spinner oder ähnlich zu bezeichnen.

Derartige diffamierende Äußerungen gegenüber andersdenkenden Menschen scheinen sich sehr fest in die Köpfe ehemaliger Diener dieser Diktatur eingebrannt zu haben, dass sie selbst jetzt noch meinen so agieren zu müssen.

Derartige Vorgehensweisen sollten wirklich 30 Jahre nach Ende der SED - Diktatur kein Thema mehr sein!

Ich wünsche dir einen schönen Wochenbeginn.
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Re: Von schlechten Eltern

Neuer Beitragvon Beethoven » 30. September 2019, 09:17

Ich war zwar nicht beim MfS aber das spielt auch keine Rolle.

Die Eltern, ob nun im MfS tätig oder sonst wo, lieben ihre Kinder nicht anders als Hänschen Müller seine Kinder liebt und würden alles für sie tun. Kinder lieben ihre Eltern in den ersten 14 Jahren sowieso bedingungslos und meistens noch viel länger. Zu mindestens kenne ich das so.

Es spielt überhaupt keine Rolle, was Vater oder Mutter für eine Tätigkeit ausgeübt haben. Die Kinder werden deshalb nicht schlechter erzogen als die Kinder jedes anderen Bürgers. Und die Eltern sind keine schlechten Eltern, weil sie in irgend einem Apparat der Sicherheit arbeiten. Das ist doch Bullshit.

Der vom sich "Interessierter" Nennenden Kerl, scheint echt ein anderes psychologisches Problem zu haben und ist entweder ein weinerliches Weichei oder sollte mal einen Psychiater aufsuchen.

Ich war auch oft nicht Zuhause und die Kindererziehung lief hauptsächlich durch meine Frau. Das hat sie sehr gut gemacht, wie wir heute sehen.
Mein Großer war zur Wende 8 Jahre und die Zwillinge 4 Jahre alt. Denen war es völlig Bockwurst was meine Frau oder ich beruflich gemacht haben.

Jeder der etwas anderes behauptet, ist nicht ganz klar im Nischel, ist meine Meinung.

Freundlichst
Die größten Vorteile im Leben überhaupt wie in der Gesellschaft hat ein gebildeter Soldat. J. W. v. Goethe

Das Gesetz ändert sich, die Gesinnung nicht.
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Re: Von schlechten Eltern

Neuer Beitragvon zonenhasser » 30. September 2019, 10:03

Die “Rote Fahne” schrieb noch “wir werden siegen”, da hatte ich mein Geld schon in der Schweiz.
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Re: Von schlechten Eltern

Neuer Beitragvon Interessierter » 30. September 2019, 10:55

Zitat Beethoven:
Es spielt überhaupt keine Rolle, was Vater oder Mutter für eine Tätigkeit ausgeübt haben. Die Kinder werden deshalb nicht schlechter erzogen als die Kinder jedes anderen Bürgers. Und die Eltern sind keine schlechten Eltern, weil sie in irgend einem Apparat der Sicherheit arbeiten. Das ist doch Bullshit.

Der vom sich "Interessierter" Nennenden Kerl, scheint echt ein anderes psychologisches Problem zu haben und ist entweder ein weinerliches Weichei oder sollte mal einen Psychiater aufsuchen.


Das hat doch niemand behauptet! Was deinen letzten Absatz angeht, so sage ich auch dir: " Es gibt Personen die können mich nicht beleidigen "!

Wie wäre es denn wenn du einmal schreibst, wie du deinem Nachwuchs später erklärt hast, warum du freiwillig so einer menschenverachtenden Diktatur gedient hast, die permanent Menschrechte mißachtete und Verbrechen an der Grenze und durch die Stasi beging?
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Re: Von schlechten Eltern

Neuer Beitragvon Nostalgiker » 30. September 2019, 11:17

augenzeuge hat geschrieben:
karnak hat geschrieben:Nach 30 Jahren ist das in Wahrheit gar kein wirkliches Thema mehr, zumindest nicht für die große Mehrheit. Es bleibt vielleicht noch die Neugier auf die eventuelle eigene Akte von der die meisten enttäuscht sein werden, aber zu was soll man sich denn in der Familie aussprechen, dass ist überhaupt kein Bedürfnis was flächendeckend im Rahmen einer Familie zum Zwecke deren funktionierens oder eben nicht funktionierens eine wirkliche Rolle spielt.


Du weißt schon, dass jedes Kind die Akten der MfS Eltern anfordern kann, wenn sie verstorben sind? Da kannst du nix gegen tun. [angst]

AZ


Was sollen denn das für Akten sein Augenzeuge? Die Kaderakte etwa?
Oder gab es etwa über jeden Mitarbeiter des MfS eine OPV Akte, so vorsichtshalber. Nach dem Motto, innerhalb des Hauses spioniert jeder Mitarbeiter jeden Mitarbeiter aus. Da waren sie doch bei der Masse der Mitarbeiter ausschließlich mit sich selbst beschäftigt.
Wer hat dann nur den Rest der Bevölkerung flächendeckend überwacht?
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin

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Psychologen haben herausgefunden, dass Menschen, die immer bei anderen auf die Rechtschreibfehler hinweisen, eine Persönlichkeitsstörung haben und unzufrieden mit ihrem Leben sind. Netzfund
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Re: Von schlechten Eltern

Neuer Beitragvon HPA » 30. September 2019, 11:22

Der vom sich "Interessierter" Nennenden Kerl, scheint echt ein anderes psychologisches Problem zu haben und ist entweder ein weinerliches Weichei oder sollte mal einen Psychiater aufsuchen.


Interessant. Du verfügst über entsprechende fachliche Fähigkeiten, dieses feststellen zu können? Sprich ,über eine entsprechende fachärztliche Ausbildung?? Spannend ja auch, dies feststellen zu wollen ohne denjenigen je persönlich gesehen zu haben. Das trauen sich übrigens noch nicht mal Koryphäen auf diesem Gebiet zu!

Oder ist das einmal mal mehr einer Deiner üblichen peinlichen Versuche, einen Diskussionsgegener zu diskreditieren?
HPA
 

Re: Von schlechten Eltern

Neuer Beitragvon Nostalgiker » 30. September 2019, 11:25

Interessierter hat geschrieben:Zitat Beethoven:
Es spielt überhaupt keine Rolle, was Vater oder Mutter für eine Tätigkeit ausgeübt haben. Die Kinder werden deshalb nicht schlechter erzogen als die Kinder jedes anderen Bürgers. Und die Eltern sind keine schlechten Eltern, weil sie in irgend einem Apparat der Sicherheit arbeiten. Das ist doch Bullshit.

Der vom sich "Interessierter" Nennenden Kerl, scheint echt ein anderes psychologisches Problem zu haben und ist entweder ein weinerliches Weichei oder sollte mal einen Psychiater aufsuchen.


Das hat doch niemand behauptet! Was deinen letzten Absatz angeht, so sage ich auch dir: " Es gibt Personen die können mich nicht beleidigen "!

Wie wäre es denn wenn du einmal schreibst, wie du deinem Nachwuchs später erklärt hast, warum du freiwillig so einer menschenverachtenden Diktatur gedient hast, die permanent Menschrechte mißachtete und Verbrechen an der Grenze und durch die Stasi beging?


Du solltest wirklich ernsthaft über den Vorschlag von Beethoven nachdenken; die mit deinem psychologischen Problem.
Du merkst es überhaupt nicht mehr wie du dich permanent, im übelsten Gossenjargon im Ton vergreifst.

Wenn das Verhältnis Kind/Eltern nachhaltig gestört ist liegt das Garantiert nicht am Beruf der Eltern.


Ach Interessierter, wie ist denn das Verhältnis deiner Kinder/deines Kindes zu dir? Auch unwiderruflich zerrüttet?
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin

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Re: Von schlechten Eltern

Neuer Beitragvon karnak » 30. September 2019, 12:00

Interessierter hat geschrieben:]

Wie wäre es denn wenn du einmal schreibst, wie du deinem Nachwuchs später erklärt hast, warum du freiwillig so einer menschenverachtenden Diktatur gedient hast, die permanent Menschrechte mißachtete und Verbrechen an der Grenze und durch die Stasi beging?

[flash] Also mich darfst Du gerne für ein arrogantes A... Loch halten, aber ich rechtfertige mich nicht vor meinem Kind ob meines geführten Lebens und dessen was ich dort getan habe, dass habe ich gar nicht nötig. Davon mal abgesehen, dass meine Tochter nicht auf so eine Idee käme, würde sie es tun, ich würde sie fragen ob sie eine Meise hat, soll erstmal dorthin kacken wo ich es schon getan habe. Ich kann ihr gerne ein paar Dinge erklären und dann darf sie dazu eine Meinung und Haltung haben, dass war es aber dann auch schon, eine Rechtfertigung von mir zu verlangen steht ihr einfach nicht zu, so ist meine Haltung zu dem Thema. Ich halte auch solche Forderungen für aufgeblasenes Getue von pseudointelkektuellen Wichtigtuern die von den Dingen wenig verstehen.
Ich rechtfertige mich für mein Tun vor Gott [flash] , der Gesellschaft über deren zuständiger Justiz sollte die das Einfordern, dass wäre dann schon der Personenkreis dem ich eine Legitimation dafür zugestehe. [hallo]
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Re: Von schlechten Eltern

Neuer Beitragvon Interessierter » 30. September 2019, 12:19

@karnak:
Für den Gebrauch dieser Vokabel ist hier der Grenzwolf zuständig. Trotzdem aber vielen Dank für den Einblick in deine Denkweise, die deiner Tochter eine " Meise " zuordnen würde, nur weil sie eine nachvollziehbare Frage zu deiner Rolle im MfS und der Stasi überhaupt stellen würde. [denken]
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Re: Von schlechten Eltern

Neuer Beitragvon augenzeuge » 30. September 2019, 12:27


Was sollen denn das für Akten sein Augenzeuge? 


Nostalgiker, du hast wirklich wenig Wissen von diesem Sachverhalt. Oder du gibst das vor. Egal. Glaubst du, alle hatten ne OPV? Natürlich nicht. Die Masse derer, die ihre Akten gelesen haben, hatten diese nicht. Dennoch wurde viel dokumentiert.

Mir ging es vorrangig darum, dass Kinder zu verstorbenen Angehörigen 1.Grades Akteneinsicht beantragen können. Ob diese beim MfS waren, ist nebensächlich.

Und das MfS war grundsätzlich mißtrauisch. Es gibt einige Einträge zu eigenen Mitarbeitern. Auf verschiedenen Ebenen. So wie man über mich an verschiedenen Standorten Material gesammelt hat. Lange vor dem Stellen des Antrages. Das MfS hat die Verbindungen eigener Leute regelmäßig überprüft. So wie das zu erwarten ist.

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Re: Von schlechten Eltern

Neuer Beitragvon karnak » 30. September 2019, 12:32

[grin] Das MfS als Institution ist in diesem zwischenmenschlichen Zusammenhang völlig unwichtig.
Es geht lediglich darum, dass ich mich vor meinem Kind nicht für mein geführtes Leben rechtfertigen muß, dazu ist sie in keiner Weise legitimiert, zumindest sehe ich das so und das hätte sie zu akzeptieren. Aber wie gesagt, auf diese Idee käme sie nicht, weil sie eben keine Meise hat. [hallo]
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Re: Von schlechten Eltern

Neuer Beitragvon augenzeuge » 30. September 2019, 12:39

Man fühlt sich besser, wenn man sein früheres Verhalten dem Kind erklären kann als wenn man es verschweigt . [hallo]
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Re: Von schlechten Eltern

Neuer Beitragvon karnak » 30. September 2019, 12:44

augenzeuge hat geschrieben:

Was sollen denn das für Akten sein Augenzeuge? 


Nostalgiker, du hast wirklich wenig Wissen von diesem Sachverhalt. Oder du gibst das vor. Egal. Glaubst du, alle hatten ne OPV? Natürlich nicht. Die Masse derer, die ihre Akten gelesen haben, hatten diese nicht. Dennoch wurde viel dokumentiert.

Mir ging es vorrangig darum, dass Kinder zu verstorbenen Angehörigen 1.Grades Akteneinsicht beantragen können. Ob diese beim MfS waren, ist nebensächlich.

Und das MfS war grundsätzlich mißtrauisch. Es gibt einige Einträge zu eigenen Mitarbeitern. Auf verschiedenen Ebenen. So wie man über mich an verschiedenen Standorten Material gesammelt hat. Lange vor dem Stellen des Antrages. Das MfS hat die Verbindungen eigener Leute regelmäßig überprüft. So wie das zu erwarten ist.

AZ

Was natürlich bedeuten würde man hat die Kaderakten , bzw. Deren brisanten Inhalt nicht mit als Erstes durch den Reiswolf gejagt, was ich leicht anzweifle.
Ansonsten, was Dein "Misstrauen" einer solchem Institution in Zeiten eines kalten Krieges angeht, ich konnte und kann das aus Sicht der Institution als Ganzes nachvollziehen und konnte damit leben. Hätte ich es nicht gekonnt hätte ich halt die Finger davon lassen sollen, so einfach ist das. Also warum soll ich in der Hinsicht heute noch nachbohren um mich nun auch noch als Opfer fühlen und aufblasen zu können ? Wenn meine Tochter dazu ein Bedürfnis hätte wäre das für mich pure Sensationsgier , die Dinge haben ja auf ihr Leben keinerlei Einfluss gehabt. Also fehlt ihr eigentlich jedes Recht dazu dieses Wissen einzufordern. Aber wenn ihr danach ist, wegen mir. Das eigentliche Problem für mich, dass die neue Gesellschaft dieses Recht dafür zugesteht und der wahre und eigentliche Grund der dahinter steht.
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Re: Von schlechten Eltern

Neuer Beitragvon pentium » 30. September 2019, 12:49

augenzeuge hat geschrieben:Man fühlt sich besser, wenn man sein früheres Verhalten dem Kind erklären kann als wenn man es verschweigt . [hallo]
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Ich weiß nichts so richtig...ich bin da mehr auf Karnaks Seite, also das mit vor Gott und der Justiz. Man sollte auch nicht den großen Moralisten geben. Es könnte ja mal jemand fragen, was haben deine Vorfahren in der NS Zeit so getan...?
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Re: Von schlechten Eltern

Neuer Beitragvon karnak » 30. September 2019, 12:50

augenzeuge hat geschrieben:Man fühlt sich besser, wenn man sein früheres Verhalten dem Kind erklären kann als wenn man es verschweigt . [hallo]
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[grin] Ich verschweige heute niemanden auf diesem Planeten etwas zu meinem damaligen Verhalten und Tun, jeder kann alles erfahren wenn er danach fragt. Aber ich rechtfertige mich dafür nicht, außer vor den von mir benannten Institutionen. Und schon gar nicht vor jemanden dem ich beigebracht habe, dass es irgendwie angenehmer ist nicht in die Windel zu drücken und wie man nicht vom Fahrrad fällt. [flash]
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Re: Von schlechten Eltern

Neuer Beitragvon Kumpel » 30. September 2019, 13:20

Okay , mein '' Alter'' war IM. Das habe ich allerdings erst nach der Wende erfahren.
Allerdings war einer meiner Brüder '' nur'' Berufsoffizier in der NVA und der ist das nicht geworden weil er nicht arbeiten wollte oder sonst zu nichts zu gebrauchen war.
Der hat daran geglaubt was tun zu müssen , obwohl er nicht der geborene Militär war.
Allein aber sein Klassenstandpunkt in der damaligen Zeit hat einen Riss verursacht. Es gab plötzlich Tabus und Themen , keine Dienstgeheimnisse , die man gemieden hat.
Als richtig normal habe ich das nicht empfunden.
So richtig offen kann ich mit dem erst seit ein paar Jahren sprechen.
Kumpel
 

Re: Von schlechten Eltern

Neuer Beitragvon zonenhasser » 30. September 2019, 13:25

karnak hat geschrieben: Aber ich rechtfertige mich dafür nicht, außer vor den von mir benannten Institutionen. Und schon gar nicht vor jemanden dem ich beigebracht habe, dass es irgendwie angenehmer ist nicht in die Windel zu drücken und wie man nicht vom Fahrrad fällt.

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Die “Rote Fahne” schrieb noch “wir werden siegen”, da hatte ich mein Geld schon in der Schweiz.
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Re: Von schlechten Eltern

Neuer Beitragvon karnak » 30. September 2019, 13:44

[flash] Unter anderem ist meine Tochter deswegen im deutschen Beamtentum gelandet, hat nicht 8 Semester tibetanischen Gebetstanz studiert, lässt sich nicht von einem Schamanen behandeln, zieht 2 neue Bundesbürger auf die alle Chancen haben mal nützliche Mitglieder der Gesellschaft zu werden die die wohlwollend unterstützen können die sich erstmal ausprobieren wollen und für 2 Jahre ins Selbstfindungscamp nach Indien reisen um dem Kapitalismus wenigstens eine Weile aus dem Weg zu gehen und für sich deswegen proklamieren man war schließlich auch mal im Widerstand [flash] [hallo]
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Re: Von schlechten Eltern

Neuer Beitragvon Beethoven » 30. September 2019, 13:54

augenzeuge hat geschrieben:Man fühlt sich besser, wenn man sein früheres Verhalten dem Kind erklären kann als wenn man es verschweigt . [hallo]
AZ


Meine Jungs z.B. wissen, was ich in der DDR für eine Arbeit hatte. Wir haben heute noch Verbindung zu vielen ehemaligen Mitstreitern und unsere Kinder sind miteinander groß geworden. Gleiches weiß ich übrigens auch von Freunden und Bekannten, die einst eine Tätigkeit im MfS hatten.

Es ist mir ehrlich gesagt noch nie in den Sinn gekommen und ich weiß, dass dies auch bei meinen Freunden und Bekannten so ist, die in der NVA oder dem MfS Dienst taten, sich für ihre einstiege Tätigkeit zu schämen oder gar in Erklärungsnot ihren Kindern gegenüber zu kommen. Das hätte der sich "Interessierter" Nennende und noch einige andere User aus diesem Forum gerne so. Aber das ist nicht der Fall.

Da kann manch User in diesem Forum die MfS- oder NVA -Angehörigen als "Büttel" bezeichnen. Das beweist mir, dass der, welcher solche Äußerungen tätigt. selber ein armes Würstchen ist. Ich und mit mir viele meiner ehemaligen Kameraden sind heute noch Stolz darauf, dass es auch durch uns 40 Jahre lang keinen Krieg in Europa gab und wir dazu beitragen konnten. Denn wollen wir mal ehrlich sein. Erst seit dem es das Weltsystem nicht mehr gibt, krachte es in allen Ecken der Welt und sogar in Europa.

Ich erkenne somit keinen Grund, verschämt, irgendetwas meinen Kindern erklären zu müssen. Wenn Sie jedoch fragen, bekommen sie die Antworten. Und meine Kinder und die meiner Freunde wissen um unsere Tätigkeit in der NVA oder dem MfS.
Das Kinder von MfS-Angehörigen, die in besonders sensiblen Bereichen gearbeitet haben, nun nicht den letzten Namen oder Kontakt an ihre Kinder weiter reichen, liegt wohl in der Natur, der spezifischen Aufgabe, von einst und ich habe damit gar kein Problem.

Trennung

HPA hat geschrieben:
Der vom sich "Interessierter" Nennenden Kerl, scheint echt ein anderes psychologisches Problem zu haben und ist entweder ein weinerliches Weichei oder sollte mal einen Psychiater aufsuchen.


Interessant. Du verfügst über entsprechende fachliche Fähigkeiten, dieses feststellen zu können? Sprich ,über eine entsprechende fachärztliche Ausbildung?? Spannend ja auch, dies feststellen zu wollen ohne denjenigen je persönlich gesehen zu haben. Das trauen sich übrigens noch nicht mal Koryphäen auf diesem Gebiet zu!

Oder ist das einmal mal mehr einer Deiner üblichen peinlichen Versuche, einen Diskussionsgegener zu diskreditieren?


Da brauche ich kein Studium als Psychiater. Das sagt mir der gesunde Menschenverstand. Dir etwa nicht? [flash]

Freundlichst
Die größten Vorteile im Leben überhaupt wie in der Gesellschaft hat ein gebildeter Soldat. J. W. v. Goethe

Das Gesetz ändert sich, die Gesinnung nicht.
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