augenzeuge hat geschrieben:Bis auf die Vergesellschaftung vom Boden, stimme ich dir zu. Aber dazu brauchen wir keinen Sozialismusversuch. Warum nicht? Weil wir immer belehrt wurden, dass er nicht klappt. Ganz im Gegensatz zur freien Marktwirtschaft. Die hatte funktioniert, wenn auch unter bestimmten Vorzeichen. Vielleicht erleben wir zukünftig andere Vorzeichen, welche das System zwingen wie schon einmal....
@AZ, Danke. Wer hat hier wen belehrt ?? In der Mehrzahl der marktwirtschaftlich organisierten Wirtschaften hat diese eine extreme Ungleichheit der Einkommen, also extreme Armut und extremen Reichtum hervorgebracht, Tendenz steigend.
Ich weiß ja nicht, warum ihr hier beim Begriff "Sozialismus" wie auf den Leibhaftigen starrt -- aber wie weit sind davon wir bei der Verstaatlichung der Grundbedürfnis- Befriediger (so wie das ja auch mal die CDU im Aalener Programm hatte) entfernt ?? Wer definiert überhaupt diesen Begriff ? Marx ?? Irgendwelche verbissenen Forenmitglieder ?? Nennt es einfach anders, damit man sachlich diskutieren kann !
Ich würde mich in dieser Diskussion ja nie engagieren, wenn wir eine soziale Marktwirtschaft wie in den 70er- Jahren hätten, aber die Entwicklung in der Bundesrepublik geht doch 180 Grad genau in die andere Richtung, TTIP ist auch dazu ein Vehikel. In den USA ist schon die Krankenversicherung für alle Teufelszeug, die Republikaner werden CO2- Grenzwerte zu verhindern suchen -- SO sieht unsere Zukunft aus, wenn wir uns von einem Popanz "Sozialismus" einschüchtern lassen und uns hier die sogenannten marktwirtschaftlichen, globalisierten (= US-) "Werte" aufdrücken lassen.
Um es nochmals klar zu machen, dieses Ostblockmodell war, ist und bleibt gescheitert -- aber man wird doch deshalb trotzdem Alternativen zur derzeitigen Form des Wirtschaftens diskutieren dürfen. Es würde doch jeder historischen Erfahrung widersprechen, wenn nun gerade dies aktuell existierende System der Wahrheit/ Weisheit letzter Schluß wäre --- im übrigen haben dies zu jeder Zeit die Säulenheiligen und Lakaien des jeweilig herrschenden Systems verkündet -- und sind widerlegt und von der Geschichte überrollt worden.
Und nein @AZ, meine Bemerkung zu Chile sollte nicht einer Diktatur das Wort reden -- aber erklär' mir doch sonst einmal, wie sich ein andersartiges System, das sich den "Regeln" eines übermächtigen entfernten "Nachbarns" zu widersetzen traut (Chile und USA) sich gegen verdeckte und offene Aggression wehren soll ? Du hast ja recht mit Deiner kuschligen Welt, wo die CSSR doch nicht etwa von den Nachbarn......., aber die Welt ist nicht so kuschlig. Das funktioniert eben -- entgegen Deiner Meinung -- nicht einmal immer bei privaten Wohnungs-/ Grundstücksnachbarn, oder wie sagt der Volksmund : "Es kann der Frömmste nicht...". Und Chile hat es versucht ohne Diktatur gegen eine Supermacht -- und ist gescheitert.
Dies nun als Scheitern des Modells umzudeuten finde ich nicht fair, ebenso nicht, sich hinzustellen und zu sagen, wenn das Modell (CSSR) sich nicht gegen die existierende Umwelt durchsetzen kann, taugt es eben nichts -- es ist unterlegen wegen der Kräfteverhältnisse, nicht wegen seines Inhalts. Na ja, und ob nun die Bundesrepublik 1968 ein florierendes sozialistisches Modell (CSSR), sozusagen als Gegenmodell zur DDR und als Denkanstoß für die eigene Gesellschaft an seiner Grenze gern gesehen hätte, da hab' ich auch meine Zweifel.
Soviel noch heute nach meinem Skat, morgen werde ich sicherlich auch anknüpfen hieran im Biergarten, vielleicht erzähle ich dann auch davon,
Gute Nacht, Dille
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