Massaker und Medien Frankreich diskutiert über die Berichterstattung
Am Tag des Massakers in Paris liefen die französischen Medien auf Hochtouren. Dabei kam es zu erstaunlichen Fehlleistungen. Über diese wird jetzt in Frankreich diskutiert.
„Wir können nicht so tun, als ob es keine Konkurrenz gäbe“
In der Verwirrung gleich nach dem Attentat müssen auch dem Journalisten Jean-Paul Ney alle Sicherungen durchgebrannt sein. Er brachte den Namen eines dritten Verdächtigen ins Spiel. Die Gratiszeitung „Metronews“ verbreitete ihn weiter, und schnell übernahmen ihn auch renommierte Medien - während der Junge noch in der Schule war. Am Abend kündigte „Libération“ die Verhaftung aller drei Verdächtigen an. Europe 1 sprach von der Festnahme des Geiselnehmers Amedy Coulibaly, kurz bevor er erschossen wurde. Vor dem Eingreifen mussten die Polizisten im Hause gegenüber wartende Reporter, die zum Teil von den Balkons aus filmten, zum Verlassen auffordern: „Solange es Live-Bilder gibt, können wir nicht loslegen.“ „Wenn ihr nicht da wärt, hätten wir sie schon lange gefasst“, sollen Polizisten mehrfach zu Journalisten gesagt haben. Ob diese die Arbeit der Einsatzkräfte wirklich behinderten, muss im Detail abgeklärt werden. Der relativ junge Nachrichtensender BFM TV, der bei früheren Fahndungen eher dilettantisch berichtet, skrupellos gefilmt und auch Fehlinformationen verbreitet hatte, war diesmal durchaus um Zurückhaltung besorgt. Er zeigte den Mord an dem Polizisten nicht und nannte die längst zirkulierenden Namen der Attentäter erst, als sie offiziell von der Polizei ausgeschrieben wurden...
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/m ... 68166.htmlNachrichtensperre Tom? Es geht um Storys und Bilder!
mfg
pentium