72 Jahre

Aufarbeitung und Schlußfolgerungen

Re: 72 Jahre

Beitragvon augenzeuge » 20. Oktober 2021, 16:03

andr.k hat geschrieben: Im Jahre 2011 hat die BStU bereits über Ulrich Kolbe ausführlich berichtet. Einfach mal lesen. Anschließend kommst du vielleicht auch zu der Erkenntnis, dass der @VZ völlig daneben liegt.

[grins]



Weißt du was ich nicht verstehe, dass du suggerierst, Wissen zu haben, aber dies zurückhältst.

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Re: 72 Jahre

Beitragvon Kumpel » 20. Oktober 2021, 16:18

andr.k hat geschrieben:Mal zurück nach Leipzig.

Das zeigte sich vor allem in der spannungsgeladenen Situation bei der Montagsdemostration in Leipzig am 9. Oktober, bei der schon der kleinste Funke eine Explosion hätte auslösen können. Nach dem Aufruf der »Leipziger Sechs« mit Gewandhauskapellmeister Kurt Masur, in der zur Gewaltlosigkeit auf beiden Seiten aufgefordert worden war, gab der amtierende Vorsitzende der Leipziger Bezirkseinsatzleitung (BEL), Hackenberg, den Befehl zum Rückzug der Polizeikräfte. Egon Krenz und Wolfgang Herger, Leiter der Abteilung Sicherheit im ZK der SED, verlangten nach dieser schicksalhaften Nacht ein Umdenken. Die Probleme sollten ausschließlich politisch gelöst werden.

Dazu wurde am 12. Oktober eine Erklärung des Politbüros veröffentlicht, die eine neue Haltung im Lande signalisierte und ein Angebot an jeden Bürger zum Dialog über alle politischen Fragen enthielt.
….

Die Gefahr von gewaltsamen Zusammenstößen war bis zum 13. Oktober keineswegs gebannt, bürgerkriegsähnliche Zustände schienen möglich. Erst nach einer persönlichen Lageeinschätzung vor Ort von Beauftragten der Regierung unter Leitung von Egon Krenz hatte Erich Honecker als Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrates der DDR am 13. Oktober 1989 den Befehl Nr. 9/89 an die Bezirkseinsatzleitung Leipzig erlassen. Darin wurde die Anwendung der Schusswaffe grundsätzlich verboten und festgelegt, dass der Einsatz polizeilicher Kräfte und Mittel »nur bei Gewaltanwendung der Demonstranten gegenüber eingesetzten Sicherheitskräften bzw. bei Gewaltanwendung gegenüber Objekten« erfolgen darf.

Das hatte die Lage entschärft.


Ein dreifach Hoch an die Lageentschärfer der Partei - und Staatsführung der DDR.
Festhalten sollte man dabei allerdings , dass es auf Seiten der DDR Bürger die mit Muffensausen zur Demo gingen keinerlei Grund gab etwas zu entschärfen. Die waren nicht scharf auf Konfrontation.
Da war man froh sich frei versammeln zu können ohne von Greiftrupps der Stasi kassiert zu werden.
Das es keinerlei umstürzlerische Pläne gab wird man in der Parteispitze dank der ausführlichen Stimmungsberichte Mielkes schon gewusst haben.
Scharf war die ''andere'' Seite , die Spannung ging vom Staat selbst aus.
Kumpel
 

Re: 72 Jahre

Beitragvon augenzeuge » 20. Oktober 2021, 16:22

Kumpel hat geschrieben:Scharf war die ''andere'' Seite , die Spannung ging vom Staat selbst aus.


So ist es. Und sie haben es in der Presse durch ihre "Leute" auch so vermittelt. Wo war da andr.K nur?

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Re: 72 Jahre

Beitragvon Kumpel » 20. Oktober 2021, 16:37

Wäre ja mal interessant zu erfahren was ihm seine Vorgesetzten in dieser Zeit so über die Demonstranten verklickert haben.
Kumpel
 

Re: 72 Jahre

Beitragvon augenzeuge » 20. Oktober 2021, 17:11

Kumpel hat geschrieben:Wäre ja mal interessant zu erfahren was ihm seine Vorgesetzten in dieser Zeit so über die Demonstranten verklickert haben.


Ja, stimmt. Würde mich freuen, wenn er uns Einblick geben würde. [wink]

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Re: 72 Jahre

Beitragvon andr.k » 20. Oktober 2021, 17:15

augenzeuge hat geschrieben:
andr.k hat geschrieben: Im Jahre 2011 hat die BStU bereits über Ulrich Kolbe ausführlich berichtet. Einfach mal lesen. Anschließend kommst du vielleicht auch zu der Erkenntnis, dass der @VZ völlig daneben liegt.

[grins]



Weißt du was ich nicht verstehe, dass du suggerierst, Wissen zu haben, aber dies zurückhältst.

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Weißt Du, was ich nicht verstehe? Warum hier im Forum über "Geschichte" gefaselt wird, die nicht der Wahrheit entspricht und dass in einem Ton, wo man vielleicht denken könnte, dass es den Tatsachen entspricht.
[flash]
Erschreckend kommt noch hinzu, dass es dann in den persönlichen Bereich abgleitet, wenn das einfache Wissen fehlt.

Übrigens, warum machst du dich nicht bei der BStU schlau? Die Richtung hast du ja jetzt schon bekommen. Du möchtest doch sonst immer das schlaue Kerlchen sein.

Wo bleiben verifizierte Angaben über "Ulrich Kolbe" von @VZ? Mit plumpen Behauptungen gewinnt ihr hier garantiert keinen Blumenpott, oder?
[flash]
Man lebt ruhiger, wenn man nicht alles sagt, was man weiß, nicht alles glaubt, was man hört und über den Rest einfach nur lächelt.
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Re: 72 Jahre

Beitragvon Kumpel » 20. Oktober 2021, 17:20

andr.k hat geschrieben:
Wo bleiben verifizierte Angaben über "Ulrich Kolbe" von @VZ? Mit plumpen Behauptungen gewinnt ihr hier garantiert keinen Blumenpott, oder?
[flash]


Mach doch einen neuen Thread auf , in dem kannst du so richtig dein ''Herrschaftswissen'' raus hängen lassen.
Kumpel
 

Re: 72 Jahre

Beitragvon Olaf Sch. » 20. Oktober 2021, 17:31

Da ist anscheinend jemand stinkig, dass er damals auf der falschen Seite stand, oder dass seine Karriere in der VP vorbei war.
Olaf Sch.
 

Re: 72 Jahre

Beitragvon Kumpel » 20. Oktober 2021, 17:35

So schlecht war die Entscheidung damals doch nicht , so konnte er geschmeidig in den Beamtenstatus gleiten um an der Titte der Steuerzahler zu nuckeln, [flash]
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Re: 72 Jahre

Beitragvon augenzeuge » 20. Oktober 2021, 17:53

andr.k hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:
andr.k hat geschrieben: Im Jahre 2011 hat die BStU bereits über Ulrich Kolbe ausführlich berichtet. Einfach mal lesen. Anschließend kommst du vielleicht auch zu der Erkenntnis, dass der @VZ völlig daneben liegt.

[grins]



Weißt du was ich nicht verstehe, dass du suggerierst, Wissen zu haben, aber dies zurückhältst.

AZ


Weißt Du, was ich nicht verstehe?

Nö, ich habe ne Frage gestellt! Antworte oder sei still! [grins]

Übrigens, warum machst du dich nicht bei der BStU schlau? Die Richtung hast du ja jetzt schon bekommen. Du möchtest doch sonst immer das schlaue Kerlchen sein.

Ich mache grundsätzlich nicht das, was du möchtest. Wo und wie ich mich informiere, darfst du getrost mir überlassen. Der letzte Satz trifft doch eher auf dich zu.

Wo bleiben verifizierte Angaben über "Ulrich Kolbe" von @VZ? Mit plumpen Behauptungen gewinnt ihr hier garantiert keinen Blumenpott, oder?
[flash]

Bisher scheinst du nicht in der Lage zu sein, wirklich Wissen verbreiten zu können. Es juckt dir ja in den Fingern, VZ vorzuführen, aber versuche nicht, mich in deine Spielchen einzubinden, das musst du schon selbst tun.

AZ
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Re: 72 Jahre

Beitragvon zoll » 20. Oktober 2021, 18:01

Volker Zottmann hat geschrieben:
Sperrbrecher hat geschrieben:
Beethoven hat geschrieben:Die Mitarbeiter des MfS wurden anders entlohnt als die Angehörigen der NVA.
Sie bekamen mehr als vergleichbare NVA-Angehörige.

Bei der MfS-BV Dresden verdiente eine Raumpflegerin schon
mehr als 10.000 Mark im Jahr. Der Leiter der BV Dresden Horst
Boehm (Generalmajor) erhielt über 50.000 M.

Quelle: "MfS Bezirksverwaltung Dresden - eine erste Analyse"
herausgegeben von dem Bürgerkomitee Bautzner Straße e.V.


Diese Entlohnung war oft noch höher als gerade angegeben!
Der mir bekante Oberstleutnant des MfS Michael G., Jahrgang 1957, bekam bereits 30000.-M im Jahr.
2500.-M als Monatssalair war in diesen "niedrigeren" Dienstgraden geradezu üblich.
Dazu gab es auch damals von BILD zuerst veröffentlichte Namenslisten.
Die OibE bekamen oft monatlich sogar regelmäßig 2 volle Gehälter. Das vom MfS und das weitere von ihrem scheinbaren Arbeitgeber.
Bei OiBE Ulrich Kolbe, alias Werner Weber, war es so. Da zahlte das zweite Monatsgehalt das Theater Schwerin bzw das dortige Kulturhaus.
Also, finanziell konnten diese "Größen" schon die Sau raus lassen.

Gruß Volker

Da bin ich aber erstaunt. Dann gab es im Arbeiter- und Bauernstaat doch schon Kapitalisten. Ich habe bis heute geglaubt, die A. und B. wollten den Kapitalismus abschaffen. Mensch, was bin ich bloß für ein blöder und gutgläubiger Sozialist in der Westzone gewesen
Vorbei. Mein Glaube gilt ab jetzt nur noch dem schnöden Mammon, gem dem Grundsatz: nur Bares ist Wahres. [flash]
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Re: 72 Jahre

Beitragvon Edelknabe » 20. Oktober 2021, 18:10

Akku und Kumpel mit dem hier:

"Da ist anscheinend jemand stinkig, dass er damals auf der falschen Seite stand, oder dass seine Karriere in der VP vorbei war.
Akku

So schlecht war die Entscheidung damals doch nicht , so konnte er geschmeidig in den Beamtenstatus gleiten um an der Titte der Steuerzahler zu nuckeln. Textauzüge ende

Warum gleitet das eigentlich immer ins persönliche ab? Weil einem vielleicht in Ermangelung sonstiger Argumente nichts mehr einfällt?

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Re: 72 Jahre

Beitragvon Volker Zottmann » 20. Oktober 2021, 18:13

Jörg, er kann mich ja nicht vorführen.
K. gehörte mal durch Einheirat zur weiläufigen Familie. Andr.k darf getrost davon ausgehen, dass ich mehr Kenntnisse besitze als ich hier einstelle. Zu diesen Umständen habe ich garantiert mehr Durchblick als er.
Immerhin hatte K. eine (seine 4.) Frau und aus dieser Ehe 2 erwachsene Kinder. Deshalb werde ich mich zu nichts hinreißen lassen. Ich werde keinen irgendwie in eine Spekulation einbinden. Die 3 sind ja noch wohlauf und die schütze ich auch mit Mundhalten.
Er arbeitete zuvor eine gewisse Zeit in Schwerin.
Er führte (von ihm geführt) ab 1984 Spitzeldienste mit über 20 IM, um die Mitwirkenden bei den Musikfestivals im Kloster Michaelstein (Blankenburg) auszuspionieren. In dieser Zeitspanne war Kolbe offiziell Lektor. Entschied, was gedruckt werden darf und was nicht.
Angesetzt auch auf einen meiner fast gleichaltrigen Mitschüler, den sehr ungewöhnlichen Künstler Jens Paul Wollenberg. Heute wohnhaft Leipzig.

Ich bin schon im Bilde... zumindest soweit, wie es uns tangiert.
Schön porträtiert wird Ulrich Kolbe ungewollt durch seinen eigenen Sohn Uwe (frühere Ehe). Der damals beste DDR-Lyriker verließ vor 1989 die DDR und schrieb später ein interessantes Buch: "Die Lüge". (Aber Vorsicht, den Buchtitel gibt es zweimal)
Das Buch ist aber rech schwere Kost, wenn man die Protagonisten nicht persönlich kennt. Ich glaube in dieser Abrechnung erreicht der Sohn aber nur verstehende Familienmitglieder. Für Fremde ist es nur eine Geschichte.
Das sollte reichen. [mundzu]

Gruß Volker
Zuletzt geändert von Volker Zottmann am 20. Oktober 2021, 18:24, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: 72 Jahre

Beitragvon Ari@D187 » 20. Oktober 2021, 18:23

andr.k hat geschrieben:[...]
Die Gefahr von gewaltsamen Zusammenstößen war bis zum 13. Oktober keineswegs gebannt, bürgerkriegsähnliche Zustände schienen möglich. Erst nach einer persönlichen Lageeinschätzung vor Ort von Beauftragten der Regierung unter Leitung von Egon Krenz hatte Erich Honecker als Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrates der DDR am 13. Oktober 1989 den Befehl Nr. 9/89 an die Bezirkseinsatzleitung Leipzig erlassen. Darin wurde die Anwendung der Schusswaffe grundsätzlich verboten und festgelegt, dass der Einsatz polizeilicher Kräfte und Mittel »nur bei Gewaltanwendung der Demonstranten gegenüber eingesetzten Sicherheitskräften bzw. bei Gewaltanwendung gegenüber Objekten« erfolgen darf.
[...]

Es wurde also erkannt, dass die Lage weiter eskalieren könnte und man gab entsprechende Befehle heraus? Wenn das so war, dann sollte man das auch so anerkennen.

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Re: 72 Jahre

Beitragvon pentium » 20. Oktober 2021, 18:28

Ari@D187 hat geschrieben:
andr.k hat geschrieben:[...]
Die Gefahr von gewaltsamen Zusammenstößen war bis zum 13. Oktober keineswegs gebannt, bürgerkriegsähnliche Zustände schienen möglich. Erst nach einer persönlichen Lageeinschätzung vor Ort von Beauftragten der Regierung unter Leitung von Egon Krenz hatte Erich Honecker als Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrates der DDR am 13. Oktober 1989 den Befehl Nr. 9/89 an die Bezirkseinsatzleitung Leipzig erlassen. Darin wurde die Anwendung der Schusswaffe grundsätzlich verboten und festgelegt, dass der Einsatz polizeilicher Kräfte und Mittel »nur bei Gewaltanwendung der Demonstranten gegenüber eingesetzten Sicherheitskräften bzw. bei Gewaltanwendung gegenüber Objekten« erfolgen darf.
[...]

Es wurde also erkannt, dass die Lage weiter eskalieren könnte und man gab entsprechende Befehle heraus? Wenn das so war, dann sollte man das auch so anerkennen.

Ari


So weit richtig, aber eben erst ab dem 13. Oktober...
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
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Re: 72 Jahre

Beitragvon Volker Zottmann » 20. Oktober 2021, 18:28

Edelknabe hat geschrieben:
Warum gleitet das eigentlich immer ins persönliche ab? Weil einem vielleicht in Ermangelung sonstiger Argumente nichts mehr einfällt?

Rainer Maria

Das gleitet bisher immer nur durch @andr.k ab.
Wenn Du es noch nicht geschnallt hast, er hat eigentlich mit seiner Auffassung absolut nichts im heutigen Staatsdienst zu suchen.

Gruß Volker
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Re: 72 Jahre

Beitragvon Kumpel » 20. Oktober 2021, 18:29

Was bitte soll man anerkennen? Das man die Waffen hat stecken lassen , weil man plötzlich zu der Einsicht kam , dass es sich nicht um Rowdys und konterrevolutionäre Elemente handelte , genau der Propaganda der man sich Jahrzehnte lang bediente um jede Opposition zu unterdrücken?
Ich schreibe es dir gerne auch noch mal in dein Muttiheft Ari , die wussten genau wer da warum auf die Straße geht , heute sollte man nicht so tun als wäre die DDR durch die Demonstranten an den Rand eines Bürgerkrieges geraten.
Zuletzt geändert von Kumpel am 20. Oktober 2021, 18:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: 72 Jahre

Beitragvon augenzeuge » 20. Oktober 2021, 18:29

Ari@D187 hat geschrieben:
andr.k hat geschrieben:[...]
Die Gefahr von gewaltsamen Zusammenstößen war bis zum 13. Oktober keineswegs gebannt, bürgerkriegsähnliche Zustände schienen möglich. Erst nach einer persönlichen Lageeinschätzung vor Ort von Beauftragten der Regierung unter Leitung von Egon Krenz hatte Erich Honecker als Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrates der DDR am 13. Oktober 1989 den Befehl Nr. 9/89 an die Bezirkseinsatzleitung Leipzig erlassen. Darin wurde die Anwendung der Schusswaffe grundsätzlich verboten und festgelegt, dass der Einsatz polizeilicher Kräfte und Mittel »nur bei Gewaltanwendung der Demonstranten gegenüber eingesetzten Sicherheitskräften bzw. bei Gewaltanwendung gegenüber Objekten« erfolgen darf.
[...]

Es wurde also erkannt, dass die Lage weiter eskalieren könnte und man gab entsprechende Befehle heraus? Wenn das so war, dann sollte man das auch so anerkennen.

Ari


Lass dich nicht in die Irre führen. Da gibts nix anzuerkennen. Immer, wenn man sich rechtfertigen musste, sprach man von einer Eskalationsfähigkeit.
Übrigens, wenn man einen Grund suchte, konnten das MfS Leute tun. Die mischten sich unters Volk und machten Krawall. Die Geschichte zeigt viele Fälle auf, wo man sich in Diktaturen diesem Hilfsmittel bediente. Die Leute, die dort mitliefen, waren sich der Situation sehr bewusst. Vermutlich besser als die Sicherheitskräfte.
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Re: 72 Jahre

Beitragvon Olaf Sch. » 20. Oktober 2021, 18:48

Die Niederschlagung eines Widerstandes gegen eine Diktatur ist völkerrechtlich eine Abscheulichkeit. Anerkennung das sie es sich noch einmal anders überlegt haben ist nicht von nöten.

Maria, dass ausgerechnet Du was von immer ins persönliche abgleiten heulst, du bist doch der hier im Forum dies am stärksten betreibt.
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Re: 72 Jahre

Beitragvon Ari@D187 » 20. Oktober 2021, 18:50

Kumpel hat geschrieben:Was bitte soll man anerkennen? Das man die Waffen hat stecken lassen , weil man plötzlich zu der Einsicht kam , dass es sich nicht um Rowdys und konterrevolutionäre Elemente handelte , genau der Propaganda der man sich Jahrzehnte lang bediente um jede Opposition zu unterdrücken?
Ich schreibe es dir gerne auch noch mal in dein Muttiheft Ari , die wussten genau wer da warum auf die Straße geht , heute sollte man nicht so tun als wäre die DDR durch die Demonstranten an den Rand eines Bürgerkrieges geraten.

Offenbar stehen im Befehl 09/89 entsprechende Dinge drin und es kam nicht zur Anwendung von Schußwaffen. Wer da wen kannte oder ob ich mich nicht in DDR-Bürger hineinversetzen kann, spielt dabei keine Rolle.

augenzeuge hat geschrieben:Lass dich nicht in die Irre führen. Da gibts nix anzuerkennen. Immer, wenn man sich rechtfertigen musste, sprach man von einer Eskalationsfähigkeit.
[...]

Warum ziehst du dich an solchen Vokabeln hoch? Es gab keine Anwendung der Schußwaffe und einen Monat später war die Mauer auf...auch ohne einen einzigen Schuß.

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Re: 72 Jahre

Beitragvon augenzeuge » 20. Oktober 2021, 18:55

Ari, sie waren am Ende und resignierten. Man erkannte, dass die Schusswaffen sie nur früher an den Galgen bringen werden.

In einem bin ich mir ganz sicher. Aus Liebe zum Volk haben sie es nicht getan. [denken]

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Re: 72 Jahre

Beitragvon steffen52 » 20. Oktober 2021, 19:19

augenzeuge hat geschrieben:Ari, sie waren am Ende und resignierten. Man erkannte, dass die Schusswaffen sie nur früher an den Galgen bringen werden.

In einem bin ich mir ganz sicher. Aus Liebe zum Volk haben sie es nicht getan. [denken]

AZ

Sie haben an Ungarn damals gedacht, da hingen Paar an den Laternen. [blush]
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Re: 72 Jahre

Beitragvon ratata » 20. Oktober 2021, 19:20

Volker Zottmann hat geschrieben:
Edelknabe hat geschrieben:
Warum gleitet das eigentlich immer ins persönliche ab? Weil einem vielleicht in Ermangelung sonstiger Argumente nichts mehr einfällt?

Rainer Maria

Das gleitet bisher immer nur durch @andr.k ab.
Wenn Du es noch nicht geschnallt hast, er hat eigentlich mit seiner Auffassung absolut nichts im heutigen Staatsdienst zu suchen.

Gruß Volker

Volker , ihr beide habt miteinander Probleme . Als Staatsdiener würde ich mich mit solcher Meinung etwas zurück halten . Was ich dabei Verachte , Wie sie sich im Haus des Klassenefeindes wohlfühlen . Immer wieder die Sahne genießen . mfG ratata
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Re: 72 Jahre

Beitragvon Sperrbrecher » 20. Oktober 2021, 19:29

Beethoven hat geschrieben:Durch solche Lügen und Verleumdungen, selbst durch den damaligen Bundespräsidenten, soll die DDR als „Unrechtsstaat“ abgestempelt werden.

Dieses singuläre Ereignis war doch sicher nicht der alleinige Grund, weshalb
man die DDR als Unrechtsstaat deklarierte.

Da gab es tausend andere Gründe, mit denen sich die Herrschenden der DDR
das Prädikat "Unrechtsstaat" hart erarbeitet haben.
In der DDR wussten 90% der Bevölkerung, dass sie verarscht werden.
In der Bundesrepublik haben es 90% der Wähler immer noch nicht gemerkt.
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Re: 72 Jahre

Beitragvon Kumpel » 20. Oktober 2021, 19:43

Übrigens wäre ein Schusswaffeneinsatz gegen Demonstranten ein Verbrechen gewesen.
Sehr wahrscheinlich auch im DDR Recht.
Ich persönlich würde ja lediglich einem Gewohnheitsverbrecher Anerkennung zollen wenn er auf das Verüben eines Verbrechen verzichten würde.
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Re: 72 Jahre

Beitragvon andr.k » 20. Oktober 2021, 20:37

Volker Zottmann hat geschrieben:
Edelknabe hat geschrieben:
Warum gleitet das eigentlich immer ins persönliche ab? Weil einem vielleicht in Ermangelung sonstiger Argumente nichts mehr einfällt?

Rainer Maria

Das gleitet bisher immer nur durch @andr.k ab.
Wenn Du es noch nicht geschnallt hast, er hat eigentlich mit seiner Auffassung absolut nichts im heutigen Staatsdienst zu suchen.

Gruß Volker


@Volker Zottmann: Wenn man dir auf die Finger klopft, weil du Blödsinn schreibst und dir die sachlichen Argumente ausgehen, kommt nur die unterste Schublade bei raus. Aber dafür bist du im Internetz bekannt.

[grins]
Man lebt ruhiger, wenn man nicht alles sagt, was man weiß, nicht alles glaubt, was man hört und über den Rest einfach nur lächelt.
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Re: 72 Jahre

Beitragvon andr.k » 20. Oktober 2021, 20:39

augenzeuge hat geschrieben:
andr.k hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:
andr.k hat geschrieben: Im Jahre 2011 hat die BStU bereits über Ulrich Kolbe ausführlich berichtet. Einfach mal lesen. Anschließend kommst du vielleicht auch zu der Erkenntnis, dass der @VZ völlig daneben liegt.





Weißt du was ich nicht verstehe, dass du suggerierst, Wissen zu haben, aber dies zurückhältst.

AZ


Weißt Du, was ich nicht verstehe?

Nö, ich habe ne Frage gestellt! Antworte oder sei still! [grins]

Übrigens, warum machst du dich nicht bei der BStU schlau? Die Richtung hast du ja jetzt schon bekommen. Du möchtest doch sonst immer das schlaue Kerlchen sein.

Ich mache grundsätzlich nicht das, was du möchtest. Wo und wie ich mich informiere, darfst du getrost mir überlassen. Der letzte Satz trifft doch eher auf dich zu.

Wo bleiben verifizierte Angaben über "Ulrich Kolbe" von @VZ? Mit plumpen Behauptungen gewinnt ihr hier garantiert keinen Blumenpott, oder?
[flash]

Bisher scheinst du nicht in der Lage zu sein, wirklich Wissen verbreiten zu können. Es juckt dir ja in den Fingern, VZ vorzuführen, aber versuche nicht, mich in deine Spielchen einzubinden, das musst du schon selbst tun.

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Wunschdenken? [flash]
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Re: 72 Jahre

Beitragvon andr.k » 20. Oktober 2021, 20:46

Volker Zottmann hat geschrieben:Jörg, er kann mich ja nicht vorführen.
K. gehörte mal durch Einheirat zur weiläufigen Familie. Andr.k darf getrost davon ausgehen, dass ich mehr Kenntnisse besitze als ich hier einstelle. Zu diesen Umständen habe ich garantiert mehr Durchblick als er.
Immerhin hatte K. eine (seine 4.) Frau und aus dieser Ehe 2 erwachsene Kinder. Deshalb werde ich mich zu nichts hinreißen lassen. Ich werde keinen irgendwie in eine Spekulation einbinden. Die 3 sind ja noch wohlauf und die schütze ich auch mit Mundhalten.
Er arbeitete zuvor eine gewisse Zeit in Schwerin.
Er führte (von ihm geführt) ab 1984 Spitzeldienste mit über 20 IM, um die Mitwirkenden bei den Musikfestivals im Kloster Michaelstein (Blankenburg) auszuspionieren. In dieser Zeitspanne war Kolbe offiziell Lektor. Entschied, was gedruckt werden darf und was nicht.
Angesetzt auch auf einen meiner fast gleichaltrigen Mitschüler, den sehr ungewöhnlichen Künstler Jens Paul Wollenberg. Heute wohnhaft Leipzig.

Ich bin schon im Bilde... zumindest soweit, wie es uns tangiert.
Schön porträtiert wird Ulrich Kolbe ungewollt durch seinen eigenen Sohn Uwe (frühere Ehe). Der damals beste DDR-Lyriker verließ vor 1989 die DDR und schrieb später ein interessantes Buch: "Die Lüge". (Aber Vorsicht, den Buchtitel gibt es zweimal)
Das Buch ist aber rech schwere Kost, wenn man die Protagonisten nicht persönlich kennt. Ich glaube in dieser Abrechnung erreicht der Sohn aber nur verstehende Familienmitglieder. Für Fremde ist es nur eine Geschichte.
Das sollte reichen. [mundzu]

Gruß Volker



Ich lese leider nix von einer Klarstellung, dass Hr. Kolbe OibE war, doppeltes Gehalt bezog und wo er nun angestellt war.

Ein OibE war Ulrich Kolbe (1933-2006) nicht. Er war HIM/ HFIM und bat eine Woche nach dem Mauerfall um Entlassung beim MfS (Magdeburg Abt. XX). Sein Aktenbestand wurde über den Zeitraum von 1957 bis 1989 angelegt. 1960 wurde Kolbe als IM von der BV Potsdam angeworben. 1964 Berufsschullehrer im Bezirk Neubrandenburg, zunächst in Strasburg, später in der Stadt Neubrandenburg als Kulturverantwortlicher im WBK.

...

Nach Schwerin kam er im Jahr 1973. 1976 wurde Kolbe FIM (später dann HFIM) und hatte 17 IM, inklusive seiner Frau, unter sich. Sein Führungsoffizier in Schwerin war Wulf.

...


1978 kam er weniger zum Einsatz auf Grund seiner Scheidung.

...

Ab 1983 berichtet er, nach erneuter Scheidung und Neuverheiratung, für die BV Magdeburg.

Sein Sohn Uwe Kolbe hat u. a. über seinen Vater einen kurzen Text mit dem Titel "Die Sache mit V." veröffentlicht. In: Die Stasi in der deutschen Literatur, hrsg. von Franz Hubert.

Quelle: BStU

Nach diesem kleinen Auszug kann der @VZ übernehmen und seine Behauptung über das doppelte Gehalt klarstellen.

[hallo]
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Re: 72 Jahre

Beitragvon augenzeuge » 20. Oktober 2021, 21:07

Er war IM, HIM, HFIM, FIM und hatte 17 IM.
Ein OibE war er nicht. Versteht das hier jeder?

Ich frage mich grad, wenn er 17 IM führte, was da ein OibE anders gemacht hat..... [flash]

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Re: 72 Jahre

Beitragvon Volker Zottmann » 20. Oktober 2021, 21:10

Bruchstückhaft und teils falsch!
Du weist nur, das was Dir die bekannten Akten sagen. Sagen die alles?
In Schwerin leitete er 27 IM , ebenso viele in der ehemaligen Klosteranlage im Harz.
Sein Sohn, der Schriftsteller hat sich mit dem Vater in seinem Buch "Die Lüge" hart auseinander gesetzt. Das kann aber ein simpler Aktensammler/leser nicht erfassen.

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