Hielten DDR-Bürger wirklich mehr zusammen?

Aufarbeitung und Schlußfolgerungen

Re: Hielten DDR-Bürger wirklich mehr zusammen?

Beitragvon Olaf Sch. » 10. Januar 2020, 10:34

du irrst, die DDR gab es doch nur durch Zwang der SU. Hatten wir doch alles schon. Boring.
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Re: Hielten DDR-Bürger wirklich mehr zusammen?

Beitragvon Kumpel » 10. Januar 2020, 10:39

karnak hat geschrieben:................. weil ihr in den Wahn lebt ein Volk eines Staates DDR gab es nicht, es waren alle solche wie ihr...................


DDR Volk hin oder her , das war wohl weniger die Frage. Diese stellte sich bekanntlich erst nach dem 9. November mehr und mehr.
In den unzähligen Bürgerversammlungen die während dieser Zeit DDR weit statt fanden ging es jedenfalls nicht um Bananen oder D-Mark.
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Re: Hielten DDR-Bürger wirklich mehr zusammen?

Beitragvon karnak » 10. Januar 2020, 10:43

Das mag ja sein, ändert aber nichts an der Tatsache, dass sich über die Jahrzehnte etwas wie eine DDR Identität entwickelt hat. Sicher ist die in der Euphorie der Einheit etwas den Bach runtergegangen. Du kannst aber 30 Jahre danach, nachdem diese Euphorie sich etwas gelegt hat, bei sehr vielen Ex DDR Bürgern gewaltig in den Fettnapf treten wenn Du gewisse Thesen , was für eine Qual es doch war in diesem Land zu leben, propagierst. Und da hast Du es bei Weiten nicht nur mit Ex Stasis und Nomenklatura zu tun. Diese Ex DDR und Menschen auf dem ehemaligen DDR Staatsgebiet bestehen durchaus nicht nur aus Volker Zottmännern. [flash]
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Re: Hielten DDR-Bürger wirklich mehr zusammen?

Beitragvon zonenhasser » 10. Januar 2020, 10:44

karnak hat geschrieben:Ich rede überhaupt nichts schön, ich beschreibe lediglich meine damalige Haltung zu den Dingen. Eine Haltung für die ich mich auch heute nicht unbedingt schäme.

Du standest nun mal unter dem Kommando von Mordgesellen. Wenigstens gehst Du nicht heute noch zu deren Treffen und lässt Dich mit ihnen ablichten...
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Re: Hielten DDR-Bürger wirklich mehr zusammen?

Beitragvon Kumpel » 10. Januar 2020, 10:44

Wieso , der Volker Zottmann hat doch ganz passabel gelebt in der DDR , den Umständen entsprechend.
Ich kenne das bissl anders.
Der Mensch ist bekanntlich vergesslich wenn es um Dinge aus der Vergangenheit geht die unangenehm waren, am liebsten wäre vielen ex DDR Bürgern wohl eine Art Melange gewesen
zwischen BRD und DDR.
Nicht zuletzt wegen dieser Abschottung der DDR Bevölkerung und einer gewissen Weltfremdheit waren dann doch viele überrascht was Kapitalismus alles so beinhaltet.
Zuletzt geändert von Kumpel am 10. Januar 2020, 10:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hielten DDR-Bürger wirklich mehr zusammen?

Beitragvon karnak » 10. Januar 2020, 10:47

Wegen mir, in diesem Bewusstsein habe ich nicht gelebt und werde mich wohl mit diesem Irrtum in eine lange Reihe in der Menschheitsgeschichte einreihen. Ich war nun mal nicht so schlau wie andere. [grin]
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Re: Hielten DDR-Bürger wirklich mehr zusammen?

Beitragvon Kumpel » 10. Januar 2020, 10:52

Warst halt indoktriniert. [flash]
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Re: Hielten DDR-Bürger wirklich mehr zusammen?

Beitragvon Interessierter » 10. Januar 2020, 10:53

Zitat karnak:
Ich wollte, dass mein Vaterland die Kurve bekommt und nicht das es untergeht und einen Beitrag dazu leisten.


Zu dem von mir nicht zitierten nur: " Lieber Leierkastenmann, fang noch mal von vorne an " [grins]

Du wolltest, dass diese menschverachtende und Menschenrechte verletzende Diktatur, die du damals schon erkannt hattest, die Kurve kriegt?
Nein mein lieber, du warst strammer Stasi Genosse und hast diese widerwärtigen Diktatoren auch noch freiwillig unterstützt und ihnen gedient und wärest nach eigener Aussage auch gerne auf der Beförderungsleiter noch weiter aufgestiegen.
Und das obwohl dir klar war, dass dieses künstliche Gebilde der SU nie über den Zustand einer SBZ hinauskam. Der schnöde Mammon war es, zusätzlich zu deiner damaligen Gesinnung, der dich zum freiwilligen Diener dieser Diktatur werden ließ. Da hast du genau wie teilweise heute auch, dir alle widerwärtigen Eigenschaften dieser SED - Schergen versucht schönzureden und als Dank haben diese überwiegend senilen und nicht sonderlich gebildeten Typen, während der Wende versucht dem MfS den ganzen Dreck in die Schuhe zu schieben.

Nein mein lieber Kristian, wenn du damals auch lange nicht so viel über das grausame Treiben deiner MfS Kollegen wusstest, dir war das Leiden, die Unfreiheit und Unterdrückung deiner Mitbürger völlig schnuppe. Hauptsache das Geld stimmte.
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Re: Hielten DDR-Bürger wirklich mehr zusammen?

Beitragvon Kumpel » 10. Januar 2020, 11:01

karnak hat geschrieben:Wegen mir, in diesem Bewusstsein habe ich nicht gelebt und werde mich wohl mit diesem Irrtum in eine lange Reihe in der Menschheitsgeschichte einreihen. Ich war nun mal nicht so schlau wie andere.


Och , das würde ich so nicht sagen , du hättest dir einfach einen Job suchen sollen wie Beethoven in dem du auch weiterhin nicht hättest arbeiten müssen. [flash]
Zuletzt geändert von Kumpel am 10. Januar 2020, 11:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hielten DDR-Bürger wirklich mehr zusammen?

Beitragvon Beethoven » 10. Januar 2020, 11:02

karnak hat geschrieben:Um es mal auf meinen Punkt zu bringen, natürlich gab es einen Schießbefehl, einen Befehl, dass man man, wie man , gegen wen man, zu welchen Anlass, Schießen kann, darf und soll. Das gibt es für jede staatliche Institution die eine Schusswaffe trägt. Gebe es den nicht könnte man die Truppe auch mit Knüppeln ausrüsten und dann gebe es einen Knüppelbefehl. Der Haken an der Sache, einigen Protagonisten geht es gar nicht um dese Art Schießbefehl, den wollen sie nicht bewiesen und bestätigt haben, sie wollen in die Geschichtsbücher geschrieben sehen, dass es einen Tötungsbefehl gab. Damit den alten Feind ins rechte Licht rücken, aber das ist eben das Problem, einen Schießbefehl der in Wahrheit ein Tötungsbefehl war, dass sind zwei schon sehr verschiedene Schuhe und einen derartigen Befehl gab es nun mal nicht, völlig egal was der Einzelne im Rahmen einer Vergatterung nun von sich gegeben haben soll.
Und natürlich muss man und kann man sich heute nur dazu bekennen, ein Schießbefehl über den das bekannte Szenario an dieser Grenze durchgesetzt werden sollte und wurde war Unrecht im Sinne elementarer Menschenrechte und konnte auf Dauer nicht gut gehen, war nichts auf was man stolz sein muß und war auch durch nichts zu rechtfertigen, es musste in die Hose gehen. Das ist aber ein anderes Thema und hat nichts mit der unterschwelligen Behauptung zu tun über einen wie immer gearteten Befehl war ein prinzipielles Töten anbefohlen.



Ich gehe mit allem mit, Karnak. Aber es gab keinen "Schießbefehl". Es gab die Schusswaffenanwendungsordnung die eben auch das Schießen beinhaltete.
Und so etwas hat nun mal jeder Staat und es ist eben kein Alleinstellungsmerkmal der GT der DDR.
Das jedoch gerade an der Grenze zwischen der BRD und der DDR vermutlich öfter geschossen wurde, als jeder anderen Grenze der Welt (wobei ich das nicht genau weiß) werde ich nicht leugnen.

AkkuGK1 hat geschrieben:Das zielgerichtete Töten des Grenzverletzers wurde nicht befohlen, jedoch billigend in Kauf genommen und durch Propaganda entmenschlicht.


Na, da gehe ich 100 % mit.
Wenn, egal wer, ob Soldat an der Grenze, Polizist im Dienst oder sonst wer, der dazu berechtigt ist, eine geladene Waffe trägt und diese gegen Menschen anwendet, wird er in den wenigsten Fällen (wobei man natürlich auch den finalen Rettungsschuss in der BRD kennt) sein Gegenüber töten wollen. Das dies dann doch geschieht aus welchen Gründen auch immer, ist bedauerlich. Gerade beim Einsatz von Sturmgewehren, die in der Regel eine gewisse Streuung haben, die nur der geübte Schütze ausgleichen kann, wenn man mit Dauerfeuer schießt als auch mit einer kurzläufigen Handfeuerwaffe auf mittlere Entfernung, ist es nicht so einfach, punktgenau das Feuer zu führen. Jeder Soldat der eine umfassende Ausbildung an Handfeuerwaffen erhalten hat, wird das bestätigen. Hinzu kommt bei den Grenzsoldaten noch, dass das Schießen auf Menschen auch für ihn eine Ausnahesituation ist, die selbst Sportschützen die Hand zittern lässt.
Volker Zottmann hat geschrieben:
AkkuGK1 hat geschrieben:Das zielgerichtete Töten des Grenzverletzers wurde nicht befohlen, jedoch billigend in Kauf genommen und durch Propaganda entmenschlicht. Der Schütze wurde belobigt und egal was für Scheisse die gebaut haben, nie bestraft.

Und wer den Befehl zum Schießen verweigerte, kam nach Schwedt. Einen kenne ich. Ich schriebs schon. (Soldat E.)
Von wegen kein Befehl.
Wer auf vermeintliche Grenzverletzer schoss und dabei eine Kuh erlegte, bekam Sonderurlaub. (So erging es meinem verstorbenen Schulkameraden Wolfgang Kuhring.)
Oder man kam bei der NVA selbst zu Tode, wie mein Kollege Fred Hartmeyer aus Warnstedt, und keiner informiert bis heute über die Todesumstände.

Aber:
Wenn ein Erschießungskommando aufzieht und statt "Feuer" der Befehlende "na los!" oder "abdrücken!" gerufen hätte, wäre der Delinquent auch tot gewesen. Ganz ohne Schießbefehl. (Stimmts Beethoven?)

Gruß Volker


Volker, was Du so erzählst (Soldat F. und so) kann man glauben, muss man aber nicht.
Ich habe natürlich in einschlägigen Foren rum gefragt. Keiner konnte mir bestätigen, dass man nach Schwedt ging, wenn man nicht schoss. Nun werde ich in diesem Forum wahrscheinlich wieder abgewatscht, in was für einer Blase ich sitze und das ich keine Ahnung habe usw. usf. [wink]
Kumpel hat geschrieben:
Beethoven hat geschrieben:Ansonsten finde ich und das ist ja entscheidend, dass meine Signatur sehr wohl zu mir passt. Da kannst Du im Dreieck springen.



Na ja Beethoven , bei deiner Signatur steht wohl mehr der Begriff Vorteil im Vordergrund als Bildung.
Damit machst du in keinem System was falsch.


Tja Kumpel, ich möchte Dir ja nicht zu nahe treten, so wie Du es ja pausenlos bei mir machst. Jedoch habe ich 3 x studiert (ein Hochschulabschluss und zwei Diplome) und ich denke, dass man die als "Dummling" ohne Bildung nicht erreicht. Wie viele Diplomabschlüsse hast Du?
Das musste ich hier mal raus lassen, weil mir ein Mensch, der mich gar nicht kennt, Bildung abspricht.
HPA hat geschrieben:
Kumpel hat geschrieben:Diverse Urteile bestätigen diese systematischen Rechtsbeugungen , aber das weißt du selbst.
Die Hoffnung stirbt zuletzt , gelle Nosti.


Korrekt! Und die stellten nicht nur einmal fest, dass da nicht nur gegen höherrangiges (Völker)Recht sondern auch gegen diverse DDR Gesetze verstoßen und sogar die Verfassung gebrochen wurde!


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Re: Hielten DDR-Bürger wirklich mehr zusammen?

Beitragvon Kumpel » 10. Januar 2020, 11:06

Beethoven hat geschrieben:Das musste ich hier mal raus lassen, weil mir ein Mensch, der mich gar nicht kennt, Bildung abspricht.


Tja Beethoven , wenn du tatsächlich allseits so gebildet wärst und nicht Ausbildung mit umfassender Bildung verwechseln würdest hättest du dir deinen Post erspart.
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Re: Hielten DDR-Bürger wirklich mehr zusammen?

Beitragvon karnak » 10. Januar 2020, 11:07

Ich kannte nicht einen" Mitbürger" in meinem gesamten Umfeld außerhalb der Stasi bei dem ich ein "Leiden " unter dem menschenverachtenden System festgestellt oder das der mir das offenbart hätte. [flash] Und ich hatte gemeinsam mit meinen " Mitbürgern " außerhalb der Stasi mit den gleichen Misslichkeiten zu kämpfen. Dass hat uns nicht soweit von einander entfernt wie man heute meint die damalige Zeit beschreiben zu müssen.
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Re: Hielten DDR-Bürger wirklich mehr zusammen?

Beitragvon Kumpel » 10. Januar 2020, 11:09

Wie wir heute arbeiten , werden die Berliner / Potsdamer morgen leben. [grin]
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Re: Hielten DDR-Bürger wirklich mehr zusammen?

Beitragvon zonenhasser » 10. Januar 2020, 11:10

Beethoven hat geschrieben: Gerade beim Einsatz von Sturmgewehren, die in der Regel eine gewisse Streuung haben, die nur der geübte Schütze ausgleichen kann, wenn man mit Dauerfeuer schießt
Auch bei Schnee, Regen, Dunkelheit, Sturm und auf größere Entfernung? Ich habe als Soldat selber mit Kalaschnikow geschossen und weiß daher, dass dies schier unmöglich war.
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Re: Hielten DDR-Bürger wirklich mehr zusammen?

Beitragvon karnak » 10. Januar 2020, 11:11

Kumpel hat geschrieben:
Och , das würde ich so nicht sagen , du hättest dir einfach einen Job suchen sollen wie Beethoven in dem du auch weiterhin nicht hättest arbeiten müssen. [flash]

Du hast eben keine Vorstellung wie man auf dem Posten den ich bei der Stasi hatte arbeiten musste [grin] , die Sinnhaftigkeit der Arbeit aus heutiger Sicht wäre ein anderes Thema.
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Re: Hielten DDR-Bürger wirklich mehr zusammen?

Beitragvon Kumpel » 10. Januar 2020, 11:13

Doch kann ich mir halbwegs vorstellen , der Klassenfeind hat euch keine Ruhe gelassen.
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Re: Hielten DDR-Bürger wirklich mehr zusammen?

Beitragvon Olaf Sch. » 10. Januar 2020, 11:19

Entmenschlichung des Gegners: dadurch fällt es dem Soldaten leichter auf sein menschliches Ziel zu schießen. Die haben ja auch selber Schuld - was haben die im Grenzgebiet zu suchen - weiß doch jeder DDRler, dass man da erschossen werden kann oder durch Minen zerfetzt...

Schießbefehl: allein durch den psychologischen Druck durch das Grenzregime gab es einen unausgesprochenen Schießbefehl

Nochmals: DU WARST NIE AM KANTEN! ALSO EINFACH MAL NICHTS DAZU SCHREIBEN!
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Re: Hielten DDR-Bürger wirklich mehr zusammen?

Beitragvon Kumpel » 10. Januar 2020, 11:23

AkkuGK1 hat geschrieben:Schießbefehl: allein durch den psychologischen Druck durch das Grenzregime gab es einen unausgesprochenen Schießbefehl



Das ist wohl der entscheidende Punkt und wahrscheinlich gewollt.
Allein die Tatsache , dass man junge Menschen mit kaum Lebenserfahrung an diese Grenze stellte bestätigt das.
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Re: Hielten DDR-Bürger wirklich mehr zusammen?

Beitragvon Nostalgiker » 10. Januar 2020, 11:25

Kumpel, bist du dir sicher das du genau weißt was Bildung bedeutet? Von umfassender Bildung oder Allgemeinbildung will ich überhaupt nicht anfangen.
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin

Freiheit ist nur ein anderes Wort dafür, dass man nichts zu verlieren hat. Janis Joplin

Psychologen haben herausgefunden, dass Menschen, die immer bei anderen auf die Rechtschreibfehler hinweisen, eine Persönlichkeitsstörung haben und unzufrieden mit ihrem Leben sind. Netzfund
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Re: Hielten DDR-Bürger wirklich mehr zusammen?

Beitragvon karnak » 10. Januar 2020, 11:30

Kumpel hat geschrieben:Doch kann ich mir halbwegs vorstellen , der Klassenfeind hat euch keine Ruhe gelassen.

[grin] So ungefähr, und die eigenen Knallkörper irgendwo da oben mit ihren Forderungen ohne zu wissen oder sich auch nur dafür zu interessieren ob und unter welchen Umständen das überhaupt zu realisieren ist. Aber Solches habe ich natürlich auch die 30 Jahre danach des öfteren erlebt, nur halt unter anderen Vorzeichen und mit anderem Arbeitsgegenstand. [hallo]
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Re: Hielten DDR-Bürger wirklich mehr zusammen?

Beitragvon Beethoven » 10. Januar 2020, 11:48

AkkuGK1 hat geschrieben:Entmenschlichung des Gegners: dadurch fällt es dem Soldaten leichter auf sein menschliches Ziel zu schießen. Die haben ja auch selber Schuld - was haben die im Grenzgebiet zu suchen - weiß doch jeder DDRler, dass man da erschossen werden kann oder durch Minen zerfetzt...

Schießbefehl: allein durch den psychologischen Druck durch das Grenzregime gab es einen unausgesprochenen Schießbefehl

Nochmals: DU WARST NIE AM KANTEN! ALSO EINFACH MAL NICHTS DAZU SCHREIBEN!



Geiler Spruch. Wenn sich alle daran halten würden, nur über das zu schreiben, was sie selber erlebt haben, wäre in diesem Forum nicht halb so viel los und der sich "Interessierter" Nennende wäre gar nicht hier, weil er nichts von dem, über das er schreibt, erlebt hat. Da würde ja Herr Zottmann Alleinunterhalter sein, weil der hat ja alles erlebt. [wink]

Ich muss Dir mal was verraten Akku. Ob nun am Kanten oder nicht. Sehr viele Dinge sind bei bewaffneten Institutionen eben gleich und selbst von der Grenze habe ich Kenntnisse. Sicher, nicht gerade von einem bestimmten Abschnitt. Aber auch der Aufbau und die Sicherung, die Handlungen von Alarmgruppen, das Meldesystem usw. usf., sind mir nicht gänzlich unbekannt. Da kann sich auch Nov65 auf den Kopf stellen. All so etwas wurde auch uns gelehrt. Aufklärer / Fallschirmjäger und KS waren nun mal die am besten ausgebildeten Soldaten, die sich auf das Gefecht zu Lande in der NVA finden ließen und hatten ein umfassende Ausbildung dazu.
So war ich mit meiner Kompanie mehrere Wochen lang im GAR-39 um dort ausgebildet zu werden. Untergebracht waren wir zu dieser Zeit im WR-2, was ja nur wenige km von Erkner oder Berlin - Wilhelmshagen entfernt ist. Ist aber, wie bei uns allen, schon über 35 Jahre her. Per PN könnte ich Dir den Grund dafür benennen. Hier werde ich das nicht schreiben.

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Re: Hielten DDR-Bürger wirklich mehr zusammen?

Beitragvon SCORN » 10. Januar 2020, 12:09

Ich kann Beethoven wiederum nur zustimmen, ergänze aber das Kampfschwimmer nicht nur zu Lande aktiv werden konnten.
Und es gibt Sachen die schreibt man auch nach 30 Jahren nicht im Internet schon gar nicht hier wo es weniger um militärisches Fachwissen geht sondern darumdie "Sau" DDR vollkommen zu zerlegen und zu dämonisieren. Das hat nichts mit Geheimniskrämerei zu tun. Ich bot schon vor Jahren an bei bestehenden Fragen diese per PN oder Email nach besten Wissen zu beantworten. Gefragt hat mich nie einer. Dafür gab es jede Menge dümmliche Provokationen und primitive Beleidigungen, meist von immer den selben wenigen Usern. Ist wohl normal im Forum Deutsche Einheit. Rechne also nicht damit sachliche Fragen zu bekomme sondern geh davon aus das du weiter angegangen wirst.
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Re: Hielten DDR-Bürger wirklich mehr zusammen?

Beitragvon Volker Zottmann » 10. Januar 2020, 12:13

Beethoven hat geschrieben:Volker, was Du so erzählst (Soldat F. und so) kann man glauben, muss man aber nicht.
Ich habe natürlich in einschlägigen Foren rum gefragt. Keiner konnte mir bestätigen, dass man nach Schwedt ging, wenn man nicht schoss. Nun werde ich in diesem Forum wahrscheinlich wieder abgewatscht, in was für einer Blase ich sitze und das ich keine Ahnung habe usw. usf. [wink]


Das Thema ist hier schon abgehandelt.
Der Mann hat den Befehl verweigert, als sein Postenführer Feuer verlangte. "Ich schieße auf keine Menschen!"
Er hat 2 Jahre 6 Monate Knast bekommen. Zu Anfang evtl woanders gesessen, jedenfalls in Schwedt den Hauptteil abgesessen. Einen Monat eher kam er frei. Dafür hatte er 3 Jahre Bewährung und Meldeauflage wöchentlich bei der Polizei. Das war also eine weitere einschneidende Schikane. Seine Zwillinge wurden geboren, als er einfuhr. Die sah er erstmals , als sie zweieinhalb waren.
Beethoven dem erzähle mal, dass das nicht so gewesen ist...

Gruß Volker
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Re: Hielten DDR-Bürger wirklich mehr zusammen?

Beitragvon HPA » 10. Januar 2020, 12:16

Jedoch habe ich 3 x studiert (ein Hochschulabschluss und zwei Diplome)


Nun hau mal nicht so auf den Putz.

Hatten wir schon mal, aber gern nochmal: https://www.schule.sachsen.de/download/ ... luesse.pdf

Ansonsten empfehle ich Dir, die Verfassung der DDR nochmals eingehend zu studieren, insbesondere, was das Recht auf Leben und Freizügigkeit betrifft.

ferner noch aus dem EGMR Urteil:
„Die Anwendung des Schießbefehls an der innerdeutschen Grenze, stellt daher einen Verstoß gegen den völkerrechtlichen Schutz des Lebens dar …, das zur Tatzeit von der DDR international anerkannt war (Art. 6 Pakt) …
Das Grenzregime und der ‚Schießbefehl‘ könnten ebenfalls eine Verletzung des Rechts auf Freizügigkeit darstellen. Der von der DDR ratifizierte IPbpR garantiert in Art. 12 Abs. 2 das Recht auf Freizügigkeit, wie auch Art. 2 Abs. 2 des 4. ZP-EMRK. Der Gerichtshof war auch hier der Ansicht, daß die Ausnahmeklauseln, auf die sich die Beschwerdeführer beriefen, nicht einschlägig sind. Er argumentiert, daß das Hindern fast der gesamten Bevölkerung am Verlassen ihres Staates keineswegs notwendig war, um die Sicherheit des Staates oder andere Interessen zu schützen …
Schließlich war die Art und Weise, in der die DDR das Ausreiseverbot gegenüber ihren Staatsangehörigen durchsetzte und Verletzungen dieses Verbots bestrafte, unvereinbar mit einem anderen im Pakt garantierten Recht, nämlich dem in Art. 6 garantierten Recht auf Leben, sofern in dieses eingegriffen wurde … So stellt der Gerichtshof fest, dass das Grenzsystem, insbesondere der Schießbefehl, ebenfalls einen Verstoß gegen das im Pakt verankerte Menschenrecht auf Freizügigkeit darstellte.“


HPA
 

Re: Hielten DDR-Bürger wirklich mehr zusammen?

Beitragvon zoll » 10. Januar 2020, 12:28

SCORN hat geschrieben:
zoll hat geschrieben:Aus meiner Sicht ist der Vergleich zulässig, auch wenn es einigen Leuten nicht gefällt miteinander verglichen zu werden. Eines ist immer gegenwärtig: Die Schuld liegt immer bei den Anderen. Das können wir ja heute im gegenwärtigen Weltgeschehen verfolgen.
zoll


@Zoll, vergleichen kann man alles, da spricht überhaupt nichts dagegen, es ist sogar angebracht! Aber zwischen Vergleich und Gleichsetzung besteht ein wesentlicher Unterschied! Der Unterschied der DDR zum Dritten Reich ist klar, deutlich, unstrittig und gewaltig in der Dimension! Während die DDR als Unrecht im wesentlichen Papierberge produzierte, hat das dritte Reich Leichenberge gewaltigen Ausmaßes hervorgebracht! Eine Gleichsetzung der beiden Abschnitte in der deutschen Geschichte ist eine Verharmlosung und Relativierung der NAZI-Greul in nicht hinnehmbaren Umfang, es ist schlicht Geschichtsverfälschung, ohne das DDR-Unrecht leugnen zu wollen, aber die Verhältnisse sollten beachtet werden!

Ungeachtet dessen das wir mit Sicherheit unterschiedlicher Meinung sind muss ich anerkennen das du deine Meinung sachlich und ohne Beleidung, rüber bringst. Das ist hier nicht die Regel! Mein Respekt dafür! So kann man auch konträre Meinugen diskutieren ohne zu einem Konsens zu kommen!

SCORN

Um mal auf den Punkt zu kommen. Aus der Innenansicht in den besiegten Westzonen und der Bundesrepublik. Ich hörte während meiner Lehrzeit immer wieder, dass die älteren Kollegen über die Nachkriegszeit und die ersten Jahre der jungen Bundesrepublik erzählen. Meist solche Sachen, dass die Menschen, in ihrer Situation des Mangels und nach der Währungsreform auch über das wenige Geld viel mehr gemeinsames hatten. Kurz und knapp, die Menschen hielten innerhalb ihres Freundes- Bekannten - und Kollegenkreises tatsächlich mehr zusammen.
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Ich habe ausführlich darüber geschrieben, warum ich Nazi- und Ostdeutschland vergleichbar halte. Es ging mir um den Geist der damals herrschte und nicht um die Gräuel, die unbestreitbar durch die Naziherrschaft verübt wurden. Das Deutsche Reich hat den Eroberungsfeldzug begonnen und trägt demzufolge auch die Schuld an den Toten.
Der Geist in beiden Deutschland, mittels einer Theorie von der Allmacht einer Partei die Menschen zu beglücken und sie zu willfährigen Gefolksleuten zu machen, ist fatal in die Hose gegangen.
Jedes Menschenleben, egal in wessen Namen es vernichtet wurde, ist ein Menschenleben zuviel. Da kann sich keiner freisprechen. Auch nicht, dass in der DDR keine Menschen vergast wurden.
Die Verbrechen im Namen des Kommunismus unter Stalin und Gefolge lasse ich außen vor, weil ich deutsche Ideologien verglichen habe.
zoll
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Re: Hielten DDR-Bürger wirklich mehr zusammen?

Beitragvon Interessierter » 10. Januar 2020, 13:13

Zitat Beethoven:
Ich gehe mit allem mit, Karnak. Aber es gab keinen "Schießbefehl". Es gab die Schusswaffenanwendungsordnung die eben auch das Schießen beinhaltete.
Und so etwas hat nun mal jeder Staat und es ist eben kein Alleinstellungsmerkmal der GT der DDR.


Wer wie nicht nur du und karnak hier nach 30 Jahren rumeiert, um den Begriff Schießbefehl schönzureden von Vergatterung über Schusswaffenanwendungsordnung usw., bei dem scheinen sogar alle Röhren auf der Sonnenbank erloschen zu sein.

Wenn ich das richtig verstehe hat karnak den Schießbefehl nicht bestritten, sondern meinte lediglich, dass es kein Tötungsbefehl war. Was fast genau so peinlich ist, als diesen grundsätzlich zu bestreiten. Nach 30 Jahren zu bestreiten, was längst mehrfach belegt ist, entbehrt jedoch nicht eines gewaltigen Maßes als Peinlichkeit.
Die Angehörigen von Opfern dieses verbrecherischen Regimes werden das sicher nicht nur als peinlich ansehen.

Auffallend ist nur, dass sich größtenteils ehemalige freiwillige Angehörige der bewaffneten Organe oder ein angeblicher Esser in Kantinen von Ministerien derartig betätigen.

Wenn, egal wer, ob Soldat an der Grenze, Polizist im Dienst oder sonst wer, der dazu berechtigt ist, eine geladene Waffe trägt und diese gegen Menschen anwendet, wird er in den wenigsten Fällen (wobei man natürlich auch den finalen Rettungsschuss in der BRD kennt) sein Gegenüber töten wollen.


Mit welcher unverschämten Dreistigkeit erlaubst du dir eigentlich den Schießbefehl an der Grenze, überwiegend auf unbewaffnete Männer, Frauen und Kinder zu schießen ( das oftmals auch noch hinterrücks ), die nur aus dieser SED - Diktatur rauswollten, mit Polizisten im Dienst und finalem Rettungsschuss zu vergleichen?

Pfui Deibel
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Re: Hielten DDR-Bürger wirklich mehr zusammen?

Beitragvon Kumpel » 10. Januar 2020, 13:37

Interessierter hat geschrieben:Mit welcher unverschämten Dreistigkeit erlaubst du dir eigentlich den Schießbefehl an der Grenze, überwiegend auf unbewaffnete Männer, Frauen und Kinder zu schießen ( das oftmals auch noch hinterrücks ), die nur aus dieser SED - Diktatur rauswollten, mit Polizisten im Dienst und finalem Rettungsschuss zu vergleichen?


Das hat schon was ,eine Situation in der vielleicht einem auf einer Leiter Stehenden in den Rücken geschossen wird , gleichzusetzen mit einer extremen Notsituation anderer die um Leib und Leben fürchten.
Goethe und Beethoven würden sich in Anbetracht dieses Geisteszustand wohl verbeten haben als Hinweis besonderer Bildung zu dienen. Wehren können sie sich dagegen nicht.
Kumpel
 

Re: Hielten DDR-Bürger wirklich mehr zusammen?

Beitragvon zonenhasser » 10. Januar 2020, 13:39

Interessierter hat geschrieben:Wenn ich das richtig verstehe hat karnak den Schießbefehl nicht bestritten, sondern meinte lediglich, dass es kein Tötungsbefehl war.
Von Rechts wegen hätten sich dann Grenzer, die einen Flüchtling erschossen hatten, zumindest wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten müssen. Stattdessen wurden sie belobigt und hätten Strafe zu erwarten gehabt, wenn sie daneben geschossen hätten.
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Re: Hielten DDR-Bürger wirklich mehr zusammen?

Beitragvon HPA » 10. Januar 2020, 13:43

Vor allem, da der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit der Mittel auch im DDR Recht verankert war.

Da käme nicht nur fahrlässige Tötung in Betracht. (Das "zumindest" habe ich zur Kenntnis genommen, ZH [wink] )

Nicht umsonst wurden die Verantwortlichen (Krenz, Kessler, Streletz) wegen Totschlags rechtskräftig verurteilt!

Das diese immer noch (soweit noch am Leben) wegen vermeintlicher "Siegerjustiz" herumflennen, geschenkt!
HPA
 

Re: Hielten DDR-Bürger wirklich mehr zusammen?

Beitragvon karnak » 10. Januar 2020, 14:56

Mir ist es jedenfalls völlig schleierhaft warum man ständig versucht herauszuarbeiten irgendjemand hier rechtfertigt heute das Schießen an dieser Grenze. Ich kann nicht erlesen, dass das jemand tut. Man widerspricht lediglich der Auffassung es wurde explizit der Auftrag zum Töten erteilt. Und es macht nun mal einen erheblichen Unterschied ob man den Tod billigend in Kauf genommen hat oder ob man einen Befehl dazu gegeben hat, nur darum geht es. Die Unhaltbarkeit des Grenzregimes, das Hindern des Einzelnen das Land zu verlassen wird dabei hier von auch niemanden in Abrede gestellt, zumindest kann ich auch das nicht erlesen.
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