Wäre er wie sein Vater und seine Mutter, dann säße er wahrscheinlich jetzt nicht hier. Arbeitslos, in einer kleinen Wohnung am Stadtrand, irgendwo in Brandenburg. Dann hätte er sich vielleicht auch einfach gesagt: „Schwamm drüber“, und weitergemacht. Er hätte einen guten Job, Geld und vielleicht auch ein Einfamilienhaus. Doch so einer ist Thorsten Richter* eben nicht. Bald sind 30 Jahre vergangen, seit die DDR unterging, doch dieser Staat, in dem er seine Jugend verbrachte, lässt ihn immer noch nicht los. Thorsten Richter sagt, er könnte manchmal den Kopf in die Hände legen und heulen. Immer wieder stellt er sich Fragen, die sich heute auch viele andere Kinder von Stasi- Mitarbeitern stellen: Was haben meine Eltern angerichtet? Wurde ich von ihnen manipuliert? Es gibt Fotos, die ihn als lachenden, fröhlichen Jungen zeigen, aber er sagt, dass er sich an eine schöne Situation in seiner Kindheit eigentlich nicht erinnern kann. Kalt seien seine Eltern gewesen. Distanziert. Immer auf Höchstleistungen erpicht.
Wie alle Kinder von Stasi-Leuten wächst Thorsten Richter in privilegierten Verhältnissen auf. Die Richters verdienen überdurchschnittlich gut, leben in einer komfortablen Wohnung, haben Telefon, Auto, Wochenendhaus. „Nach außen hin musste immer alles mustergültig aussehen“, sagt er. Die Richters sind „Genossen erster Kategorie“, Vater und Mutter arbeiten genau wie sein Großvater in der „Firma“, so nannte man intern das Ministerium für Staatssicherheit (MfS).
Mitarbeiter dieser Organisation zu werden, die die DDR gegen innere und äußere Feinde schützen sollte, bedeutete, Teil einer Elite zu sein. Bei den Demonstrationen zum 1. Mai marschiert Thorsten Richter durch seine Heimatstadt. Die anderen winken ins Nirgendwo, aber er hat immer die Tribüne im Blick, auf der sein Opa steht. Der hat noch mit Ernst Thälmann, dem Parteivorsitzenden der KPD von 1925 - 1933, gekämpft und erzählt mit leuchtenden Augen vom Paradies. Im Jahr 2000, verspricht der Opa, werde das Geld abgeschafft. Jeder bekomme das zum Leben, was er braucht. „Wir haben in einer Blase innerhalb der DDR gelebt“, sagt Thorsten Richter heute. Bis zum Jahr 1989 habe er keine Sekunde lang Westfernsehen geschaut.
Der Vater ist bei den „Rückwärtigen Diensten“, hat mit Immobilien und Logistik zu tun. Die Mutter arbeitet in der Abteilung für „Kader“ und kümmert sich um das Personal. Was genau seine Familie bei der Stasi wirklich macht, erfährt er nie. Die Eltern sprechen kaum darüber, denn sie sind ständiger Überwachung und Kontrolle durch den Arbeitgeber ausgesetzt.
Der längere Bericht geht hier weiter:
https://www.fluter.de/wenn-beide-eltern ... ktiv-waren
Klar ist natürlich auch, dass Kinder von hier schreibenden ehemaligen Stasi - Mitarbeitern oder IMs anderer bewaffneten Organe, niemals die Tätigkeit ihres Vaters oder Eltern hinterfragt haben, was ich auch nicht anders erwartet habe.
![Mannoman [flash]](./images/smilies/flash.gif)
Damit ich nicht missverstanden werde; mir ist schon bewußt, dass es nicht einfach ist seinen Kindern zu gestehen, dass man so einer verbrecherischen, menschenverachtenden Diktatur und seinem Geheimdienst gedient oder für ihn andere Bürger denunziert zu haben.








Klar ist, dass Du Dir das vielleicht so vorstellst, wahrscheinlich eher Diskussionen dazu provozieren willst bei denen nichts rauskommt weil man meint sowieso schon zu wissen wie das in solchen Familien zuging und zwar von solchen Schwätzern wie dem der nach 30 Jahren immer noch das Gesicht in seine Hände vergräbt ob der Vorstellung was seine Eltern so "angerichtet " haben könnten. Der Vater bei rückwärtigen Diensten und die Mutter bei Kader und Schulung, also Leute die mit dem " Feind " nicht das geringste zu tun hatten, dass ist doch nun wirklich lächerlich.
b
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