
Fahneneid der Angehörigen des MfS
Foto: imago/Jürgen Ritter
Rund 84 Kilogramm Gold, Brillanten, Silbermünzen, 1,6 Millionen D-Mark, 2,2 Millionen DDR-Mark, Teppiche, Schmuck - ein Teil davon zufällig entdeckt in einer konspirativen Wohnung in Ost-Berlin. Stasi-Minister Erich Mielke soll es die Sprache verschlagen haben, als er den geheimen Bericht im Februar 1981 über die Funde auf den Tisch bekam.
Autor Klaus Behling bekam Tipp zu diesem abenteuerlichen Fall
„Das war das größte Wirtschaftsverbrechen in der DDR - begangen von einem Stasi-Offizier und seiner Geliebten“, sagt Autor Klaus Behling. Zusammen mit Jan Eik hat er jetzt ein Buch mit dem Titel „Attentat auf Honecker und andere besondere Vorkommnisse“ herausgebracht. Die Geschichte des gierigen Stasi-Mannes ist eine von acht.
Stefan Wolle vom Berliner DDR-Museum: Das sei doch unglaublich bei der sonst so peniblen Stasi
Er beschreibt, wie der Stasi-Mann in großem Stil über Jahre in die eigene Tasche wirtschaftete, ohne dass es auffiel. „Es gibt immer noch Sachen, die erstaunen“, sagt Behling, der schon andere Bücher über die DDR geschrieben hat. Auch Historiker Stefan Wolle vom Berliner DDR-Museum wundert sich: Das sei doch unglaublich bei der sonst so peniblen Stasi, bei der jeder Blumenstrauß (für Stasi-IM) abgerechnet worden sei.
Der Oberstleutnant im Ministerium für Staatssicherheit (MfS), der auch Finanzökonom war, habe mit Wissen der Stasi die Scheinfirma „Industrievertretung“ hochgezogen, Embargo-Güter importiert und davon kräftig profitiert, sagt der Autor. „Der hat sich daran erfreut, Geld und das Gefühl zu haben, das er machen kann, was er will“, so das Fazit von Behling nach der Durchsicht von Verhörprotokollen. Er zitiert in dem Buch aus dem Lebenslauf des selbstverliebten Funktionärs: „Ich habe Agenten liquidiert und Feinde enttarnt.“
Die internen Stasi-Ermittler mussten in ihrem Bericht kleinlaut eingestehen, dass die Manipulationen schon Ende 1961/Anfang 62 begonnen hatten - mit der Aktion „Licht“. Bei der Suche nach harten Devisen sei die damalige DDR-Führung unter Walter Ulbricht auf die Idee verfallen, mehr als 21 000 Bankschließfächer zu kontrollieren, die seit Kriegsende nicht mehr geöffnet worden waren.
Korruption bei der Stasi: Von West-Firmen Provisionen bezogen
In der Folge wurde „herrenloses Gut“ in den Westen verscherbelt, darunter Antiquitäten, Gemälde, Edelsteine, wie es im Buch heißt. An der Aktion sei auch der umtriebige Stasi-Mann beteiligt gewesen. Von den Erlösen habe er unkontrollierte „Rücklagen“ gebunkert und zudem von West-Firmen Provisionen bezogen. Eine treue Stasi-Mitarbeiterin assistierte dem Geschäftemacher.
Der „Sonderoffizier“ mit Westkontakten beschaffte schon mal Geldtransporter für die DDR-Staatsbank oder Kopiermaschinen. Anfangs habe er Gewinne in bar im Finanzministerium abgeliefert, dann einfach nicht mehr. Das abgezweigte Geld habe er in wertbeständiges Gold umgetauscht, hat Behling rekonstruiert.
Stasi-Offizier: Alleinherrscher über eine unkontrollierte, streng geheime Firma
Alles sei wie geschmiert gelaufen - auch weil der selbst ernannte Chef der Tarnfirma „die eine oder andere Besorgung von ein paar Westwaren für ausgesuchte Genossen“ im Blick hatte. Er habe auch begehrte Wohnungen und Autos organisiert und dafür kassiert. „Kriminelle Energie war für ihn Bestandteil seiner Macht. Und die Stasi hatte ihm freie Hand gelassen“, schreibt Behling. Der Mann sei immer mehr zum Alleinherrscher über eine unkontrollierte, streng geheime Firma geworden, die im Handelsregister nicht existierte.
Als die Stasi-Abteilung Kommerzielle Koordinierung von Alexander Schalck-Golodkowski im Ost-West-Geschäft immer wichtiger wurde, sollte die andere Firma aufgelöst und ihr Vermögen an den Staatshaushalt abgeführt werden. Doch wieviel war es?
Es sei ein peinlicher Offenbarungseid für das MfS gewesen, als es erkennt, dass über Jahre Millionenbeträge aus seiner Verfügung verschwanden, schreibt Behling. Doch letztlich sei das konfiszierte Diebesgut zu einem warmen Regen für das Stasi-Ministerium geworden. Der reuelose Stasi-Mann wurde in einem geheimen Prozess zu 15 Jahren verurteilt und starb 1983 im Gefängnis an einer schweren Krankheit.
https://www.mz-web.de/kultur/gieriger-g ... -27859060#
Im Fahneneid der Stasi von sauberen Händen zu sprechen, ist nun wirklich ein Witz; aber als Verfasser ist Felix D. nun wirklich noch ungeeigneter.
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Ich kann mich nun mal an die ganzen "täglich neuen Veröffentlichungen" , also dann landesweit in Größenordnungen, zum Thema irgendwas unter den Nagel gerissen durch SED und Stasi Kader einfach nicht erinnern, zumindest nicht im Bereich der seriösen Berichterstattung und im Rahmen einer Form, dass man heute davon reden könnte "die Grenzen zwischen organisierter Kriminalität und SED sowie Stasi Kader waren fliesend"