Er ist wieder da:
Die rechtskonservative Alternative für Deutschland (AfD) bekommt Konkurrenz durch eine neue Partei um ihren früheren Chef Bernd Lucke. Dieser wurde am Sonntag bei einem Treffen in Kassel zum Vorsitzenden der neuen Partei gewählt. Sie soll Allianz für Fortschritt und Aufbruch (ALFA) heißen.
Lucke rief unter dem Applaus der rund 70 Gründungsmitglieder zum Ende der Versammlung in einem Kasseler Hotel zu konstruktiver und sachlicher Arbeit auf.
Die Mitglieder gehören zu dem von Lucke gegründeten Verein "Weckruf 2015". Lucke sprach von insgesamt bis zu 5000 Interessenten für die neue Partei. "Es liegt viel Arbeit vor uns, dessen sind wir uns bewusst", sagte er vor den Teilnehmern. Das Gründungstreffen war nicht öffentlich.
Lucke war am 10. Juli aus der AfD ausgetreten. Zuvor hatten sich bei einem außerordentlichen Bundesparteitag die nationalkonservativen Kräfte in der AfD klar durchgesetzt. Zur ersten Vorsitzenden wurde die frühere Co-Vorsitzende Frauke Petry aus Sachsen gewählt. Vorangegangen war ein monatelanger Machtkampf zwischen Petry und Lucke, der eher für liberal-konservative Ansichten steht.
Lucke hatte der "Bild"-Zeitung am Samstag gesagt, Deutschland brauche eine neue eurokritische Partei, "die mit Griechenland endlich mal klaren Tisch macht".
AfD-Vize Alexander Gauland räumte der Neugründung "keine großen Chancen" ein. "Sie verfügt über kein Alleinstellungsmerkmal, denn in dem politischen Spektrum, wo diese Menschen sich verorten, tummeln sich schon viel zu viele Parteien", reagierte Gauland in einer Erklärung auf den Beschluss. Es sei "höchst unwahrscheinlich, dass Menschen Bernd Lucke folgen werden, der gerade fast eine Partei ruiniert hat", kritisierte der AfD-Vize den abtrünnigen Parteigründer.
Nach dem Führungsstreit zwischen Lucke und Petry war die AfD in der Wählergunst abgestürzt. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid sank die Partei auf drei Prozent, zwei Prozentpunkte weniger als noch in der vergangenen Woche. Das Ergebnis war der schlechteste Wert für die Partei seit knapp zwei Jahren. Zuletzt hatte die AfD im September 2013 bei drei Prozent gelegen.
Vor mehr als einer Woche hatte Parteichefin Petry auf dem Parteitag der AfD von einem Befreiungsschlag gesprochen, nachdem rund 2000 Mitglieder die Partei verlassen hatten.
VG Bahndamm 68








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