Die Lage in der Ukraine Teil 1

Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Hamiota » 2. Mai 2014, 12:33

pentium hat geschrieben:
Und für mich ist die Ukraine immer noch ein suveräner Staat. Rücksicht auf Putin?

mfg
pentium


Für mich ist die Ukraine auch ein souveräner Staat, daher fand ich die direkte Einmischung von Mc Cain, Klitschko und Schwesterwelle in Kiew (im übrigen lange vor jeglicher Russischen Einmischung!) auch so vollkommen inaktzepatbel und falsch! Sie ist die direkte Ursache für alles was danach geschah bis zum heutigen Tag! Denk mal an Ursache und Wirkung!

Rücksicht auf Putin? Wenn mich nicht alles täuscht grenzt die Ukraine direkt an Russland, ist diese historisch und wirtschaftlich auf engste mit Russland verbunden, leben da ein paar Mio Russen welche sich durch die Machthaber in Kiew nicht vertreten fühlen sondern eher bedroht! So ganz nebenher ist Putin in einer demokratischen Wahl an die Macht gekommen und kann im Moment die absolute Mehrheit des Volkes hinter sich geschaart wissen! Und um nicht ganz zu vergessen ist Russland nach wie vor die zweitstärkste Nuklearmacht und auch konventionel können wir im Moment den Russen nichts entgegen setzen! Daher sollte man auf Putin, auf Russland Rücksicht nehmen! Allerdings besteht durchaus die Gefahr dass es mittlerweile zu spät sein könnte- wie die aktuelle Entwicklung zu befürchten lässt!

@pentium, genau diese ignorante und überhebliche Haltung welche du an den Tag legst verstehen die Russen zu recht als Beleidigung und Verächtlichmachung ihres Landes und bringt sie hinter Putin zusammen. Dein Vergleich mit München ist total daneben!

Nun ja, nachdem Obama ja in Asien genug Porzelan zerdeppert hat haben Russland und China mal eben ein gemeinsames Flottenmanöver beschlossen!

der Peter [hallo]
Hamiota
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon HPA » 2. Mai 2014, 13:00

Ähh wer hat gleich nochmal Janukowitsch`s Macht gestützt?

Präsidentenwahl 2012 http://www.spiegel.de/politik/ausland/wahl-in-russland-putin-kehrt-ins-praesidentenamt-zurueck-a-818893.html
HPA
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon augenzeuge » 2. Mai 2014, 13:28

Hamiota hat geschrieben:
pentium hat geschrieben:
Und für mich ist die Ukraine immer noch ein suveräner Staat. Rücksicht auf Putin?

mfg
pentium


Für mich ist die Ukraine auch ein souveräner Staat, daher fand ich die direkte Einmischung von Mc Cain, Klitschko und Schwesterwelle in Kiew (im übrigen lange vor jeglicher Russischen Einmischung!) auch so vollkommen inaktzepatbel und falsch! Sie ist die direkte Ursache für alles was danach geschah bis zum heutigen Tag! Denk mal an Ursache und Wirkung!

Rücksicht auf Putin? Wenn mich nicht alles täuscht grenzt die Ukraine direkt an Russland, ist diese historisch und wirtschaftlich auf engste mit Russland verbunden, leben da ein paar Mio Russen welche sich durch die Machthaber in Kiew nicht vertreten fühlen sondern eher bedroht! So ganz nebenher ist Putin in einer demokratischen Wahl an die Macht gekommen und kann im Moment die absolute Mehrheit des Volkes hinter sich geschaart wissen! Und um nicht ganz zu vergessen ist Russland nach wie vor die zweitstärkste Nuklearmacht und auch konventionel können wir im Moment den Russen nichts entgegen setzen! Daher sollte man auf Putin, auf Russland Rücksicht nehmen! Allerdings besteht durchaus die Gefahr dass es mittlerweile zu spät sein könnte- wie die aktuelle Entwicklung zu befürchten lässt!

@pentium, genau diese ignorante und überhebliche Haltung welche du an den Tag legst verstehen die Russen zu recht als Beleidigung und Verächtlichmachung ihres Landes und bringt sie hinter Putin zusammen. Dein Vergleich mit München ist total daneben!

Nun ja, nachdem Obama ja in Asien genug Porzelan zerdeppert hat haben Russland und China mal eben ein gemeinsames Flottenmanöver beschlossen!

der Peter [hallo]


Deine Meinung ist ja interessant, auch wenn ich sie für falsch halte. Es war also falsch, die Demokratie zu unterstützen, man hätte Moskaus Statthalter Januk. eher in Ruhe lassen sollen, am besten ihn mit Putin parallel unterstützen, das wäre einfacher gewesen. Überhaupt, wenn ich so einiges bei dir lese, das klingt wie, der hat eh mehr Macht, also ordnen wir uns besser unter. Nur gut, dass die Leute 1989 in der DDR mehrheitlich anders dachten.....

Peter, du solltest begreifen, dass man auch denjenigen kritisieren darf und muss, der "die zweitstärkste Nuklearmacht" ist. Je mehr das tun, umso besser ist es. Nahezu die ganze Welt verurteilt Putins Verhalten, einige enthalten sich, aber die Unterstützer sind rar, (Cuba, Nordkorea und Hamiota). [flash]

Was glaubst du wäre passiert, wenn man Putin kritiklos zugeschaut hätte?
AZ
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Hamiota » 2. Mai 2014, 13:44

augenzeuge hat geschrieben:
Deine Meinung ist ja interessant, auch wenn ich sie für falsch halte. Es war also falsch, die Demokratie zu unterstützen, man
AZ


Du bist also allen Ernstes der Meinung in Kiew sitzt jetzt eine Demokrtatische Regierung und was in Kiew geschah, im übrigen unter sofortigen Bruch der auch durch Deutschland ausgehandelten und garantierten Verhandlungslösung, war und ist Demoratie?

Da sind wir mit Sicherheit unterschiedlicher Meinung und ich halte die deine für falsch!

der Peter [hallo]
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Hamiota » 2. Mai 2014, 13:46

augenzeuge hat geschrieben:... du solltest begreifen, dass man auch denjenigen kritisieren darf und muss, der "die zweitstärkste Nuklearmacht" ist. Je mehr das tun, umso besser ist es.
AZ


Das trifft wohl genauso, wenn nicht mehr, auch auf die "stärkste" Nuklearmacht zu welche sich als einzige Weltmacht versteht! [ich auch]
Hamiota
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon augenzeuge » 2. Mai 2014, 13:52

Hamiota hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:
Deine Meinung ist ja interessant, auch wenn ich sie für falsch halte. Es war also falsch, die Demokratie zu unterstützen, man
AZ


Du bist also allen Ernstes der Meinung in Kiew sitzt jetzt eine Demokrtatische Regierung...


Nein, aber eine Regierung, welche eine Demokratie erst ermöglichen wird.
AZ
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon augenzeuge » 2. Mai 2014, 13:54

Hamiota hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:... du solltest begreifen, dass man auch denjenigen kritisieren darf und muss, der "die zweitstärkste Nuklearmacht" ist. Je mehr das tun, umso besser ist es.
AZ


Das trifft wohl genauso, wenn nicht mehr, auch auf die "stärkste" Nuklearmacht zu welche sich als einzige Weltmacht versteht! [ich auch]


Das trifft auf jeden zu. Und übrigens, die USA verstehen sich nicht als einzige Weltmacht...Aber sonst trifft es zu, korrekt.
AZ
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon HPA » 2. Mai 2014, 13:58

Hamiota hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:... du solltest begreifen, dass man auch denjenigen kritisieren darf und muss, der "die zweitstärkste Nuklearmacht" ist. Je mehr das tun, umso besser ist es.
AZ


Das trifft wohl genauso, wenn nicht mehr, auch auf die "stärkste" Nuklearmacht zu welche sich als einzige Weltmacht versteht! [ich auch]


Absolut!

Die Amerikaner tapsen mal wieder in Gegenden herum, von deren Kultur , Gepflogenheiten und Mentalitäten sie null Ahnung haben.
HPA
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Sirius » 2. Mai 2014, 14:02

HPA hat geschrieben: Ja und? Und wer bewaffnet die prorussischen Kräfte in der Ostukraine? Sicher nicht der armyshop um die Ecke. [grins]


Richtig, laut Carl Bildt, dem schwedischen Außenminister, ist es das örtliche Lebensmittelgeschäft:

Some elderly ladies bought some RPG’s or missiles at the local grocery store, I assume.

https://twitter.com/carlbildt
Sirius
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon HPA » 2. Mai 2014, 14:24

Ja wer und wo denn sonst? [laugh]

der tweet ist auch nicht schlecht: Not only did CIA invent the net, now Moscow says that it controls Ukraine PM through scientology. Paranoia gone wild. http://voiceofrussia.com/radio_broadcas ... 271848828/
HPA
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Sirius » 2. Mai 2014, 14:51

Hamiota hat geschrieben:
Für mich ist die Ukraine auch ein souveräner Staat, daher fand ich die direkte Einmischung von Mc Cain, Klitschko und Schwesterwelle in Kiew (im übrigen lange vor jeglicher Russischen Einmischung!) auch so vollkommen inaktzepatbel und falsch! Sie ist die direkte Ursache für alles was danach geschah bis zum heutigen Tag! Denk mal an Ursache und Wirkung!


Warum Janukowitsch in letzter Minute seine Unterschrift beim EU-Assoziierungsabkommen zurückzog, ist Dir aber schon klar? Erst dann begannen die Demonstrationen. Und was die immer wieder genannten 5 Mrd. US-$ betrifft. Zu welchem Zweck die flossen, sagte Nuland nicht. Ich weiß nicht, zu welchem Zweck die geflossen sind, und werde auch nicht bloße Vermutungen und Unterstellungen als bewiesenen Fakt darstellen. Aber alle "Experten" in Foren und Leserkommentarbereichen von Zeitungen wissen es ganz genau. Das diese 5 Mrd. seit 1991 über einen Zeitraum von 23 Jahren an verschiedene Regierungen in der Ukraine flossen, wird dabei immer verschwiegen. Nebenbei bemerkt: Aus Russland sind insgesamt etwa 35 Mrd. US-$ an die Ukraine geflossen - in Form von Gasrabatten. Weltweit fließen große Summen Entwicklungshilfe von vielen Staaten an viele Staaten, ohne das es dabei immer um die Unterstützung eines Putsches geht. Manchmal geht dabei schlicht darum, den Verfall von instabilen, wirtschaftlich schwachen Staaten ins Chaos zu verhindern, wie z.B. in Somalia, weil solche Staaten Teile eines ganzen Kontinents destabilisieren können. Das die Bevölkerung nicht immer nur deshalb auf die Straße geht, weil Geld aus dem Ausland fließt, sondern aus Gründen der Unzufriedenheit sollte auch klar sein. Oder haben die Montagsdemonstranten der DDR am Ende des Tages immer ihr Geld abgeholt?

Hamiota hat geschrieben: Rücksicht auf Putin? Wenn mich nicht alles täuscht grenzt die Ukraine direkt an Russland, ist diese historisch und wirtschaftlich auf engste mit Russland verbunden, leben da ein paar Mio Russen welche sich durch die Machthaber in Kiew nicht vertreten fühlen sondern eher bedroht! So ganz nebenher ist Putin in einer demokratischen Wahl an die Macht gekommen und kann im Moment die absolute Mehrheit des Volkes hinter sich geschaart wissen! Und um nicht ganz zu vergessen ist Russland nach wie vor die zweitstärkste Nuklearmacht und auch konventionel können wir im Moment den Russen nichts entgegen setzen! Daher sollte man auf Putin, auf Russland Rücksicht nehmen! Allerdings besteht durchaus die Gefahr dass es mittlerweile zu spät sein könnte- wie die aktuelle Entwicklung zu befürchten lässt!


Peter, lese doch einfach noch einmal die Stellungnahmen der Wahlbeobachter aus dem In- und Ausland bei Putins letzter Wahl. Deswegen ist zu hoffen, dass auch am 25 Mai. zahlreiche Wahlbeobachter aus dem In-und Ausland anwesend sind, damit es keinen Wahlbetrug gibt.

Hamiota hat geschrieben:@pentium, genau diese ignorante und überhebliche Haltung welche du an den Tag legst verstehen die Russen zu recht als Beleidigung und Verächtlichmachung ihres Landes und bringt sie hinter Putin zusammen. Dein Vergleich mit München ist total daneben!


Vor ein paar Tagen wurde in einer Fernsehdokumentation über die Maginot-Linie ein Ausschnitt aus einer Rede von Chamberlain gezeigt. Chamberlain sagte, "dass nun der Frieden gesichert sei, weil Herrn Hitlers Wunsch, die Auslandsdeutschen wieder vereint zu haben, erfüllt wurde." Also das sind unübersehbare Parallelen.


Hamiota hat geschrieben:Nun ja, nachdem Obama ja in Asien genug Porzelan zerdeppert hat haben Russland und China mal eben ein gemeinsames Flottenmanöver beschlossen!

der Peter [hallo]

Die Chinesen werden einen Teufel tun, um separatistische Konflikte zu unterstützen.
Sirius
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Hamiota » 2. Mai 2014, 15:06

Sirius hat geschrieben:
Peter, lese doch einfach noch einmal die Stellungnahmen der Wahlbeobachter aus dem In- und Ausland bei Putins letzter Wahl. Deswegen ist zu hoffen, dass auch am 25 Mai. zahlreiche Wahlbeobachter aus dem In-und Ausland anwesend sind, damit es keinen Wahlbetrug gibt.


Sirius, habe ich gemacht und folgendes gefunden:

Erstmals in der russischen Geschichte und erstmals überhaupt sollten die Wahllokale bei der Präsidentschaftswahl 2012 flächendeckend videoüberwacht werden. Das Ministerium für Telekommunikation teilte im Februar 2012 mit, dass alle Lokale mit Webcams und Computern ausgestattet wurden. 90.000 Wahllokale erhielten je zwei Webkameras. Die mit der Übertragung der riesigen Datenmengen verbundenen technischen Schwierigkeiten sollten im Vorfeld nach zahlreichen Tests behoben werden: Video-Material von 250 Jahren Länge musste an einem einzigen Tag geladen und gesichert werden. Für die meisten abgelegenen Gebiete ohne Internet sollten eigens Glasfaserleitungen verlegt werden, für die wenigen noch weiter entfernten Gegenden waren Satellitenkanäle geplant. Eineinhalb Millionen Nutzer sollten gleichzeitig über das Internet live zuschauen können. Nach Schließung der Wahllokale und mit Beginn der Auszählung sollte die Live-Übertragung unterbrochen werden, während die Aufnahme selbst weiterging. Das sollte verhindern, dass Ergebnisse vorzeitig von Dritten an die Öffentlichkeit gelangen könnten.

Die Maßnahme kostete 25 Milliarden Rubel (ca. 620 Millionen Euro). Medien berichteten, Präsident Putin habe das Projekt als Reaktion auf Proteste nach den Dumawahlen vom Dezember 2011 initiiert. Wähler hatten bei der Wahl 2011 angebliche Verletzungen des Wahlrechts mit Handy-Kameras festgehalten und im Internet publik gemacht

Soweit mir bekannte wurde die Wahl von Putin mit 64% von keinem Land angezweifelt!

Sirius hat geschrieben:Die Chinesen werden einen Teufel tun, um separatistische Konflikte zu unterstützen.


Richtig! Ich schrieb ja auch daß sie ein gemeinsames Flottenmanöver angekündigt haben, nicht mehr aber auch nicht weniger!

der Peter [hallo]
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Hamiota » 2. Mai 2014, 15:24

http://www.spiegel.de/fotostrecke/ukrai ... 069-2.html

sind das die russichen Spezialtruppen welche ohne Hoheitsabzeichen die Ostukraine terrorisieren? Ich sehe Zivilisten mit auf dem Rücken gefesselten Händen und Säcken über den Kopf! An was erinnert mich dieses Bild blos? ........an den Irak!

Wie wirken solche Fotos wohl in Russland auf die Menschen? Wer jetzt immer noch an einer kalkulierten Eskalation und Provokation zweifelt der verschliest seine Augen vor der Realität!

der Peter [hallo]
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon pentium » 2. Mai 2014, 16:04

Hier mal ein Livestream aus Odessa. Hier kloppt Jeder auf Jeden und das ist die normale Bevölkerung, kein Militär.
http://www.ustream.tv/channel/o1odessa

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*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon pentium » 2. Mai 2014, 17:47

Der UN Sicherheitsrat tagt zur Lage in der Ukraine (auf Verlangen Russlands)
Livestream
http://webtv.un.org/live-now/watch/secu ... 152121001/

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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon pentium » 2. Mai 2014, 19:34

Wjatscheslaw Ponomarjow Der Führer aus dem Nichts

Zitat:
Er behauptet, 2500 Kämpfer unter sich zu haben. Doch das ist schwer zu kontrollieren. Wie so manches, was man über den selbsternannten Volksbürgermeister von Slawjansk erzählt.
....
Der Mann, der seit zwei Wochen die ostukrainische Kleinstadt Slawjansk nach dem Faustrecht regiert und nach eigenen Angaben 40 Geiseln in seiner Gewalt hält, ist wie aus dem Nichts aufgetaucht. Nein, besonders bekannt sei dieser Wjatscheslaw Ponomarjow hier nicht gewesen, antworten viele der Flaneure auf dem Leninplatz vor der mit säuberlich aufgetürmten Sandsäcken verbarrikadierten Stadtverwaltung. Manche hatten noch nie von ihm gehört, bis sich Ponomarjow zum „Volksbürgermeister“ erklärte und mit seinen maskierten und bewaffneten Männern die Kontrolle übernahm....

Warum nun ausgerechnet dieser Ponomarjow den lokalen Kampf gegen die neue ukrainische Regierung in Kiew anführt, ist genauso unklar, wie es die Machtergreifung des halbseidenen Geschäftsmannes Sergej Aksjonow auf der Halbinsel Krim Ende Februar war.

Unzweifelhaft ist, dass Kiew die Ordnungsmacht in der etwa 120.000 Einwohner zählenden Stadt Slawjansk inzwischen vollständig an Ponomarjows Freischärler verloren hat. Ponomarjow behauptet, mindestens 2500 Kämpfer zu haben, was schwer zu verifizieren ist. Dem Augenschein nach sind sie jedoch wenigstens mehrere Hundert. Die Männer besetzten neben der Stadtverwaltung auch das Geheimdienstgebäude und die Polizeiwache. Rund um die Stadt herum haben sie Straßensperren aus Autoreifen aufgebaut und kontrollieren einreisende Autos auf Waffen.
Sein Ziel bleibt unklar

Es sind junge oder mittelalte Männer in zusammengewürfelten Militäroutfits, die auch ohne Maske vor den besetzten Gebäuden Wache halten. Zwischen ihnen bewegen sich professionell wirkende bewaffnete Kämpfer in grünen Uniformen und schwarzen Masken. Sie ähneln den hier als „grüne Männchen“ bezeichneten Kämpfern, von denen Moskau bestreitet, dass es sich um russische Militärs handelt....

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausl ... 16763.html


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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon augenzeuge » 3. Mai 2014, 09:28

Aktuell: Die tagelang in der Ostukraine festgesetzten Militärbeobachter (OSZE-Geiseln) aus Deutschland und anderen Ländern sind wieder frei.

AZ
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Spartacus » 3. Mai 2014, 11:56

Prof. Schachtschneider: Der Kampf um die Krim
April 26, 2014

Das Selbstbestimmungsrecht der Bürger der Krim kann durch völkerrechtliche Verträge oder die Verfassung der Ukraine nicht aufgehoben werden. Die Krim hatte und hat als autonome Republik jedes Recht, einen eigenen Weg zu gehen und sich von der Ukraine zu separieren. Die Hilfestellung Rußlands beim Sezessionsprozeß der Krim war verhältnismäßig und kein Verstoß gegen das Völkerrecht.

Von Prof. Dr. Karl Albrecht Schachtschneider

1. Im Kampf um die Krim wirft der Westen Rußland und dessen Präsidenten Wladimir Putin vor, der Einsatz von Soldaten, offen oder verdeckt, habe das Völkerrecht verletzt. Rußland habe die Krim annektiert, meint gar die Bundeskanzlerin. Das überzeugt nicht. Sie ist schlecht beraten. Die Vorwürfe scheinen die Sanktionen, wenn nicht die ?indirekte? Aggression der westlichen Bündnisse, der NATO und der Europäischen Union (EU), gegen die Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS), insbesondere gegen die Russische Föderation, rechtfertigen, jedenfalls legitimieren zu sollen. Die Fakten kennt die Öffentlichkeit nur verzerrt. Auch ich bin auf die allgemein zugänglichen Informationen angewiesen. Aber wer sich zu dem Konflikt äußert, muß versuchen, die Tatsachen von der Propaganda, welche die meisten jedenfalls der deutschen Medien zu den Ereignissen in der Ukraine verbreiten, zu unterscheiden. Dabei helfen die Einschätzung der Interessenlage und die Kenntnis der Rechtslage.

Die NATO, geführt von den Vereinigten Staaten von Amerika (USA), will sich nach Osten bis an die Grenze Rußlands ausdehnen. Das ist ein wesentlicher Zweck der stetigen Erweiterung der EU, der wirtschaftlichen und auch politischen Basis des europäischen Teils der NATO. Die EU kann als Staatenverbund, wenn nicht Bundesstaat, von wenigen Führern dominiert, leichter als die vielen Einzelstaaten von den USA und deren Diensten einer gemeinsamen Politik verpflichtet werden. Daran ändert nichts, daß nicht alle Mitgliedstaaten der EU der NATO angehören, wie insbesondere wegen ihrer fragilen, wenn nicht obsoleten Neutralität nicht Österreich, Schweden und Finnland. Wenn die Ukraine zur NATO gehört, wie das die USA angestrebt haben und wohl nach wie vor anstreben, wird sie Standort von gegen Rußland und die GUS gerichteten Waffen werden, jedenfalls werden können. Mit dem Umsturz in der Ukraine ist es bereits gelungen, diese aus der GUS herauszubrechen. Das geht gegen die Sicherheitsinteressen der Russischen Föderation und auch der GUS. Rußland hat nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion die Erweiterung der NATO nach Osten zugelassen, auch schon die Mitgliedschaft des vereinten Deutschlands in der NATO. Das war eine Veränderung der weltpolitischen Lage. Die freilich nicht vertraglich gesicherte Zusage, die NATO nicht weiter nach Osten auszudehnen, hat der Westen nicht eingehalten. Wenn ein Bündnis, zumal ein Militärbündnis wie die NATO, zu mächtig wird, wird es zur Bedrohung der anderen Staaten und büßt seine freiheitliche Rechtfertigung ein.

Die Ukraine war ein Teil Rußlands und der Sowjetunion. Sie gehörte auch als Mitglied der GUS weiter zum Einflußbereich Rußlands, hat sich aber mehr und mehr dem Westen zugewandt und will und soll schnellstmöglich Mitglied der EU werden. Die Krim befindet sich in einer besonderen Lage. Sie hat mit großer Mehrheit für die Sezession von der Ukraine und für die Aufnahme in die Russische Föderation gestimmt. Diese hat sie aufgenommen. Rußland konnte und kann aus geschichtlichen und mehr noch aus geostrategischen und militärischen Gründen nicht auf die Krim verzichten. Zur Krim gehört der angestammte Hafen der russischen Schwarzmeerflotte, Sewastopol. Das Schwarze Meer ist der Zugang Rußlands durch den Bosporus zum Mittelmeer. Jeder weiß, daß Rußland die Krim nicht aus der Hand geben kann und wird, wenn es eine Großmacht sein und bleiben will. Deswegen hatte Rußland seine Nutzungsrechte an diesem Hafen auf Jahrzehnte durch Vertrag zu sichern versucht, augenscheinlich eine wenig sichere Grundlage der existentiellen Interessen Rußlands. Der Westen akzeptiert diese Interessen und die durch die Aufnahme der Krim in die Russische Föderation geschaffene Realität, die Ukraine nicht. Diese hat aber nicht die Fähigkeiten, die neue Lage zu ändern. Die Kritik des Westens stellt das Ergebnis des Referendums nicht in Frage. Eine militärische Intervention wäre nicht nur völkerrechtswidrig, sondern das Ende des Weltfriedens und die Gefahr des Untergangs großer Teile Europas. Der Westen will um der weiteren Entwicklung willen mit seiner Kritik und seinen Sanktionen genannten Nadelstichen Positionen festigen.

Der Westen hat den Umsturz in der Ukraine gefördert, wenn nicht betrieben. Das waren schwere Verletzungen der inneren und äußeren Souveränität der Ukraine. Daß der ?Maidan? nicht wesentlich aus eigenem Antrieb und eigener Kraft von Bürgern der Ukraine kam, ist offensichtlich. Der Westen hat das ?bewährte? Verfahren des Umsturzes, der vermeintlichen irgendwie gefärbten ?Revolution?, genutzt, ein Verfahren, welches ähnlich auch andere Mächte eingesetzt haben und einsetzen, zumal früher die Sowjetunion. Die ethnischen Gegensätze zwischen Russen und Ukrainern, aber auch das augenscheinlich korrupte Regierungssystem waren dem Umsturz dienlich. Es gibt wenig Zweifel, daß der Westen ?subversiv?, wie das Völkerrecht es nennt, interveniert hat, um eine genehme Regierung zu haben, welche bereit ist, die Ukraine in die EU und irgendwann auch in die NATO zu führen. Die gescheiterte Mission der Außenminister Frankreichs, Polens und Deutschlands, die zu einer friedlichen Entmachtung des gewählten Präsidenten der Ukraine, zur Neuwahl eines Präsidenten und zur Rückkehr zur Verfassung von 2004 führen sollte, war jedenfalls mit der bestehenden Verfassung der Ukraine und der Souveränität des Landes schwerlich vereinbar, erst recht nicht der Bruch der Vereinbarung vom 21. Februar 2014 durch die aufständischen Kräfte und deren gewaltsame Übernahme der Macht. Dabei wurde die Trennung des Landes in Kauf genommen, auch von den westlichen Vermittlern.

Die Ukraine-Politik des Westens ist trotz aller Souveränität der Ukraine eine Bedrohung Rußlands. Der Westen hat die Souveränität der Ukraine keineswegs geachtet. Die Maßnahmen Rußlands zum Schutz seines rechtmäßigen Flottenstützpunktes waren von seinen existentiellen Interessen gegen den zunehmend aggressiven Westen gefordert. Sie sind verhältnismäßig und dienten und dienen der Verteidigung der russischen Föderation, aber auch russischer Staatsbürger und ethnisch russischer Ukrainer. Ein Verstoß gegen das Völkerrecht sind sie nicht, schon gar nicht eine Annexion der Krim. Sie sind durch das Recht zur Selbstverteidigung gerechtfertigt, welches die präventive Selbstverteidigung jedenfalls einschließt, wenn diese mit milden Mitteln erfolgt, von den Bewohnern des geschützten Gebietes gewünscht ist, weil diese sich erkennbar dem Staat, der ihre Sezession unterstützt, anschließen wollen. Dabei ist der Hilferuf des gewählten, wenn auch entmachteten Präsidenten der Ukraine und der erklärte und von der großen Mehrheit der Bevölkerung unterstützte Sezessionswille der Krim von völkerrechtlich erheblichem Gewicht. Von noch größerem Gewicht ist, daß die Übergangsregierung der Ukraine, deren Amtsführung keine Legalität für sich hat, unterstützt vom umstürzlerischen Parlament der Ukraine und vom Westen, das Sezessionsreferendum der Krim für illegal erklärt hat, notfalls gewaltsam (Mobilmachung) unterbinden wollte und nicht anerkennt. Das stärkt die Legalität der russischen Schutzbemühungen für eine ungestörte Abstimmung.

Nach überwiegender Auffassung der Völkerrechtler sind Staaten berechtigt, ihre Staatsangehörigen notfalls gewaltsam mit einer begrenzten Intervention vor Bedrohungen an Leib und Leben zu schützen. Dieses Recht wird stetig praktiziert und ist nach wie vor in den Grenzen der Verhältnismäßigkeit gewohnheitsrechtlich anerkannt. Eine schutzbedürftige Bedrohung für die Russen auf der Krim und all die Bewohner der Krim, die durch das Referendum gewissermaßen wieder Russen werden wollten, waren die Kräfte zweifelsfrei, welche den Umsturz in der Ukraine durchgeführt hatten, aber auch die Gewalttäter, welche auf dem Maidan gemordet hatten. Der Präsident der Russischen Föderation, Wladimir Putin, hat sich auf diese Schutzpflicht berufen. Sie wird auch von westlichen Staaten ständig praktiziert, oft nur vorgetäuscht.

Das Budapester Memorandum von 1994, in dem die USA, Rußland und Großbritannien u. a. der Ukraine als Gegenleistung für den Nuklearwaffenverzicht die Souveränität und die bestehenden Grenzen sowie deren politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit zu achten und im Falle eines nuklearen Angriffs auf das Land unmittelbar Maßnahmen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen zu veranlassen zugesagt haben, ist durch die Sezession der Krim und deren Aufnahme in die Russische Föderation nicht berührt, geschweige denn verletzt. Das Selbstbestimmungsrecht der Bürger der Krim ist durch dieses Memorandum nicht aufgehoben. Es kann auch durch völkerrechtliche Verträge nicht aufgehoben werden, weil es die Freiheit der Bürger ist. Diese steht nicht zur Disposition der Politik. Sie ist mit dem Menschen geboren.

In den Kategorien einer Großraumpolitik der Weltmächte hat Rußland mit milden Mitteln einen Eingriff der USA in seinen angestammten Machtbereich abgewehrt, auch nur begrenzt, nämlich die Eingliederung der Krim in die EU und später die NATO. Die unbedachte Erweiterungspolitik der EU und die sehr genau bedachte Geostrategie der Vereinigten Staaten haben eine Kriegsgefahr heraufbeschworen. Die USA handelt in der Annahme der militärischen Überlegenheit und ohne Rücksicht auf den durch die Atommacht gefährdeten mittleren und westlichen Teil Europas, zumal Deutschlands. Die EU befleißigt sich in nicht zu fassender Unbedarftheit seiner politischen Klasse atlantischer Botmäßigkeit. Man denkt an die Kubakrise 1962, in der John F. Kennedy mit einer militärischen Seeblockade die Stationierung sowjetischer Raketen auf Kuba unterbunden hat. Niemand im Westen hat diese Blockade als völkerrechtswidrig kritisiert. Deutschland jedenfalls sollte aus geostrategischen, wirtschaftlichen und vor allem historischen Gründen um ein bestmögliches Verhältnis zu Rußland bemüht sein.

2. Kern der westlichen Kritik an der Politik der Krim, sich von der Ukraine unabhängig zu machen und Mitglied der Russischen Föderation zu werden, ist die Lehre, daß die Sezession eines Staatsteiles von einem Staat ?illegal? sei. Vor allem daraus wird geschlossen, daß es völkerrechtswidrig sei, daß Rußland die Krim in ihrer Unabhängigkeitspolitik unterstützt hat.

Das Verbot der Sezession ist überwiegende Auffassung jedenfalls der freiheitsvergessenen deutschen Staatsrechtslehre, welche sich die deutsche Politik zu eigen macht. Diese Lehre ist falsch. Sie doktriniert den Staat als unberührbares politisches Gebilde, das mit allen Mitteln des Staates erhalten werden darf und muß, gar durch Intervention anderer Staaten. Allein schon die Geschichte der Staaten bis in die Entwicklungen der Gegenwart widerspricht dieser Staatsdoktrin.

Nicht die Staaten sind souverän, wie das der deutsche staatsrechtliche Positivismus des 19. Jahrhunderts gelehrt und praktiziert hat und wie das noch heute überwiegend und mit verhängnisvollen Folgen vertreten wird, sondern die Menschen als Bürger. Die Staaten sind Organisationen der Bürgerschaften, mittels derer diese ihr gemeines Wohl zu verwirklichen suchen. Die zentralen Figuren der Politik sind die Menschen, deren wichtigstes Recht ihre politische Freiheit ist, Kern ihrer Würde. Daraus erwächst das Selbstbestimmungsrecht der Völker. Es ist, um mit Rousseau zu sprechen, der contract social, der ein Volk bildet. Es können sich immer wieder neue Völker bilden, größere durch Staatenbildung, auch Bundesstaaten, und kleinere durch Separationen von Volksteilen zu neuen Staaten. Das gehört zum Selbstbestimmungsrecht der Völker, dem Kern der Charta der Vereinten Nationen. Dieses Recht schützt die Freiheit der Menschen, nicht spezifisch den Bestand von Staaten.

Nicht einmal ein Verfassungsgesetz, wie das der Ukraine, das einen Einheitsstaat verfaßt und eine Sezession nicht ordnet oder auch nur vorsieht, vermag eine Sezession eines Teiles des Volkes zu untersagen. Die Staatsgründung ist ein Akt der Freiheit und damit der Souveränität der Menschen, die zusammenleben. Nicht Staaten sind souverän, sondern Menschen. Staaten dienen der Verwirklichung der Freiheit, nach innen und nach außen. Es gibt keine ewigen Staaten und es gibt kein Recht von Staaten und erst recht nicht von Staatsorganen, ihre Existenz gegen die Menschen und Bürger, gegen das Recht, zu behaupten, gar mit Waffengewalt. Vielmehr gibt es eine Pflicht der Menschen, im Recht miteinander zu leben und die Rechtlichkeit durch eine Organisation, einen Staat, zu sichern, das natürliche Recht auf eine bürgerliche Verfassung, die Freiheit und Eigentum sichert. Auch der Freistaat Bayern ist befugt, sich in von der Bundesrepublik Deutschland zu trennen, jedenfalls in existentieller Lage, und entweder als Einzelstaat zu leben oder sich etwa mit der Eidgenossenschaft und auch Österreich zu einem Bundesstaat zu verbinden.

Der staatsrechtliche Positivismus hat den Staat als juristische Person wie einen Menschen dogmatisiert, wenn nicht mit Hegel vergöttlicht. Sein Bestand galt als unberührbar. Mit dem Recht, das, bestätigt durch Art. 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, mit den Menschen geboren ist, ist das schwerlich vereinbar. Mehr als eine Organisation der Menschen und Bürger, mittels der diese ihr gemeinsames Wohl, und das ist allem voran das Recht, verwirklichen, ist er nicht. Die Menschen haben die Freiheit, sich die Organisation, genannt Staat, zu schaffen, die ihrem Wohl am besten entspricht, wenn dieser nur anderen Menschen nicht schadet, d. h. bestmöglich das Recht zu verwirklichen vermag. Aber man lebt mit anderen Menschen zusammen, vielen Menschen. Darum muß sich jeder bei der Gestaltung des gemeinsamen Lebens mit den Menschen verbinden, die in besonderer Weise zusammen gehören. Dabei muß die territoriale Einheit das Grundprinzip sein. Für sie muß der Frieden gesichert sein. Nicht Gewalt kann Staaten rechtens schaffen und erhalten, sondern nur die Sittlichkeit der Menschen, deren praktische Vernunft. Die allerdings ist Pflicht. Weil Konsens aller nicht erwartet werden kann, ist die Mehrheitsregel maßgeblich. Die freiheitliche Logik ist das Selbstbestimmungsrecht nicht des jeweiligen Volkes eines Staates, sondern das der Menschen, die auf einem Gebiet zusammenleben und zusammenleben wollen. Völker können sich folglich immer neu bilden; denn sie sind Gemeinwesen von Bürgern, Bürgerschaften.

Derartige Politiken müssen freilich dem Rechtsprinzip genügen. Dieses gebietet, daß ein friedliches und freiheitliches Zusammenleben der Menschen nach innen und auch außen gewährleistet ist. So muß ein besonderes zusammenhängendes Gebiet die Sezession betreiben, weil nicht zwei Staaten auf einem Gebiet konkurrierend Staatsgewalt ausüben können. Die Besonderheit kann sich aus jeweiligen Gründen ergeben, etwa religiösen, ethnischen, geschichtlichen, sprachlichen, wirtschaftlichen. Es muß eine erhebliche Mehrheit des separierenden Gebietes für die Sezession stimmen, damit nicht ein nicht hinreichend relevanter Teil der betroffenen Bürger den anderen in eine unerwünschte Staatlichkeit nötigen kann. Umgekehrt gibt es kein Recht der Minderheit, die Mehrheit in einen Staat zu zwingen, in dem die Mehrheit nicht oder nicht mehr leben will. Das ist eine Frage der Selbstbestimmung, der Freiheit. Die dissentierende Minderheit muß das Recht haben, entweder im separierten Staat zu bleiben oder diesen zu verlassen, das ius emigrandi, um weiter mit den Bürgern zusammenzuleben, die im restlichen Staat verbleiben. Der alte Staat ist wegen des Selbstbestimmungsrechts der Völker verpflichtet, den Sezessionsprozeß friedlich zu gestalten. Er darf diesen nicht zu unterbinden suchen, keinesfalls mit Waffengewalt. Ein Referendum der Bürger des betroffenen Staatsteils ist unverzichtbar.

Es versteht sich, daß ein derart weitreichender Vorgang zu Spannungen und Zerwürfnissen führt, zumal wenn er mit existentiellen großpolitischen, etwa geopolitischen, Interessen auch dritter Staaten verbunden ist.

Die Krim hatte und hat als autonome Republik, vornehmlich von ethnischen Russen bewohnt, Jahrhunderte lang russisch, jedes Recht, einen eigenen Weg zu gehen und sich von der Ukraine zu separieren. Der Ukrainer Nikita Chruschtschow hat die Krim 1954 der Ukraine in der Annahme zugeordnet, daß die Sowjetunion von Ewigkeit sein werde. 1993 hat das russische Parlament Sewastopol zur russischen Stadt auf fremdem Territorium, als eine Art Enklave, erklärt. Die Verträge zwischen Rußland und der Ukraine von 1997 und 2010 haben den Status verändert, nicht um den Einfluß Rußlands zu mindern. Erst die neue Politik der Ukraine unter westlichem Einfluß hat versucht, Sewastopol zum Staatsgebiet der Ukraine unter uneingeschränkter ukrainischer Hoheit zu machen.

Das Referendum ist das richtige Verfahren, um den Status der Krim zu bestimmen. Es muß eine freie Willensbildung der Bürger der Krim gewährleistet sein. Daran besteht bisher kein Zweifel. Von der Beobachtung der OSZE, so befriedend sie wäre, hängt die Rechtmäßigkeit des Referendums keinesfalls ab.

Die Sezession der Krim sichert den Frieden in der Region, wenn die Ukraine sich dem Westen zuwendet und die Mitgliedschaft in der EU anstrebt. Diese wird ihr geradezu aufgedrängt. Zu deren Vertragsordnung gehört bekanntlich auch die Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik, ganz unabhängig von der NATO-Mitgliedschaft. Jeder Mitgliedstaat der EU ist in diese Verteidigungsgemeinschaft eingebunden, nenne er sich neutral oder nicht.

3. Wirtschaftliche Sanktionen gegen die die Russische Föderation wären nicht nur ungerechtfertigt, weil die Hilfestellung Rußlands beim Sezessionsprozeß der Krim nicht illegal war, sie wären auch unergiebig. Sie würden nicht nur Rußland, sondern auch der EU und insbesondere Deutschland schaden. Insbesondere würden sie das nach dem Kalten Krieg mühsam gewonnene gegenseitige Vertrauen beschädigen. Es ist geradezu lächerlich, wenn Deutschland den russischen Bären warnt und ihm gar droht, der hochgerüsteten Atommacht. Auf den Schutz der USA sollte sich Deutschland nicht verlassen, wenn es existentiell wird. Der Weg zu einem guten Miteinander mit Rußland wäre die Einbindung dieses europäischen Staates in die europäische Integration. Das würde die EU grundlegend verändern, so wie das dem Grundgesetz entspricht. Das vereinte Europa könnte ein Verbund souveräner Staaten werden, der mit Demokratie und Rechtsstaat die Freiheit der Bürger wahrt, ein L´Europe des Etats. Ein Krimkrieg wäre dann so gut wie ausgeschlossen.

Karl Albrecht Schachtschneider, Berlin, April 2014

via http://www.wissensmanufaktur.net/aufsaetze


LG

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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Hamiota » 3. Mai 2014, 15:00

Danke Spartacus für die Einstellung dieser Aufschlußreichen Analyse.

"Die unbedachte Erweiterungspolitik der EU und die sehr genau bedachte Geostrategie der Vereinigten Staaten haben eine Kriegsgefahr heraufbeschworen. Die USA handelt in der Annahme der militärischen Überlegenheit und ohne Rücksicht auf den durch die Atommacht gefährdeten mittleren und westlichen Teil Europas, zumal Deutschlands. Die EU befleißigt sich in nicht zu fassender Unbedarftheit seiner politischen Klasse atlantischer Botmäßigkeit."

Es ist nicht zu fassen was im Jahr 2014 in Europa abgeht. Spätere Generationen werden der derzeitigen Politikerkaste dies anlasten, zu Recht. Das sollten sich unsere "Herrschenden" hinter die Ohren schreiben.

Macht es unsere Medien denn übergaupt nicht stutzig dass alle 3 noch lebenden Altkanzler, einschlieslich Helmut Kohl's,(immerhin fast 40 Jahre Regierungspolitik in Deutschland) die derzeitige Russlandpolitik für einen schweren Fehler halten?

Gruß [hallo]
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Danny_1000 » 3. Mai 2014, 15:21

Lesenswert ist der Artikel von Prof. Schachtschneider auf jeden Fall. Insbesondere die These, dass Schachtschneider das Selbstbestimmungsrecht eines Volkes oder dessen Mehrheit über die Souveränität eines Staates stellt.
„Nicht Staaten sind souverän, sondern Menschen. Staaten dienen der Verwirklichung der Freiheit, nach innen und nach außen. Es gibt keine ewigen Staaten und es gibt kein Recht von Staaten und erst recht nicht von Staatsorganen, ihre Existenz gegen die Menschen und Bürger, gegen das Recht, zu behaupten, gar mit Waffengewalt.“

Wo ich Schachtschneider voll zustimme ist die Passage:
„Wirtschaftliche Sanktionen gegen die die Russische Föderation wären nicht nur ungerechtfertigt, weil die Hilfestellung Rußlands beim Sezessionsprozeß der Krim nicht illegal war, sie wären auch unergiebig. Sie würden nicht nur Rußland, sondern auch der EU und insbesondere Deutschland schaden. Insbesondere würden sie das nach dem Kalten Krieg mühsam gewonnene gegenseitige Vertrauen beschädigen. Es ist geradezu lächerlich, wenn Deutschland den russischen Bären warnt und ihm gar droht, der hochgerüsteten Atommacht. Auf den Schutz der USA sollte sich Deutschland nicht verlassen, wenn es existentiell wird…“

Da stellt sich mir die Frage, weshalb unsere Regierung aktuell diese Binsenweisheit völlig ausblendet und den Amis in ihrem Hass gegen Rußland scheinbar kritiklos folgt.

@Sparta,
auch von mir DANKE für’s Einstellen und den angeführten Link.http://www.wissensmanufaktur.net/krim-zeitfragen

Gruß
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon augenzeuge » 3. Mai 2014, 15:27

Danny_1000 hat geschrieben:....weil die Hilfestellung Rußlands beim Sezessionsprozeß der Krim nicht illegal war...
Danny


Nicht illegal? Jetzt bin ich baff, Danny..... [shocked]

Ich glaube, hier wird etwas versucht, was schon geklärt wurde....durch die UN.

"Russlands Vorgehen auf der Krim ist von der Vollversammlung der Vereinten Nationen verurteilt worden. Dagegen stimmten etwa Nordkorea und Syrien, China enthielt sich."

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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon augenzeuge » 3. Mai 2014, 15:31

Danny_1000 hat geschrieben: „Nicht Staaten sind souverän, sondern Menschen. Staaten dienen der Verwirklichung der Freiheit, nach innen und nach außen. Es gibt keine ewigen Staaten und es gibt kein Recht von Staaten und erst recht nicht von Staatsorganen, ihre Existenz gegen die Menschen und Bürger, gegen das Recht, zu behaupten, gar mit Waffengewalt.“


Das setzt aber mindestens demokratische Wahlen eines ganzen Landes voraus. Nicht nur ein Referendum eines kleinen Teils davon.

Übrigens, die DDR hätte dich für diese Argumentation eingesperrt, aber das weißt du sicher..... [flash]

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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon pentium » 3. Mai 2014, 15:39

Ein kleiner Zwischenruf!
Karl Albrecht Schachtschneider
Karl Albrecht Schachtschneider (geb. 11. Juli 1940, Hütten bei Gellin), emeritierter Professor für Öffentliches Recht an der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg,[1] ist einer der prominentesten EU-Gegner, gern gesehener Rechtsbeistand in nationalsozialistischen und rechtsoffenen, verschwörungstheoretischen Kreisen (siehe unten) und Verfasser vielfältiger Verfassungsbeschwerden, von denen die meisten erfolglos blieben.[2] Auch wenn er öffentlich meist zurückhaltend mit den vertretenen Thesen seines Umkreises umgeht, ist er eindeutig als Verschwörungstheoretiker einzuordnen. Das wird z.B. anhand seiner Antworten in einem 2008 geführten Interview mit Infokrieg.tv deutlich.[3

Schachtschneider ist in den letzten Jahren mehrfach in folgenden Kreisen in Erscheinung getreten:

Im September 2005 trat Karl Albrecht Schachtschneider als Sachverständiger der rechtsextremen, vom Bundesamt für Verfassungsschutz beobachteten NPD-Fraktion im Sächsischen Landtag bei einer Anhörung zur Grundgesetzkompatibilität des EU-Verfassungsvertrages auf[4] und erarbeitete im Juni 2008 eine Stellungsnahme gegen die Ratifizierung des Lissabon-Vertrages mit dem Titel "Der Verfassungsrechtsschutz gegen die Unionspolitik in Österreich nach der Ablehnung des Vertrages von Lissabon durch die Iren", welche von der österreichischen rechtsgerichteten Partei FPÖ (Freiheitliche Partei Österreichs)[5] unterstützt und eingereicht wurde.[6] Auch im Januar 2009 sprach er auf einer FPÖ-Konferenz in Wien, auf der sich Abgesandte diverser rechter Parteien aus Europa trafen.[7]

Schachtschneider war Rechtsbeistand des Nationalliberalen Manfred Brunner bei Klagen gegen EU-Verträge. In dessen rechtspopulistischer Kleinpartei BFB (Bund freier Bürger)[8] war er zeitweilig stellvertretender Bundesvorsitzender.[9]

Ebenso aktiv war er für den CSU-Politiker Peter Gauweiler und dessen Verfassungsklage gegen den Vertrag von Lissabon, die im Mai 2008 eingereicht wurde. Schachtschneider ist hierbei dessen Prozessbevollmächtigter, wie auch schon bei einer vorangegangenen EU-Verfassungsklage.[10]

Im März 2009 hielt er bei der vom nordrhein-westfälischen Verfassungsschutz beobachteten[11] rechtspopulistischen Gruppierung "Bürgerbewegung pro Köln e.V." einen Vortrag zum Thema "Kein Grundrecht auf den Bau von Großmoscheen".[12]

Auf einer Anti-EU-Kundgebung der rechtskonservativen, homophoben PBC (Partei Bibeltreuer Christen)[13] im April 2009 in Karlsruhe trat Schachtschneider als einer der Sprecher auf.[14]

Im Juni 2005 wurde durch die BüSo (Bürgerrechtsbewegung Solidarität)[15], ein Teil der verschwörungstheoretischen und teilweise antisemitischen LaRouche-Politsekte[16], ein Interview mit Karl Albrecht Schachtschneider zum EU-Verfassungsvertrag veröffentlicht.[17]

Schachtschneider erschien im Juli 2008 beim durch den antisemitischen Verschwörungstheoretiker Jan van Helsing betriebenen Internet-Sender secret.TV im Gespräch mit Michael Vogt in "Gegen den Strom" zum Thema "EU-Diktatur durch Vertrag von Lissabon". In diesem Interview brachte er zur Sprache, dass die neue EU-Verfassung – gemeint war dabei der Lissabon-Vertrag[18] – faktisch das Grundgesetz abschaffe. Unter der EU-Variante des "Kampfes gegen den Terror" werde durch die Hintertür die Todesstrafe wieder eingeführt und bei "Aufstand" und "Aufruhr" gelte das Tötungsverbot nicht mehr.[19]

Im September 2008 gab Schachtschneider der rechtsoffenen Anlaufstelle für deutschsprachige Verschwörungstheoretiker Infokrieg.tv ein Interview über die vermeintliche fehlende Legitimation und Legalität der EU.[20] Über Infokrieg.tv-Betreiber Alexander Benesch bestehen seit März 2009 Verbindungen zur Natural Solutions Foundation.[

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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Hamiota » 3. Mai 2014, 15:56

Zwischenruf zum Zwischenruf, nur weil der genannte offensichtlich etwas gegen die EU hat ist er weniger Glaubwürdig!
Anstatt die Person in Mißkredit zu bringen setze dich doch mal dem Inhalt seiner Analyse auseinander, lieber Pentium!
Ich bin mit Sicheheit nicht "Rechtslastig" eher das Gegenteil ist der Fall, kann mich aber seiner EU-Kritik anschliesen!

Zu welcher Partei oder Gruppe muss man denn gehören um "Gehör" in dieser Sache zu finden? Die Linke scheidet aus, die Rechte scheidet auch aus! Die Ex-Kanzler scheiden auch aus! Kritische Journalisten wie Krone-Schmalz, Gert Ruge, scheiden aus!
Ex- Militärs wie Harald Kujat scheiden aus! Kritische Politiker aller Parteien scheiden aus, wie eben Gauweiler, Platzeck, Gysi!

Wem darf man denn sein Gehör schenken @Pentium? Dem Statements des Bundeskanzleramtes oder des Aussenministeriums, eben die welche maßgeblich die ganze Sache mit verzapft haben? Wenn es nicht so traurig und dramatisch wäre könnte man nur lachen. Aber im Angesicht der Entwicklung vergeht einem das Lachen!

der Peter
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Nov65 » 3. Mai 2014, 16:02

@Hamiota, lieber Peter, mach dir doch selber ein Bild. Lesen zwischen den Zeilen ist auch eine Art des Wissenserwerbs.
Es geht. Du musst ja nichts entscheiden.
Gruß, Andreas
Nov65
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon pentium » 3. Mai 2014, 16:19

Man sollte sich seine eigene Meinung bilden, Hamiota.
Ich persönlich habe nichts gegen den Professor. Ich will aber wissen, was man über diesen Mann sagt oder schreibt!
Was den Professor so umtreibt.

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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Sirius » 3. Mai 2014, 18:05

Man sollte im Zusammenhang mit dem Schachtschneider-Artikel auch den von HPA verlinkten Spiegel-Artikel gelesen haben. Der war exzellent und aufschlußreich. Hier noch einmal der Link:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/p ... 67115.html

In Erinnerung ist mir Prof. Schachtschneider, wie auch Prof. Hankel, vor allem durch die Klagen gegen die Einführung des Euros. Prof. Schachtschneider ist sicher ein intelligenter Mensch, aber was treibt ihn dazu Putin zu verteidigen? In Wikipedia gibt es einen ersten Hinweis, Pentium wies ja auch darauf hin:

Anton Maegerle kritisiert im SPD-nahen Informationsportal Blick nach Rechts die Aktivitäten Schachtschneiders bei rechtspopulistischen und rechtsextremen Gruppen und Parteien. Er nannte unter anderen dessen Auftritte am 10. März 2009 bei einer Veranstaltung der Bürgerbewegung pro Köln, am 30. Januar 2009 bei einem Kongress der FPÖ, als Sachverständiger im Sächsischen Landtag auf Einladung der NPD, als Referent im Studienzentrum Weikersheim, bei einer Sommerakademie von Leserkreisen der Jungen Freiheit, bei einem vom Verein zur Förderung der psychologischen Menschenkenntnis ausgerichteten Kongress und Auftritte neben Rechtsextremisten bei diversen Burschenschaften sowie einen Artikel Schachtschneiders in der rechtsextremen Zeitschrift Die Aula 2006.[23] Maegerle schätzt Schachtschneider als „Grenzgänger zwischen Rechtspopulismus und Rechtsradikalismus“ ein.[24]
http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Albre ... tschneider


Dabei sollte man den Spiegel-Artikel im Hinterkopf behalten. Ich denke nicht, daß es Schachtschneider in seinem Artikel in erster Linie um die Krim geht, sondern um die Rechtfertigung von Putin. Juristen können ja das Recht öfters so auslegen, wie es ihnen nützlich erscheint, gerade bei weit auslegbaren Normen wie dem Selbstbestimmungsrecht im Völkerrecht. Wenn Schachtschneider gewollt hätte, dann hätte er seinen Artikel auch so schreiben können, dass er zum entgegengesetzten Ergebnis kommt. Aber warum verteidigt er Putin? Mittlerweile bildet sich in (West-)Europa so etwas wie eine internationale Rechte heraus. Von Marine le Pen´s FN, über die British National Party und UKIP, die FPÖ, Vlaams Belang, Geert Wilders, Victor Orban, Lega Nord u.s.w.. Mehrere dieser Parteien haben ja beschlossen, in Zukunft nicht nur im Europa-Parlament eng miteinander zu kooperieren. Lucke von der AfD, der auch Schachtschneider nahe steht, schließt zwar eine Zusammenarbeit mit diesen Parteien öffentlich noch aus. Das ist aber vermutlich nur eine Distanzierung aus taktischen Gründen, um im Wahlkampf die Wahlchancen nicht zu verschlechtern, denn inhaltlich gibt es Schnittmengen mit den genannten Parteien. Und in diesen Kreisen hat man nun Putin als neuen "Messias" auserkoren. Schließlich vertritt Putin viele ihrer Positionen, von ihrem Weltbild (->Spiegel-Artikel). Also gegen alles was unter dem Begriff "westlich" subsumiert wird. In erster Linie die EU, "westliche Werte" wie weitgehende Bürgerrechte in Form von Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit, westliche Demokratie und Parlamentarismus, "Gendermainstream", Homosexuellen-Rechte, US-Kultur, Materialismus, Werteverfall, Verweichlichung, Verweiblichung.

Was die internationale Rechte dagegen teilt, ist übersteigerter Nationalismus, autoritäre Herrschaftsformen, teilweise Antisemitismus und Antiislamismus, und vor allem Antiamerikanismus. Nicht nur bei dem Letztgenannten gibt es Schnittmengen mit der Linken. Diese Schnittmengen gab es auch in der Weimarer Republik. Obwohl verfeindet, hat man gemeinsam die Weimarer Demokratie bekämpft. Nebenbei bemerkt, waren auch "Linke" untereinander immer verfeindet - Stalinisten gegen Trotzkisten gegen Maoisten gegen Anarchisten gegen Sozialdemokraten u.s.w. Die internationale Rechte hat viel besser als die Linke erkannt, daß Putin für eine Art Postfaschismus mit kapitalistischer Wirtschaftsordnung steht. Um ihre Anfangs-Ziele, wie die Auflösung der EU, des Euros, der NATO und der transatlantischen Verbindungen zu erreichen, ist für die internationale Rechte Putin der willkommene Verbündete. Unter diesem Aspekt muss man Schachtschneiders Artikel sehen, denn die Krim dürfte ihn nie sonderlich interessiert haben.
Sirius
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon HPA » 3. Mai 2014, 18:09

Genau. Elsässers Querfront lässt grüßen. Aus Österreich meldet sich ja derzeit ein gewisser Ewald Stadler zu Wort. Kürzlich als "Wahlbeobachter" auf der Krim zu Gast.
HPA
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Sirius » 3. Mai 2014, 18:40

...Auch auf der Krim kam es zu Gewaltausschreitungen. Etwa 5000 Krimtataren haben eine Kette russischer Polizisten an der Grenze zum ukrainischen Festland durchbrochen und so einem der Anführer der Minderheit die Einreise auf die Halbinsel ermöglicht.

http://www.welt.de/politik/ausland/arti ... onnen.html
Sirius
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon pentium » 3. Mai 2014, 18:44

Zwei Bataillone freiwilliger Kämpfer sind von der Schwarzmeer-Halbinsel Krim zur Hilfe nach Slawjansk vorgerückt. Das teilte der Kommissar der im Gebiet Donezk aktiven patriotischen Bewegung „Ostfront“, Nikolai Solnzew, RIA Novosti am Samstag mit.

http://de.ria.ru/security_and_military/ ... 07151.html

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