Die Lage in der Ukraine Teil 1

Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon pentium » 30. April 2014, 17:21

Zitat:
"Die große Herausforderung für Medien und deren Nutzer ist es, Licht in diesen Propagandanebel zu bringen", resümiert Hanno Gundert, Geschäftsführer von n-ost, einem Netzwerk, das sich für eine unabhängige Osteuropa-Berichterstattung einsetzt. Für die Bevölkerung in Russland, so Gundert, sei das mittlerweile allerdings fast unmöglich.

Denn viele Sender dort machen ganz gezielt Stimmung für die eine oder andere Seite - zum Beispiel durch die Wortwahl. Während in westlichen und ukrainischen Medien oft von der "Übergangsregierung" in Kiew die Rede ist, sprechen Kreml-nahe russische Medien wie der Auslandssender "Russia Today" meist von der "Putsch-Regierung". Wer auf der einen Seite als "selbsternannter Bürgermeister" bezeichnet wird, heißt auf der anderen Seite "Bürgermeister des Volkes". Diese Nuancen bei den Begriffen erzeugen Stimmungen - ebenso wie die Auswahl der Themen und der zitierten Experten.

Die russischsprachige Bevölkerung des Landes holt sich ihre Informationen jedoch meist aus russischen Medien. Und die sind - bis auf wenige Ausnahmen - ganz auf Linie des Kremls. "Das russische Fernsehen ist schon seit langem kein Träger eines professionellen Journalismus mehr. Es ist zu einer richtigen Propagandamaschinerie geworden. Jetzt hat das Ganze ein fürchterliches Ausmaß angenommen", erklärt Tatjana Felgengauer, stellvertretende Chefredakteurin des regierungskritischen Nachrichtensenders "Echo Moskau". Der Kreml versuche, über das Fernsehen eine einheitliche Sichtweise zu etablieren: "In Kiew sind die Faschisten, in der Ostukraine unsere Freunde."

In Russland, auf der Krim und in Teilen der Ostukraine scheint Moskau mit dieser Strategie bisher recht erfolgreich zu sein. Hanno Gundert wundert es daher nicht, wie viel Unterstützung Putin bei den Russen genießt: "Es ist wichtig sich klarzumachen, wie schwer es dort ist, sich dieser gleichgeschalteten Medienblase zu entziehen."....

http://www.dw.de/propagandaschlacht-um- ... a-17594756

Objektive Informationen sind eben in diesen Propagandanebel nur schwer zu bekommen!

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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Spartacus » 30. April 2014, 17:41

pentium hat geschrieben:
Objektive Informationen sind eben in diesen Propagandanebel nur schwer zu bekommen!

mfg
pentium


Das gilt aber leider auch für die deutschen Medien, denn wer verhält sich da objektiv, noch dazu, wenn diese
Leute so in die diversen Organisationen verstrickt sind, wie es "die Anstalt" zeigt ?

Deswegen sollten wir hier versuchen, die Objektiven Informationen aufzuzeigen, wenn wir denn überhaupt dazu
in der Lage sind.

Warum wird dann ausgerechnet diese Institution bei der größten Krise zwischen Russland und dem Westen seit Ende des kalten Krieges, "auf Eis gelegt" und zwar einseitig durch den Westen?


Das sind die Fragen, die es zu beantworten gilt, allerdings ist es dafür nun auch zu spät, denn man hat es von Seiten der
EU, aber auch der NATO schlichtweg "verpennt", was ja von einigen Kommentatoren auch immer wieder einmal verschämt
zugegeben wird.

Nun ja...

LG

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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Hamiota » 30. April 2014, 17:56

pentium hat geschrieben:Hamiota hat geschrieben:
...frage ich mich was die derzeitige "Regierung" in Kiew eigentlich legitimiert?

Gute Frage, wie war dass doch gleich mit der Großen Sozial..........Oktoberrevolution?
Wer hatte doch gleich Lenin die Reise bezahlt und wodurch wurde seine Regierung legitimiert?

mfg
pentium

PS. War der gestürzte ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch nicht einfach verschwunden? Nur mal so als Anmerkung!


Das der kaiserliche deutsche Geheimdienst damals die Finger mit im Spiel hatte weis doch wohl mittlerweile jedes Kind! Blos rechtfertigen die Vorgänge von vor nahezu 100 Jahren die Rolle des Westens derzeit in der Ukraine? Das genaue Gegenteil ist doch wohl der Fall!

Kannst du @pentium mir erklären was der CIA-Chef vor 3 Wochen in Kiew wollte? Und dann auch noch so daß seine "Tarnung" rein gar nichts wert war? Was sollen die Russen denn davon halten? Da stellte sogar das ZDF fest daß dies wenig hilfreich sei! Hast du das Essay von Eppler gelesen?

Peter
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Spartacus » 30. April 2014, 17:59

Hamiota hat geschrieben:Hast du das Essay von Eppler gelesen?

Peter


Setze mal einen Link Peter, ich kann es auch gerade nicht finden.

Danke

Sparta


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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Hamiota » 30. April 2014, 18:07

Spartacus hat geschrieben:
Hamiota hat geschrieben:Hast du das Essay von Eppler gelesen?

Peter


Setze mal einen Link Peter, ich kann es auch gerade nicht finden.

Danke

Sparta


Ich habe es in der Print Ausgabe gelesen. Ich weis nicht ob man ihn auch Online lesen kann. Hier die Übersicht, es ist auf Seite 30.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/index-2014-18.html

Gruß [hallo]
Peter
Hamiota
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Spartacus » 30. April 2014, 18:15

Hamiota hat geschrieben:
Spartacus hat geschrieben:
Hamiota hat geschrieben:Hast du das Essay von Eppler gelesen?

Peter


Setze mal einen Link Peter, ich kann es auch gerade nicht finden.

Danke

Sparta


Ich habe es in der Print Ausgabe gelesen. Ich weis nicht ob man ihn auch Online lesen kann. Hier die Übersicht, es ist auf Seite 30.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/index-2014-18.html

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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon pentium » 30. April 2014, 19:46

Nein, das Essay von Eppler habe ich nicht gelesen, Hamiota.
Und was der Chef der CIA in Kiew wollte, keine Ahnung. Jedenfalls keine Ostereier verstecken!
Nur sollte man in diesem Konflikt nicht nach der guten Seite und böse Seite suchen oder meinen sie gefunden zu haben.
Ein Beitrag des Herrn Klaus von Dohnanyi so als Lektüre zur Nacht. Er weiß mit seinen Analysen gezielt zu provozieren

Zitat:

Im verbündeten Westen gibt es unterschiedliche Meinungen zur Lösung der Ukraine-Krise, obwohl wir in der Analyse der Ursachen übereinstimmen: Die Revolution in Kiew hat Russland beunruhigt, aber das Referendum auf der Krim war dennoch illegal und nach der Verfassung der Ukraine unzulässig. Die Annexion verstieß gegen das Völkerrecht; Russland hatte 1994 im Budapester Protokoll die territoriale Integrität der Ukraine einschließlich der Krim garantiert. Und ohnehin kann die streitige Übernahme des Teiles eines anderen Staates nicht rechtens sein.

Die Annexion der Krim gefährdet auch den Frieden in der Welt: Sprachliche Minderheiten jenseits einer Grenze dürfen nicht zum Vorwand für Landnahme werden. Das würde schnell in eine sehr unfriedliche Welt führen. Die heutigen Unruhen in der Ostukraine sind bereits eine gefährliche Folge des Beispiels Krim.
Pas tout pardonner

Aus russischer Gefühlslage lässt sich die Annexion allerdings verstehen: 1783 von Katharina der Großen den Tartaren entrissen, gehören Krim und ihr Hafen Sewastopol kulturell etwa so eng zu Russ-land wie Florida und Miami zu den Vereinigten Staaten. Ein Willkürakt von Chruschtschow schlug die Krim 1954 zwar zur Ukraine, und jene folgte ihr dann Anfang der neunziger Jahre in die Unabhängigkeit einschließlich Sewastopol. Russland hatte für Sewastopol dann nur noch einen zeitlich begrenzten Pachtvertrag. 20 Jahre Teil der Ukraine gegenüber mehr als 200 Jahren Teil Russlands: Das erklärt sogar Gorbatschows nachdrückliche Unterstützung der Annexion.

Kulturell gespalten, gab es im Westen der Ukraine schon von der orange Revolution Versuche, die Ukraine einseitig an EU und Nato zu binden. Der Osten der Ukraine, eher nach Russland orientiert, und die dortigen Interessen Russlands waren aufgeschreckt: Sewastopol auf Nato-Gebiet - ein schwerer Schlag für den russischen Nationalstolz.

Diese Zusammenhänge zu verstehen heißt nicht die Annexion zu billigen. Tout comprende ist nicht tout pardonner! „Putin-Versteher“ im Krim-Konflikt sind keine Befürworter seiner Politik. Aber bei jedem Konflikt muss man versuchen, die Sicht beider Seiten im Auge zu behalten.
Finnlandisierung des kleinen Nachbars

Gerade für die Vereinigten Staaten sollte Putins Lagebeurteilung so schwer verständlich nicht sein. Als Fidel Castro 1959 die Macht auf Kuba gewann, kam er den Vereinigten Staaten so nahe, dass Kennedy 1961 einen militärischen „Befreiungsversuch“ unternahm. Lange Wirtschaftsembargos folgten. Und auch amerikanische Interventionen in Iran 1953 (Sturz Mossadegh) oder Chile 1973 (Sturz Allendes) könnte man erinnern.

Jedoch Verständnis hin oder her - Putins Schritt bleibt gefährlich. Denn wohin könnte russischer Nationalismus in anderen Regionen Osteuropas noch führen? Hat Putin weitere „Grenzbereinigungen“ vor? Treibt er die Unruhen in der Ostukraine voran?

Aus historischer Erfahrung neigen wir dazu, Russland gefährliche Absichten zu unterstellen. Will Putin aber wirklich - oder wollte er jemals - den Ostteil der Ukraine besetzen und annektieren? Kann er ein Interesse an einem möglichen ukrainischen Bürgerkrieg haben? Oder hat vielleicht Brzezinski, der frühere Sicherheitsberater von Präsident Carter, recht, wenn er eine „Finnlandisierung“ der Ukraine als das wahre Ziel Putins vermutet? Wir wissen es nicht.
Die Geschichte lehrt

Im Lager der verbündeten westlichen Staaten gibt es angesichts dieser Ungewissheiten zwei unterschiedliche strategische Überlegungen: Die eine, heute eher von den Vereinigten Staaten geprägt, lautet: Stärke zeigen, Nato-Präsenz an die Grenzen bringen; Russland „bestrafen“. Und wenn Putin nicht nachgibt: schärfere „Strafen“, Kontakte weiter abbauen und Truppen der Vereinigten Staaten an den Grenzen zu Russland stationieren. Könnte aber die Nato heute die Grenzen Osteuropas ohne Einsatz von Atomwaffen überhaupt verteidigen? Ehrliche Antworten sind gefragt.

Die andere Strategie, eher der deutschen Position nahe, lautet: die völkerrechtliche Verurteilung der Annexion aufrechterhalten, aber Spannungen durch Gespräche und Verhandlungen entschärfen; politische Zusammenarbeit und Handel fortführen und geduldig daran arbeiten, dass sich auch in Russland zivilgesellschaftliche Interessen und völkerrechtliche Grundsätze durchsetzen werden. Hat das eine Chance?

Die Geschichte lehrt jedenfalls: Russland mit militärischen Mitteln zurückzudrängen war noch nie erfolgreich. 1812 kehrte Napoleon geschlagen aus Moskau zurück, auf dem Wiener Kongress 1815 war dann Zar Alexander I. die mächtigste Figur. Als nach der Russischen Revolution 1917 die sogenannte Weiße Armee aus Engländern, Franzosen und auch deutschen Truppen versuchte, den Bolschewismus zu besiegen, musste sie ergebnislos aufgeben. Und als der polnische Präsident Pilsudski 1920 sogar kurzfristig Kiew eroberte, war er am Ende froh, mit französischer Hilfe Warschau vor den bolschewistischen Truppen retten zu können. Auch Hitler drang fast bis Moskau vor - aber schließlich standen die Russen in Berlin!
Schutzschild und nicht mehr

Wenn wir heute immer schärfere Töne von Washington und Nato hören, dann sollten wir ebenfalls daran erinnern, dass die Vereinigten Staaten gegenüber Russland auch mit lauten Worten noch nie erfolgreich waren. So haben sie zwar die Aufständischen in der DDR (1953), in Ungarn (1956), in der ČSSR (1968) und 1980 in Polen propagandistisch ermutigt, mussten aber am Ende jedes Mal hilflos zusehen, wie diese niedergewalzt wurden. Kissinger schreibt dazu in seinen Memoiren: „Unsere Sünde war nicht gewesen, dass wir diese Völker betrogen hatten; wir hatten vielmehr Erwartungen geweckt, die wir nicht erfüllen konnten.“ Sind die Vereinigten Staaten und die Nato nicht wieder auf diesem Weg? Jetzt eröffnen sie sogar (so Christiane Amanpour auf CNN) einen „Krieg der Worte“ gegen Russland, und Washington hat hierfür bereits einen Staatssekretär ins Außenministerium berufen. Aber was wird das bewirken, außer die Krise zu verschärfen?

Nur einmal gelang es nämlich in den letzten 200 Jahren, die Grenzen Russlands erfolgreich nach Osten zurückzudrängen: durch Entspannungspolitik. Es waren nicht Waffen, und die Sowjetunion brach auch nicht wegen des Rüstungswettlaufes zusammen; das kommunistische System Russlands war so wenig lebensfähig wie das System Chinas, das eben auch ohne Rüstungswettlauf zum Staatskapitalismus mutierte. Aber die Entspannungspolitik, energisch vorangetrieben von der Bundesrepublik und von Willy Brandt, zunächst als Außenminister und später als Bundeskanzler, nutzte diese innere Schwäche der Sowjetunion und war am Ende erfolgreicher als alle Drohungen der Vereinigten Staaten.

Durch Verhandlungen zunächst Vertrauen schaffen und schließlich mit immer weiterreichenderen Vereinbarungen eine Stärkung der zivilgesellschaftlichen Kräfte in Russland bewirken - die Früchte dieser Bemühungen ernteten Kohl und Gorbatschow 1990. Worte, nicht Waffen befreiten auch Mitteleuropa - Verhandlungen und nicht die Nato! Diese blieb Schutzschild, nicht mehr. Das könnte und sollte sie auch heute sein.
Geduld und Verständnis

Doch wie viel Widerstand und Skepsis von Seiten der Vereinigten Staaten begegnete uns! Kissinger gesteht inzwischen, auch er habe sich erst mühsam von der deutschen Entspannungsstrategie überzeugen müssen. Und Willy Brandt musste sich ständig gegen die Zumutung sinnloser Wirtschaftssanktionen wehren.

Und heute? Gewiss, ein „lupenreiner Demokrat“ ist Putin nicht. Würde er es vielleicht gern sein, wenn auch Russland es schon sein könnte? Schwer zu sagen. Bei meinen häufigen Kontakten mit russischen Wirtschaftsführern, Rechtsanwälten, Regionalpolitikern und Wissenschaftlern höre ich jedenfalls immer öfter diese eine Kritik: Man verstehe im Westen offenbar nicht, wie groß die rechtsstaatlichen Fortschritte unter Putin schon seien, wo es doch vor zwanzig Jahren in Russland kein geordnetes bürgerliches Recht, keinen geregelten Strafprozess, keine funktionsfähigen Gerichte und keinerlei regionale Selbstverwaltung - um nur einige Beispiele zu nennen - gegeben habe. Und ich höre dies nicht nur von jungen, meist westlich ausgebildeten Russen; ich höre das auch von vielen Deutschen, die in Russland arbeiten.

Könnten wir diese Entwicklung nicht nutzen, auch um die Genfer Vereinbarungen zur Lösung der Ukraine-Krise umzusetzen? Auch hier sind nämlich Geduld und Verständnis notwendig, denn beide Seiten sind nicht immer Herren ihrer Rebellen. Könnte denn Putin die Separatisten im Osten der Ukraine so ohne weiteres zurückpfeifen? Kann Obama die Rechtsradikalen aus der Kiew-Regierung drängen? Kann er Netanjahu zur Aufgabe der Siedlungspolitik bewegen? Oder in den Vereinigten Staaten das Tragen von Schnellfeuerwaffen verbieten?
Europa braucht eine gesunde Ukraine

Innenpolitik bestimmt heute in den Vereinigten Staaten und in Russland auch die Ukraine-Politik, vielleicht sogar besonders in Amerika. Denn dort sieht es so aus, als werde Obama die Zwischenwahlen im Herbst deutlich verlieren, und seine Gegner drängen immer mehr auf Härte und Stärke in der Außenpolitik. Geht es also gar nicht nur um „Putin-Versteher“, sondern auch um „Obama-Versteher“?

Wie kann es nun weitergehen? Um der Einigkeit im Westen willen musste Deutschland wohl den ersten Sanktionen zustimmen. Aber weiter so lieber nicht. Der Abbruch der Gespräche, auch innerhalb der G8, war kein Fortschritt: Mit Russland können wir nur vorankommen, wenn wir geduldig gemeinsame Interessen suchen und formulieren. Heute heißt das: keine Aufteilung der Ukraine, aber auch keine Ukraine in der EU oder in der Nato. Wirtschaftsöffnung der Ukraine zur EU, ohne aber Putin an einer Öffnung zu seiner Zollunion zu hindern. Berücksichtigung auch russischer Industrieinteressen in der Ostukraine. Europa braucht eine gesunde Ukraine; und das wird teuer genug für beide Seiten.

Diese Politik nur als einen Vorwand für wirtschaftliche Interessen oder Gasabhängigkeiten zu interpretieren zeigt wenig Kenntnis europäischer Erfahrung. Und wer glaubt, ein national erregtes Russland über Wirtschaftssanktionen in die Knie zwingen zu können, der sollte vielleicht erinnern, was die viel, viel schmerzhafteren Bombardierungen Deutschlands am Ende beim Volk wirklich erreichten!
Kalter Krieg 2.0

Die Vereinigten Staaten verstehen eben wenig von Europa (siehe Rumsfelds „Mars oder Venus“). Sie vermissen zwar bei uns die eine Telefonnummer und beklagen unsere schwerfälligen Entscheidungen, zugleich betreiben sie aber aus geopolitischen Interessen den EU-Beitritt von Ukraine und Türkei, ohne zu bedenken (oder besser: zu verstehen!), was dies wohl für Sicherheit und Handlungsfähigkeit Europas bedeuten müsste.

Europa ist anders als die Vereinigten Staaten: nicht zusammengewachsen aus einer einzigen Wurzel; nicht eine Landessprache gilt bei uns; nicht eine Geschichte einigt die Europäer. Diese ist nicht nur streitgeformt, sondern es gibt auch sehr unterschiedliche nachbarschaftliche Erfahrungen in Ost und West. Und doch: Für alle Europäer liegt Russland nicht jenseits des Atlantiks, ist nicht „strategische Gegenküste“, sondern ein landnaher, mächtiger Nachbar. Wie wenn China an Texas und Arizona grenzen würde!

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/d ... ageIndex_3

Ja ist ein bischen lang geworden. Aber vielleicht ein paar neue Lösungsansätze.

mfg
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Volker Zottmann » 30. April 2014, 21:24

Fazit:

Kurz gesagt, ist "Katharina die Große" schuld. Also ist der ganze heutige Schlamassel den Deutschen anzulasten! [shocked]

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon pentium » 30. April 2014, 21:32

Den Deutschen nicht, höchstens dem Fürstenhaus von Anhalt-Zerbst!

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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon augenzeuge » 30. April 2014, 22:20

"Mit einer Volksabstimmung über die Einheit der Ukraine will die prowestliche Regierung in Kiew die Lage in dem krisengeschüttelten Land beruhigen."

Na endlich....

Einige werden sich dann wundern.
AZ
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Nov65 » 1. Mai 2014, 09:29

Weiß nicht, warum Hamiota den/das Essay von Eppler als so wichtiges Argumentenbündel heranzieht. Bin SPIEGEL-Leser und habe den Essay gelesen. Eppler mahnt nur, Putin zu verstehen, nicht aber seine Handlungen zu billigen.
Ich verstehe auch jeden Einbrecher: Der meint, ich habe das was er braucht, und das holt er sich eben.
Nichts Anderes sagt Eppler, nicht anders denkt Putin: Die werden mir den Vertrag mit der Schwarzmeeflotte nicht über 45 verlängern, eher früher beenden. Also sichere ich mir die Dauerlösung der Stationierung.
Putin zu verstehen heisst : Es gibt neben der Demokratie, neben Völkerrecht und der Zusammenarbeit in internationalen Gremien noch den militärischen Einsatz für die Sicherung eigener Interessen, es gibt noch Piraterie, Lüge und Scheinheiligkeit.
In diesem Sinne habe ich den Putin schon verstanden.
Bin auf seine Rückkehr irgendwann auf die internationale Bühne gespannt...
Gruß in die Runde
Nov65
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Nov65 » 1. Mai 2014, 09:39

Die deutsche Bundespolitik geht den Weg der Diplomatie,
die Wirtschaft schert dies nicht: sie geht den Weg der Sicherung ihrer Interessen.
Da scharwenzelt man um hochrangige Vertreter Russlands und mahnt, keine Sanktionen zu verhängen. Da werden Verträge der Vertiefung verhandelt.
So, als würde es die brisante Verhandlungssituation und die Verweigerung Putins gar nicht geben.

Und da liebherzt Schröder den Putin,
da fährt auch der MP von Meck-Pomm nach Petersburg, "da man auch in schwierigen Zeiten miteinander über die Wirtschaftsbeziehungen"reden muss.

Worum geht es denn jetzt?
Um die Absicherung deutscher Wirtschaftsinteressen?
Darum, immer schön am Kuchentisch zu sitzen und nichts zu versäumen?
Der Putin lacht sich kaputt: Wirtschaftssanktionen? Sollen sie doch. Er hat doch in demselben "Lager" dicke Freunde, und es brummt doch...

Oder geht es um die gefährliche Lage des Friedens in Europa?
Steinmeier muss sich verraten und verkauft fühlen von Schröder(SPD und Sellering(SPD).

So habe ich diese Partei noch gut im Gedächtnis!
Andreas
Nov65
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Danny_1000 » 1. Mai 2014, 10:38

Nov65 hat geschrieben:Weiß nicht, warum Hamiota den/das Essay von Eppler als so wichtiges Argumentenbündel heranzieht. Bin SPIEGEL-Leser und habe den Essay gelesen. Eppler mahnt nur, Putin zu verstehen, ....Gruß in die Runde

…ist doch aber schon mal ein guter Ansatzpunkt, um die etwas komplexeren Zusammenhänge dort in der Region zu verstehen und nicht auf unsere billige Propaganda vom bösen Putin im Arm von G. Schröder und dem guten Westen reinzufallen.

Und wenn du dann noch berücksichtigen würdest, dass die dort tätigen Akteure bestimmte Interessen verfolgen (also nicht nur der Putin und die Putschistenregierung in Kiew), würdest du vielleicht auch hinterfragen, was die Amis mit ihrem Dackel EU dort eigentlich wollen und warum sich das der Wladimir gar nicht gefallen lassen will !

Auch von mir einen schönen Gruß in die Runde !

Danny
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Hamiota » 1. Mai 2014, 13:27

Was mich momentan etwas irritiert ist der Status der "OSZE-Geiseln" in Slawansk. Angeblich gehören sie weder zur OSZE, noch wurden sie von dieser beauftragt und Papiere hatten sie gleich gar nicht dabei welche sie als OSZE- Mitarbeiter auswiesen!
Es waren Bundeswehroffiziere welche in Zivil auf "Einladung" der Machthaber in Kiew mit Ukrainischen Offizieren und Dolmetscher in der Konfliktregion unterwegs waren!

Wenn das so stimmt ist dies mehr als Verantwortungslos und ich stelle mir die Frage warum in den deutschen Medien so herum geeiert wird und offensichtlich etwas falsch berichtet wird! Oder waren es doch OSZE- Mitarbeiter, aber warum trugen sie dann Zivil-Kleidung als Militärs? Wer lügt hier? Fragen über Fragen! Ich habe keine Ahnung, es scheint alles möglich zu sein!

der Peter [hallo]
Hamiota
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Sirius » 1. Mai 2014, 13:54

Danny_1000 hat geschrieben:
Nov65 hat geschrieben:Weiß nicht, warum Hamiota den/das Essay von Eppler als so wichtiges Argumentenbündel heranzieht. Bin SPIEGEL-Leser und habe den Essay gelesen. Eppler mahnt nur, Putin zu verstehen, ....Gruß in die Runde

…ist doch aber schon mal ein guter Ansatzpunkt, um die etwas komplexeren Zusammenhänge dort in der Region zu verstehen und nicht auf unsere billige Propaganda vom bösen Putin im Arm von G. Schröder und dem guten Westen reinzufallen.

Und wenn du dann noch berücksichtigen würdest, dass die dort tätigen Akteure bestimmte Interessen verfolgen (also nicht nur der Putin und die Putschistenregierung in Kiew), würdest du vielleicht auch hinterfragen, was die Amis mit ihrem Dackel EU dort eigentlich wollen und warum sich das der Wladimir gar nicht gefallen lassen will !

Auch von mir einen schönen Gruß in die Runde !

Danny

Wäre die EU tatsächlich ein Dackel der USA, wären die Ukraine und Georgien schon seit einigen Jahren Mitglied der NATO. Denn das wollte Bush sen. 2008. Die Dackel Merkel und Sarkozy hatten das aber abgelehnt, und sich gegenüber Chihuahua Bush durchgesetzt, weil sie meinten, mit Appeasementpolitik Putin besänftigen zu können. Im Nachhinein betrachtet vielleicht ein Fehler, weil dieses Machtvakuum zwischen rivalisierenden Mächten in Zentraleuropa in Form des Staates Ukraine zu einer Instabilität geführt hat. Jetzt wird auch klarer erkennbar, warum die Stalinnote 1952 abgelehnt wurde. Ein neutrales Deutschland wäre ein vergleichbares Machtvakuum mit strategischer Bedeutung zwischen zwei rivalisierenden Lagern geworden. In der Weltgeschichte haben solche Machtvakua mit strategischer Bedeutung öfters zu Krisen und Kriegen geführt. Zum Beispiel Sizilien zwischen Rom und Karthago, oder Faschoda zwischen Großbritannien und Frankreich. Die Ukraine wird noch lange Zeit ein Krisenherd bleiben, wenn keine klaren Verhältnisse geschaffen werden, z.B. durch eine Volksabstimmung.
Sirius
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Danny_1000 » 1. Mai 2014, 14:42

Sirius hat geschrieben:Wäre die EU tatsächlich ein Dackel der USA, wären die Ukraine und Georgien schon seit einigen Jahren Mitglied der NATO. Denn das wollte Bush sen. 2008. Die Dackel Merkel und Sarkozy hatten das aber abgelehnt, und sich gegenüber Chihuahua Bush durchgesetzt, weil sie meinten, mit Appeasementpolitik Putin besänftigen zu können. Im Nachhinein betrachtet vielleicht ein Fehler, weil dieses Machtvakuum zwischen rivalisierenden Mächten in Zentraleuropa in Form des Staates Ukraine zu einer Instabilität geführt hat. Jetzt wird auch klarer erkennbar, warum die Stalinnote 1952 abgelehnt wurde. Ein neutrales Deutschland wäre ein vergleichbares Machtvakuum mit strategischer Bedeutung zwischen zwei rivalisierenden Lagern geworden. In der Weltgeschichte haben solche Machtvakua mit strategischer Bedeutung öfters zu Krisen und Kriegen geführt. Zum Beispiel Sizilien zwischen Rom und Karthago, oder Faschoda zwischen Großbritannien und Frankreich. Die Ukraine wird noch lange Zeit ein Krisenherd bleiben, wenn keine klaren Verhältnisse geschaffen werden, z.B. durch eine Volksabstimmung.

Hallo Sirius,

was die Haltung Deutschlands und Frankreichs in der Georgienkrise betrifft, stimme ich mit dir überein. Offensichtlich hat der Westen daraus aber wenig gelernt, ansonsten hätte er sich in der Ukraine- Frage anders verhalten und auch die berechtigten Interessen der Russen berücksichtigt. Vermutlich wäre es zu der dann folgenden Entwicklung gar nicht gekommen.

In der aktuellen Krise gehört ja Deutschland mit seiner Position und seinem Auftreten noch eher zu den Gemäßigten. Die Administration der USA fährt dagegen einen eisernen Konfrontationskurs Rußland gegenüber und das nicht nur mit seiner Kriegsrhetorik. Andernorts kann man sogar lesen, dass Amerika den Krieg in der Ukraine will.

Ich denke, dass Deutschland ein vitales Interesse an einem guten Verhältnis zu Rußland haben muß und das aus vielerlei Gründen. Und das sollten wir dann auch viel deutlicher artikulieren, anstatt in treuer Gefolgschaft zu den USA ständig an der Sanktionsschraube zu drehen.

Trotzdem: Deine Beiträge lese ich immer mit großem Interesse !

Einen schönen Feiertag
Danny
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Nov65 » 1. Mai 2014, 15:57

Angesichts der hohen Wirtschaftsbedeutung Deutschlands für Russland (auch umgekehrt) ist es aber doch naheliegnd, dieses Gewicht in die Waagschale für ein Ende der Russlandeinmischung im Ukrainekonflikt zu werfen. Das passiert aber nicht.
Grüße von Andreas
Nov65
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Spartacus » 1. Mai 2014, 16:12

Nov65 hat geschrieben:Angesichts der hohen Wirtschaftsbedeutung Deutschlands für Russland (auch umgekehrt) ist es aber doch naheliegnd, dieses Gewicht in die Waagschale für ein Ende der Russlandeinmischung im Ukrainekonflikt zu werfen. Das passiert aber nicht.
Grüße von Andreas


Wer soll denn da was werfen Andreas?

Die Politiker haben bei den großen Unternehmen doch nix zu melden, hoffen sie doch alle, da mal unterschlüpfen zu
können. Ist ja eben andersrum, die Unternehmen bestimmen die Politik, wie man nun ja wieder sehr schön sieht.
Die werden den Teufel tun und auf die schönen Profite mit Russland verzichten? Nee.

LG

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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Hamiota » 1. Mai 2014, 16:46

Nov65 hat geschrieben:Angesichts der hohen Wirtschaftsbedeutung Deutschlands für Russland (auch umgekehrt) ist es aber doch naheliegnd, dieses Gewicht in die Waagschale für ein Ende der Russlandeinmischung im Ukrainekonflikt zu werfen. Das passiert aber nicht.
Grüße von Andreas


Nun sind die Russen aber bei weitem nicht die einzigen welche sich in der Ukraine einmischen und bis Anfang März gab es keine Einmischung Russlands eher eine erstaunliche Zurückhaltung des Kreml! Das wird ja noch nichtmal durch die westlichen Medien bestritten, wenn es auch auch geflissentlich "übersehen" wird . Daher ist deine Aussage @Nov65 recht einseitig und unausgewogen, man könnte auch sagen du ergreifst Partei! Aber ergreift hier nicht jeder Partei?

Jedenfalls ist das was die Amerikaner vollkommen ungeniert machen um keinen Deut besser als das Vorgehen der Russen. Man denke nur an die Reden von Biden und McCain und die "Arbeitsbesuche" des CIA-Chefs in der Ukraine. Es wird ja wohl keiner ernsthaft behaupten wollen dieser Mann fährt alleine in die Ukraine und seine Mannen wären dort nicht schon längst in alle möglichen Entwicklungen und Entscheidungen involviert! Und die Ukraine gehören nunmal zum russischen Interessen und Einflußgebiet ohne wenn und aber! Das die Amerikaner in ihrem Vorhof (auch wenn er etwas weiter weg ist) keinen Spaß verstehen und für Klarheit sorgen zeigt doch Kuba, ebenso wie Grenada und Panama!

der Peter [hallo]
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Spartacus » 1. Mai 2014, 16:54

IWF hilft Ukraine mit 17 Milliarden Dollar


So nun geht es den Ukrainern schon mal vorab an den Kragen bzw. den Geldbeutel.

Der IWF fordert von der Ukraine im Gegenzug für die Kredithilfen weitreichende Wirtschaftsreformen. Die Übergangsregierung hatte bereits Massenentlassungen und schmerzhafte soziale Einschnitte angekündigt.


http://www.spiegel.de/politik/ausland/u ... 67099.html

Ob das in der Situation so klug ist, möchte ich mal stark bezweifeln. Können, oder wollen die einfach nicht nachdenken?
Russland wollte vor dem ganzen Schlamassel der Ukraine mit 18 Milliarden Dollar unter die Arme greifen und was wollten
sie dafür als Gegenleistung?

LG

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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon pentium » 1. Mai 2014, 17:20

30.04.2014 · Die Welt blickt auf die ukrainische Stadt Slawjansk. Was es heißt, in diesen Tagen Bürger einer Stadt zu sein, in der jeder, der eine Waffe wollte, auch eine bekommen hat.

Stellen Sie sich vor, Sie kommen von der Arbeit, und vor Ihrem Haus lehnen an einer Straßensperre drei junge Männer, fast noch Jugendliche; sie haben sich am nahen Kiosk mit Bier versorgt, und einer von ihnen hat eine MP umgehängt. Sie wissen nicht, wer diese Leute befehligt, was sie vorhaben, wann sie schießen. [...]

Es ist nicht so, dass die schweigende Mehrheit von Slawjansk loyal zur ukrainischen Staatsführung stünde. Im Osten ist man traditionell misstrauisch gegenüber den Sapandenzern, denen aus dem Westen. Hier surfen die meisten Leute nicht im Internet, sie schauen – wie in der russischen Provinz – vor allem fern. So konnte die russische Propaganda mit den Greuelgeschichten über die „Faschisten in Kiew“ ihre Wirkung tun.

Umfragen jeder Art und Richtung während der letzten Wochen und Monate besagen aber auch, dass die überwältigende Mehrheit der Bürger des Ostens nicht für einen Anschluss an Russland und nicht einmal für eine weitgehende Autonomie der Region sind.

Man ist hier langsamer, zurückhaltender, ungeübter im Äußern eines politischen Willens als im europäischer geprägten Westen des Landes. Die zentral organisierte, handstreichartige Besetzung von Schlüsselstellen in einer ganzen Anzahl von Orten zur selben Zeit weist eindeutig auf Planung von außen hin. Der schloss sich eine Handvoll Slawjansker Bürger an, vor allem kamen jedoch Kämpfer aus Russland, von der Krim und aus anderen Teilen der Ukraine hinzu. Seit dem 14. April herrscht in Slawjansk Terror. [...]

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/d ... ageIndex_2

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*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Nov65 » 1. Mai 2014, 18:47

Spartacus hat geschrieben:
IWF hilft Ukraine mit 17 Milliarden Dollar


So nun geht es den Ukrainern schon mal vorab an den Kragen bzw. den Geldbeutel.

Der IWF fordert von der Ukraine im Gegenzug für die Kredithilfen weitreichende Wirtschaftsreformen. Die Übergangsregierung hatte bereits Massenentlassungen und schmerzhafte soziale Einschnitte angekündigt.


http://www.spiegel.de/politik/ausland/u ... 67099.html

Ob das in der Situation so klug ist, möchte ich mal stark bezweifeln. Können, oder wollen die einfach nicht nachdenken?
Russland wollte vor dem ganzen Schlamassel der Ukraine mit 18 Milliarden Dollar unter die Arme greifen und was wollten
sie dafür als Gegenleistung?

LG

Sparta

Hi Sparta,
wer gibt schon Geld ohne Gegenleistung? Putin nicht (bleibt schön treu in meinem Geiste)und hoffentlich auch nicht der Westen.
Ich beneide beileibe nicht die Situation der Ukraine: Arm am Beutel und auch nicht reich im Geiste...
Sie sind Spielball der Mächte.
Grüße von Andreas
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon tom-jericho » 2. Mai 2014, 01:48

Da gerade Walpurgisnacht vorbei:

Hier mal Hexenverbrennung auf ukrainisch.

----------> http://nemetico.wordpress.com/2014/04/2 ... en-werden/

Warte jetzt auf den ersten Kommentar dazu, es sei wieder alles nur "russlandgesteuert"!
tom-jericho
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon HPA » 2. Mai 2014, 09:37

HPA hat geschrieben:
na und der link, @ neun wird dir sicher gefallen: http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=14487


Oder: wo sitzen jetzt nun die Faschisten? In Kiew oder doch eher in Moskau?



Herr Fleischhauer vom Spiegel siehts wohl nicht anders: http://www.spiegel.de/politik/ausland/putins-russland-ideologie-vom-ueberlegenen-volk-von-jan-fleischhauer-a-967115.html

Tom-Jericho, soll ich das Video der gefangen genommenen und gefolterten SBU Mitarbeiter einstellen welche man den Russenmedien vorführte?
HPA
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Hamiota » 2. Mai 2014, 10:09

Wie es aussieht wollen die Machthaber in Kiew mit aller Gewalt eine militärische Lösung, wohl wissend daß sie damit Russland bis aufs Blut provozieren. Das Kalkül ist durchsichtig, man provoziert so lange bis russische Truppen eingreifen um dann lauthals die Aggresion zu beklagen und auf Beistand zu hoffen. Dort sind gefährliche Wirrköpfe an der Macht die bedenkenlos die Befehle aus Langley ausführen, das ganze is um so Bedenklicher da ja noch die "Militärberater" aus Deutschland in der Hand der prorussischen Milizen sind ( von OSZE- Mitarbeitern sprach man heute im Frühstücksfernsehen schon nicht mehr)! Das ist alles eine kalkulierte Eskalation! Na, mal sehen ob Frau Merkel heute die richtige Marschrichtung eingetrichtert bekommt.
Das ganze kann noch böse enden, auch und gerade für uns in Deutschland!

Das selbe geschah vor über 100 Jahren ähnlich, eine unvermögen der Herrschenden die Probleme diplomatisch zu lösen! Damals war es ein durchgeknallter Attentäter in Sarajevo der die Initialzündung lieferte, heute haben wir ein paar Hasardeure in Kiew und in Slawansk sitzen und die Politiker in Ost wie West bekommen diese Psychpathen einfach nicht in den Griff! Im Gegenteil, es steht zu befürchten dass sowohl die Knallchargen in Kiew als auch Slawansk nur auf "Order" handeln.

Peter
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Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon HPA » 2. Mai 2014, 10:46

Hamiota,russische Propaganda beständig nachzuplappern macht sie auch kein Stück wahrer.

passt:

[attachment=0]Putin comp.preview.jpg[/attachment
HPA
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon Hamiota » 2. Mai 2014, 10:52

HPA hat geschrieben:Hamiota,russische Propaganda beständig nachzuplappern macht sie auch kein Stück wahrer.


So, das in Slawansk Hasardeure und Psychopathen sitzen ist also russische Propaganda? OK, kannst du mir mal einen Link zeigen aus dem das hervor geht! Oder liest du etwa die Beiträge anderer nur selektiv und pickst dir das raus was du meinst zu brauchen?

Ist es russische Propaganda dass die CIA in der Ukraine kräftig mit mischt? Wenn dem so ist dann hat wohl der Direktor der "Firma" incognito Urlaub in Kiew gemacht [flash]

Peter
Hamiota
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon HPA » 2. Mai 2014, 10:59

Das man den selbsternannten "Volksbürgermeister" von Slawjansk beruhigt als Psychopathen und Hasadeur bezeichnen kann ,darin stimme ich dir umunwunden zu.

Der Besuch des CIA Direktors in Kiew war Bestandteil einer Europarundreise. Ja und? Und wer bewaffnet die prorussischen Kräfte in der Ostukraine? Sicher nicht der armyshop um die Ecke. [grins]

Bzw was treibt der russische Geheimdienst samt ihrer Spezialkräfte in der Ostukraine?

Und mit Omas Vogelflinte schiesst man auch keine Hubschrauber ab.
HPA
 


Re: Die Lage in der Ukraine

Beitragvon pentium » 2. Mai 2014, 11:14

...da ja noch die "Militärberater" aus Deutschland...

Hamiota, der Gruppe gehören neben den Deutschen jeweils ein Militärbeobachter aus Tschechien, Polen, Schweden und Dänemark an. Sind das auch Militärberater aus den Ländern oder ist Deutschland größer geworden?

Und für mich ist die Ukraine immer noch ein suveräner Staat. Rücksicht auf Putin? Warum erinnert mich das immer wieder an dieses hier: http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCnchner_Abkommen

Da hat man ja auch Rücksicht genommen....!

mfg
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