Gerd Böhmer hat geschrieben:Bernd hat geschrieben:Na ja , den Status einer Protestpartei gegen die üble Bundespolitik der
Kartellaprteien hat die AfD bereits abgelegt.
Was sich da anhängt weiß um was es geht oder wie sollte eine
Zeitenwende aussehen?
Vielleicht ist an den Thesen von dem Briten James Hawes tatsächlich etwas dran.
Mit der Bonner Republik Konrad Adenauers, meint Hawes, habe Deutschland endlich die ihm gemäße politische Gestalt gefunden, während die Reichsgründung 1871 dem Land nicht die nationale Einheit, sondern die Überwältigung durch Preußen beschert habe. Entsprechend kritisch sieht der Autor die Wiedervereinigung. Er nennt sie „die Rückkehr Ostelbiens“ und erinnert daran, dass trotz gigantischer Finanztransfers in die neuen Länder deren Bewohner heute zu 40 Prozent antiwestlichen Parteien anhingen – der AfD, der NPD und der Linken. Das habe nichts mit einer Deformierung der politischen Kultur durch die jüngste DDR-Vergangenheit zu tun, sondern mit einer viel tiefer in die Geschichte zurückreichenden autoritären und antidemokratischen Tradition.
aja - hatte Erich Honecker in den 1980-er Jahren dann doch Recht als er sinngemäss vor dem Politbüro ausgeführt hatte "ohne die preussisch-deutsche Geschichte wäre die Entwicklung nach 1945 nicht möglich gewesen ..."
@ von karnak » 28. September 2024, 17:40 Uhr - die Warnung vor der Wiederholung der Geschichte in der Endzeit der Weimarer Republik wurde ja auch schon mehrfach hier in den Forenbeiträgen angesprochen. Liegt aber auch daran, das die parlamentarische Demokratie immer wieder von einigen potentiell Verdächtigen sozusagen als "Anarchie" verstanden wird. Da erinnert das Vorgehen der AfD noch ein wenig an das Vorgehen der NSDAP in den Jahren zwischen 1929 und 1933.
Das sind wieder mal Vergleiche.
Ich darf dich im Übrigen mal was die Kontrastierung politischer Meinungen im Osten hingeht, auf die Reichstagswahlen im späten Kaiserreich und in der Weimarer Zeit vor der Weltwirtschaftskrise verweisen?
https://de.wikipedia.org/wiki/Reichstagswahl_1912Am Ende des Kaiserreichs waren die heute Ostdeutschen Gebiete, im Besonderen diejenigen, wo heute die politik derartig in die Extreme geht, nicht eine, sondern DIE Hochburg der Sozialdemokratie und damit des Internationalismus.
Und in den meisten dieser Gebiete blieben die eher internationalistisch ausgerichteten Arbeiterparteien bis 1930 die stärkste politische Kraft.
Von irgendeiner jahrhundertelangen Kontinuität besonderer Deutschtümelei kann also in den Gebieten der Ex-DDR, nicht die Rede sein.
Politische Kontinuität besonders national betonter Politik kann man vielleicht was das letzte Jahrhundert angeht in Teilen Brandenburgs ausmachen, in Sachsen, Thüringen, und Sachsen-Anhalt allerdings nicht unbedingt.
Mal davon ab, dass das in Mittelalter und FNZ ohnehin keine Kategorie war.
Im Übrigen, auch der Befund, nach der Wiedervereinigung würde in den neuen Bundesländern traditionell vor allem Fundamentalopposition betrieben worden sein, ist so nicht zutreffend, jedenfalls ist es nicht aus den Wahlergebnissen Herleitbar.
Im Westen mag man die PDS und später die Linke als eine Fundamentalopposition wahrnehmen oder wahrgenommen haben, in den Ostdeutschen Ländern zeigte sie allerdings, dass sie durchaus in der Lage war Regierungsverantwortung zu übernehmen und durchaus keine reine "dagegen-Partei" darstellte.
Es gab in diesen Gebieten natürlich immer einige DDR-Nostalgiker und in den 1990er und frühen 2000er Jahren auch eine aktive Neonazi-Szene, aber das führte auf Ebene der Landtagswahlen bis vor etwa 10 Jahren durchaus nicht dazu, dass es zunehmend schwierig wird dort demokratische Regierungen zu bilden.
Das ist eine neuere Entwicklung, die den ersten 20 Jahren seit der Wende nur bedingt entspricht.
Das gesamte Ruhrgebiet z.B. ist voll mit Personen, die seit dem 19. Jahrhundert irgendwann mal aus Ostelbien rüber gemacht haben. Warum findet sich das postuliertes Sonderbewusstsein dort nicht?
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