Leben und arbeiten in Pyongyang
von Sara Kammler
Zitat:
Karin Janz arbeitet als Entwicklungshelferin in Pyongyang. Mit dem Leben in Nordkorea hat sie sich arrangiert - und als Ausländerin hat sie einige Freiheiten.
Karin Janz ist eine von vielleicht 50 westlichen Ausländern in Pyongyang, der Hauptstadt des noch immer weitgehend gegen die Außenwelt abgeschotteten Nordkoreas. Die 49-Jährige arbeitet seit über drei Jahren als Landeskoordinatorin bei der Welthungerhilfe.
Bei der Arbeit wie auch im täglichen Leben muss sie sich immer wieder an die nordkoreanischen Gegebenheiten anpassen.
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Der Beziehung zwischen Deutschen und Nordkoreanern sind klare Grenzen gesetzt: Janz kann zwar mit ihnen abends ein Bier trinken oder sie zu sich zum Essen einladen, allerdings müssen die Gäste dies vorher vom Außenministerium bewilligen lassen. Eine weitere Einschränkung: Sie kann ins Ausland telefonieren und auch Ausländer anrufen, aber wenn sie ihre nordkoreanischen Kollegen erreichen will, kann sie nicht einfach zum Telefonhörer greifen. "Es gibt drei Telefonnetze in Nordkorea: Eins für Ausländer, eins für die Koreaner untereinander und eins für das Militär", erklärt die Entwicklungshelferin.
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Als Ausländerin genießt Janz einige Vorteile, wie etwa freien Internetzugang, statt des staatlich kontrollierten Intranets. Dank einer Satellitenschüssel empfängt sie auch Deutsche Welle und nicht nur koreanisches Staatsfernsehen. "Ein riesiges Schwimmbad ist einmal in der Woche für Nordkoreaner gesperrt, dann dürfen da nur westliche Ausländer schwimmen", erzählt sie. In Pyongyang selbst kann sie sich frei bewegen. "Ich darf auch Fahrrad fahren", sagt sie - im Gegensatz zu den Nordkoreanerinnen, für die das als unschicklich gilt. Begrenzt kann Janz ihren Dienstwagen privat nutzen. Der hat ein Diplomatenkennzeichen, so dass sie die Wachposten an den Stadtausgängen durchwinken, ohne dass sie eine Genehmigung, die Stadt verlassen zu dürfen, vorweisen muss. Oft fährt sie nach Nampo, einer Stadt an der Westküste. Um weiter wegzufahren, reichen ihre Befugnisse nicht. Aber: "Ich habe eine Freundin, die bei der deutschen Botschaft arbeitet, und die sich in einem weiteren Umfeld frei bewegen kann." Mit ihr macht sie Ausflüge in die Berge.
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