Icke, das mit den Malkursen ist zwar witzig, aber die Gründe dafür sind eigentlich ziemlich pragmatisch.
Wenn du als Informant oder Kontaktperson in die russische Botschaft läufst, hat dich der Verfassungsschutz direkt auf dem Schirm. Das macht doch kein Mensch freiwillig. Im Kulturhaus dagegen gehen täglich hunderte Leute für Sprachkurse, Ausstellungen oder Konzerte ein und aus. Da gehst du einfach in der Masse unter und ein Treffen fällt im normalen Betrieb überhaupt nicht auf. Dazu kommt, dass auf solchen Kultur-Events genau die Leute rumrennen, die man haben will: Politiker, Journalisten, Beamte oder Leute aus der Wirtschaft. Das ist die perfekte Kontaktbörse, um völlig ungezwungen Smalltalk zu halten, Kontakte zu knüpfen und auszuloten, wer vielleicht empfänglich für Einflussnahme ist.
Und logistisch ist das Teil einfach unschlagbar. Du hast da mitten in Berlin-Mitte ein riesiges Gebäude für Server, Abhörtechnik und Kram, wo die Polizei eben nicht mal eben mit einem normalen Durchsuchungsbeschluss reinmarschiert wie bei irgendeiner kriminellen Klitsche. Und weil der Russe sofort das deutsche Goethe-Institut dichtmacht, wenn wir den Laden anrühren, haben sie auch noch den perfekten diplomatischen Schutzschild.
Es geht also nicht um Gehirnwäsche beim Töpfern, sondern um Anonymität, Netzwerken und geschützte Logistik mitten in der Hauptstadt.
Ari









Und zum Zweiten, wenn ich mich mit meinem Informanten treffe wollte, ich würde mich bestimmt nicht gerade im russischen Haus treffen. Da sollte es bessere Menschenansammlungen geben, für russische Geheimdienste zumindest. ![Mannoman [flash]](./images/smilies/flash.gif)
