Stasi Akten öffnen oder schließen?

Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Nov65 » 16. Januar 2013, 22:38

Aus mehreren Beiträgen gewinne ich die Eindruck, dass nicht das MfS als Täter zu behandeln ist, sondern die BSTU.
Damit habe ich ein Problem.Nur ich?

Gute Nacht (als Tagesabschnitt gemeint)
wünscht Andreas
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Merkur » 17. Januar 2013, 07:36

Nov65 hat geschrieben:Aus mehreren Beiträgen gewinne ich die Eindruck, dass nicht das MfS als Täter zu behandeln ist, sondern die BSTU.


Ich betrachte weder das MfS noch die BStU pauschal als "Täter". Was aber durchaus kritikwürdig ist, ist die völlig einseitige und undifferenzierte "Aufarbeitung" durch die BStU und die anderen Organe der Aufarbeitungsindustrie sowie der Medien zum Ziel der Delegitimierung, also das Absprechen der Legitimation, des MfS. Es gibt in den Archiven der Behörde eine ganze Reihe von Akten u.a. Unterlagen, die die Notwendigkeit der Existenz des MfS unmissverständlich belegen. Die Aktenbehörde liefert einseitig und willfähig die Munition für den Feldzug der Aufarbeitungsindustrie gegen das MfS und die DDR und sorgt dafür, dass in regelmäßigen Abständen zum nützlichen Zeitpunkt eine neue Sau durch das Dorf getrieben wird.
Selbstverständlich muss jeder seine individuelle Sicht bzw. Meinung haben und schreiben. Quelle: Augenzeuge.
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon augenzeuge » 17. Januar 2013, 09:37

Merkur hat geschrieben:Es gibt in den Archiven der Behörde eine ganze Reihe von Akten u.a. Unterlagen, die die Notwendigkeit der Existenz des MfS unmissverständlich belegen.


Für das Überleben der SED war das MfS notwendig, ohne Zweifel.

Was in der BSTU liegt, sollten Historiker auch bewerten und veröffentlichen können. Auch "solche Unterlagen"! Warum passiert das nicht?

Wenn die BSTU so einseitig arbeiten würde, warum verweigert sie dann Helmut Müller-Enbergs im aktuellen Verfahren (Bob und Petra) den Rechtsbeistand?

AZ
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Nov65 » 17. Januar 2013, 10:45

Morgen, @Merkur.
Deine Aussage "Es gibt in den Archiven der Behörde eine ganze Reihe von Akten u.a. Unterlagen, die die Notwendigkeit der Existenz des MfS unmissverständlich belegen." sollte besser differenziert erläutert werden. Mir fallen als Aufgabe Verhinderung von Terroranschlägen ein. Was könnten weitere Aufgaben gewesen sein und welche waren ganz sicher keine Aufgaben einer normalen Staatssicherheit?
Grüße von Andreas
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon karnak » 17. Januar 2013, 17:02

Da hast Du sicher recht.Eines muss man aber dazu sagen.Das das so war,dafür trug das Mfs nicht die Verantwortung und die Mitarbeiter dieser"Superbehörde"schon gar nicht.
In dem Zusammenhang vielleicht mal zu dem Thema Aufarbeitung etwas prinzipielles von mir.Meine persönliche Meinung dazu.Seit 23 langen Jahren wird nun die Geschichte der DDR aufgearbeitet.Zum Thema Staatssicherheit,SED,Schule,Kindererziehung,FDJ,Pioniere und und und.Alle möglichen"Schandtaten" sind aufgedeckt worden,bis ins Kleinste aufgebröselt.Und man ist ständig und mit hoher Energie weiter dabei, neues,noch schlimmeres zu finden.Endlich den eindeutigen Beweis zu finden,da waren doch die Antichristen am Werk.
Ich kann mich nicht erinnern,bei den Aufarbeitern,Historikern,Journalisten,Politikern auch nur EINMAL einen Satz gehört oder gelesen zu haben"Das haben sie gut gemacht,das mussten sie so machen,das kann man akzeptieren".Die Frage von mir in diesem Forum,ob den nun das Mfs das prinzipielle Recht hatte IM/V-Männer/Spione/Kundschafter anzuwerben,wird mit ja beantwortet,wenn ich danach frage,aber sonst????
Die Aufarbeitung dieses Teiles deutscher Geschichte läuft IMMER auf eines hinaus.Es gab in der DDR eigentlich nur 2 Gruppen,einmal die SED und ihre Funktionäre und ihre Behörden,die waren den lieben langen Tag damit beschäftigt die 2.Gruppe zu unterdrücken,nämlich das "einfache Volk".Die 2.Gruppe,eben das"einfache Volk"stand der 1.Gruppe AUSNAHMSLOS ablehnend gegenüber,hat sich aus diesem Grund in irgendwelche"Nischen"zurück gezogen um wenigstens etwas glücklich zu sein.
Könnte man eigentlich nachvollziehen,dass es ein paar Leute gibt, denen das zum Hals raushängt?Ich gehöre bis zu einem gewissen Punkt auch dazu.In nicht allen,aber in ZU VIELEN Bereichen hat das nämlich nichts mit Aufarbeitung,sondern mit Abrechnung zu tun und das halte ich für einen Fehler.
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Nov65 » 17. Januar 2013, 17:08

ABV hat geschrieben:Hallo Gemeinde!
Spionageabwehr und Aufklärung sind überall in der Welt die Aufgaben von Geheimdiensten. Auch die Beobachtung von politischen Extremisten gehört dazu. Problematisch wird es, wenn Geheimdienste polizeiliche Aufgaben und Befugnisse erhalten. Zum Beispiel Durchsuchungen, Festnahmen und Vernehmungen. Spätestens dann mutiert der Geheimdienst, zu einer schwer zu kontrollierenden Superbehörde.
Das MfS verfügte sehr wohl über völlig legitime Zweige. Aber der weitaus größte Teil gehörte eben nicht zum Aufgabengebiet eines normalen Geheimdienstes.
Welcher Geheimdienst stellt den Personenschutz für exponierte Persönlichkeiten? Welcher Geheimdienst kontrolliert Reisepässe und wirkt bei der Überwachung der Staatsgrenze mit? Welcher Geheimdienst schützt die Volkswirtschaft? Welcher Geheimdienst ermittelt gegen die politische Opposition im eigenen Land? So etwas gibt bzw gab es tatsächlich nur in Diktaturen. Welcher Geheimdienst beschäftigt eigene, hoch qualifizierte Kriminalisten, zur Aufklärung schwerster Verbrechen?
Und welcher Geheimdienst hält sich ein eigenes Wachregiment?
Ein " normaler" Geheimdienst war das MfS ganz sicher nicht. Eher ein Superministerium mit völlig verschiedenen Aufgaben.

Gruß Uwe

Hi Uwe, genau dahin hätte ich gern eine sachliche Diskussion.
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Nov65 » 17. Januar 2013, 17:16

Hi @Karnak,
ich kann da nicht mitreden, wo, wie Du schreibst, Postives vom MfS getan wurde. Zitat von Dir: " Ich kann mich nicht erinnern,bei den Aufarbeitern,Historikern,Journalisten,Politikern auch nur EINMAL einen Satz gehört oder gelesen zu haben"Das haben sie gut gemacht,das mussten sie so machen,das kann man akzeptieren"."
Ich provoziere mal: Ist dem Volke denn bekannt, dass Gefahren abgewendet wurden, dass so viel Nützliches für die Gesellschaft beigetragen wurde?
Bekannt sind in der Tat die abscheulichen Spitzeldienste bis "in die Haarwurzeln" des Einzelnen. Wen wundert es da?

Gruß, Andreas
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon karnak » 17. Januar 2013, 17:23

Wenn es mir auch nicht nur um die Stasi ging,will ich mal dabei bleiben,damit man mir nicht vorwirft vom Thema ab zukommen.Hast Du nicht den Eindruck das von Leuten des Mfs in der BRD doch ETWAS anders gesprochen wird als von Leuten des BND oder anderer Geheimdienste in der DDR?
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Nov65 » 17. Januar 2013, 17:50

karnak hat geschrieben:Wenn es mir auch nicht nur um die Stasi ging,will ich mal dabei bleiben,damit man mir nicht vorwirft vom Thema ab zukommen.Hast Du nicht den Eindruck das von Leuten des Mfs in der BRD doch ETWAS anders gesprochen wird als von Leuten des BND oder anderer Geheimdienste in der DDR?

Natürlich, MfS hat etwas Schmutziges, Verwerfliches an sich. So mein bisheriger Eindruck, den ich nicht entkräften kann. Ob ich es will, steht auf einem anderen Blatt, denn auch ich habe, familiär gesehen, schlimme Erfahrung machen müssen.
BND usw. werden als notwendige, zwar komisch arbeitende Börden angesehen, die wie ein Eigenladen arbeiten und oft zu spät kommen. Als abscheulich werden sie aber nicht angesehen.
Du differenzierst aber: Wirken des BND in der DDR und des MfS in der BRD. Der Auslandsdienst des MfS wird nicht so fies gesehen wie der Inlanddienst.
Das Wirken des BND in der DDR wird gar nicht kritisch hinterfragt.

Deshalb: Was kann man dem MfS denn an Gutem anrechnen? Wo sind Verdienste? In unserem Form sollten wir schon darüber reden können!

Gruß, Andreas
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Nostalgiker » 17. Januar 2013, 18:04

Nov65 hat geschrieben:
Ich provoziere mal: Ist dem Volke denn bekannt, dass Gefahren abgewendet wurden, dass so viel Nützliches für die Gesellschaft beigetragen wurde?
Bekannt sind in der Tat die abscheulichen Spitzeldienste bis "in die Haarwurzeln" des Einzelnen. Wen wundert es da?

Gruß, Andreas


Diese "abscheulichen Spitzeldienste" sind Dir doch auch erst nach der Wende und da durch die massive Berichterstattung bekannt geworden. Das was den "anderen" Teil der Arbeit betraf, welche auch so gut wie unbekannt war; warum nennt sich ein Geheimdienst wohl Geheim und nicht Ministerium für Öffentlichkeitsarbeit; wird doch systematisch von den "Aufarbeitern" unter den Tisch gekehrt ......
Relationen, ein unaufgeregtes Herangehen, alles Fehlanzeige.
Statt dessen inszenierte Hysterie und moralisierende Bigotterie.

Ernstzunehmende Historiker trauen sich doch fast schon nicht mehr sich mit dem Thema zu beschäftigen. Da sie nicht werten was sie darstellen wird ihnen doch sofort von der Aufarbeitungsindustrie, Nähe, verharmlosende Sicht und vieles mehr vorgeworfen ......

Thoth

PS.: "Natürlich, MfS hat etwas Schmutziges, Verwerfliches an sich" ......Warum das wohl so ist? Hat bestimmt mit der objektiven, sachlichen und völlig wert- und ideologiefreien Berichterstattung zu tun .......
Für "soetwas" hat man für nicht genehme Gesellschaftssysteme das Wörtchen 'Propaganda', geistige Manipulation und Beeinflussung im Sinne der Mächtigen und Herrschenden parat.
Dinge welche einer Demokratie selbstverständlich wesensfremd sind ......
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin

Freiheit ist nur ein anderes Wort dafür, dass man nichts zu verlieren hat. Janis Joplin

Psychologen haben herausgefunden, dass Menschen, die immer bei anderen auf die Rechtschreibfehler hinweisen, eine Persönlichkeitsstörung haben und unzufrieden mit ihrem Leben sind. Netzfund
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon karnak » 17. Januar 2013, 18:18

Wenn ich mich mit den"Verdiensten"des Mfs beschäftigen will,dann begebe ich mich in gefährliches Fahrwasser,das lasse ich lieber [wink] ,stecke ich nur Prügel ein.Aber darum geht es mir gar nicht.Es geht mir um das Bild was man über die Jahre zu der"Firma"gemalt hat.
Wir sind uns völlig darüber einig,dass die flächendeckende Gesinnungsschnüffelei,die betrieben wurde, völlig überzogen,unangemessen,verwerflich war.Ich sehe das sogar noch etwas anders,das Mfs hat mit diesen Blödsinnigkeiten dazu beigetragen,dass man dem System damals und heute negativ gegenüber steht.Es hat dem Soz.,seinem Land, Schaden zugefügt,Anteil daran dass das Land unterging.Das ist für mich besonders bitter.
Aber diese Vorstellung die man über Jahrzehnte über das Mfs in die Öffentlichkeit gebracht hat,ist in vielen Teilen unseriös.Man vereinfacht einfach,Stasi=Spitzel mit mit dem Ohr an der Wand der Nachbarwohnung.Nach 23 Jahren sollte einfach mal der Mut da sein zu sagen,das Mfs war NICHT NUR das und das auch öffentlich.Ich habe z.B. mit solchen Dingen NIE zutun gehabt und ich werde bestimmt nicht der Einzige sein.Ich muss da an die"gute alte Zeit"denken und grinsen,als ich noch in einer AWG-Wohnung wohnte.Meine Nachbarn waren alles Zivilisten,die durchaus wussten wer ich war.Wir haben uns regelmäßig zu diversen Feiern in den verschiedenen Wohnungen getroffen.Wenn der Fernseher lief war meist ein Westprogramm drinn,auch bei mir [wink] .Ich wäre nie auf den Gedanken gekommen deswegen nun irgendwelche Meldungen abzusetzen,warum auch,das Programm kam ja aus der Wand,staatlich sanktioniert.
Was ich eigentlich sagen will,nach 23 Jahren wird es langsam Zeit,dass man sich auch mit dem Mfs ETWAS differenzierter beschäftigt.
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Neun » 17. Januar 2013, 18:20

Mensch Uwe ich wusste noch gar nicht dass die USA auch eine Diktatur sind, aber ich will Dir mal glauben.
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Icke46 » 17. Januar 2013, 18:23

karnak hat geschrieben:(...)

Stasi=Spitzel mit der Wand am Ohr der Nachbarwohnung.


(....)

Also, ich staune wirklich, was es in der DDR für bauliche Gegenheiten gab [laugh] .

Hat zwar nix mit dem eigentlichen Thema zu tun, aber ich hatte mir das gerade mal bildlich vorgestellt [wink] .

Gruss

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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon karnak » 17. Januar 2013, 18:26

Ich hatte die Hoffnung es merkt keiner,habe es schon geändert.
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon karnak » 17. Januar 2013, 18:42

ABV hat geschrieben:Nicht das jetzt einer denkt, dass in der DDR die Ohren bereits in die Wände eingebaut waren [laugh] [laugh]

Gruß Uwe

In dem einen oder anderen Fall gab es auch das. [wink]
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Nov65 » 17. Januar 2013, 18:58

Thoth hat gepostet:
"Diese "abscheulichen Spitzeldienste" sind Dir doch auch erst nach der Wende und da durch die massive Berichterstattung bekannt geworden. Das was den "anderen" Teil der Arbeit betraf, welche auch so gut wie unbekannt war; warum nennt sich ein Geheimdienst wohl Geheim und nicht Ministerium für Öffentlichkeitsarbeit; wird doch systematisch von den "Aufarbeitern" unter den Tisch gekehrt ......
Relationen, ein unaufgeregtes Herangehen, alles Fehlanzeige.

Statt dessen inszenierte Hysterie und moralisierende Bigotterie."
Auch @Karnak in ähnlicher Weise.

Das ganze Ausmaß, über das ich hier nicht mehr herzufallen brauche, da es bekannt ist und von @karnak zu Recht kritisiert wird,ist uns natürlich erst in den Nachwendejahren bekannt geworden. Mir im Familienfall in einer seiner Eigenschaften, hier gegen das eigene Volk gerichtet. Und auch in meiner Arbeit in der Überprüfungskommission von IM-Lehrern eines Landkreises.
Vorher spielte ich gegen MfS-Mitarbeiter Fußball und Volleyball und reichte unter dem Netz sportlich fair die Hand.

Wenn die Medien möglicherweise ordentliche Arbeit des Staatssicherheitsdienstes der DDR gern verschweigen, nennt doch bitte ein paar Beispiele für ordentliche Arbeit.
Darüber verlohnt es sich ja dann ein Buch zu schreiben.Ein Autor müsste sich doch finden lassen. Müsste eigentlich ein Renner werden.Oder gibt es so was bereits?
Gruß, Andreas
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon andr.k » 17. Januar 2013, 19:18

Nov65 hat geschrieben:Thoth hat gepostet:
"Diese "abscheulichen Spitzeldienste" sind Dir doch auch erst nach der Wende und da durch die massive Berichterstattung bekannt geworden. Das was den "anderen" Teil der Arbeit betraf, welche auch so gut wie unbekannt war; warum nennt sich ein Geheimdienst wohl Geheim und nicht Ministerium für Öffentlichkeitsarbeit; wird doch systematisch von den "Aufarbeitern" unter den Tisch gekehrt ......
Relationen, ein unaufgeregtes Herangehen, alles Fehlanzeige.

Statt dessen inszenierte Hysterie und moralisierende Bigotterie."
Auch @Karnak in ähnlicher Weise.

Das ganze Ausmaß, über das ich hier nicht mehr herzufallen brauche, da es bekannt ist und von @karnak zu Recht kritisiert wird,ist uns natürlich erst in den Nachwendejahren bekannt geworden. Mir im Familienfall in einer seiner Eigenschaften, hier gegen das eigene Volk gerichtet. Und auch in meiner Arbeit in der Überprüfungskommission von IM-Lehrern eines Landkreises.
Vorher spielte ich gegen MfS-Mitarbeiter Fußball und Volleyball und reichte unter dem Netz sportlich fair die Hand.

Wenn die Medien möglicherweise ordentliche Arbeit des Staatssicherheitsdienstes der DDR gern verschweigen, nennt doch bitte ein paar Beispiele für ordentliche Arbeit.
Darüber verlohnt es sich ja dann ein Buch zu schreiben.Ein Autor müsste sich doch finden lassen. Müsste eigentlich ein Renner werden.Oder gibt es so was bereits?
Gruß, Andreas



Moin Andreas,

das Buch könnte den Titel:"Die persönliche Verschwiegenheit" oder "Der schützende Eid des MfS" heißen.

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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon augenzeuge » 17. Januar 2013, 19:37

karnak hat geschrieben:
ABV hat geschrieben:Nicht das jetzt einer denkt, dass in der DDR die Ohren bereits in die Wände eingebaut waren [laugh] [laugh]

Gruß Uwe

In dem einen oder anderen Fall gab es auch das. [wink]


Ich habs geahnt....alles war noch viel schlimmer..... [denken]
Und ich dachte du wolltest von den positiven Dingen berichten....und nun das.
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Janko » 17. Januar 2013, 20:00

Reißerische Titel gibt es sicherlich genug. Leider lässt der Inhalt meist zu wünschen übrig bzw. wird der Thematik kaum gerecht.
Wenn man selber nicht bereit ist , diese Bereitschaft mir auch aus unterschiedlichen Motiven heraus fehlt, das Gelesene zu Erfassen, Sachverhalte auch eine gewissen Versachlichung erfahren, evtl. auch anderen Gedankengängen zu folgen, sind die Grundlagen doch eigentlich nicht vorhanden.
Jeder hat doch seine Erfahrung und Meinung zu Sachverhalten auch aus eigenem Erleben.
Mal so biss`l auf "Krawall gebürstet" mag ja manches befeuern, ist aber kein Allheilmittel.
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Nov65 » 17. Januar 2013, 21:15

Janko hat geschrieben:Reißerische Titel gibt es sicherlich genug. Leider lässt der Inhalt meist zu wünschen übrig bzw. wird der Thematik kaum gerecht.
Wenn man selber nicht bereit ist , diese Bereitschaft mir auch aus unterschiedlichen Motiven heraus fehlt, das Gelesene zu Erfassen, Sachverhalte auch eine gewissen Versachlichung erfahren, evtl. auch anderen Gedankengängen zu folgen, sind die Grundlagen doch eigentlich nicht vorhanden.
Jeder hat doch seine Erfahrung und Meinung zu Sachverhalten auch aus eigenem Erleben.
Mal so biss`l auf "Krawall gebürstet" mag ja manches befeuern, ist aber kein Allheilmittel.

@Janko, das war aber nicht gerade in die sachliche Richtung diskutiert, dass das MfS auch ordentliche, eventuell zu würdigende Arbeit geleistet hat. Man sollte die Aufnahmebereitschaft von Lesern nicht von vornherein negativ auslegen.
Ich kenne keine Literatur mit einem Inhalt wie jetzt diskutiert, bin aber für Hinweise dankbar.
Gruß, Andreas
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Janko » 17. Januar 2013, 21:52

@Nov65...........die Aufnahmebereitschaft von Lesern nicht von vornherein negativ auslegen.

Das hab ich eigentlich auch nirgendwo geschrieben. Ich schrieb von einer Bereitschaft, die vorhanden sein muß, oder eben auch nicht .....aus unterschiedlichen Motiven.
Mit der Literatur war das eine Antwort auf @andr 88-1, da er schon einen Titel parat hatte. Was ich mein ist auch auch schon das inhaltiche Erfassen der Beiträge die geschrieben werden.
Immer noch gehts um "öffnen oder schließen und nicht darum ob ich mir nachträglich noch einen Orden verdient habe.
Ich weis auch nicht mit was für Literatur du dich beschäftigst. Mal ein Tip...Tim Weiner /CIA
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon augenzeuge » 17. Januar 2013, 22:07

Nov65 hat geschrieben: Ich kenne keine Literatur mit einem Inhalt wie jetzt diskutiert, bin aber für Hinweise dankbar.
Gruß, Andreas


Ok, dann mach ich mal Werbung. [blush] Mfs-insider.de schreibt: "Wer sich seriös mit dem MfS und seiner Geschichte beschäftigt, kommt um dieses Buch nicht herum:
Standardwerk "Die Sicherheit. Zur Abwehrarbeit des MfS". Ist übrigens umsonst downloadbar.....scheinbar kaufen das nicht viele für 15 EUR....

Sollte man dann immer noch daran zweifeln, dass es nicht nur Gute im Mfs gab, sollte man das zusätzlich angebotene Interview-Werk "Die Wahrheit über das MfS" noch lesen. Am besten ganz früh, man wird vor Aufregung schnell wach.....und die "Wahrheit" wirkt den ganzen Tag". [flash]
AZ
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Alfred » 17. Januar 2013, 22:22

AZ,

"Die Sicherheit - Zur Abwehrarbeit des MfS" erschien übrigens vor rund 10 Jahren zum Preis von rund 60,00 Euro.

Es wurden rund 15.000 Exemplare verkauft.

Es gibt übrigens noch andere Bücher, wo es um die Arbeit des MfS geht. So z.B. "Ruhe in Rostock ? Von wegen " Autor : A. Amthor.
Zuletzt geändert von Alfred am 17. Januar 2013, 22:41, insgesamt 1-mal geändert.
Alfred
 

Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Nov65 » 17. Januar 2013, 22:35

Na also, ist doch ein wenig Fahrt in die Sache gekommen. Nun muss man nur noch lesen. Vielleicht kommt ja noch mehr?
Gruß, Andreas
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon andr.k » 17. Januar 2013, 22:43

Alfred hat geschrieben:AZ,

"Die Sicherheit - Zur Abwehrarbeit des MfS" erschien übrigens vor rund 10 Jahren zum Preis von rund 60,00 Euro.

Bis wurden rund 15.000 Exemplare verkauft.

Es gibt übrigens noch andere Bücher, wo es um die Arbeit des MfS geht. So z.B. "Ruhe in Rostock ? Von wegen " Von A. Amthor.



15.000 Exemplare in zehn Jahren… warum nicht mehr. Kann es am Wahrheitsgrad liegen…

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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Alfred » 17. Januar 2013, 22:53

Es wären wohl viele Autoren froh, wenn Sie diese Stückzahl von Büchern verkaufen würden.
Und 60,00 Euro sind für den einen oder anderen eine nicht kleine Summe

Auch kann man dieses Buch seit einigen Jahren gratis laden, dies macht sich auch bemerkbar.
Alfred
 

Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon andr.k » 17. Januar 2013, 23:04

Alfred hat geschrieben:Es wären wohl viele Autoren froh, wenn Sie diese Stückzahl von Büchern verkaufen würden.
Und 60,00 Euro sind für den einen oder anderen eine nicht kleine Summe

Auch kann man dieses Buch seit einigen Jahren gratis laden, dies macht sich auch bemerkbar.



Besteht eine Nachfrage zu dieser Auflage, oder erscheint eventuell eine Neuauflage?

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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Alfred » 17. Januar 2013, 23:13

Man findet das Buch heute in der "leichten Variante" hier:

http://www.buchredaktion.de/die-sicherh ... d-1-2.html
Alfred
 

Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon vs1400 » 18. Januar 2013, 00:51

Nov65 hat geschrieben:Okay,@vs1400,
Kurve kriegen und wieder in die Spur des Threads. Sollte es aber Ergebnisse aus den Akten geben, die so eine Gemeinsamkeit von Ost und West aufdecken: Es gibt bestimmt Zellen für mehrere Personen.
Gruß, Andreas


hi Andreas,
ganz so war es nicht gemeint, nur eben das thema nicht aus den augen verlieren.

das es derartige vereinbarungen gab, ist ja aus dem bericht erkennbar und firmen, um die es da ging, existieren sogar noch heute unter gleichem namen.

gruß vs
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon andr.k » 19. Januar 2013, 18:05

AfNS.jpg


Das macht das "Öffnen" wohl schwieriger...

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