Der Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR

Kurz und Knapp, eben alles zum Thema Kultur

Der Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR

Beitragvon augenzeuge » 2. Dezember 2013, 20:03

Am 7. Juni 1979 schloss der Schriftstellerverband der DDR neun seiner Mitglieder aus. Unter ihnen auch der berühmte Autor Stefan Heym. Die damalige Debatte innerhalb des Verbandes zeigte das Spannungsfeld, in dem sich die Autoren in der DDR bewegten, zwischen realistischem Anspruch und politischer Beeinflussung.

Die Schriftsteller sollten das Leben im Sozialismus realistisch darstellen. Bei der Reflexion der Probleme und Schwierigkeiten im gesellschaftlichen Leben der DDR erhielten sie allerdings schnell ein staatsfeindliches Etikett. Ein unauflösbarer Widerspruch!

Wer in der Westpresse veröffentlicht oder gar Kritik an der DDR äußert, kollaboriert mit dem Klassenfeind, ist der Feind.

Nach Gründen, dem “Wieso?”, wurde nicht gefragt. Aus Sicht der Staats- und Parteiführung zählte die BRD zur „Achse des Bösen“. Die SED-Führung hatte den Kampf gewonnen – aber es war ein Pyrrhussieg. Hunderte Künstler verließen die DDR. Es waren Menschen, die eigentlich loyal zur DDR standen, die der gesellschaftlichen Idee „Sozialismus“ aufgeschlossen begegnet waren. Sie wurden in die Gegnerschaft gezwungen, wenn sie ihren kritischen Geist bewahren wollten.

http://freidenker.cc/der-ausschluss-aus ... -ddr/8846/
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Re: Der Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR

Beitragvon Spartacus » 4. Dezember 2013, 18:15

Künstler in der DDR?

Wie verdienten die eigentlich ihr Geld, wenn sie nicht so erfolgreich waren?

Oder gar keinen Erfolg hatten, aber trotzdem - sagen wir mal - den ganzen Tag
an ihren Bildern malten, oder an ihrem neuen Buch schrieben?

Ging ja eigentlich nicht, da es ja einen Arbeitszwang in der DDR gab.

Durften solche Leutchen überhaupt in den Schriftstellerverband der DDR.

Das habe ich mich übrigens schon immer gefragt.

Heute ist es ja so, das Künstler - insbesondere die Zunft der Schriftsteller - nicht von
ihrer Arbeit leben können und deshalb Hartz IV beziehen. Das hat viele Gründe und ich
kenne mich damit ja ein bisserl aus, da ich nebenbei ja auch schreibe.
Wenn ich von dem, was ich damit verdiene, leben müsste, na gute Nacht, trotz praktischer
Steuerbefreiung.

LG

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Re: Der Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 4. Dezember 2013, 18:26

Mal von den Schriftstellern abgesehen, wie kommst zu der abenteuerlichen Behauptung das es "Arbeitszwang" in der DDR gegeben hätte?

Thoth
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Re: Der Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR

Beitragvon icke46 » 4. Dezember 2013, 18:33

§249 Absatz 1 StGB der DDR:

Wer das gesellschaftliche Zusammenleben der Bürger oder die öffentliche Ordnung und
Sicherheit beeinträchtigt, indem er sich aus Arbeitsscheu einer geregelten Arbeit entzieht, obwohl er
arbeitsfähig ist, wird mit Verurteilung auf Bewährung, Haftstrafe oder mit Freiheitsstrafe bis zu
zwei Jahren bestraft.


Gruss

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Re: Der Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR

Beitragvon Spartacus » 4. Dezember 2013, 18:35

Thoth hat geschrieben:Mal von den Schriftstellern abgesehen, wie kommst zu der abenteuerlichen Behauptung das es "Arbeitszwang" in der DDR gegeben hätte?

Thoth


Erwartest du ernsthaft eine Antwort auf Deine selten dämliche Frage? Wo hast Du damals nochmal gelebt?

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Re: Der Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR

Beitragvon Edelknabe » 4. Dezember 2013, 18:41

Genau wie heute Spartacus gab es Ausstellungen im kleineren Rahmen. Leipzig zum Beispiel hatte da verschiedene Läden wo Bildhauer, Maler ihre Werke präsentierten. Ich denke ich liege jetzt nicht falsch damit, vermische das nicht mit der Wendezeit. Rainer der im Urlaub (Ostseebäder) damals öfters solche Ausstellungen, auch in ehemaligen Kirchen so die kleine Kirche in Neuensalz/Vogtland besuchte.

Und logisch, wenn einem was gefiel wurde ein ordentlicher Preis ausgehandelt und gekauft. Somit war so meine ich der Künstlerberuf in der DDR nicht unbedingt eine brotlose Kunst gaben doch auch Gemeinden/Klein und Großstädte genügend Arbeiten in Auftrag oder kauften an.

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Re: Der Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR

Beitragvon Spartacus » 4. Dezember 2013, 18:56

Edelknabe hat geschrieben:Genau wie heute Spartacus gab es Ausstellungen im kleineren Rahmen. Leipzig zum Beispiel hatte da verschiedene Läden wo Bildhauer, Maler ihre Werke präsentierten. Ich denke ich liege jetzt nicht falsch damit, vermische das nicht mit der Wendezeit. Rainer der im Urlaub (Ostseebäder) damals öfters solche Ausstellungen, auch in ehemaligen Kirchen so die kleine Kirche in Neuensalz/Vogtland besuchte.

Und logisch, wenn einem was gefiel wurde ein ordentlicher Preis ausgehandelt und gekauft. Somit war so meine ich der Künstlerberuf in der DDR nicht unbedingt eine brotlose Kunst gaben doch auch Gemeinden/Klein und Großstädte genügend Arbeiten in Auftrag oder kauften an.

Rainer-Maria


Na ja Rainer, in der Leipziger Buchmesse war ich ja auch, damals und das da was bestellt und angekauft
wurde, wird wohl so gewesen sein. Nur was war das für Zeug? Ich denke da mal an diese komischen Bilder
die man überall sah, also so mit Arbeiter, Ährenkranz, glückliche Kinder, na du weist schon. Will damit
sagen, das die "angepassten" Künstler wohl ihr Auskommen hatten, aber die anderen?

LG

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Re: Der Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 4. Dezember 2013, 19:11

Spartacus hat geschrieben:
Thoth hat geschrieben:Mal von den Schriftstellern abgesehen, wie kommst zu der abenteuerlichen Behauptung das es "Arbeitszwang" in der DDR gegeben hätte?

Thoth


Erwartest du ernsthaft eine Antwort auf Deine selten dämliche Frage? Wo hast Du damals nochmal gelebt?

Sparta

Ups, jetzt hat ja der Icke schon......


Es gibt auch selten dämliche Antworten, meist kommen sie von solchen wie Dir .......

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Re: Der Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR

Beitragvon Neun » 4. Dezember 2013, 19:15

icke46 hat geschrieben:§249 Absatz 1 StGB der DDR:

Wer das gesellschaftliche Zusammenleben der Bürger oder die öffentliche Ordnung und
Sicherheit beeinträchtigt, indem er sich aus Arbeitsscheu einer geregelten Arbeit entzieht, obwohl er
arbeitsfähig ist, wird mit Verurteilung auf Bewährung, Haftstrafe oder mit Freiheitsstrafe bis zu
zwei Jahren bestraft.


Gruss

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Und wie willst Du daraus eine generelle Arbeitspflicht ableiten? [denken]
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Re: Der Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 4. Dezember 2013, 19:20

Die Schriftsteller der DDR und die die es werden wollten, oder sich dafür hielten wurden generell betreut! Und zwar von ihren Lektoren. Zensoren wäre aber der treffendere Ausdruck. Diese waren soweit ich das mitbekam beim MfS beschäftigt. Mit einem machte ja auch ich ungewollt Bekanntschaft, da schrieb ich allerdings noch nichts.
Ja Thoth, wenn der dann bemerkte, dass es mit der "Kunst" des Schriftstellers oder nur mit seiner Ausdrucksweise nicht konform zum Bitterfelder Weg lief, dann war Schluss mit Schreiben. Dann wurde wieder gearbeitet…

Gruß Volker

PS...und frag nicht nach dem erwähnten Weg, denn wohin der führte, ist bekannt!
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Re: Der Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 4. Dezember 2013, 19:21

icke46 hat geschrieben:§249 Absatz 1 StGB der DDR:

Wer das gesellschaftliche Zusammenleben der Bürger oder die öffentliche Ordnung und
Sicherheit beeinträchtigt, indem er sich aus Arbeitsscheu einer geregelten Arbeit entzieht, obwohl er
arbeitsfähig ist, wird mit Verurteilung auf Bewährung, Haftstrafe oder mit Freiheitsstrafe bis zu
zwei Jahren bestraft.


Gruss

icke


Icke, das Augenmerk liegt auf dem Begriff 'Arbeitsscheu' und es spielt auch die recht weit gefasste Formulierung 'gesellschaftliches Zusammenleben' ein Rolle.
Wer nachweisen konnte das er für sein Lebensunterhalt aufkommen konnte ohne das dieser durch zwielichtige Geschäfte finanziert wurde, mußte nicht arbeiten gehen, auch wenn er 'gesundheitlich' dazu in der Lage war.

Wenn Du so willst herrscht in jeder Gesellschaftsformation ein "Arbeitszwang", denn die meisten Menschen haben weder ein Vermögen, ein riesiges Aktienpaket oder Besitzen eine Firma um von diesen Erträgen leben zu können.
Wer sich auch Heutzutage die Mittel für seinen Lebensunterhalt auf nicht legale Weise 'organisiert' wird auch, wenn er erwischt wird, verurteilt. Nur nennt man das Heute dann etwas anders.

Thoth
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Re: Der Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR

Beitragvon Nov65 » 4. Dezember 2013, 19:23

Thoth hat geschrieben:Mal von den Schriftstellern abgesehen, wie kommst zu der abenteuerlichen Behauptung das es "Arbeitszwang" in der DDR gegeben hätte?

Thoth

Hey @Thoth,
nach @Ickes Post §249 Absatz 1 StGB der DDR:

Wer das gesellschaftliche Zusammenleben der Bürger oder die öffentliche Ordnung und
Sicherheit beeinträchtigt, indem er sich aus Arbeitsscheu einer geregelten Arbeit entzieht, obwohl er
arbeitsfähig ist, wird mit Verurteilung auf Bewährung, Haftstrafe oder mit Freiheitsstrafe bis zu
zwei Jahren bestraft.

stehst Du nun nackig da. Aber @Sparta abenteuerliche Behauptung vorwerfen und damit die Diskussion tottreten wollen.
Du verbiegst Dich bei jeder Kritik am DDR-System, als würdest Du dafür bezahlt werden.
Einen schönen Gruß von Andreas
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Re: Der Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 4. Dezember 2013, 19:26

Na Nov65, auch ein kleiner Schnellschuß im Behaupten, das Wort 'Nach'denken bekommt da doch glatt eine völlig neue Dimension oder was?
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Re: Der Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR

Beitragvon icke46 » 4. Dezember 2013, 19:29

@Thoth:

Du magst mit dem Nachweis durchaus recht haben - andrerseits ist der § 249 in meinen Augen ein typischer Gummiparagraph, den man im Bedarfsfall hervorzaubern konnte.

Wenn ich mich recht erinnere, gab es einige, die sich zb. bei der Kirche als Totengräber anstellen liessen, nur um den genanntn Paragraphen auszuhebeln.

Gruss

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Re: Der Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR

Beitragvon augenzeuge » 4. Dezember 2013, 19:38

icke46 hat geschrieben:@Thoth:

Du magst mit dem Nachweis durchaus recht haben - andrerseits ist der § 249 in meinen Augen ein typischer Gummiparagraph, den man im Bedarfsfall hervorzaubern konnte.

Wenn ich mich recht erinnere, gab es einige, die sich zb. bei der Kirche als Totengräber anstellen liessen, nur um den genanntn Paragraphen auszuhebeln.

Gruss

icke


Du hast absolut recht, Icke. Der Nachweis, von dem Thoth spricht, musste monatlich erfolgen. Allerdings war nicht nur der Nachweis wichtig, viel wichtiger war die Anerkennung.

Eine gute Zusammenfassung:
http://www.strassenfeger.org/archiv/art ... .0008.html

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Re: Der Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR

Beitragvon Edelknabe » 4. Dezember 2013, 19:40

In meiner Meisterklasse(HWK) 1989 war ein Töpfer der schon Jahre vorher ein recht unbequemer Staatsgeist war, ein studierter Mann, wohl geext von der Uni Leipzig irgendwann in den 80er Jahren, also der Kerl hatte gute Kundschaft. Aber na klar Sparta, nicht Jeder kam zurecht, wie heute auch wo ich manchmal meine...."was will mir dies Gemälde eigentlich vermitteln, das sieht doch aus wie....Sch.....und da gehört für mich persönlich auch der momentane " Maleroberguru" Neo Rauch dazu.

Rainer-Maria der sich da den Volker Polenz vorzieht, das ist der Heimatmaler aus der Dübener Heide.War wenn mich nicht alles täuscht Meisterschüler beim Bauernkriegspanoramamaler in Bad Frankenhausen, hat da dran mit geschafft aber sich nicht wie der Meister selber die Gesundheit ruiniert.

Stimmt icke, oder sie arbeiteten als Hilfsarchivar in der Uni-Bücherei Leipzig und anderen Ecken, wo du nicht aufgefallen bist.
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Re: Der Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR

Beitragvon Spartacus » 4. Dezember 2013, 19:43

Thoth hat geschrieben:
Wer nachweisen konnte das er für sein Lebensunterhalt aufkommen konnte ohne das dieser durch zwielichtige Geschäfte finanziert wurde, mußte nicht arbeiten gehen, auch wenn er 'gesundheitlich' dazu in der Lage war.


Thoth


Das ist absoluter Quatsch.

Icke erwähnte schon die Friedhofsarbeiter. Ich kannte eine Frau die verdammt viel Geld hatte, aber eben wegen des
§ 249 arbeiten musste. Sie hatte da so eine LOTTO Bude, die praktisch reine Tarnung war, da sie pro Tag nur zwei
Stunden auf war. Man konnte also ein bisschen tricksen, wenn nicht, dann musste man arbeiten, egal wie viel Kohle
man hatte.


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Re: Der Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 4. Dezember 2013, 19:47

Anmerkung.
Wer schon andere Panoramen gesehen hat sollte ohne große Erwartungshaltung nach Bad Frankenhausen zum Elefantenklo fahren. Das sind sehr viele düster aneinander gereihte Bilder, aber bei weitem kein Panorama. Nach meinem Verständnis trotz der vielen verballerten DDR-Millionen fürchterlich anzusehen.
Ist aber eben auch Geschmacksache.

Gruß Volker
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Re: Der Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR

Beitragvon Nov65 » 4. Dezember 2013, 19:54

Thoth hat geschrieben:Na Nov65, auch ein kleiner Schnellschuß im Behaupten, das Wort 'Nach'denken bekommt da doch glatt eine völlig neue Dimension oder was?

@Thoth,
mit Deinem Brückenschlag zum Broterwerb in heutigen Zeiten bist Du auf dem Bauch gelandet. Den Arbeitszwang aus Broterwerbsgründen mit der Verfolgung durch das DDR-Strafgesetz gleichzusetzen, ist misslungen und war nicht Teil der Diskussion. Und von kriminellen Handlungen beim Bestreiten des Lebensunterhaltes in heutiger Zeit war schon gar nicht die Rede.
Schon allein der Tatbestand Arbeitsscheu, der heute nicht mal mehr im Umgangston üblich ist, gestattete dem System, Menschen zu verurteilen.
Das passierte noch viel leichter mit dem Tatbestand Rowdytum, aber das ist ein anderes Lied.

Damit will ich aber nicht Faulenzerei gutheißen.

Komm wieder runter mit Deiner Hochnäsigkeit von wegen Nachdenken. Nicht nur Du hast eine Schule besucht und als Student gebüffelt.
Es kann sogar solche geben, die vor Dir richtig nachgedacht haben.
Andreas
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Re: Der Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 4. Dezember 2013, 19:57

Icke, das stimmt auch dass das Arbeiten, meist auf einer "halben" Stelle im Bereich des Bestattungswesens ziemlich "beliebt" war. Oder Heizer oder andere, ähnlich gelagerte Arbeiten. Oder Mann/Frau pflegte Bienen ......
In den 50ger Jahren kam der Paragraf wohl ziemlich häufig zur Anwendung um die sogenannte Halbwelt trocken zulegen.
Die so Verurteilten kamen auch manchmal in sogenannte Arbeitsbesserungslager und arbeiteten dann in der Braunkohle. So wurde es jedenfalls erzählt.

Ein ziellos in den Tag hineinleben, keiner Arbeit nachgehend wenn Alleinstehend, ensprach einfach nicht dem Bild des Menschen in einer 'sozialistischen' Gesellschaft, das waren "Überbleibsel" der Überwundenen bürgerlichen Gesellschaft ....

Wovon und womit nun "Schriftsteller" welche nicht im Schriftstellerverband Mitglied waren, deren "Werke" in der DDR nicht gedruckt wurden ihren Lebensunterhalt verdienten entzieht weitgehendst meiner Kenntnis .....

Hingegen verhält es sich mit den im Juni '79 aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossenen Schriftstellern, Kurt Bartsch, Adolf Endler, Stefan Heym, Karl-Heinz Jakobs, Klaus Poche, Rolf Schneider, Dieter Schubert, Klaus Schlesinger und Joachim Seyppel um Schriftsteller welche in der DDR mehrere Bücher veröffentlicht hatten, teilweise auch in der BRD. Sie waren also nicht Mittellos und konnten ihren Lebensunterhalt aus ihren früheren Einnahmen bestreiten.

Die meisten der genannten Schriftsteller reisten, ausgestattet mit einem Dauervisum, in den Jahren 1980 und 1981 in die BRD aus.

Thoth
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Re: Der Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR

Beitragvon icke46 » 4. Dezember 2013, 19:58

Man ist zwar mit den Panoramen total Offtopic - aber kurze Frage:

War schon jemand im Völkerschlachtpanorama in Leipzig? Ist das lohnend?

Ne kurze Antwort reicht - dann kann man wieder zum eigentlichen Thread übergehen [wink] .

Gruss

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Re: Der Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR

Beitragvon Zicke » 4. Dezember 2013, 20:02

icke46 hat geschrieben:Man ist zwar mit den Panoramen total Offtopic - aber kurze Frage:

War schon jemand im Völkerschlachtpanorama in Leipzig? Ist das lohnend?

Ne kurze Antwort reicht - dann kann man wieder zum eigentlichen Thread übergehen [wink] .

Gruss

icke


JA

lohnt sich
J.S.


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Re: Der Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR

Beitragvon control » 4. Dezember 2013, 20:07

So ist das mit dem schwarz-weiß denken.Meine damalige ist nach dem ersten Kind drei Jahre zuhause geblieben.Soweit ich mich erinnern kann wurde Sie nicht verhaftet und von Schergen gefoltert.
Manch reicher Gurkenbauer,bei dem zum Aufkauf die LKW auf den Hof fuhren und der dann mal locker 10-15 Tsd Mark eingesackt hat,ging auch nicht arbeiten.Vielleicht im Winter wenns hochkam.Die waren dann über die Frau bzw.Mann versichert.
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Re: Der Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR

Beitragvon pentium » 4. Dezember 2013, 20:13

Ja Icke, ich war auch schon da, im Panorama. lohnt sich!

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*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
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Re: Der Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR

Beitragvon andr.k » 4. Dezember 2013, 22:04

Empfehlenswert @icke und vergiss Deine Kamera nicht. [wink]

AK
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Re: Der Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR

Beitragvon vs1400 » 4. Dezember 2013, 22:26

icke46 hat geschrieben:@Thoth:

Du magst mit dem Nachweis durchaus recht haben - andrerseits ist der § 249 in meinen Augen ein typischer Gummiparagraph, den man im Bedarfsfall hervorzaubern konnte.

Wenn ich mich recht erinnere, gab es einige, die sich zb. bei der Kirche als Totengräber anstellen liessen, nur um den genanntn Paragraphen auszuhebeln.

Gruss

icke


mein opa, icke,
ging 1967 aus der anstellung, beim kombinat, raus und wurde dann freischaffender maler und graphiker. sein nachweis war, dass er wöchentlich 2mal nen erwachsenen- bzw. kindermalzirkel leitete. damit konnte er den nachweis erbringen nen festes einkommen zu erhalten.

gruß vom Torsten [hallo]
Zuletzt geändert von vs1400 am 4. Dezember 2013, 22:30, insgesamt 1-mal geändert.
vs1400
 

Re: Der Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR

Beitragvon augenzeuge » 4. Dezember 2013, 22:29

vs1400 hat geschrieben:mein opa icke,....


Wie, der hieß auch so..wie unser....? [flash]
AZ
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Re: Der Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR

Beitragvon andr.k » 4. Dezember 2013, 22:33

"Opa" icke [flash]

AK
Man lebt ruhiger, wenn man nicht alles sagt, was man weiß, nicht alles glaubt, was man hört und über den Rest einfach nur lächelt.

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Re: Der Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR

Beitragvon vs1400 » 4. Dezember 2013, 22:34

augenzeuge hat geschrieben:
vs1400 hat geschrieben:mein opa icke,....


Wie, der hieß auch so..wie unser....? [flash]
AZ


keine ahnung wasu meinst Jörg,
bin isch duden oder was ... [wink] [grin]

gruß vom Torsten [hallo] ... THX!
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Re: Der Ausschluss aus dem Schriftstellerverband der DDR

Beitragvon vs1400 » 4. Dezember 2013, 22:35

andr 88-1 hat geschrieben:"Opa" icke [flash]

AK


sie es doch mal so Andreas,
wer nicht schreibt,
macht keine fehler. [wink]

gruß vom Torsten [hallo]
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