Das Untersuchungsorgan des MfS

Alles zum Thema Geheimdienste und Sicherheit in der DDR und in der BRD

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon SkinnyTrucky » 18. Oktober 2012, 18:23

Danke Merkur seitens mir....

....zu Uwe's letzten Frage würd ich aber gern mehr erfahren:

ABV hat geschrieben:- Versprach man sich von solchen nächtlichen Vernehmungen eventuell eine besondere Aussagebereitschaft?


Der Peter (Turtle) hat es schon berichtet und man liesst da auch sehr viel drüber in einschlägigen Büchern, das man sehr gezielt wohl mit Schlafentzug gearbeitet hat....einer Praktik die unter weisser Folter aufgeführt ist....

....war das die Regel und wie war dies gesetzlich geregelt in der DDR....???? Lief man nicht eher der Gefahr, das der Beschuldigte nur um Ruhe zu haben etwas gestand, was er garnicht getan hat....???? War das egal und war man lieber an ein falsches Geständnis interessiert als an der Wahrheit....???? Sind das Nachwirkungen von den Russen, da man ja heute weiss, das es unter denen wohl vorkam das ungeacht ob was vorlag Geständnisse produziert wurden ala Mitgliedschaft bei den Wehrwölfen zB, wo wohl auch viele zu Unrecht verurteilt wurden und Sachen zugegeben haben, die sie garnicht begangen haben....

....so unter dem Motto, von der Sowjetunion lernen, heisst siegen lernen....zum Einschüchtern und Abschrecken wohl ganz brauchbar....

groetjes

Mara
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Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon Alfred » 18. Oktober 2012, 18:39

Mara,

nur mal als Frage.

Wenn es wichtig ist, wie sehen denn die Vernehmungszeiten in der BRD aus ?

Dank für eine Antwort.
Alfred
 

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon Alfred » 18. Oktober 2012, 18:47

ABV,


in welchen Zeiten laufen denn heute Vernehmungen ab ?

Nur von z.B. 08.00 bis 17.00 Uhr oder wie sieht dies aus ?

Dank für eine Info..
Alfred
 

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon SkinnyTrucky » 18. Oktober 2012, 18:50

Alfred hat geschrieben:Mara,

nur mal als Frage.

Wenn es wichtig ist, wie sehen denn die Vernehmungszeiten in der BRD aus ?

Dank für eine Antwort.


Keine Ahnung Alfred, ich wurde noch nie vernommen in der BRD, ich hab auch noch nie Bücher gelesen über Vernehmungen in BRD-U-Haftanstalten....

....ich könnte mir aber vorstellen, das es solche Fälle auch in der BRD gegeben hat, vielleicht auch noch gibt....aber wie Uwe schon sagt, Geständnisse die so erzwungen wurden sind wohl nichts wert....man muss ja auch anmerken, das jeder, der in der BRD in U-Haft kommt, wohl auch anwaltlichen Beistand von Anfang an hat und falls ein Beschuldigter systematisch des Schlafes beraubt wurde in der Zeit der U-Haft, so würde das ja wohl auch dem Richter bekannt werden....

....vielleicht kann ich dir in ferner Zukunft da eine Antwort drauf geben, ein Arbeitskollege sitzt in U-Haft in Deutschland, angeblich wegen regelmässigen Drogenschmuggel mit nicht geringen Mengen....nach einem Monat bekam mein Chef von seiner Mutter mitgeteilt, das er noch wenigstens 4 Monate in U-Haft bleiben muss....naja, wenn er wieder raus ist und ich seh ihn mal, dann frag ich ihn, versprochen....und das tu ich nur für dich, denn ansonsten mag ich den Arbeitskollegen überhaupt nich....übrigens ist mir jetzt auch klar, warum der immer so eigenbrödlerisch und komisch getan hat....geschmuggelt hat er aber wohl nur immer privat und zum Glück nicht mit unseren Trucks, das meinte zumindestens mein Chef....

....aber zurück zu meinen Fragen....hast du da vielleicht Antworten drauf....????

groetjes

Mara
Zuletzt geändert von SkinnyTrucky am 18. Oktober 2012, 18:58, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon lethale iniectio » 18. Oktober 2012, 18:53

In der normalen U-Haft bestimmt, aber ob es beim BND oder Verfassungsschutz auch so ist, da bin ich mir nicht so sicher und verraten werden sie es bestimmt auch nicht freiwillig!

Kerstin
lethale iniectio
 

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon seaman » 18. Oktober 2012, 19:02

lethale iniectio hat geschrieben:In der normalen U-Haft bestimmt, aber ob es beim BND oder Verfassungsschutz auch so ist, da bin ich mir nicht so sicher und verraten werden sie es bestimmt auch nicht freiwillig!

Kerstin




Hmm,wuerde mich auch interessieren..
Sicherlich wird man vorher angeschrieben zum Kaffeetrinken bzw. Mitternachtsmahl.Ganz demokratisch laeuft das wohl ab.
seaman
 

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon seaman » 18. Oktober 2012, 19:05

ABV hat geschrieben:Sowohl BND als auch der Verfassungsschutz führen keine Vernehmungen durch. Für Straftaten welche die " staatliche Sicherheit" beeinträchtigen, ist der polizeiliche Staatsschutz zuständig.

Gruß Uwe


...sind aber u.U. bei der Vernehmung zugegen,oder?
seaman
 

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon SkinnyTrucky » 18. Oktober 2012, 19:07

seaman hat geschrieben:
lethale iniectio hat geschrieben:In der normalen U-Haft bestimmt, aber ob es beim BND oder Verfassungsschutz auch so ist, da bin ich mir nicht so sicher und verraten werden sie es bestimmt auch nicht freiwillig!

Kerstin




Hmm,wuerde mich auch interessieren..
Sicherlich wird man vorher angeschrieben zum Kaffeetrinken bzw. Mitternachtsmahl.Ganz demokratisch laeuft das wohl ab.


Zumindestens wird man wegen Ausreisewillen schonmal nicht geholt und des Schlafes beraubt....und das weiss ich aus Erfahrung....

....ein Onkel von mir konnte ohne solches Procedere in die DDR ausreisen als ausgeschlafener Mann....er hat wohl in den 70ern meine Tante bei einem Fussballspiel in der DDR kennen und lieben gelernt und ist zu ihr gezogen....

groetjes

Mara
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Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon Alfred » 18. Oktober 2012, 19:07

ABV,

"Die tägliche Vernehmung dauerte etwa 4 bis 6 Stunden unter Einhaltung
anstaltsüblicher Essenspausen. Zeitlich längere Vernehmungen oder
Vernehmungen zur Nachtzeit erfolgten allenfalls bei Gefahr im Verzuge,
insbesondere unmittelbar im Anschluß an Festnahmen auf frischer Tat, wenn
weitere Beteiligte festzustellen oder Auswirkungen der Tat zu verhindern
waren oder im Zuge von Aussagen, die zur Beseitigung akuter Gefahrenzustände
wichtig sein konnten."

Quelle : Die Sicherheit - Zur Abwehrarbeit des Mfs"

Sieht dies heute anders aus ?
Alfred
 

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon lethale iniectio » 18. Oktober 2012, 19:10

Danke Uwe, dass wusste ich so nicht und weiß man über dieses Organ etwas genaueres, doch auch nicht wirklich die ganze Wahrheit!
Ich will nicht ablenken, mich interessiert nur, dass Damals und Heute!
Für irgendwas sind doch auch die zwei Anderen zuständig und ich kann mir nicht vorstellen, dass dort alles nach Recht und Gesetz abläuft, wenn die Sache eng wird!

Liebe Grüße!

Kerstin [hallo]
lethale iniectio
 

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon Icke46 » 18. Oktober 2012, 19:13

Was mich an dem von Merkur eingestellten Beispiel der Vernehmungszeiten, ich sag mal, etwas ins grübeln kommen lässt, ist eher die Zeitdauer. Wenn man sich das ab 15 Uhr ansieht, dauert die Vernehmung im Beispiel (mit einer 15minütigen Pause) 11 Stunden 30 Minuten. Das finde ich, ganz unabhängig von dem Delikt, irgendwie extrem.

Nun habe ich keine Ahnung, wie lange Vernehmungen heutzutage dauern, und habe auch nicht die Absicht, mich als Testperson zur Verfügung zu stellen - aber in so einem Fall würde ich eigentlich immer nur vier Worte sagen: Ich verweigere die Aussage. Den Satz kann ich mir wahrscheinlich auch über einen elfstündigen Zeitraum merken.

Gruss

icke
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Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon SkinnyTrucky » 18. Oktober 2012, 19:15

icke46 hat geschrieben:aber in so einem Fall würde ich eigentlich immer nur vier Worte sagen: Ich verweigere die Aussage. Den Satz kann ich mir wahrscheinlich auch über einen elfstündigen Zeitraum merken.


Dazu solltest du dir zur Sicherheit noch einen Satz merken Icke....

....nicht ohne meinen Anwalt....

groetjes

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Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon augenzeuge » 18. Oktober 2012, 19:16

icke46 hat geschrieben:Wenn man sich das ab 15 Uhr ansieht, dauert die Vernehmung im Beispiel (mit einer 15minütigen Pause) 11 Stunden 30 Minuten. Das finde ich, ganz unabhängig von dem Delikt, irgendwie extrem.

Nun habe ich keine Ahnung, wie lange Vernehmungen heutzutage dauern.....


Nicht mal im Fall Gäfgen dauerten die Verhöre so lange, wenn ich mich recht erinnere.... [denken]
AZ
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Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon lethale iniectio » 18. Oktober 2012, 19:22

augenzeuge hat geschrieben:Nicht mal im Fall Gäfgen dauerten die Verhöre so lange, wenn ich mich recht erinnere.... [denken]


Dem haben sie doch auch "Folter" angedroht und wenn es weh tun könnte, werden solche Typen nicht selten weinerlich! [mad]

Kerstin
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Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon Alfred » 18. Oktober 2012, 19:29

ABV,

lese doch einfach mal die Beiträge !

In der DDR gab es eben auch gewisse Besonderheiten.

Ein Beispiel, nennen wir es Fall X.

Im Rahmen von Fall X wurde Herr Y in Berlin vernommen. Da ging es zum Teil um Minuten, weil z.B. die Möglichlkeit bestand, dass sich die Komplizen von Herrn X in wenigen Minuten durch die Ausreise nach Westberlin der Strafverfolgung entziehen konnten.

Und wie DU das Buch einschätzt, DEINE Sache.
Alfred
 

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon SkinnyTrucky » 18. Oktober 2012, 19:39

Alfred, bitte antworte mir doch auf meine Fragen, ansonsten müsste ich annehmen, du willst sie nicht beantworten....

....zumindestens könntest du mir die Frage beantworten, warum man bei Peter (Turtle) mit Schlafentzug gearbeitet hat....ähnlich gelagerte Fälle gibt es zu Hauf....bzw viele berichten davon, das sie tagelang kein Schlaf finden konnten....ich muss annehmen, das dies dann doch mit System geschah und darum sollte man da doch drüber reden können....

groetjes

Mara
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Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon Alfred » 18. Oktober 2012, 20:11

ABV,

und DU kannst den Vorgang einschätzen ?

Kennst Du den kompletten Vorgang zu dieser Sache ? Ich nicht. Aus dem Grund werde ich da nichts einschätzen. Auch DIR dürfte wohl der komplette Vorgang nicht bekannt sein. Also immer locker bleiben.

Woher willst Du wissen, dass keine entsprechenden Gefahren bestanden ?

Und einen Kommentar zu einigen DEINER Beiträge spare ich mir. Wenn ich da meine Auffassung schreiben würde, wäre ich wohl innerhalb einiger Minuten gesperrt.
Alfred
 

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon Alfred » 18. Oktober 2012, 20:49

ABV,

kennst Du nun den den entsprechenden Fall komplett ? Ja oder NEIN ?
Alfred
 

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon Merkur » 18. Oktober 2012, 20:54

Interessierter hat geschrieben:Merkur, nach mehr als 20 Jahren ist doch auch die Arbeitsweise der Abt. IX hinreichend belegt. Die Untersuchungshaft von politischen Gefangenen wurde nicht dazu benutzt zu ermitteln. Das Ermittlungsergebnis und oftmals auch das Urteil stand schon zu Beginn der U - Haft für die Ermittler fest.
In der U - Haft versuchte man die Häftlinge nur " weichzukochen " und so weit zu bringen ( mit physischem und psychischem Druck ), daß sie bereit waren " Alles " zu unterschreiben.
Noch einmal: Es gab kein Gesetz, daß die Dauer der U - Haft vorschrieb, auch wenn Du meinst mit dem § der Ermittlungsdauer ablenken zu können.
Wenn Du meinst erwähnen zu müssen, dass für die Verlängerung der Ermittlungsdauer die Staatsanwaltschaft ihr Einverständnis geben mußte, so ist das einfach lächerlich wenn man weiß, daß vom MfS sogar Abläufe des Prozesses und Urteile abgesprochen wurden und das der ehemalige Leiter der Untersuchungsabteilung Karli Coburger wegen Rechtsbeugung und Freiheitsberaubung rechtskräftig verurteilt worden ist.


Hinreichend belegt ? Vielleicht auf der Höhe des Niveaus der Kleingeister und Pseudo-Interessierten.
Im übrigen war es für die Masse der von der Linie IX bearbeiteten EV überhaupt nicht notwendig, eine Fristverlängerung über die drei Monate hinaus zu beantragen. Von 1986 bis 1988 z. B. wurden 90 % der EV der Linie IX binnen zwei Monaten abgeschlossen. In den Jahren 1987 und 1988 über 50 % der EV innerhalb eines Monats.
Natürlich gab es komplexe EV, bei denen es nicht möglich war, die Bearbeitung in der vorgegebenen Frist abzuschließen. Dort musste ein entsprechender Antrag auf Fristverlängerung gestellt und begründet werden. Ich selbst kenne EV der Linie IX, die ein ganzes Jahr in Zusammenarbeit mit Expertisen-und Gutachtereinrichtungen bearbeitet worden sind (Brände, Havarien, Katastrophen, Kriegsverbrechen, Mordserien, Tötungen Mittels Medikamenten im Gesundheitswesen). Es dürfte auch Dir einleuchten, dass die Bearbeitung solcher Verfahren mehr als drei Monate in Anspruch nehmen konnte.
Selbstverständlich muss jeder seine individuelle Sicht bzw. Meinung haben und schreiben. Quelle: Augenzeuge.
Merkur
 
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Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon Icke46 » 18. Oktober 2012, 20:57

Alfred hat geschrieben:ABV,

kennst Du nun den den entsprechenden Fall komplett ? Ja oder NEIN ?


Dann stelle ich doch einfach mal die selbe Frage: Kennst Du ihn komplett? Ja oder NEIN?

Wenn ja, würde es der historischen Wahrheit dienen, wenn Du in auch komplett dokumentierst - vielleicht gibt es ja Lernerfolge, die man sich vorher gar nicht ausmalen konnte [wink] ?

Gruss

icke
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Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon augenzeuge » 18. Oktober 2012, 20:59

Alfred hat geschrieben: Da ging es zum Teil um Minuten, weil z.B. die Möglichlkeit bestand, dass sich die Komplizen von Herrn X in wenigen Minuten durch die Ausreise nach Westberlin der Strafverfolgung entziehen konnten.


Und wenn man nur Minuten hat, schafft man das auch? [denken] Bei Gäfgen hatte man Tage und schaffte es...letztlich nur mit unzulässigen Drohungen.

Gab es eigentlich in diesem Fall auch so etwas? Es hört sich fast so an, als ob die Ausreise nach Berlin-West schlimmer ist, als ein Opfer zu retten.....
AZ
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Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon Merkur » 18. Oktober 2012, 21:00

ABV hat geschrieben:Gern geschehen Kerstin [knuddel]
Ich war in der DDR kein Vernehmungsexperte und bin es heute auch nicht. Aber so viel weiß ich, dass kein Kriminalist heutzutage jemand Nachts aus der Zelle holt und eine gerichtlich verwertbare Aussage herausarbeitet. Der zuständige Kommissariatsleiter würde " auf dem Tisch tanzen"!
Gruß Uwe


Aus der Zelle holen sicher nicht. Bei einem Tötungsdelikt nach Ermittlung des Täters im Ersten Angriff folgt aber ganz sicher eine Erstvernehmung. Und zwar zu jeder Uhrzeit.
Selbstverständlich muss jeder seine individuelle Sicht bzw. Meinung haben und schreiben. Quelle: Augenzeuge.
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Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon Alfred » 18. Oktober 2012, 21:02

icke46 hat geschrieben:
Alfred hat geschrieben:ABV,

kennst Du nun den den entsprechenden Fall komplett ? Ja oder NEIN ?


Dann stelle ich doch einfach mal die selbe Frage: Kennst Du ihn komplett? Ja oder NEIN?

Wenn ja, würde es der historischen Wahrheit dienen, wenn Du in auch komplett dokumentierst - vielleicht gibt es ja Lernerfolge, die man sich vorher gar nicht ausmalen konnte [wink] ?

Gruss

icke


Icke,
ich kenne den "Fall" auch nicht. Aus dem Grund werde ich bestimmte Wertungen nicht treffen.
Alfred
 

Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon SkinnyTrucky » 18. Oktober 2012, 21:27

Naja Alfred, ich hab schon gemerkt, das meine Fragen unbeantwortet bleiben....ich geh mal davon aus, das es systematischen Schlafentzug gab um die Beschuldigten mürbe zu machen....deine Ablenkungsmanöver sind ja ansonsten ganz nett....

....ich bleib aber dann doch mal besser bei Erlebnisberichte von Leuten, die durch eine Untersuchungshaft beim MfS gegangen sind um in die Bundesrepublik zu gelangen....die waren da zumindestens dabei und oft findet man dort dieselben Schilderungen....bzw, sie sprechen eine klare Sprache....

....ansonsten Danke für deine Mühe....

groetjes uit Carmagnola

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Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon karnak » 19. Oktober 2012, 10:54

Wenn man nach einer langen arbeitsreichen Nacht (also Schlafentzug) und Vormittag nach Hause kommt und hier so liest,ist schon lustig,wie hier geeiert wird,von Denen die vernommen haben oder sagen,daß sie sich damit auskennen.Jetzt bin ich zumüde,werde was essen und dann eine Runde pennen.Aber ich schreibe was dazu,an diesem Wochenende,versprochen.
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Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon SkinnyTrucky » 19. Oktober 2012, 11:41

karnak hat geschrieben:Jetzt bin ich zumüde,werde was essen und dann eine Runde pennen.


Nach Aussagen der damals Beschuldigten, konnten sie sich nach einem langen Verhör in der Nacht, tagsüber nicht hinlegen, da man dort in der U-Haft ja schliesslich tagsüber nicht liegen durfte....

....Karnak, schlaf schön....ich bin wahrscheinlich das Wochenende nicht online....

groetjes uit Rivoli

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Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon karnak » 19. Oktober 2012, 15:09

Ich bin nun keiner,der sich mit der Arbeit der Abt.IX exakt auskennt.Der User Neun könnte sicher viel dazu sagen,wenn er denn das wirklich will.Aber der scheint sich ja im Augenblick verabschiedet zu haben.Das was Merkur und Alfred schreibt,sicher eine Fleißarbeit,aber eben alles Informationen aus irgendwelcher Fachliteratur.Und dieses Wissen stammt wiederum aus irgendwelchen Dienstvorschriften und anderer Literatur des Mfs,zumindest im Wesentlichen.Und alle Theorie ist grau,daß weiß ich nun genau,was Dienstvorschriften,Gesetzestexte und soweiter angeht und in Verbindung mit der Arbeit des Mfs steht.
Und was ich auch genau weiß,man sollte und musste und hat sich auch in den meisten Fällen an bestehendes Recht der DDR!,gehalten.Man musste es aber im Fall der Fälle nicht,wenn die Lage es erforderte,wenn es"Unserer Sache dient" konnte man Recht auch umgehen oder es "großzügig"auslegen.DENN,WIR hatten die Macht und es gab niemanden,der uns ernsthaft kontrollieren WOLLTE,geschweige denn noch KONNTE.Jeder der eine Weile beimMfs tätig war,weiß das auch ganz genau.
Und deswegen,Alfred,nervt es mich schon manchmal,wenn Du immer wieder erklären willst,wie das alles streng nach Recht und Gesetz der DDR in der Firma und zwar ohne Ausnahme zuging,alles wurde streng nach Dienstvorschriften abgehandelt und die waren streng nach rechtlichen Grundlagen ausgearbeitet,das waren sie sogar,aber wie oft haben wir diese Dienstvorschriften nicht eingehalten.Und schreibe mir blos nicht,daß war vieleicht bei Euch so.
Mann Alfred und auch Merkur,die haben uns vor über 20 Jahren den Laden zugemacht.Jetzt geht es doch nicht mehr darum das Nest sauber zu halten,das ist doch schon längst verottet vom Baum gefallen.Sollten wir nicht langsam mal damit anfangen unsere Geschichte so zu erzählen wie sie wirklich war,AUCH mit den ganzen üblen Fehlern die gemacht wurden und die dazu geführt haben wo es hinführen musste?Wollen wir denn bis zu unserem Lebensende als die unverbesserlichen und uneinsichtigen Dödel dastehen?Dinge bestreiten,die einfach nicht mehr zu bestreiten sind ohne sich lächerlich zu machen?
Und immer wieder die unseelige Argumentation,wie ist es denn heute.Kann sein das es schlecht und nicht in Ordnung ist bei den Vernehmungen irgendwelcher Behörden in der BRD und darüber kann man auch durchaus diskutieren,aber HIER geht es eben darum nicht,sondern um UNSER Untersuchungsorgan und UNSERE Verhörmethoden und nicht die der Anderen.
Besteht ja nun die Gefahr,daß ich mir wieder Ärger einhandele,aber das musste ich einfach mal loswerden,nachdem ich das alles hier zu dem Thema gelesen habe.
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Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 19. Oktober 2012, 15:51

karnak hat geschrieben:....,die haben uns vor über 20 Jahren den Laden zugemacht.Jetzt geht es doch nicht mehr darum das Nest sauber zu halten,das ist doch schon längst verottet vom Baum gefallen.Sollten wir nicht langsam mal damit anfangen unsere Geschichte so zu erzählen wie sie wirklich war,AUCH mit den ganzen üblen Fehlern die gemacht wurden und die dazu geführt haben wo es hinführen musste?Wollen wir denn bis zu unserem Lebensende als die unverbesserlichen und uneinsichtigen Dödel dastehen?Dinge bestreiten,die einfach nicht mehr zu bestreiten sind ohne sich lächerlich zu machen?


Lieber karnak,
Diesen, Deinen Appell sollten sich die Betroffenen kopieren und gerahmt an ihre Wand neben den Computer hängen und jeden Tag aufs neue beherzigen. Ich finde, dieses Bekenntnis war längs überfällig. Danke!

Gruß Volker
Zuletzt geändert von Volker Zottmann am 19. Oktober 2012, 16:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon augenzeuge » 19. Oktober 2012, 15:56

karnak hat geschrieben:Sollten wir nicht langsam mal damit anfangen unsere Geschichte so zu erzählen wie sie wirklich war,AUCH mit den ganzen üblen Fehlern die gemacht wurden und die dazu geführt haben wo es hinführen musste?Wollen wir denn bis zu unserem Lebensende als die unverbesserlichen und uneinsichtigen Dödel dastehen?Dinge bestreiten,die einfach nicht mehr zu bestreiten sind ohne sich lächerlich zu machen?


[super]
Danke, Karnak- bei allen Differenzen unserer politischen Einstellung- aber das ist genau das, was ich mir auch wünschte. Ich würde mich freuen, in diesem Punkt mehr Unterstützer und Befürworter zu bekommen. Auch, wenn Alfred hier offener wäre.
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Re: Das Untersuchungsorgan des MfS

Neuer Beitragvon Merkur » 20. Oktober 2012, 15:02

karnak hat geschrieben:Ich bin nun keiner,der sich mit der Arbeit der Abt.IX exakt auskennt.


Das habe ich Deinen Zeilen entnommen, denn sonst hättest Du die Dinge sicher anders betrachtet.
Deine selbstkritische Einschätzung ist völlig okay, wenn Du hinsichtlich Deiner damaligen Tätigkeit zu einer solchen Erkenntnis gekommen bist. Vielleicht stellst Du Deinen konkreten Arbeitsgegenstand aus heutiger Sicht in Frage und hast aus Deinem Blickwinkel eine andere Sicht auf den Gesamtkomplex MfS. Andere sehen das halt anders und sind auch heute noch der Meinung, mit ihrer Arbeit den Menschen gedient zu haben. Daher muss jeder selbst wissen, wie er zum Thema steht. Ich zumnindest habe die Erkenntnis gewonnen, dass es kein so oder so gibt. Dafür war das Ministerium mit seinen Aufgaben viel zu komplex.
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