Der Lohn für Stasi-Spitzel in Stadt und Kreis Nordhausen fiel eher bescheiden aus. Die meisten Informellen Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) wurden nur mit kleinen Geldbeträgen abgespeist. An Sachgeschenken gab es für Gesellschaftliche Mitarbeiter für Sicherheit manchmal einen Blumenstrauß oder eine Flasche Schnaps. Zum Geburtstag war es gelegentlich auch ein Rotkäppchen- oder Krim-Sekt.
Reich geworden ist keiner der nebenberuflichen Denunzianten. Drei Jahre nach der Ankündigung ist jetzt die wissenschaftliche Dokumentation des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik erschienen. Ihr Titel lautet „Die KD Nordhausen – Arbeitsstruktur und Wirkung der Kreisdienststelle des Ministeriums für Staatssicherheit im Grenzkreis Nordhausen“.
Die Zuträger der Stasi saßen überall – beim Rat des Kreises, in der Reha-Klinik Sülzhayn, im Volkspolizei-Kreisamt, beim Deutschen Turn- und Sportbund, im Kohlehandel, beim DRK, im VEB Tabak, bei den IFA Motorenwerken und Nobas, im Kreiskrankenhaus Ilfeld, im Rat der meisten Gemeinden und in zahlreichen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften, im Schachtbau und beim SED-Organ „Das Volk“, im Fernmeldewerk und der Handelsorganisations (HO)-Gaststätte Stolberger Straße, in der Poliklinik.
Nicht verschont von „langen Ohren“ blieben auch Schulen, die Abteilung Kultur im Nordhäuser Rathaus, die Kreisleitung der FDJ, Nordbrand und Heizkraftwerk, das Agrarchemische Zentrum, Kaliwerke, die Minol-Tankstelle und der Hochbau Nordhausen. Auf dem Bahnhof Ellrich tummelten sich ebenso Lauscher wie in den Harzer Gipswerken. Das gilt auch für das HO-Hotel Handelshof und die Ingenieurschule für Landtechnik.
Beim Leiter der Meldestelle im Sperrgebiet Ellrich liegt eine solche „Tätigkeit“ noch nahe, nicht aber beim Ärztlichen Direktor eines Reha-Zentrums, beim Leiter einer Bildungsstätte, Betriebsleitern und Bürgermeistern, Abteilungsleitern, stellvertretenden Direktoren, einer Oberin und einer Kreisärztin sowie einem „Ingo“, der für die Versorgung der Hunde beim Volkspolizei-Kreisamt Nordhausen zuständig war.
Teure Journalistin
Spitzenverdiener waren die Kreisjournalistin „Weiße Virgo“ mit 1 800 Mark, der IM „Fritz Schulze“, ein Schlosser im Heizkraftwerk Benneckenstein, der Direktor der HO-Gaststätte Rosengarten, Deckname „Wartburg“, und „Kurt“, Leiter der Meldestelle im Sperrgebiet Ellrich, die nachweislich 1 700 Mark einstrichen. Der Marxismus/Leninismus-Fachlehrer „Harst“ wurde mit 1 300 Mark entlohnt, die Kaderinstrukteurin „Liesa“ mit 1 200 und die IFA-Kadersachbearbeiterin „Heike“ mit 1 100 Mark.
Mit 950 Mark musste „Heinz Weber“, Volkspolizist im Kreisamt Nordhausen, vorlieb nehmen. Nur 50 Mark weniger kassierte „Elke“, die Leiterin des Fuhrparks einer Gesundheitseinrichtung in Sülzhayn. Immerhin auf 600 Mark brachte es „Rose“, ein Unfall-Sachbearbeiter. Eine Reihe von Spitzeln erhielten 500 oder lediglich 300 Mark. Bei „Maria“, einem Gärtnermeister der Gemeinde Sülzhayn, beliefen sich die Stasi-Zuwendungen auf kümmerliche 350 Mark in zwölf Jahren.
Den vollständigen längeren Beitrag findet man hier:
https://www.harzkurier.de/region/articl ... Stasi.html
Schau an, auch Teile der Volkspolizei haben sich für ihr Denuntiantentum vom MfS schmieren lassen. Da wundert es doch nicht, dass die Vopos seinerzeit besonders eifrig Akten schredderten....
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(letzteres ist genau mein Humor)

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