Das Land Brandenburg hat ein Problem mit seiner Vergangenheit. Ich denke, ich bin im Stande, darüber zu reden. Denn ich bin ein Vertreter dieser problematischen Vergangenheit.
Ich war Inoffizieller Mitarbeiter (IM) der Staatssicherheit und später Hauptamtlicher bei der Abteilung XX der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Berlin.
Im Vergleich zu anderen ehemaligen Ostblock-Staaten haben wir Deutsche überwiegend die richtigen Lehren aus der Geschichte der DDR gezogen. Das betrifft vor allem den Erhalt der Gewaltenteilung, die Verhinderung eines Bundes-Super-Geheimdienstes und die konsequente Sicherung der bürgerlich freiheitlichen Grundrechte.
Bei der Bewältigung der Stasi-Hinterlassenschaften des deutschen Ostens gab es allerdings viele Ungenauigkeiten, Fehler und Übertreibungen. Häufig wurde der Staat DDR auf das Thema Stasi reduziert, viel wichtigere Herrschaftsstrukturen wurden bei der Analyse übersehen. Auch die Biographien von Politikern wie Manfred Stolpe oder Gregor Gysi wurden aus westlicher Sicht eher missverstanden. Ganz zu schweigen von den journalistischen Missdeutungen von vermeintlichen Quellen, gefunden in Akten, die von einem Geheimdienst erstellt wurden.
Diese Umstände berechtigen jedoch keinen der ehemaligen Inoffiziellen oder Offiziellen Mitarbeiter der Staatssicherheit, in Positionen zu verbleiben oder Positionen anzustreben, in denen sie hoheitliche Entscheidungen über Bürger der Bundesrepublik Deutschland zu treffen haben.
Wir Ehemaligen haben uns in Demut vor unseren Opfern zurückzuhalten. Denn wir haben großen Bockmist gebaut. Wir haben uns an einer unglaublichen Hydra beteiligt. Wir haben Schicksale von rechtschaffenen Mitbürgern beeinflusst, wir waren Teil eines bedrückenden gesellschaftlichen Klimas und wir haben Menschen in den Knast gebracht. Wir werden lebenslang nur mit einem schlechten Gewissen unseren damaligen Opfern in die Augen schauen können.
Wir Ehemaligen können uns glücklich schätzen, dass unsere Schuld von Gerichten der Bundesrepublik Deutschland gewürdigt wurde. Hätte sich im Prozess der Wiedervereinigung das politische und juristische System der DDR durchgesetzt, hätte es einen solchen rechtsstaatlichen Aufwand für ehemalige Spitzel des Bundesnachrichtendienstes sicher nicht gegeben.
Ich habe für meine Person vor vielen Jahren entschieden, ich strebe keine politischen Ämter an. Ich strebe keine Tätigkeit im öffentlichen Dienst an. Ich versuche, aus meiner Vergangenheit zu lernen, und angesichts der Probleme in unserer Gesellschaft ein Mensch zu bleiben.
https://www.zeit.de/gesellschaft/2011-0 ... -mitarbeit
Da wäre es schon interessant einmal beispielsweise zu wissen, wieviele VP die IM oder Angehörige der K1 waren, übernommen wurden?
![Denken [denken]](./images/smilies/denken.gif)









![Super [super]](./images/smilies/super.gif)

und zerschieße nicht das Thema.