Das heutige Wirtschaftsgefüge - Fluch oder Segen?

Geld, Wirtschaft, Einkauf u.s.w.

Das heutige Wirtschaftsgefüge - Fluch oder Segen?

Beitragvon Sirius » 25. Juni 2015, 19:05

Da die Diskussion im Griechland-Thread unpassend ist, eröffne ich diesen Thread.

Spartacus hat geschrieben:
karnak hat geschrieben:Da bin ich mir auch nicht so sicher, bei einem Land das auf die Blödsinnigkeit eines völlig überzogenen Finanzmarktes setzt, kaum noch auf Industrie und konkrete Wertschöpfung. Wenn die richtig große Blase dieses Unsinns mit Geld Geld verdienen zu wollen platzt, indem man andere damit übers Ohr haut,was anderes ist es nämlich nicht, haben die Briten nichts mehr außer bedrucktes Papier.


Mit deiner Einschätzung kannst du absolut sicher sein, Kristian.
Die Engländer haben nix mehr, außer ihre Banken und Märkte in London. Grauenvolle Vorstellung, so ein
BSP zu erschaffen.




Sparta und Karnak,

ich habe mir jetzt mal auf Wikipedia die Zahlen für Großbritannien angeschaut.

Aufteilung des BIP:
78 % Dienstleistungen
21 % Industrie
0,7 % Landwirtschaft

Von diesen 78 % entfallen 22 % auf den Einzelhandel, ca. 6 % auf den Tourismus und 8 % auf sog. "kreative Dienstleistungen" (Werbung, Film- und Fernsehproduktionen, Produktdesign, Edition von Büchern und Musik sowie der Handel mit Kunst und Antiquitäten). Es bleiben 42 % aus dem Dienstleistungssektor übrig, die nicht weiter erläutert werden. Davon dürfte ein großer Teil von vielleicht 30 bis 40 % auf den Finanzsektor entfallen. Sparta, es ist also nicht ganz so, dass die "Engländer" nix mehr außer Banken und Märkte haben. 30 bis 40 % sind keine 100 %, falls Du mit "Märkten" die Finanzmärkte meinst. Ach ja, Karnak, als ich Handel mit Kunst und Antiquitäten las, musste ich gleich an Schalck denken. Davon hat die DDR ja zum Teil auch gelebt.

Vergleicht mal die Zahlen mit den USA oder Deutschland. Hier die Zahlen für Deutschland:

Aufteilung des BIP:

69 % Dientsleistungen
25,5 % Industrie
4,7 % Bau
0,8 % Landwirtschaft

https://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaf ... 6nigreichs
https://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaft_Deutschlands

Die Zahlen für die USA, Japan, Frankreich, Italien dürften mehr oder weniger ähnlich sein. Es ist nun mal so, dass in allen westlichen "Industrie"Ländern der Dienstleistungssektor der mit Abstand größte ist. Viele Industrien "rentieren" sich in den Hochlohnländern einfach nicht mehr. Eröffnet doch mal eine Textilfabrik in Deutschland, die billige Massenware produziert. Ihr werdet sehen, wie schnell ihr pleite seid. Die Zusammensetzung der Wirtschaft wird ja auch von außen, von der Weltwirtschaft und Globalisierung aufoktroyiert - da hat man kaum Einfluss darauf.

Das man auch als "Finanzplatz" und "Kapitalfluchtplatz" ganz gut leben kann, zeigt die Schweiz - ob wir dass nun moralisch schlecht finden, juckt die Schweizer herzlich wenig. Wobei die Schweiz auch noch Industrie und Tourismus hat, also auch nicht nur von Banken lebt.

Karnak, was ist "konkrete Wertschöpfung"? Nur Geld, das in der Industrie verdient wird? Da frage ich mal ganz ketzerisch, ist der Euro, den ich von einem Touristen, Aldi-Kunden, Werbe-Kunden oder Bank-Kunden bekomme weniger wert, als der Euro, den ich von einem Saudi bekomme, wenn er mir Munition oder Produkte von Heckler & Koch abkauft? [grins] Meinetwegen kannst du Munition auch durch Mercedes oder BMW ersetzen. Ich behaupte mal, der Euro ist gleich viel wert. Und solange es Kunden gibt, die für entsprechende Dienstleistungen oder Produkte zahlen, wird es auch entsprechende Anbieter geben.
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Re: Das heutige Wirtschaftsgefüge - Fluch oder Segen?

Beitragvon pentium » 25. Juni 2015, 19:49

Vielleicht hilft diese Liste weiter:
Die Liste der größten Unternehmen im Vereinigten Königreich

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der ... B6nigreich

Es sind nicht nur Banken!
Vodafone, AstraZeneca, BAE Systems, BP, Rolls-Royce, Unilever...

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