Film: Ilia Muromez /1956

Weltgeschichte, Geschichte Deutschlands und allgemeine geschichtliche Themen, sowie archäologische Beiträge u.s.w...

Film: Ilia Muromez /1956

Beitragvon pentium » 5. April 2025, 17:33

Gestern Abend habe ich den Film „Ilia Muromez“ wieder mal angesehen.
Ist ja kein "Schinken" aus der ideologischen Hexenküche von J. W. Stalin.

Diesen Film hatte ich, wenn ich mich recht erinnere, so in 60zigern (Kind) mehrfach gesehen und in den 80igern habe ich seine „angeblichen“ sterblichen Überreste mumifiziert in den Höhlen im Kiewer Hölenkloster besichtigen können.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kiewer_H%C3%B6hlenkloster

Der Film stammt von 1956 und ist der erste Chinemascope Film der UdSSR. Cinemascope ist ja ein Verfahren zur Breitbildaufnahme.

Dieser Ilia Muromez (es gibt auch die Schreibweise „Ilya Muromets“ ist eine wichtige Figur in der bylinischen russischen epischen Folklore, die im 18. und 19. Jahrhundert gesammelt wurden.

Byliny-Erzählungen basieren lose auf historischen Tatsachen, sind jedoch stark mit Fantasie oder Übertreibung verschönert. Das Wort bylina leitet sich von der Vergangenheitsform des Verbs „sein“ (russisch: был tr. byl) ab und bedeutet „etwas, das war“.
Siehe auch
https://de.wikipedia.org/wiki/Bylina

Der Film handelt ja in der Zeit wo Großfürst Wladimir I. Swjatoslawitsch, Beiname „Der Große“, regierte. Geboren um 960 - † 15. Juli 1015. Er war ab 11.Juni 978 bis zu seinem Tod Großfürst von Kiew.
Man findet diesen Großfürsten auch auf der ukrainschen Banknote 1,- Hrywnja. 1,- Hrywnja entspricht = 0,0221 Euro.

Hinzukommt, man hat wohl auch Probleme mit seinen Namen.
Man meint Ilia Muromez ist eigentlich der Ehrwürdige Ilya Pechersky.
Ilya Pechersky war, ein Mönchsheiliger der orthodoxen Kirche, der 1643 selig gesprochen wurde.
Elias von den Höhlen – Wikipedia
https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%98%D0 ... 0%B8%D0%B9
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
Anton Günther

Freundeskreis Schloss Hubertusburg e. V.
http://www.freundeskreis-hubertusburg.de
https://www.schloesserland-sachsen.de/de/startseite/
Benutzeravatar
pentium
 
Beiträge: 55782
Bilder: 160
Registriert: 9. Juli 2012, 16:12
Wohnort: Sachsen/Erzgebirge

Re: Film: Ilia Muromez /1956

Beitragvon pentium » 5. April 2025, 17:38

Ilja Muromez (russisch Илья Муромец, deutsch Ilja von bzw. aus Murom) ist eine Heldengestalt der Kiewer Tafelrunde. Er ist der bekannteste der drei Bogatyri.

Leben

Der russischen Legende nach wurde Ilja Muromez als Sohn eines Bauern in Karatschajewo in der Nähe der Stadt Murom geboren. Während seiner Kindheit soll er oft krank gewesen sein und war bis zu seinem 30. Lebensjahr gelähmt, als er auf wundersame Weise von zwei Pilgern durch Gabe eines Met-Trunkes geheilt wurde. Später übertrug ihm der Recke Swjatogor kurz vor seinem Tod seine übermenschlichen Kräfte. Ilja befreite die besetzte Stadt Kiew und verteidigte Tschernigow gegen die Petschenegen. Sein Pferd konnte mit menschlicher Stimme sprechen.

Seine Heldentaten wurden in mehreren Bylinen besungen:

Drei-Wege-Kreuzung
Gefangennahme des Räubers Nachtigall im Brjansker Wald
Tatarenheer wird dazu angeregt, über seine Ehre nachzudenken
Flucht aus dem Kerker einer Fürstin
Lehrstück über das Maßhalten im Trinken und Essen
Überlistung des Teufels/Dämons
Lehrstück über die Nichtigkeit des Reichtums
Streit mit dem Fürsten Wladimir
Befreiung der Stadt Tschernihiw von einem Tatarenheer

Er ist die einzige Sagengestalt, die von der russisch-orthodoxen Kirche heiliggesprochen wurde. Seine sterblichen Überreste ruhen angeblich mumifiziert in den Asketenhöhlen im Kiewer Höhlenkloster und können dort besichtigt werden.

„So wie das politische und sociale Leben Russlands sich hauptsächlich um Kiew, Nowgorod und Moskau gruppirte, so finden wir auch die epischen Lieder in drei Sagenkreise getheilt, einen jeden in näherer Beziehung zu einer dieser drei Stätten, von denen jede ihre besondere Bedeutung im Nationalleben hatte und bestimmte ethische Principien repräsentirte. Kiew als ältester Sitz der russischen Macht und des Nationallebens erscheint auch in den Bylina’s, zumal in den ältesten, als Ort der Handlung; die Helden der Sage gruppiren sich um den Fürsten Wladimir, der zu Kiew seine Residenz hält und neben diesem erscheint fast in allen Liedern der Bogatyr (Held) Ilja Muroméz (aus dem Districte Murom), der Haupt- und Lieblingsheld des russischen Volkes.

Die russischen Epen zerfallen in Gesänge, die von den älteren Helden und in solche, die von den jüngeren handeln. Die älteren sind mythischen Ursprungs und verlieren sich im Dunkel der altslawischen Mythologie. […] Zu den jüngeren Helden gehört der eben erwähnte «Ilja Muromez». […]

Dieser Ilja ist nun die Personificirung der ethischen Anschauungen des russischen Volkes und als solcher besonders interessant. Ilja ist kein Ritterssohn, kein Fürst, keiner der Grossen der Erde, er lebt und stirbt als Bauer. Nie strebt er darnach, seine sociale Stellung zu heben und verwirft alle Anträge, ihn zu erhöhen oder zum Fürsten zu machen. […] Ein friedlicher, ja ein humaner Zug charakterisirt diesen Helden. […]“

– Paul von Wiskowatow[1]

„Ilja der Bauersohn […] sei der Ausdruck des russischen Volksgeistes, der bei aller Rohheit im Grunde überall die Züge schöner Menschlichkeit zeige. Der Despotismus mit seinen Folgen sei aus Byzanz dem russischen Reiche importirt; das Volk sei, wie Ilja, friedsam, mildmüthig, von allem Egoismus fern. Aus diesen Eigenschaften erwachse die Hoffnung auf eine grosse weltgeschichtliche Mission des russischen Volkes.“

– Aus der Zusammenfassung eines Vortrags von Orest Miller[2]
Rezeption

1819 erschien in Leipzig anonym das Buch Fürst Wladimir und dessen Tafelrunde. Altrussische Heldenlieder in Nachdichtungen von Carl Heinrich von Busse[3], in dem in vierhebigen Trochäen u. a. die Taten des Ilja von Murom besungen werden[4]; 1892 erschien Bernhard Sterns Prosaadaption Fürst Wladimirs Tafelrunde. Altrussische Heldensagen.[5]

Rainer Maria Rilke thematisierte Ilja von Murom im ersten Gedicht des in der Sammlung Das Buch der Bilder erschienenen Gedichtkreises Die Zaren[6] (1899/1906). Auch seine märchenhafte Prosaerzählung Der Drachentöter[7] (1901) mag zumindest teilweise von der Heldengestalt des Ilja Muromez inspiriert sein.[8]

Die dritte Symphonie h-Moll op. 42 (1911) von Reinhold Moritzewitsch Glière hat die Heldentaten des Ilja Muromez zum Programm.

Der 1914 von dem Flugzeugkonstrukteur Igor Iwanowitsch Sikorski entwickelte erste viermotorige Bomber Russlands, die Sikorski Ilja Muromez, wurde nach der Heldengestalt benannt.

Zwischen 1915 und 1922 verfasste der lettische Schriftsteller Rainis seine „Russische Tragödie in fünf Aufzügen“ (Krievu traģēdija piecos cēlienos) Iļja Muromietis.[9]

1920 wurde in Kalifornien Charles Caldwell Dobies Ilya of Murom. A Folk-tale drama mit Musik von Ulderico Marcelli aufgeführt.[10]

Der Berliner Schriftsteller Hans Voss (1888–1945) verarbeitete den Stoff 1933 zu einer eigenständigen Dichtung in neun Gesängen. Sein Epos Ilja von Murom erschien postum 1970 bei Hamerkaz Press, Tel Aviv, herausgegeben von Emanuel bin Gorion, und 1982 bei der Werkgemeinschaft Kunst- und Heilpädagogik Weißenseifen.

Mosfilm produzierte 1956 den Film Ilja Muromez nach einem Drehbuch von Michail Kochnjew. Regie führte Alexander Ptuschko. Darsteller waren unter anderen Boris Andrejew, Ninel Myschkowa und Andrei Abrikossow.

Der Asteroid des inneren Hauptgürtels (2968) Iliya ist nach ihm benannt.[11]
...
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
Anton Günther

Freundeskreis Schloss Hubertusburg e. V.
http://www.freundeskreis-hubertusburg.de
https://www.schloesserland-sachsen.de/de/startseite/
Benutzeravatar
pentium
 
Beiträge: 55782
Bilder: 160
Registriert: 9. Juli 2012, 16:12
Wohnort: Sachsen/Erzgebirge

Re: Film: Ilia Muromez /1956

Beitragvon Nostalgiker » 6. April 2025, 10:29

Den Film "Ilja Muromez" habe ich als DVD weil ich mal eine Zeit lang die DVD Ausgaben der Super-Illu gesammelt habe und da gab es unter anderem neben allen Olsen-Bande Filmen auch eine Reihe russische Märchenklassiker. Neben einer Vielzahl von DEFA Filmen.

Jedenfalls hat mich der Film damals sehr beeindruckt als ich ihn 1959 im Kino gesehen habe.
Allerdings kann ich mich nicht mehr daran erinnern das der Film damals im CinemaScope Format lief, jedenfalls in dem Kino wo ich ihn gesehen habe.

Die DVD auf der sich der Film befindet enthält die DDR Synchronisationsfassung in der die CinemaScope Fassung.
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin

Freiheit ist nur ein anderes Wort dafür, dass man nichts zu verlieren hat. Janis Joplin

Psychologen haben herausgefunden, dass Menschen, die immer bei anderen auf die Rechtschreibfehler hinweisen, eine Persönlichkeitsstörung haben und unzufrieden mit ihrem Leben sind. Netzfund
Benutzeravatar
Nostalgiker
 
Beiträge: 14116
Registriert: 28. August 2012, 12:36


Zurück zu Geschichtliche Themen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast