
Danny_1000 hat geschrieben:Ich las ja 1991 schon das untenstehende Werk von ihm, in welchem er sehr detailliert und spannend die 150 Tage seiner Zeit als vorletzter Regierungschef der DDR beschreibt.

Was deine hypothetische Frage betrifft; es ist es nicht wert darauf auch nur einen Gedanken zu verschwenden.


Die bedeutendste bisher vorliegende Publikation zur Regierungszeit von Hans Modrow veröffentlichte der im Jahre 2007 verstorbene Politikwissenschaftler der Universität Lüneburg Uwe Thaysen. Er legte im Jahre 2000 die Wortprotokolle aller 16 Sitzungen des Runden Tisches vor.
Der Start der Regierung Modrow stand unter keinem günstigen Stern. Politische Dilettanten des ancien Regime hatten mit der unklug eingefädelten Maueröffnung jeglichen Neuanfang in eine Zwangslage gebracht, die nichts Gutes verhieß und keine Zeit ließ, über den weiteren Gang der Dinge lange nachzudenken. Das ganze Dilemma der DDR offenbarte sich dem Ministerpräsidenten Modrow bei dessen Regierungsantritt. Das Industrieland DDR hatte sich unter dem Stichwort „Importablösung“ aus der internationalen Arbeitsteilung zunehmend abgekoppelt.
Die DDR hatte gegenüber westlichen Ländern Nettoschulden in Höhe von etwa 14 Mrd. Dollar, wie auf der Basis der Angaben von Gerhard Schürer damals angenommen wurde. Sie waren, wie die Bundesbank bald herausfand, niedriger. Die Verschuldung war also nicht so hoffnungslos, dass allein deshalb die Existenz der DDR hätte aufgegeben werden müssen.
Über ein radikales Reformkonzept, das eine gangbare Alternative zur Sackgasse des realen Sozialismus bot, verfügte auch Modrow nicht. Modrow gestand dies offen ein: „Die offizielle Forschung an den wissenschaftlichen Einrichtungen der SED hatte für tiefgreifende Reformen nichts zu bieten...
Am 1. Februar 1990 unterbreitete Ministerpräsident Hans Modrow der Positionierung von Michail Gorbatschow folgend, den Vorschlag für eine Vereinigung „Für Deutschland, einig Vaterland“. Damit warf die Regierung Modrow, den übermächtigen Realitäten Rechnung tragend, das Handtuch. Sie hatte es nicht vermocht, ihr Reformprogramm für eine erneuerte DDR zum Erfolg zu führen.

Grenzwolf62 hat geschrieben:Für diejenigen die dageblieben waren, war Modrow auf jeden Fall besser als der olle Egon.
Also ich meine, der hat im Umbruch schon sein Bestes gegeben.
Was die Kofferträger da an ihm monieren, keine Ahnung, die waren doch schon weg als er den Hut auf hatte.

augenzeuge hat geschrieben:Grenzwolf62 hat geschrieben:Für diejenigen die dageblieben waren, war Modrow auf jeden Fall besser als der olle Egon.
Also ich meine, der hat im Umbruch schon sein Bestes gegeben.
Was die Kofferträger da an ihm monieren, keine Ahnung, die waren doch schon weg als er den Hut auf hatte.
Es geht nicht darum, wer an ihm etwas monieren darf. Man muss auch nicht dageblieben sein, denn die Dagebliebenen wählten ihn doch gar nicht.
Es geht allein nur darum, welche Ideen hatte er, was hätte daraus werden können, welche Chancen hatte er wirklich. Das kann man eigentlich erst heute richtig einschätzen.
Für mich hatte er nie eine Chance. Obwohl er womöglich besser als Honecker gewesen wäre. Das Zusammenknüppeln der Demonstranten in Dresden 1989 stoppte er auch nicht.
AZ
augenzeuge hat geschrieben:Was deine hypothetische Frage betrifft; es ist es nicht wert darauf auch nur einen Gedanken zu verschwenden.
Doch, ist es wert. Wer Modrow wirklich verstehen will, der wird sich mit der Frage auseinandersetzen müssen. Und nicht nur mit dieser.
AZ
augenzeuge hat geschrieben:Obwohl er womöglich besser als Honecker gewesen wäre. Das Zusammenknüppeln der Demonstranten in Dresden 1989 stoppte er auch nicht.
AZ

andr.k hat geschrieben:augenzeuge hat geschrieben:Obwohl er womöglich besser als Honecker gewesen wäre. Das Zusammenknüppeln der Demonstranten in Dresden 1989 stoppte er auch nicht.
AZ
Vielleicht solltest du auch in diesem Zusammenhang das Buch lesen. Dort wird auch das Thema Dresden/Hauptbahnhof behandelt und wie Modrow dazu steht.

augenzeuge hat geschrieben:Karnak, das ist mir schon klar. Ich selbst konnte dies im Verhalten an Beispielen im Bekanntenkreis erfahren. Ich gebe Modrow auch wenig Schuld. Am Ende konnte er selbst wenig tun. Und als er es konnte, hatte er keine Chance mehr.
AZ
Dann wären wir uns ja mal einig.Volker Zottmann hat geschrieben:Modrow schaffte mit einem Gesetz die Möglichkeit, noch vor dem DDR-Beitritt das Land auf dem ein selbstgebautes Haus, oder wie in meinem Fall, die selbst erbaute Firma stand, preiswert käuflich zu erwerben. Dafür habe ich ihn seinerzeit ebenso wie für seinen unermüdlichen Fleiß in dieser Zeit gelobt. Nicht ahnend, wie vielen Bonzen er mit gerade diesem Gesetz unredlichen Erwerb von Volksvermögen zu Schleuderpreisen ermöglichte. Einige wenige Nutznießer mussten ja, so wie auch Krenz, der verurteilte Totschläger, wieder "seine" Immobilien herausrücken.
Ein Wolf im Schafspelz!
Gruß Volker

augenzeuge hat geschrieben:[shocked]
Vielleicht spielt die Höhe der Begünstigung eine nicht unbedeutende Rolle.
AZ
Die Höhe der Begünstigung die man vermutet und unterstellt trifft es wo eher. In nur sehr wenigen Fällen kann man diese überbordenden Begünstigungen überhaupt seriös belegen. Selbst bei so einer kleinen Wurst wie mir vermutet man ja sogar klammheimlich , dass sie in diesen Geheimläden eingekauft oder anderweitig mit Stasi Gold versorgt wurde.
Damit macht man sich natürlich verdächtig schnöden Sozialneid anzuhängen, seinen Ärger Luft zu machen bei der Zerschlagung der Diktatur nicht an seinen Anteil der Beute gekommen zu sein oder wenigstens nicht seine Rachegelüste befriedigen zu können die so lange Beneideten nun endlich im Staub liegen zu sehen. ![Mannoman [flash]](./images/smilies/flash.gif)

Verschone mich doch mit diesen SED Milliarden Quark, wenn man sich etwas länger damit befasst stellt man fest , zu 99 % steht längst fest wo das Geld hingegangen ist. Und das restliche 1 % ist in dubiöse Stellen verschwunden, ist schlichtweg Vereinigungskriminalität die ich gar nicht bestreite, bei solchen Umbrüchen fast unvermeidlich. Aber man soll bitte nicht mit diesen Verschwörungstheorien kommen die Masse des Volks und Parteivermögens wurde an die ganzen " willfährigen Helfer" verteilt die nun bis heute in Saus und Braus leben. Jeder der das wissen will kann erfahren, dass das dummes Zeug ist.Zitat karnak:
Damit macht man sich natürlich verdächtig schnöden Sozialneid anzuhängen, seinen Ärger Luft zu machen bei der Zerschlagung der Diktatur nicht an seinen Anteil der Beute gekommen zu sein oder wenigstens nicht seine Rachegelüste befriedigen zu können die so lange Beneideten nun endlich im Staub liegen zu sehen.
Ich werfe diesen Leierkasten nicht an, ich stelle nur einiges richtig, dass in diesen alten Liedern gesungen wird. Denn das mit den massenhaft ergaunerten Immobilien ist einfach nicht belegbar, auch nicht nur in Ansätzen passiert, einfach nur völlig überzogenes Gelaber.Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast