In Verantwortung - Hans Modrow und der deutsche Umbruch 1989/90

Hier können Bücher vorgestellt und besprochen werden, die in den Bereich politische Systeme gehören.

In Verantwortung - Hans Modrow und der deutsche Umbruch 1989/90

Neuer Beitragvon Merkur » 19. Juli 2019, 09:01

Mit großem Interesse lese ich gerade das genannte Buch, dass sich insbesondere mit der Biografie Hans Modrows und den Ereignissen 1989/90 beschäftigt.
Hans Modrow gehörte zu den zentralen Persönlichkeiten der Wendejahre 1989/90 und blickt anlässlich seines 90. Geburtstages im Gespräch mit Oliver Dürkop und Michael Gehler auf sein politisches Leben zurück. Aufrichtig und offen beantwortet Modrow über 500 Fragen zu seiner Biographie, zur Geschichte der DDR, der Bonner und Berliner Republik sowie zu Weggefährten und Zäsuren. Dieses umfassende Zeitzeugengespräch ermöglicht es, tief in die deutsch-deutsche Teilungs- und Transformationsgeschichte einzutauchen. Zentrale Daten der deutschen Zeitgeschichte, wie die Gründung der DDR 1949, die Stalin-Note von 1952 oder der Mauerbau 1961, kommen ebenso zur Sprache. Der Schwerpunkt der Gespräche liegt auf den dramatischen Ereignissen der Jahre 1989/90: Modrow bekam vor diesem Hintergrund die Chance, auf die höchste politische Entscheidungsebene der DDR zu gelangen, einem Staat, der in seine schwerste Krise geraten war.

Die FAZ schreibt zum Buch:
"Als zeithistorisch höchst instruktives Dokument würdigt Stefan Locke diesen voluminösen Band. Ursprünglich hatten die Interviewer des inzwischen 91-jährigen DDR-Politikers nur Aufschluss über das Verhältnis der DDR zu Österreich gesucht, aber das Gespräch wuchs sich aus zu "einer Art Vermächtnis", das übrigens von der Rosa-Luxemburg-Stiftung kofinanziert wurde. Modrow bleibt auch in diesen Gesprächen ein standhafter Sozialist, aber er ist auch ein Zeitzeuge, der um so glaubhafter ist, weil er sich nicht scheue, eigene Schwächen einzugestehen, versichert der Rezensent. Locke erhält aus diesem Band neue Einblicke in die DDR-Elite, in die Beziehungen zu den Sowjetführern (von denen Modrow schlecht spreche, und das gelte auch für Michail Gorbatschow, der ihm ein "neutral vereintes Deutschland" versprochen habe) und in die Beziehungen zu den westlichen Politikern, besonders zu Helmut Kohl direkt vor und nach der Vereinigung. Dem Gespräch hätten Straffungen und mehr Lektorat wohlgetan, merkt Locke an. Als authentische Aussage eines wichtigen Zeugen aber bleibt der Band für ihn sehr wertvoll."
Selbstverständlich muss jeder seine individuelle Sicht bzw. Meinung haben und schreiben. Quelle: Augenzeuge.
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Re: In Verantwortung - Hans Modrow und der deutsche Umbruch 1989/90

Neuer Beitragvon Danny_1000 » 19. Juli 2019, 12:12

Ich las ja 1991 schon das untenstehende Werk von ihm, in welchem er sehr detailliert und spannend die 150 Tage seiner Zeit als vorletzter Regierungschef der DDR beschreibt. Er beschreibt in dem Buch 1991 die Emanzipation seiner im November 1989 zusammengestellten Regierung der Nationalen Verantwortung von der Allmachtspartei SED und schildert sehr genau die Vielzahl der nationalen und internationalen Ereignisse und Interessen, die sein Regierungshandeln in der damaligen Zeit zum Wohle der DDR Bürger bestimmten.

Meiner Meinung nach hat Modrow mit seiner Regierung einen maßgeblichen Anteil am friedlichen Verlauf der revolutionären Umwälzungen in der damaligen DDR.

Nun interessiert mich natürlich, welche Sicht dieser mir damals sehr symphytisch rüber kommende Hans Modrow mehr als 30 Jahre später auf diese 150 Tage hat.

Herzlichen Dank Merkur für diesen Buchtipp.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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dafür einsetzen, dass du es sagen darfst !
(Evelyn Beatrice Hall 1868; † nach 1939)
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Re: In Verantwortung - Hans Modrow und der deutsche Umbruch 1989/90

Neuer Beitragvon augenzeuge » 19. Juli 2019, 15:25

Danny_1000 hat geschrieben:Ich las ja 1991 schon das untenstehende Werk von ihm, in welchem er sehr detailliert und spannend die 150 Tage seiner Zeit als vorletzter Regierungschef der DDR beschreibt.


Modrow rannte der Zeit nach '89 hinterher. Er erkannte nicht die Notwendigkeiten. Was glaubt ihr, wäre passiert, wenn er den erhofften 15 Milliarden Kredit im Februar '90 bekommen hätte?

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Re: In Verantwortung - Hans Modrow und der deutsche Umbruch 1989/90

Neuer Beitragvon Nostalgiker » 19. Juli 2019, 15:37

Wenn wundert es das du das alles wieder wie üblich ins Negative ziehen mußt.
Dein einseitiges und negatives Bild, dazu deine Voreingenommenheit gegenüber allem was nur den Hauch der DDR aufweist ist bekannt.
Du mußt es nun nicht auch noch so übertreiben mit der Kultivierung deiner Phobie.

Was deine hypothetische Frage betrifft; es ist es nicht wert darauf auch nur einen Gedanken zu verschwenden.
Scheint irgendwie eine Manie von dir zu sein, dieses was wäre wenn Spiel.
Stellst ja nicht zum ersten Mal solch eine Frage .......

Das von Danny erwähnte Buch kenne ich auch und nicht nur vom hörensagen, das jetzt vorgestellte werde ich bestimmt lesen damit ich mir eine meinung bilden kann und nicht nur auf Grund von Vermutungen und Vorurteilen hier inhaltsloses Zeugs absondere wie es üblich ist.
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin

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Re: In Verantwortung - Hans Modrow und der deutsche Umbruch 1989/90

Neuer Beitragvon augenzeuge » 19. Juli 2019, 15:46

Was deine hypothetische Frage betrifft; es ist es nicht wert darauf auch nur einen Gedanken zu verschwenden.


Doch, ist es wert. Wer Modrow wirklich verstehen will, der wird sich mit der Frage auseinandersetzen müssen. Und nicht nur mit dieser.

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Re: In Verantwortung - Hans Modrow und der deutsche Umbruch 1989/90

Neuer Beitragvon pentium » 19. Juli 2019, 15:50

Eigentlich sollte man erst mal das Buch lesen...
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
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Re: In Verantwortung - Hans Modrow und der deutsche Umbruch 1989/90

Neuer Beitragvon Nostalgiker » 19. Juli 2019, 16:14

Mir gefällt das altkluge Gehabe, besonders wenn derjenige keinerlei Dunst hat und nicht weiß worüber er palavert.

Augenzeuge, auch an andere Stelle bemerkt; du hast wirklich das Talent dein Nichtwissen dadurch zu kaschieren indem du versuchst den Anderen durch deine albernen Bemerkungen lächerlich zu machen oder das Thema an sich der Einfachheit halber ins lächerliche ziehst.
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Re: In Verantwortung - Hans Modrow und der deutsche Umbruch 1989/90

Neuer Beitragvon augenzeuge » 19. Juli 2019, 16:29

Nostalgiker, warum fühlst du dich eigentlich immer persönlich angegriffen? Du benimmst dich wirklich wie ein Stier, der den AZ als rotes Tuch betrachtet, weil der deine Welt hinterfragt.

Ich will niemanden lächerlich machen, ich kaschiere auch kein Nichtwissen. Das kaschiert man, wenn man wie du die Frage nicht beantworten kann, aber poltert. Ich stelle allerdings eine Frage zum Leben des Politikers Modrow, welche damals von ihm nach langer Überlegung gestellt wurde. Natürlich hatte er bereits Ideen, was mit dem Geld passieren sollte. Diese Frage würde ich gern von denen eingeschätzt haben, die das Buch gelesen haben. Oder darf ich hier erst Fragen stellen, wenn ich das Buch gelesen habe? Dann müsstest du allerdings auch schweigen.

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Re: In Verantwortung - Hans Modrow und der deutsche Umbruch 1989/90

Neuer Beitragvon Nostalgiker » 19. Juli 2019, 16:46

Du bildest dir bezüglich meiner Person etwas zu viel ein.
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
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Re: In Verantwortung - Hans Modrow und der deutsche Umbruch 1989/90

Neuer Beitragvon augenzeuge » 19. Juli 2019, 18:27

Publikation - Die Regierung Modrow - Utopien, Chancen und Grenzen eines historischen Versuchs

Die bedeutendste bisher vorliegende Publikation zur Regierungszeit von Hans Modrow veröffentlichte der im Jahre 2007 verstorbene Politikwissenschaftler der Universität Lüneburg Uwe Thaysen. Er legte im Jahre 2000 die Wortprotokolle aller 16 Sitzungen des Runden Tisches vor.


Der Start der Regierung Modrow stand unter keinem günstigen Stern. Politische Dilettanten des ancien Regime hatten mit der unklug eingefädelten Maueröffnung jeglichen Neuanfang in eine Zwangslage gebracht, die nichts Gutes verhieß und keine Zeit ließ, über den weiteren Gang der Dinge lange nachzudenken. Das ganze Dilemma der DDR offenbarte sich dem Ministerpräsidenten Modrow bei dessen Regierungsantritt. Das Industrieland DDR hatte sich unter dem Stichwort „Importablösung“ aus der internationalen Arbeitsteilung zunehmend abgekoppelt.

Die DDR hatte gegenüber westlichen Ländern Nettoschulden in Höhe von etwa 14 Mrd. Dollar, wie auf der Basis der Angaben von Gerhard Schürer damals angenommen wurde. Sie waren, wie die Bundesbank bald herausfand, niedriger. Die Verschuldung war also nicht so hoffnungslos, dass allein deshalb die Existenz der DDR hätte aufgegeben werden müssen.


Über ein radikales Reformkonzept, das eine gangbare Alternative zur Sackgasse des realen Sozialismus bot, verfügte auch Modrow nicht. Modrow gestand dies offen ein: „Die offizielle Forschung an den wissenschaftlichen Einrichtungen der SED hatte für tiefgreifende Reformen nichts zu bieten...


Am 1. Februar 1990 unterbreitete Ministerpräsident Hans Modrow der Positionierung von Michail Gorbatschow folgend, den Vorschlag für eine Vereinigung „Für Deutschland, einig Vaterland“. Damit warf die Regierung Modrow, den übermächtigen Realitäten Rechnung tragend, das Handtuch. Sie hatte es nicht vermocht, ihr Reformprogramm für eine erneuerte DDR zum Erfolg zu führen.


https://www.rosalux.de/publikation/id/936/

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Re: In Verantwortung - Hans Modrow und der deutsche Umbruch 1989/90

Neuer Beitragvon Grenzwolf62 » 19. Juli 2019, 18:35

Für diejenigen die dageblieben waren, war Modrow auf jeden Fall besser als der olle Egon.
Also ich meine, der hat im Umbruch schon sein Bestes gegeben.
Was die Kofferträger da an ihm monieren, keine Ahnung, die waren doch schon weg als er den Hut auf hatte.
Grenzwolf62
 

Re: In Verantwortung - Hans Modrow und der deutsche Umbruch 1989/90

Neuer Beitragvon augenzeuge » 19. Juli 2019, 18:42

Grenzwolf62 hat geschrieben:Für diejenigen die dageblieben waren, war Modrow auf jeden Fall besser als der olle Egon.
Also ich meine, der hat im Umbruch schon sein Bestes gegeben.
Was die Kofferträger da an ihm monieren, keine Ahnung, die waren doch schon weg als er den Hut auf hatte.


Es geht nicht darum, wer an ihm etwas monieren darf. Man muss auch nicht dageblieben sein, denn die Dagebliebenen wählten ihn doch gar nicht.
Es geht allein nur darum, welche Ideen hatte er, was hätte daraus werden können, welche Chancen hatte er wirklich. Das kann man eigentlich erst heute richtig einschätzen.

Für mich hatte er nie eine Chance. Obwohl er womöglich besser als Honecker gewesen wäre. Das Zusammenknüppeln der Demonstranten in Dresden 1989 stoppte er auch nicht.

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Re: In Verantwortung - Hans Modrow und der deutsche Umbruch 1989/90

Neuer Beitragvon Grenzwolf62 » 19. Juli 2019, 18:48

augenzeuge hat geschrieben:
Grenzwolf62 hat geschrieben:Für diejenigen die dageblieben waren, war Modrow auf jeden Fall besser als der olle Egon.
Also ich meine, der hat im Umbruch schon sein Bestes gegeben.
Was die Kofferträger da an ihm monieren, keine Ahnung, die waren doch schon weg als er den Hut auf hatte.


Es geht nicht darum, wer an ihm etwas monieren darf. Man muss auch nicht dageblieben sein, denn die Dagebliebenen wählten ihn doch gar nicht.
Es geht allein nur darum, welche Ideen hatte er, was hätte daraus werden können, welche Chancen hatte er wirklich. Das kann man eigentlich erst heute richtig einschätzen.

Für mich hatte er nie eine Chance. Obwohl er womöglich besser als Honecker gewesen wäre. Das Zusammenknüppeln der Demonstranten in Dresden 1989 stoppte er auch nicht.

AZ

Ich bleibe trotzdem dabei, in der Anfangsumbruchzeit war er der beste der verfügbar war.
Was er da für weitgreifende Ideen hatte, egal, für den Moment war er mehr als gut.
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Re: In Verantwortung - Hans Modrow und der deutsche Umbruch 1989/90

Neuer Beitragvon andr.k » 19. Juli 2019, 21:47

Interessant aus dem Buch finde ich diese Frage:

Michael Gehler: Zur Entwicklung der deutschen Einheit 1990: Kohl soll in seiner sehr direkten Art gefragt haben: „Wie viel wollen die Russen denn?“

Krause verhandelte die Milliarden aus. Innerhalb von wenigen Tagen soll die Notenpresse der deutschen Bundesbank auf Hochtouren gelaufen sein, weil die Sowjets die Summe in 50-D-Mark-Scheinen haben wollten.

Sie kamen nach Frankfurt und holten die großen Container mit einer Tupolew ab. Die Summe belief sich auf zwei Milliarden D-Mark. Vollzogen wurde das Ganze noch vor der Einführung der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion im Juni 1990. Damit sollte die deutsche Einheit unumkehrbar sein. Jahre später sprach Günther Krause die Empfänger inoffiziell an, wie viel von diesen zwei Milliarden in den russischen bzw. sowjetischen Haushalt geflossen seien.

Die Antwort vom sowjetischen Verkehrsminister soll gelautet haben: Nichts!


Ist das irgendwie bekannt?
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Re: In Verantwortung - Hans Modrow und der deutsche Umbruch 1989/90

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 19. Juli 2019, 21:57

augenzeuge hat geschrieben:
Was deine hypothetische Frage betrifft; es ist es nicht wert darauf auch nur einen Gedanken zu verschwenden.


Doch, ist es wert. Wer Modrow wirklich verstehen will, der wird sich mit der Frage auseinandersetzen müssen. Und nicht nur mit dieser.

AZ

Ich bin bei Deiner Meinung! Und noch weiter:
Modrow schaffte mit einem Gesetz die Möglichkeit, noch vor dem DDR-Beitritt das Land auf dem ein selbstgebautes Haus, oder wie in meinem Fall, die selbst erbaute Firma stand, preiswert käuflich zu erwerben. Dafür habe ich ihn seinerzeit ebenso wie für seinen unermüdlichen Fleiß in dieser Zeit gelobt. Nicht ahnend, wie vielen Bonzen er mit gerade diesem Gesetz unredlichen Erwerb von Volksvermögen zu Schleuderpreisen ermöglichte. Einige wenige Nutznießer mussten ja, so wie auch Krenz, der verurteilte Totschläger, wieder "seine" Immobilien herausrücken.
Somit ist mein Modrowbild keineswegs mehr so rosarot wie vor 30 Jahren. Er hatte ja auch die Übergriffe im Dresdener Hauptbahnhof, wo selbst total Unbeteiligte niedergeknüppelt worden, mit zu verantworten.
Ein Wolf im Schafspelz!

Grenzwolf hat aber ebenso recht, dass damals in dieser verfahrenen Situation der Modrow zu Krenz die bessere Alternative war. Wen anders gab es da so schnell nicht. Immerhin war alles im Umbruch, auch unser Denken. Erstmals merkten wir, welche Macht das Volk haben kann, wenn es einig ist.

Gruß Volker
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Re: In Verantwortung - Hans Modrow und der deutsche Umbruch 1989/90

Neuer Beitragvon Grenzwolf62 » 19. Juli 2019, 22:46

Ja, die Macht des Volkes, schön das wir das mal so kurz erleben durften, wird wenigen Menschen zuteil solch eine Erfahrung.
Aber wie geschrieben, war nur kurz.
Jetzt sind wir wieder gut verwaltete Steuerzahler die ihr Maul zu halten haben, mit aller paar Jahre mal Kreuzeln, aber gefälligst an der richtigen Stelle, ansonsten überwachen wir uns wieder gegenseitig, finden das aber auch noch selber gut im Gegensatz zu damals.
Grenzwolf62
 

Re: In Verantwortung - Hans Modrow und der deutsche Umbruch 1989/90

Neuer Beitragvon andr.k » 20. Juli 2019, 06:47

augenzeuge hat geschrieben:Obwohl er womöglich besser als Honecker gewesen wäre. Das Zusammenknüppeln der Demonstranten in Dresden 1989 stoppte er auch nicht.

AZ


Vielleicht solltest du auch in diesem Zusammenhang das Buch lesen. Dort wird auch das Thema Dresden/Hauptbahnhof behandelt und wie Modrow dazu steht.
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Re: In Verantwortung - Hans Modrow und der deutsche Umbruch 1989/90

Neuer Beitragvon karnak » 20. Juli 2019, 07:04

Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass es auch 89 schwer war sich gegen Anweisungen der nächst höheren Instanz, indem Fall Berlin, zu stemmen, etwas was man Parteidisziplin nannte war natürlich bei einem Modrow der fast sein ganzes Leben im Parteiaparat verbracht hatte tief verinnerlicht. Sowas legt man nicht in Monaten ab, man sollte wenigstens versuchen, daß nachzuvollziehen.
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Re: In Verantwortung - Hans Modrow und der deutsche Umbruch 1989/90

Neuer Beitragvon Nostalgiker » 20. Juli 2019, 07:22

Wie kommst du denn auf diese spinnerte Idee karnak?
Woher sollen ausgerechnet diejenigen die hier ihre Urteile fällen über solche Dinge ein Wissen haben.
Sie verhalten sich auch in dieser Frage wie der deutsche Michel nach einem Fußballspiel.
Nach dem Spiel können sie wortreich begründen warum sie der bessere Schiedsrichter oder Trainer gewesen wären, denn sie sind die Experten und nicht die Leute die in das Ereignis involviert waren.
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Re: In Verantwortung - Hans Modrow und der deutsche Umbruch 1989/90

Neuer Beitragvon augenzeuge » 20. Juli 2019, 07:56

Karnak, das ist mir schon klar. Ich selbst konnte dies im Verhalten an Beispielen im Bekanntenkreis erfahren. Ich gebe Modrow auch wenig Schuld. Am Ende konnte er selbst wenig tun. Und als er es konnte, hatte er keine Chance mehr.

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Re: In Verantwortung - Hans Modrow und der deutsche Umbruch 1989/90

Neuer Beitragvon augenzeuge » 20. Juli 2019, 07:58

andr.k hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Obwohl er womöglich besser als Honecker gewesen wäre. Das Zusammenknüppeln der Demonstranten in Dresden 1989 stoppte er auch nicht.

AZ


Vielleicht solltest du auch in diesem Zusammenhang das Buch lesen. Dort wird auch das Thema Dresden/Hauptbahnhof behandelt und wie Modrow dazu steht.

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Re: In Verantwortung - Hans Modrow und der deutsche Umbruch 1989/90

Neuer Beitragvon karnak » 20. Juli 2019, 08:07

augenzeuge hat geschrieben:Karnak, das ist mir schon klar. Ich selbst konnte dies im Verhalten an Beispielen im Bekanntenkreis erfahren. Ich gebe Modrow auch wenig Schuld. Am Ende konnte er selbst wenig tun. Und als er es konnte, hatte er keine Chance mehr.

AZ

[grin] Dann wären wir uns ja mal einig.
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Re: In Verantwortung - Hans Modrow und der deutsche Umbruch 1989/90

Neuer Beitragvon Merkur » 20. Juli 2019, 08:40

Volker Zottmann hat geschrieben:Modrow schaffte mit einem Gesetz die Möglichkeit, noch vor dem DDR-Beitritt das Land auf dem ein selbstgebautes Haus, oder wie in meinem Fall, die selbst erbaute Firma stand, preiswert käuflich zu erwerben. Dafür habe ich ihn seinerzeit ebenso wie für seinen unermüdlichen Fleiß in dieser Zeit gelobt. Nicht ahnend, wie vielen Bonzen er mit gerade diesem Gesetz unredlichen Erwerb von Volksvermögen zu Schleuderpreisen ermöglichte. Einige wenige Nutznießer mussten ja, so wie auch Krenz, der verurteilte Totschläger, wieder "seine" Immobilien herausrücken.
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Gruß Volker


Na dann bist Du ja quasi ein Begünstigter vom „Wolf im Schafspelz“ und ein Beispiel dafür, dass nicht nur die „Bonzen“ profitierten.
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Re: In Verantwortung - Hans Modrow und der deutsche Umbruch 1989/90

Neuer Beitragvon augenzeuge » 20. Juli 2019, 09:31

[shocked]

Vielleicht spielt die Höhe der Begünstigung eine nicht unbedeutende Rolle.

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Re: In Verantwortung - Hans Modrow und der deutsche Umbruch 1989/90

Neuer Beitragvon Nostalgiker » 20. Juli 2019, 09:40

Begibst du dich mal wieder auf dein bevorzugtes Terrain Augenzeuge?
Nämlich dem Terrain der Spekulation.
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Re: In Verantwortung - Hans Modrow und der deutsche Umbruch 1989/90

Neuer Beitragvon karnak » 20. Juli 2019, 10:03

augenzeuge hat geschrieben:[shocked]

Vielleicht spielt die Höhe der Begünstigung eine nicht unbedeutende Rolle.

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[grin] Die Höhe der Begünstigung die man vermutet und unterstellt trifft es wo eher. In nur sehr wenigen Fällen kann man diese überbordenden Begünstigungen überhaupt seriös belegen. Selbst bei so einer kleinen Wurst wie mir vermutet man ja sogar klammheimlich , dass sie in diesen Geheimläden eingekauft oder anderweitig mit Stasi Gold versorgt wurde. [flash] Damit macht man sich natürlich verdächtig schnöden Sozialneid anzuhängen, seinen Ärger Luft zu machen bei der Zerschlagung der Diktatur nicht an seinen Anteil der Beute gekommen zu sein oder wenigstens nicht seine Rachegelüste befriedigen zu können die so lange Beneideten nun endlich im Staub liegen zu sehen. [flash]
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Re: In Verantwortung - Hans Modrow und der deutsche Umbruch 1989/90

Neuer Beitragvon augenzeuge » 20. Juli 2019, 10:09

Belegen kann man recht viel. Du hättest doch bis zur Wende ganz sicher nicht vermutet, was ein Schalk G. so alles getan hat. Wo sind denn die SED Millionen geblieben?

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Re: In Verantwortung - Hans Modrow und der deutsche Umbruch 1989/90

Neuer Beitragvon karnak » 20. Juli 2019, 10:17

[grin] Verschone mich doch mit diesen SED Milliarden Quark, wenn man sich etwas länger damit befasst stellt man fest , zu 99 % steht längst fest wo das Geld hingegangen ist. Und das restliche 1 % ist in dubiöse Stellen verschwunden, ist schlichtweg Vereinigungskriminalität die ich gar nicht bestreite, bei solchen Umbrüchen fast unvermeidlich. Aber man soll bitte nicht mit diesen Verschwörungstheorien kommen die Masse des Volks und Parteivermögens wurde an die ganzen " willfährigen Helfer" verteilt die nun bis heute in Saus und Braus leben. Jeder der das wissen will kann erfahren, dass das dummes Zeug ist.
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Re: In Verantwortung - Hans Modrow und der deutsche Umbruch 1989/90

Neuer Beitragvon Interessierter » 20. Juli 2019, 10:31

Zitat karnak:
Damit macht man sich natürlich verdächtig schnöden Sozialneid anzuhängen, seinen Ärger Luft zu machen bei der Zerschlagung der Diktatur nicht an seinen Anteil der Beute gekommen zu sein oder wenigstens nicht seine Rachegelüste befriedigen zu können die so lange Beneideten nun endlich im Staub liegen zu sehen.


Lieber Leierkastenmann, fang noch mal von vorne an, scheint dein Motto zu sein! Die DDR liegt seit rd. 30 Jahren auf der Müllhalde der Geschichte. Einen tieferen Fall gibt es in der Geschichte wohl kaum, besonders für deinen Ex - Arbeitgeber Stasi. Der " hochgelobte " Geheimdienst, der aber nicht einmal den Untergang seiner Diktatur verhindern konnte... [laugh]

Und da unterstellst du nach Jahrzehnten auch noch man hätte, die Typen welche sich Immobilien ergaunerten, auch noch beneidet und man wolle sie im Staub liegen sehen?

Kann es sein, dass du zu lange Italo - Western geschaut hast?
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Re: In Verantwortung - Hans Modrow und der deutsche Umbruch 1989/90

Neuer Beitragvon karnak » 20. Juli 2019, 10:36

[grin] Ich werfe diesen Leierkasten nicht an, ich stelle nur einiges richtig, dass in diesen alten Liedern gesungen wird. Denn das mit den massenhaft ergaunerten Immobilien ist einfach nicht belegbar, auch nicht nur in Ansätzen passiert, einfach nur völlig überzogenes Gelaber.
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