Die Lage in der Ukraine Teil 1

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 13. Februar 2015, 15:58

Merkels jetziges Friedensbemühen ist lobenswert.
Nicht aber das damalige komplette europäische Reingerede in die inneren ukrainischen Angelegenheiten.
Die Ukraine hatte eine vom Volk frei gewählte Regierung, eine Volksvertretung. Völlig demokratisch und legitim. Nur haben die damaligen Mehrheiten nicht gereicht, direkt nach Europa zu schwenken.
Tumult und Morden kamen am Maidan erst auf, als die Mehrheiten nicht gefielen. Janukowitsch, der mir auch nicht gefiel, hatte jedoch die gewählten Mehrheiten.
Das Volk hat ihn mehrheitlich gewollt und dennoch ist er weggeputscht worden, um die Ukraine doch noch an Europa Anschluss zu finden zu lassen.

Der Preis dafür ist unsagbar teuer. Ausgang ungewiss. Tausende sinnlos Gestorbene. Hoffentlich die letzten.

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon augenzeuge » 13. Februar 2015, 17:01

HPA hat geschrieben:und in den russischen Medien wird munter weiter gehetzt:

http://m.kp.ru/daily/26339/3222632/

und sogar der Begriff " Kompromat" in der Überschrift... [flash]


Ein super Beispiel für Verdrehung der Wahrheiten. Nun muss jeder dumme Russe glauben, die sympathisiert mit den Rechten. [bloed]
AZ
"Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist."
„Wer A sagt, der muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war“.
"Es ist manchmal gefährlich, Recht zu haben, wenn die Regierung Unrecht hat. (Voltaire)"
Benutzeravatar
augenzeuge
Flucht und Ausreise
Flucht und Ausreise
 
Beiträge: 99198
Bilder: 20
Registriert: 22. April 2010, 07:29
Wohnort: Nordrhein-Westfalen

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon Hamiota » 13. Februar 2015, 17:56

Volker Zottmann hat geschrieben:Merkels jetziges Friedensbemühen ist lobenswert.
Nicht aber das damalige komplette europäische Reingerede in die inneren ukrainischen Angelegenheiten.
Die Ukraine hatte eine vom Volk frei gewählte Regierung, eine Volksvertretung. Völlig demokratisch und legitim. Nur haben die damaligen Mehrheiten nicht gereicht, direkt nach Europa zu schwenken.
Tumult und Morden kamen am Maidan erst auf, als die Mehrheiten nicht gefielen. Janukowitsch, der mir auch nicht gefiel, hatte jedoch die gewählten Mehrheiten.
Das Volk hat ihn mehrheitlich gewollt und dennoch ist er weggeputscht worden, um die Ukraine doch noch an Europa Anschluss zu finden zu lassen.

Der Preis dafür ist unsagbar teuer. Ausgang ungewiss. Tausende sinnlos Gestorbene. Hoffentlich die letzten.

Gruß Volker


Nach neuen Erkenntnissen von BBC schossen aber nicht Janukowitschs Leute zuerst, sondern die ersten Schüsse kamen aus den Reihen der Maidan Demonstranten. Nur so am Rande, das ist aber mittlerweile auch egal!

der Peter [hallo]
Hamiota
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon Hamiota » 13. Februar 2015, 18:08

HPA hat geschrieben:und in den russischen Medien wird munter weiter gehetzt:



Das tun die deutschen doch auch! Putin-Bashing geht doch ungebremst weiter. Nur die Separatisten brechen jede Waffenruhe, nur die Separatisten beschießen Wohnviertel, es wird jede, aber auch jede Meldung aus Kiew ungeprüft veröffentlicht. Selbst OSZE und Amnesty International bezichtigen beide Seiten dies zu praktizieren, berichten tun unsere Medien nur etwas anderes!
Neuestes Beispiel, die angebliche russische Panzer-und Artilleriekolonne (die wievielte Fake-Kolonne ist es eigentlich?) welche just gestern Nacht die Grenzen überschritt! Wo sind die Beweiße? Ich bin kein militärischer Fachmann, aber könnte man anhand der Seriennummern an den ganzen Schrottfahrzeugen nicht eindeutig belegen woher die Technik kommt? Ich sehe nichts davon! Wo sind die Satellitenaufnahemn welche dutzende neue russische Panzer zeigen, dürfte doch für die Amerikaner kein Problem sein, wenn es nicht Gehirngespinste sind, man kann es auch Propaganda nennen.

Um mal mit Harald Kujat's Worten zu sprechen: Ich habe Zweifel!

Es täte allen Seiten gut zu Gesicht stehen die Propaganda-Maschinerie etwas herunter zu fahren, ich betone allen!

der Peter [hallo]
Hamiota
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon Danny_1000 » 13. Februar 2015, 18:10

Volker Zottmann hat geschrieben:Merkels jetziges Friedensbemühen ist lobenswert........
Gruß Volker

Das sehe auch ich so. Aber: Sie hat maßgeblichen Anteil an dem total verkorkstem Assoziierungsabkommen aus 2013, welches die Ukraine vor die Alternative stellte: Rußland oder Europa. Das löste den Umsturz in Kiew , den darauffolgenden Putsch, den Haß gegen die Russen in der Ostukraine, die Annexion der Krim durch Putin usw. aus. Und ich denke mal, dass Angela Merkel das als exzellente Rußland- und Putin- Kennerin auch weiß.

Danny
Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben
dafür einsetzen, dass du es sagen darfst !
(Evelyn Beatrice Hall 1868; † nach 1939)
Benutzeravatar
Danny_1000
Grenztruppen
Grenztruppen
 
Beiträge: 3484
Registriert: 24. April 2010, 19:06

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 13. Februar 2015, 19:26

Danny_1000 hat geschrieben:
Volker Zottmann hat geschrieben:Merkels jetziges Friedensbemühen ist lobenswert........
Gruß Volker

Das sehe auch ich so. Aber: Sie hat maßgeblichen Anteil an dem total verkorkstem Assoziierungsabkommen aus 2013, welches die Ukraine vor die Alternative stellte: Rußland oder Europa. Das löste den Umsturz in Kiew , den darauffolgenden Putsch, den Haß gegen die Russen in der Ostukraine, die Annexion der Krim durch Putin usw. aus. Und ich denke mal, dass Angela Merkel das als exzellente Rußland- und Putin- Kennerin auch weiß.

Danny


Da sind wir gleicher Meinung!
Generelle Zurückhaltung wäre unseren Politikern dauerhaft angeraten. Es kann jeder für sich sehen wie er mag, aber Deutschland ist ebenso Kriegstreiber. Irgendwann schlägt der ganze Politscheiß zurück.
Es sollte sich jeder mal vorstellen, wie viele hunderttausende oder millionen Menschen ohne deutsche Waffen und Munition noch leben würden....
Ebenso: Wie schnell wäre ohne Nachschub in der Ukraine Ruhe?

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon HPA » 14. Februar 2015, 00:55

Einer der Väter und Gründer der "Donezker Volksrepublik", der Neonazi Aleksandr Matjuschin offenbarte in seinem Interview an die rechtsradikale Internetseite "Klitsch", dass die Vorbereitungen für den "russischen Frühling" im Donbass in den frühen 2000-er begannen.
"Началось все еще в начале нулевых. Тогда я попал в Москву и присоединился к скин-движению. Тогда оно набирало популярность среди молодежи на просторах СНГ. Постепенно мои взгляды эволюционировали в сторону национал-большевизма, и я вступил в НБП. Когда Э. Лимонов вступил в коалицию с либералами, я вышел из НБП и начал поддерживать ЕСМ. К концу 2005 года протестное движение на Донбассе начало выдыхаться, и я вместе со своими соратниками из коалиции "За Украину без Ющенко" создали ОД "Донецкая Республика". С того момента мой политический путь был связан с сей организацией и организация была неотрывно связана с моим путем. Мы проводили множество конференций, круглых столов, маршей, митингов и агитаций… К концу прошлого года из "Донецкой Республики" выделилось боевое крыло из праворадикальной молодежи под названием "ВарягЪ crew", которое сыграло особую роль в событиях "Русской Весны", - сказал Матюшин. Именно за это его называют одни из "отцов-основателей "ДНР", сказал Матюшин в интервью праворадикальному сайту "Клич".

http://obozrevatel.com/politics/28691-otets-osnovatel-dnr-podtverdil-chto-podgotovka-vooruzhennogo-konflikta-nachalas-s-seredinyi-2000-godov.htm
HPA
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon Nov65 » 14. Februar 2015, 08:14

Ach, auch da Faschisten?
Andreas
Nov65
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon Spartacus » 14. Februar 2015, 15:52

USA finanzierten Putsch in Ukraine - Neues in der Anstalt



Natürlich alles Quatsch, von wegen und ............. 5 Milliarden Dollar und so...

LG

Sparta


Ich bin stolz darauf, kein Smartdingsbums zu besitzen.
Nicht Deutschland schafft sich ab, sondern Deutschland schaltet sich ab.
Habeck und Baerbock in die Produktion. Die Grünen sind eine fortschrittsfeindliche Sekte.



Benutzeravatar
Spartacus
 
Beiträge: 28840
Bilder: 0
Registriert: 28. März 2013, 19:01
Wohnort: Bayern

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon tom-jericho » 14. Februar 2015, 16:56

Nun auch noch ein Russischer Frühling.
tom-jericho
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon HPA » 14. Februar 2015, 17:13

Spartacus hat geschrieben:USA finanzierten Putsch in Ukraine - Neues in der Anstalt



Natürlich alles Quatsch, von wegen und ............. 5 Milliarden Dollar und so...

LG

Sparta


Einfach mal recherchieren für was und vor allem über welchen Zeitraum diese Mittel geflossen sind.
HPA
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon pentium » 14. Februar 2015, 17:50

Kleines Update für unsere Rebellen und Putinfreunde, die Rebellen-Armee bleibt weiter Siegreich und kann Geländegwinne vorweisen.

15.47 Uhr: Wenige Stunden vor Beginn der Waffenruhe haben sich die Kämpfe in der Ostukraine nochmals verschärft. Der Verkehrsknotenpunkt Debalzewe stehe unter Dauerbeschuss der prorussischen Rebellen, teilte die Kiew-treue Polizei in der belagerten Stadt am Samstag mit. Auch rund um Mariupol und Donezk lieferten sich Armee und Rebellen erbitterte Gefechte. Nach Angaben der Konfliktparteien wurden in der Ostukraine binnen 24 Stunden zehn Menschen getötet.

"Die Rebellen zerstören Debalzewe", schrieb Polizeichef Wjatscheslaw Abroskin im Online-Netzwerk Facebook. Wohngebiete und Verwaltungsgebäude stünden unter Dauerbeschuss der feindlichen Artillerie. Auch das Polizeirevier sei von einer Rakete getroffen worden. Die ukrainische Armee liefert sich seit Tagen Gefechte mit den Separatisten um Debalzewe. Nach Angaben des Militärs hatten die Rebellen in der Nacht zum Samstag eine neue Offensive auf die Stadt gestartet.

"Die Stadt steht in Flammen", berichtete die Leiterin der örtlichen Gesundheitsbehörde, Natalia Karabuta. "Es gibt keine Medikamente mehr, kein Wasser und auch keinen Strom". Einwohner suchten im Keller des Krankenhauses Schutz vor den Granaten. Auch aus anderen strategisch wichtigen Städten in der Ostukraine wurden heftige Kämpfe gemeldet.

http://www.focus.de/politik/ausland/ukr ... 76308.html

Vielleicht kommt dazu auch bald etwas in Neues in der Anstalt!

mfg
pentium
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
Anton Günther

Freundeskreis Schloss Hubertusburg e. V.
http://www.freundeskreis-hubertusburg.de
https://www.schloesserland-sachsen.de/de/startseite/
Benutzeravatar
pentium
 
Beiträge: 56874
Bilder: 164
Registriert: 9. Juli 2012, 16:12
Wohnort: Sachsen/Erzgebirge

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon Spartacus » 15. Februar 2015, 16:55

HPA hat geschrieben:
Spartacus hat geschrieben:USA finanzierten Putsch in Ukraine - Neues in der Anstalt



Natürlich alles Quatsch, von wegen und ............. 5 Milliarden Dollar und so...

LG

Sparta


Einfach mal recherchieren für was und vor allem über welchen Zeitraum diese Mittel geflossen sind.


Na gerne doch, erst das Kabarett, dann ARD Monitor.

LG

Sparta



Ich bin stolz darauf, kein Smartdingsbums zu besitzen.
Nicht Deutschland schafft sich ab, sondern Deutschland schaltet sich ab.
Habeck und Baerbock in die Produktion. Die Grünen sind eine fortschrittsfeindliche Sekte.



Benutzeravatar
Spartacus
 
Beiträge: 28840
Bilder: 0
Registriert: 28. März 2013, 19:01
Wohnort: Bayern

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon pentium » 15. Februar 2015, 17:03

Auch in anderen Foren wird das Thema behandelt.
Hier mal ein Posting dem ich mich voll inhaltlich anschließen kann!


"Ich habe mich die letzten Tage gefragt, ob das vielleicht ein Automatismus ist. Wer sich täglich, und das über Wochen und Monate, nur mit einem Thema beschäftigt, verfällt vielleicht im Laufe der Zeit fast zwanghaft in diese radikalen Schwarz/Weiß-Muster - allein schon, weil man sich unermüdlich und geradezu ritualhaft jeden Tag aufs Neue mit der Gegenseite herumschlägt.

Allein der offizielle Ukrainethread hat schon 1500 Seiten. Davon habe ich weitgehend nur die letzten 50 gelesen und kann nur erahnen, wie dieses destruktive "Miteinander" zustande gekommen sein mag. Da gibt es schon lange keine nennenswerte Diskussion mehr, sondern höchstens noch den Versuch, eine Art Meinungshoheit zu bewahren.

Es ist so schade, weil gerade das Thema Ukraine wegen seiner Komplexität so diskussionswert wäre. Dieser Konflikt hat nicht erst mit der Krim-Annektierung angefangen und weil es keine eindeutige Gut/Böse-Verteilung gibt, existiert theoretisch ein großes Meinungsspektrum. Aber jeder, der sich mit einem halbwegs ausgewogenen Statement in die Threads wagt, hat sofort mindestens einen Stammgast mit zementierter Weltanschauung am Hals, der sich an irgendeinem Schlüsselwort reflexhaft festbeißt und den Neutralen ins Lager der Gegenseite schubst. [Ich habe z.B. gestern gestaunt, was einem passieren kann, wenn man in einem eigentlich harmlosen Kontext die USA erwähnt.] Als Betroffener ist einem das entweder zu doof und man zieht sich aus dem Thread zurück. Oder man diskutiert weiter und sitzt dann automatisch bei jener Seite mit im Boot, von der man gerade nicht angegriffen wurde....

Mal so zum Nachdenken!

mfg
pentium
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
Anton Günther

Freundeskreis Schloss Hubertusburg e. V.
http://www.freundeskreis-hubertusburg.de
https://www.schloesserland-sachsen.de/de/startseite/
Benutzeravatar
pentium
 
Beiträge: 56874
Bilder: 164
Registriert: 9. Juli 2012, 16:12
Wohnort: Sachsen/Erzgebirge

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon pentium » 16. Februar 2015, 22:02

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatschef François Hollande haben sich "besorgt" über die anhaltende Gewalt im Osten der Ukraine gezeigt. Die drei Politiker hätten bei einem Telefongespräch ihre Sorge über die anhaltenden Kämpfe am Bahnknotenpunkt Debaltsewe geäußert, teilte die französische Präsidentschaft in Paris am Montagabend mit. Sie forderten "freien Zugang für die Beobachter" der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), um die Einhaltung der Waffenruhe zu überprüfen.


http://www.focus.de/politik/ausland/ukr ... 79970.html

mfg
pentium
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
Anton Günther

Freundeskreis Schloss Hubertusburg e. V.
http://www.freundeskreis-hubertusburg.de
https://www.schloesserland-sachsen.de/de/startseite/
Benutzeravatar
pentium
 
Beiträge: 56874
Bilder: 164
Registriert: 9. Juli 2012, 16:12
Wohnort: Sachsen/Erzgebirge

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon Grenzwolf62 » 16. Februar 2015, 22:31

Ich glaube Putin führt die Kanzlerin und den Nachwuchs-Napoleon doch nur vor und die tappen voll übersteigertem Selbstwertgefühl auch noch in die Falle.
Der größte Gag war ja als Lukaschenko Frau Merkel seinen Blumenstrauß in die Hand drückte, früher hätte die den nicht mal mit der Kohlenzange angefasst (den Lukaschenko), gegen den ist Putin ja wirklich ein lupenreiner Demokrat.
Grenzwolf62
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon Sicherheitsrisiko » 16. Februar 2015, 23:26

https://www.facebook.com/video.php?v=928622620502514

Auf die Beschreibung und die Kommentare kann man getrost verzichten, das Interview ist allerdings erfrischend ehrlich und sachlich.
Sicherheitsrisiko
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon HPA » 16. Februar 2015, 23:35

Wieviele Söldner aus welchen Ländern marodieren den auf prorussischer Seite?. Ausser den Söldnern aus Russland?

Kleiner Tip: einer aus Deinem jetzigen Wohn und Arbeitsort hat kürzlich auf separatistenseite ins Gras gebissen.exakt am 10.2.
HPA
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon Sicherheitsrisiko » 16. Februar 2015, 23:48

Interessant, gibt es da auch einen Namen zu? Albinius wird es ja nicht gewesen sein.

Ansonsten kann ich Dir da auch gar keine Antwort geben, da treiben sich wahrscheinich auf beiden Seiten Söldner und Abenteuerlustige aus allen möglichen Ländern rum. Mir geht es eher um die Neuausrichtung der Welt und unsere Politik mit der wir Verlierer sein werden die dort angesprochen wird. Wir folgen den USA blind und opfern uns für ihre Interessen, keine gute Option. Mit einer neutralen Ukraine hätte die EU genauso leben können wie Russland, nur das wollen die Herren Falken aus Übersee ja nicht.

Bleibt spanndend dem Theater zuzusehen, wenn dabei nur nicht so viele Unschuldige leiden und sterben würden. [mad]
Sicherheitsrisiko
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon HPA » 16. Februar 2015, 23:55

Die Ukraine war schon seit 1993 nicht mehr neutral. Das vergessen einige. Den seitdem gibt es die Zusammenarbeit der Ukraine mit der NATO.
Und niemanden hats bis dato gestört.
Nun, wenn Deutschland so ein Vasall der USA wäre, warum hat man sich im Irak rausgehalten und stellt sich gegen die Waffenlieferungen ?
Die Russen wollen keine neutrale Ukraine. Sie wollen die Ukraine wie eh und je unter Kontrolle halten.Und das mit allen Mitteln.

Ja, es gibt Namen. Aber die werde ich hier nicht ausbreiten.Nein, der nicht.
HPA
 


Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon pentium » 17. Februar 2015, 10:54

Der Friedensplan für die Ostukraine ist in Gefahr: Entgegen vorheriger Zusagen wollen weder das ukrainische Militär noch die prorussischen Kämpfer schwere Waffen aus dem Konfliktgebiet abziehen. Der ukrainische Botschafter, Andrij Melnyk, sagte MDR INFO, man könne nicht mit dem Abzug beginnen, solange keine Waffenruhe herrsche. Deshalb müsse man alles daran setzen, dass sich die OSZE-Beobachter vor Ort ein Bild von der Lage machen könnten. Sie müssten auch Zugang zu dem von Separatisten kontrollierten Gebiet bekommen. Das sei derzeit das größte Problem.

Doch auch die Separatisten werfen dem Militär weiter vor, gegen die Waffenruhe zu verstoßen, die ursprünglich am Sonntag um 0:00 Uhr beginnen sollte. Der Separatistenführer Eduard Bassurin sagte, vor allem beim strategisch wichtigen Ort Debalzewe werde von der Regierung gegen die Waffenruhe verstoßen. Dort haben die Rebellen nach eigenen Angaben bis zu 7.000 ukrainische Soldaten eingekesselt. Je nach Waffenart müssten die schweren Waffen 50 bis 140 Kilometer weit zurückgezogen werden.

mfg
pentium
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
Anton Günther

Freundeskreis Schloss Hubertusburg e. V.
http://www.freundeskreis-hubertusburg.de
https://www.schloesserland-sachsen.de/de/startseite/
Benutzeravatar
pentium
 
Beiträge: 56874
Bilder: 164
Registriert: 9. Juli 2012, 16:12
Wohnort: Sachsen/Erzgebirge

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon augenzeuge » 18. Februar 2015, 22:44

Wozu Minsker Abkommen, wenn wenige Tage danach 3000 Menschen getötet werden? [bloed]

http://www.stern.de/politik/ausland/deb ... 74386.html

AZ
"Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist."
„Wer A sagt, der muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war“.
"Es ist manchmal gefährlich, Recht zu haben, wenn die Regierung Unrecht hat. (Voltaire)"
Benutzeravatar
augenzeuge
Flucht und Ausreise
Flucht und Ausreise
 
Beiträge: 99198
Bilder: 20
Registriert: 22. April 2010, 07:29
Wohnort: Nordrhein-Westfalen

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon pentium » 18. Februar 2015, 22:48

augenzeuge hat geschrieben:Wozu Minsker Abkommen, wenn wenige Tage danach 3000 Menschen getötet werden? [bloed]

http://www.stern.de/politik/ausland/deb ... 74386.html

AZ


Eine EU-Mission in der Ostukraine? Die Rebellen machen Propaganda mit dem Besuch von zwei Abgeordneten der Linken. Die Berliner Politiker stört's nicht - sie verteidigen ihre Jeeptour mit Separatistenführer Sachartschenko.

Ein gemeinsames Foto nutzen die Rebellen in der Ostukraine nun als Propaganda. Auf ihrer Internetseite "Novorossia.su" veröffentlichten sie das Bild vom vergangenen Samstag, auf dem Sachartschenko mit den Außen- und Europapolitikern Wolfgang Gehrcke und Andrej Hunko aus Berlin posiert.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/u ... 19195.html

Tatsächlich waren die beiden Linken in die Region gereist, um Medikamente für Kinderkrankenhäuser in Donezk, Gorlowka und Luhansk zu übergeben. Nur eben auf eigene Faust, weder im Auftrag Berlins, geschweige denn mit Mandat aus Brüssel. Jetzt sind sie eine Propagandavorlage für die prorussischen Rebellen.

mfg
pentium
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
Anton Günther

Freundeskreis Schloss Hubertusburg e. V.
http://www.freundeskreis-hubertusburg.de
https://www.schloesserland-sachsen.de/de/startseite/
Benutzeravatar
pentium
 
Beiträge: 56874
Bilder: 164
Registriert: 9. Juli 2012, 16:12
Wohnort: Sachsen/Erzgebirge

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon HPA » 18. Februar 2015, 22:53

und illegal über die russisch-ukrainische Grenze. Auf die gleiche Art und Weise, wie Personal und Gerät die Grenze wechselt.
Haben die auf ihrer Rückreise auch 2 gefüllte Leichensäcke im Gepäck?
HPA
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon HPA » 19. Februar 2015, 00:02

"Putin stated that the Ukrainian army was losing against yesterday's miners and tractor drivers. Interesting to know: is this a miner or a tractor driver?"

image.jpg


[flash]


maskirovka in aktion : https://m.youtube.com/watch?v=VJ7eoXjaM1k

Der russische General Aleksandr Lenzow, der stellvertretende Oberhaupt der Landtruppen der RF, ex-Kommandeur der 98. Division der Luftlandetruppen stellt sich in Debalzewe als stellvertretender Kommandeur der Volksmiliz der "Lugansker Volksrepublik" W.W. Kisselew vor
Российский генерал в Дебальцево выдает себя за командира ЛНР
Зам главнокомандующего Сухопутными войсками РФ, бывший командир 98-й дивизии ВДВ, генерал-лейтенант Александр Ленцов в Дебальцево представляется как заместитель командующего НМ ЛНР полковник Киселев В.В.
Людмила Чайка
HPA
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon HPA » 19. Februar 2015, 00:23

Etwas Hintergrund zum "Besuch" von Gehrcke und Hunko im Donbass:

Hunko und Gehrcke in Donezk oder Die »kommunistischen Bundestagsabgeordneten« und ihre Freunde

Nach dem Besuch eines Flüchtlingslagers in Rostow am Don Ende letzten Jahres regten offensichtlich seine russischen Kontakte den Bundestagsabgeordneten Wolfgang Gehrcke (DIE LINKE) an, eine Hilfsaktion zu starten. Von Dezember bis Februar kamen über 70.000,00 Euro zusammen. Andrej Hunko und Wolfgang Gehrcke sowie die »junge Welt« annoncierten es als »Medikamente für ein Kinderkrankenhaus in Gorlovka« (»Volksrepublik Donezk«).
Warum zwei Bundestagsabgeordnete bei einer humanitären Hilfsaktion nicht mit »médicines sans frontiéres« zusammenarbeiten, die seit Juni 2014 auch in Gorlovka vor Ort sind, gehört dabei noch zu den harmlosen Fragen.
Am 14.02.2015 kamen Hunko und Gehrcke mit sechs Tonnen Medikamenten in Donezk an, wo sich der dortige Gesundheitsminister Viktor Kuchkovoj über »die erste humanitäre Aktion unter Beteiligung von Vertretern der Europäischen Union [seit Beginn es Krieges]« freute.
Unter Beteiligung? Der russische Sender NTV weiß mehr »Russland und Deutschland schicken Tonnen an Medikamenten in den Donbass« .
Wer waren die russischen Beteiligten? Das erzählt Gehrcke in Donezk: russische Duma-Abgeordnete und die »Landsmannschaft der Donbasser«. Und tatsächlich taucht bald ein gemeinsames Video der beiden deutschen Politiker mit Vladimir Bessonov, Duma-Abgeordneter der KPRF, auf, der sich ebenfalls über die Hilfe der - wie er sagt - »kommunistischen Abgeordneten« freut - nur durch die Zusammenarbeit der kommunistischen Parteien der Welt sei das möglich geworden. Verbreitet wird es über die Seite von »Rotes Moskau - Patriotische Front zur Hilfe für den Donbass«, ein humanitäres Projekt der KPRF . Auf den Fotos dort ist weiter Jakov Samuschija zu sehen, stellvertretender Vorsitzender der »Landsmannschaft der Donbasser«, gleichzeitig Mitarbeiter des russischen Schlagersängers und Duma-Abgeordneten Josif Kobson, der seit kurzem auf der Sanktionsliste der EU steht.
Die Zusammenarbeit zwischen »Rotes Moskau« und der »Landsmannschaft der Donbasser« besteht länger - beide Organisationen sind Mitglieder des »Komitee zur Gesellschaftlichen Unterstützung des Süd-Ostens der Ukraine«. Initiiert wurde das Komitee von Valentina Matvienko, die Vorsitzende des Föderationsrates, welche auf der Sanktionsliste der EU und der USA seht. Das Komitee ist es zwar kein offizielles Organ des Föderationsrates, nutzt aber dessen Infrastruktur. Vorsitzender des Komitees ist Nikolaj Ryshkov, ebenfalls auf der EU-Sanktionsliste.
Die russische Zeitung RBK hatte zu diesem Komitee im August 2014 einen investigativen Artikel unter der Überschrift »Wie der Föderationsrat die Aufständischen ausrüstet« .
Demnach ist die »Landsmannschaft der Donbasser« für Medikamentenlieferungen in die »Volksrepubliken« zuständig, »Rotes Moskau« sammelt Sachen, von denen sie behaupten, dass sie keine eindeutig militärische Verwendung haben: Tarnkleidung, Männerschuhe, schusssichere Westen, Funkgeräte. Ein regionaler Koordinator des Komitees erzählt RBK, dass mit diesen Transporten auch Freiwillige in den Donbass gebracht werden.
Wenigstens dürfte kein Anlass zur Sorge bestehen, dass die »Landsmannschaft der Donbasser« durch die Zusammenarbeit mit Hunko und Gehrcke und die Verknüpfung mit ausländischen Geld jetzt als NGO unter das russische Gesetz über ausländische Agenten fällt. RBK lagen zwar Unterlagen zur Landsmannschaft vor, die eine offizielle NGO braucht, das russische Justizministerium bestreitet aber die Existenz dieser NGO.
In den Reigen der von der EU Sanktionierten fügt sich auch ein gemeinsames Foto Hunkos und Gehrckes mit Alexander Sachartchenko, Premierminister der selbsterklärten »Volksrepublik Donezk«. Julius Zukovski-Krebs, Mitarbeiter von Andrej Hunko, behauptet am 18.02.2015 in einem facebook-Kommentar, dieses Treffen sei nicht geplant gewesen - hoffentlich wird das Sachartchenko nicht zu sehr treffen, dass ausgerechnet er scheinbar als einziger unerwünscht gewesen sein soll.
Die »Charkiver Menschenrechtsgruppe« macht darauf aufmerksam, dass die Einreise von Hunko und Gehrcke von Russland aus nach Donezk aus ukrainischer Sicht ein illegaler Grenzübertritt war. Das werden die beiden mit anderen klären müssen.
Mit wiwderum anderen jedoch die Frage: Warum russische Quellen von 28 Tonnen Hilfslieferung sprechen, Donezker Quellen aber nur von sechs Tonnen? Oder aber auch, ob es steuerrechtlich einwandfrei ist, wenn Gehrcke Spenden auf einem Konto sammelt, welches den Eindruck eines Privatkontos erweckt?
War da noch was?
Ach ja, ein O-Ton von Igor Morozov, Mitglied des dubiosen »Komitee zur Gesellschaftlichen Unterstützung des Süd-Ostens der Ukraine«, vom 12.02.2015 - dem Tag, an dem Hunko und Gehrcke zu ihrer Reise aufbrachen:
»Es gibt schon genügend europäische Parlamentarier, die Russlands Bemühungen bei der Lokalisierung des Konfliktes im Süd-Osten der Ukraine positiv bewerten. Die Arbeit, die von den Parlamentariern geleistet wurde, darunter den Mitgliedern des Föderationsrates, in Freundschaftsgruppen (druzhba) wird in einem halben Jahr Ergebnisse bringen. Die parlamentarische Arbeit im bilateralen Format muss intensiviert und fortgesetzt werden, in Freundschaftsgruppen, bei unterschiedlichen internationalen Anlässen.«


[1] http://www.jungewelt.de/m/2015/02-09/041.php
[2] http://www.msf.org.au/…/thousands-trapped-in-eastern-ukrain…
[3] ] http://dan-news.info/…/shest-tonn-medikamentov-dlya-dnr-i-l…
[4] http://www.ntv.ru/novosti/1320496/
[5] http://red.msk.ru/p3147/
[6] http://www.sueddeutsche.de/…/sanktionen-gegen-jossif-kobson…
[7] http://top.rbc.ru/politics/12/08/2014/942270.shtml
[8] http://khpg.org/index.php?id=1424269121
[9] http://council.gov.ru/press-center/news/51637/
HPA
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon HPA » 19. Februar 2015, 10:49

Wie es aus Sicht des russischen Politologen Dmitrij Oreschkin weitergehen wird. Aus Nowoje Wremja.

http://nv.ua/publications/putin-skazal-chto-ne-budet-delat-vtorogo-pridnestrovya-nu-znachit-tochno-sdelaet-rossiyskiy-politolog-34809.html

"Putin sagt, er wird kein zweites Transnistrien schaffen – das heißt, er wird es mit Sicherheit machen“

In Anbetracht dessen, dass es de facto keine Waffenruhe gibt, werden nach den Minsker Vereinbarungen bei Debalzewe weiterhin schwere Kämpfe geführt, bei Mariupol ebenso – was sagt uns das? Hat Putin sich entschieden weiter zu gehen? Haben keinerlei Vereinbarungen für ihn eine Bedeutung?

Die allgemeine Neigung besteht bei Putin darin, dass es der Ukraine nicht gelingen soll, ein positives Beispiel, d. h. ein Vorbild zur Nachahmung für andere post-sowjetische Gebiete, zu schaffen. Die Ukraine soll bestraft werden, sodass niemand auf die Idee kommen möge, sich dem Einfluss Russlands zu entziehen. Daher verstehe ich nicht, welche Hoffnungen es da geben sollte, dass Putin aufhören könnte. Sein Modell ist zugespitzt auf den Krieg.

Im Krieg, da kann die Sowjetunion gewinnen. Das ist die brutalste Disziplin, die Beschlagnahme von Ressourcen aus Menschen und Territorien, ihre Zusammenfassung unter der Hand des zentralen Befehlshabers, die Vertikalisierung, die manuelle Steuerung und all die anderen Freuden. All das ist gut, wenn Krieg ist oder ein Erdbeben. Unter friedlichen Bedingungen funktioniert dieses System nicht, deswegen hat die Sowjetunion den Krieg gewonnen, aber den Frieden verloren. Das einzige, was Putin in dieser Situation machen kann, ist es, im Körper der Ukraine einen Eiterherd zu hinterlassen, in dem man jederzeit wieder mit dem Schüreisen stochern kann, damit dort die Funken fliegen oder das Eiter fließt, damit der Ukraine das Leben kein Zuckerschlecken wird.

Ich kann nicht ganz verstehen, wenn ukrainische Politiker sagen, dass Donezk zurückgeholt werden müsse. Ich denke, dass sie keine Dummköpfe sind und verstehen, dass das eine kontraproduktive Idee ist, aber sie können nicht sagen, dass sie dieses Donezk, offen gestanden, nicht gebrauchen können. Weil dann die Frage aufkommt, wofür denn dann überhaupt gekämpft wurde. Auf diese Frage können sie nicht antworten, obwohl es eine Antwort gibt: Man hat dafür gekämpft, dass sich das Donezker und Luhansker Regime nicht auf das ganze Territorium der Luhansker und Donezker Gebiete [Oblaste] ausweitet, und dass es nicht noch versucht, Odessa, Dnipropetrowsk oder Charkiw zu erobern. Man hat eben für eine Sache gekämpft. Aber dabei kämpfte man, so jedenfalls die ukrainische Seite, unter der Parole: „Wir geben unsere souveränen Territorien nicht ab!“ Das ist als Parole zwar richtig, aber als Ziel unerreichbar.

Mir scheint, dass Donezk und Luhansk als Territorien für die Ukraine hoffnungslos verloren sind. Vielleicht ist es auch besser so. Stellen wir uns vor diesem Hintergrund einmal auf die Position jener Führer der Donezker und Luhansker Republiken: Wohin sollen sie gehen? Wenn dieses Gebiet entsprechend der Minsker Vereinbarungen früher oder später an die Ukraine geht, dann wird man sie doch – was es da auch immer für Garantien geben möge – ausfindig machen. Im besten Fall werden sie zurückkehren in den Zustand jener tarnfarbener Fauna, die zu friedlichen Zeiten die Schranken an Parkplätzen bewacht. Aber jetzt sind sie die Führer einer Volksbefreiungsbewegung, jetzt sind sie die großen Helden. Deswegen werden jene neuen selbsternannten Eliten dieser Republiken, die bei euch [in der Ukraine] „Watniki“ genannt werden, nicht mehr weggehen. Wohin sollen sie gehen? In Russland freut sich auch eher keiner über sie mit ihren Allüren. Doch hier haben sie irgendein Gebiet, können irgendwem sein Business rauben. So oder so werden sie ihr Gebiet nicht abgeben, sie werden nicht einwilligen. Sicherheitshalber haben sie schon mal die Forderung gestellt, dass die Ukraine nicht der NATO beitrete. Naja, und bisweilen schießen sie. Es ist klar, womit sie schießen: Russland gibt ihnen Munition, Waffen und anderes.

Putin nutzte die Minsker Verhandlungen, um zu demonstrieren, dass er damit nichts zu tun habe. So hat er die Papiere unterschrieben, die DVR-Leute selbst unterzeichneten dann jedoch nicht, sie haben sich gesträubt, sodass er sie schließlich erst habe überreden müssen. Und die westlichen Staatschefs tun so, als ob sie all das glauben würden. Das ist ein Teil des Spiels, welches es Putin erlaubt, sich einerseits ohne Gesichtsverlust rauszuziehen – zumindest zur Aufrechterhaltung der internationalen Beziehungen. Hierbei ist Europa sehr akkurat, man will nicht Putin als jemanden, der mit einer Atombombe bewaffnet ist, ohne irgendwelche Alternativen dastehen lassen.

Er soll sich immer mehr oder weniger komfortabel fühlen. Er soll rational die Situation abwägen und verstehen, dass diese Situation für ihn zwar weniger komfortabel, aber trotzdem noch komfortabel ist. Weil er, wenn die Situation nicht komfortabel ist, die Bombe aus der Tasche ziehen kann – und das macht niemanden glücklich. Darum ist man ihm gegenüber stets sehr akkurat und konsequent, aber man lässt ihm immer auch eine Tür offen.

Im gegenwärtigen Fall lässt man ihm die Tür in dem Sinne offen, dass er jenen Prozess nicht steuere. Er hat diese Rolle gespielt und sie haben die Rolle angenommen. Sie haben bestätigt, dass Putin jene Donezker und Luhansker Kerle überredet hat, dieses Papier zu unterzeichnen. Diese haben unterschrieben und nun wollen sie sich nicht daran halten. Natürlich ist das alles mit Moskau abgestimmt, daran zweifelt niemand. Andernfalls hätte man einfach die Waffenversorgung gestoppt und einen Gruß an jene Leute geschickt. Aber das ist nicht im Interesse Putins, weil es bedeuten würde, dass er sich ganz aus den ukrainischen Angelegenheiten zurückzieht und er der Ukraine nicht das Leben verderben kann. Und das würde seine Strategie verletzen. Falls es eine solche überhaupt gibt.

Eigentlich denke ich, dass es tatsächlich keine Strategie gibt. Aber sich an der Ukraine zu rächen – das ist eine lebensnotwendige Sache. Sich aus Donezk zurückziehen kann er nicht, weil er dadurch sowohl die Kontrolle als auch sein Gesicht verlieren würde. Jenes Donezk kontrollieren kann er nicht, weil ihn der Westen hinreichend hart einschränkt. So bleibt ihm nur, dort, wo es möglich ist, ein wenig Feuerholz hineinzuwerfen und im Maße seiner Fähigkeiten ein wenig Kerosin ins Feuer zu gießen.

Das heißt, in den nächsten zwei-drei Monaten wird es keinen Frieden geben?

Ich denke, dass sich die Lage in etwa zwei Monaten tatsächlich stabilisieren könnte, da Russland immer weniger Geld, Ressourcen, internationales Ansehen und sonstiges hat. Mit jedem Monat verliert Russland sogar an militärischem Potenzial. Es ist bloß notwendig, dass Zeit vergeht, dass Putin sich mit einem Sieges-Ausdruck im Gesicht zurückziehen kann. Ich hoffe, dass es so geht.

Tatsächlich weiß niemand, wie stark er vom Affen gebissen wurde. Vielleicht wird er versuchen, weiter vorzustoßen. Trotz allem ist er rationaler Mensch, wenn auch ein wahnsinniger. Aber in seinem Wahnsinn ist er rational. Auf den Richtbock will er seinen Kopf nicht legen. Anderseits ist es seine Angewohnheit, stets zu bluffen – weiß Gott, wohin das führt.

Ich denke, die Variante, die Putin am besten passen würde, ist die Variante „Transnistrien 2“. Er hat ja gesagt, er wird kein zweites Transnistrien schaffen. Das bedeutet, er wird es mit Sicherheit machen. Weil ihm andere Varianten einfach nicht bleiben. Den Donbas an die Ukraine zurückzugeben geht nicht, sich vollständig aus dem Gebiet zurückzuziehen geht auch nicht. Das heißt: Auf dieser oder jener Stufe, mit diesem oder jenem Status, mit dieser oder jener Menge vergossenen Blutes und verschandelter Schicksale, letztendlich kommt man so oder so zu jenem halbanerkannten Status dieser halbanerkannten Republiken. So eine Art Nordzypern oder Bergkarabach – wenn man zwar irgendwie nicht schießt, aber auch nicht wirklich friedlich lebt. "
HPA
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon HPA » 19. Februar 2015, 13:11

"Wird der Sender Life News wegen Staatsverrats angeklagt? Weil er die russische 136. motorisierte Schützenbrigade in Debalzewo zeigte?"


image.jpg
HPA
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon pentium » 19. Februar 2015, 13:20

HPA hat geschrieben:"Wird der Sender Life News wegen Staatsverrats angeklagt? Weil er die russische 136. motorisierte Schützenbrigade in Debalzewo zeigte?"


image.jpg


Waren sich Urlauber oder man hat sich verfahren, wenn es stimmen sollte, dass die Truppe vor Ort war!

mfg
pentium
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
Anton Günther

Freundeskreis Schloss Hubertusburg e. V.
http://www.freundeskreis-hubertusburg.de
https://www.schloesserland-sachsen.de/de/startseite/
Benutzeravatar
pentium
 
Beiträge: 56874
Bilder: 164
Registriert: 9. Juli 2012, 16:12
Wohnort: Sachsen/Erzgebirge

VorherigeNächste

Zurück zu Spezial - Ukraine Konflikt

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast