Die Lage in der Ukraine Teil 1

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon Spartacus » 31. Mai 2014, 12:14

Es ist schwer zu verstehen, warum sich China und Russland mit Gebietsansprüchen plötzlich so aggressiv verhalten und der Nationalismus aufblüht.


Das ist doch nicht schwer zu verstehen, stehen wir doch schon seit Jahrzehnten in einem neuen Verteilungskampf,
in dem es um Ressourcen jeglicher Art geht. Hier ist China, vor allem in Afrika, besonders engagiert.

Und natürlich mischt der Ami hier auch kräftig mit und so wie es aussieht geht dieser verdeckte Machtkampf langsam
in die heiße Phase über.

LG

Sparta


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Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon Sirius » 31. Mai 2014, 15:51

augenzeuge hat geschrieben:
Sirius hat geschrieben: Es ist schwer zu verstehen, warum sich China und Russland mit Gebietsansprüchen plötzlich so aggressiv verhalten und der Nationalismus aufblüht.


Wer sich aggressiv verhält, hat im Inneren enorme Probleme. Da man diese nicht lösen kann, muss man sich außenpolitisch positionieren um wenigstens dort halbwegs als Gewinner dazustehen....und wenn man in einer politisch unstabilen Gegend noch Bodenschätze vermutet, dann rasselt man mit dem Säbel...
AZ


Das könnte eine Erklärung sein. Nur was sind die großen inneren Probleme in China und Russland? Bei Russland fallen einem spontan nur die Demonstrationen vor zwei bis drei Jahren ein. Der letzte Zar Nikolaus II. hatte diese Ablenkungsstrategie aufgrund großer gesellschaftlicher Probleme vor dem ersten Weltkrieg angewendet. Ein deutscher Historiker nannte diese Strategie "Sozialimperialismus".

@Spartacus,

nur warum gerade jetzt? Es ist ja nicht so, dass plötzlich eine Rohstoffknappheit ausgebrochen wäre. Verschiedene Rohstoffpreise sind sogar rückläufig.
Zuletzt geändert von Sirius am 31. Mai 2014, 16:18, insgesamt 1-mal geändert.
Sirius
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon Sirius » 31. Mai 2014, 16:17

Cyberwar
Anatomie des russischen Infokriegs in Netzwerken

Im Ukraine-Konflikt greifen Putins Geheimdienste zu neuen Methoden: Vom Kreml gesteuerte Cyberkrieger infiltrieren soziale Netzwerke und bilden Propaganda-Allianzen mit Links- und Rechtsradikalen.


Sie kommen in Scharen und sie kommen verdeckt. Sie fallen in Horden bei der Deutschen Welle ein ebenso wie bei Facebook und in den Kommentarforen bald jeder großen westlichen Zeitung. Putins Info-Krieger sind Legion und sie machen Meinung im Sinne ihres Herrn. Und sie gehen Bündnisse ein mit allen, die ihnen über den Weg laufen und in ihr Kalkül passen. Dazu gehören auch Links- und Rechtsradikale aller europäischen Länder. Und sogar kremlfreundliche Wirtschaftslobbyisten.

Seit der russischen Okkupation der Krim tobt ein Meinungskrieg ganz neuer Art auch in deutschsprachigen Internetmedien, vor allem in den sozialen Netzwerken. Diese sind für viele zunehmend Ersatz für konventionelle Medien und damit meinungsbildend – und deshalb bevorzugter Abwurfplatz neuer russischer Propaganda-Methoden. Dass Russland intern praktisch von Geheimdiensten regiert wird, die schon von Beginn an die Freiheitsbewegungen in der Ukraine unterwanderten, ist bekannt. Dass sie dies nun auch in westlichen Medien tun, ist in diesem Umfang neu.

"Das sind teilweise wüste Beleidigungen deutscher Politiker oder auch der Bundeskanzlerin, insbesondere häufig auch mit antisemitischen Untertönen, antiamerikanischen Untertönen, die sich dann gegen die Regierung in Kiew richten", berichtete jüngst zum Beispiel Ingo Mannteufel, Leiter der Russland-Redaktion der Deutschen Welle, von Shitstorms (Schmähkampagnen im Netz) gegen die Berichterstattung seines Senders im Deutschlandradio.

Zehntausende "Leser"-Kommentare pro Tag

Auch das amerikanische "Forbes"-Magazin und der britische "Guardian" sind Ziel von Kampagnen zum Teil Zehntausender einschlägiger "Leser"-Kommentare pro Tag. Dass dies keine Einzelbeobachtungen sind, sondern Beweise für einen systematischen Informationskrieg, hat jetzt Jolanta Darczewska am Centre for Eastern Studies in Warschau herausgefunden.

Sie forscht zur Sicherheitspolitik im post-sowjetischen Raum und legte jetzt eine Studie mit dem Titel "Anatomie des russischen Informationskriegs" (The Anatomy of Russian Information Warfare) vor. Darin wird die Propaganda-Offensive untersucht, die die Annexion der Krim begleitete und maßgeblich zu deren Erfolg beigetragen habe.

Demnach wurden die organisatorischen Voraussetzungen für Putins Informationskrieg mit dem Umbau des militärischen Verwaltungsapparates bereits 2000 geschaffen.

........

http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... erken.html


Wer die Online-Leserkommentare von großen deutschen Zeitungen liest, wird das geschilderte schon seit Monaten bemerkt haben. Zum Teil haben wir dies hier auch schon angesprochen. In einer britischen Zeitung - ich glaube es war er Guardian - wurde dieses Problem auch schon vor einigen Wochen erwähnt, wenngleich es nur auf die eigene Zeitung bezogen analysiert wurde. Die westlichen Demokratien sind systembedingt "schwach" und das Internet insofern auch, weil es schwer kontrollierbar ist. Durch die Presse- und Meinungsfreiheit ist eine Unterwanderung dieser Medien relativ einfach. Die westlichen Staaten haben gegen diesen cyber-war, bzw. info-warfare noch kein Gegenmittel gefunden. Vielleicht wird die Gegenantwort eine Reaktivierung von Gladio-Strategien sein.

Die westdeutsche Friedensbewegung wurde teilweise vom MfS gesteuert und finanziell unterstützt, wie man heute weiß. Innerhalb der Friedensbewegung gab es diesen Zusammenschluß von einigen Generälen, der sich wimre "Generäle für den Frieden" nannte - gesteuert von Ost-Berlin.
Zuletzt geändert von Sirius am 31. Mai 2014, 16:30, insgesamt 5-mal geändert.
Sirius
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon Spartacus » 31. Mai 2014, 16:18

Ja warum gerade jetzt Sirius?

Die Frage kann man hinterher ja immer stellen, also warum geschah es gerade da?

Antwort: Da es eben irgendwann soweit ist, ob der Zeitpunkt zu passen scheint, oder auch nicht, ist dabei
irrelevant.

LG

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Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon HPA » 1. Juni 2014, 19:08

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Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon pentium » 1. Juni 2014, 19:50

"Die Situation in Russland ist eine Havarie"

Wladimir Kaminer im Gespräch mit Der Freitag.de

Zitat:
Die staatliche Propaganda in den russischen Medien ist eine sehr starke Waffe und ich glaube, dass der aktuelle Nationalismus und diese Gewalt sich nicht von alleine legen werden..
...
Russland ist kein demokratisches Land, Putin hat sich im Kreml festgesetzt und wird ihn freiwillig auch nicht mehr verlassen. Die Volksmeinung ist ihm egal und hat auch keine Auswirkungen auf seine politische Position. Das russische Volk ist quasi seine Geisel und hat nur zwei Möglichkeiten: Ihm zuzujubeln oder zuhause zu sitzen und mit den Zähnen zu knirschen. Die leichtere Variante ist es natürlich, ihm zu folgen und ihm zuzujubeln.
Die Russen haben schon seit über hundert Jahren diese Geisteshaltung gegenüber der staatlichen Obrigkeit: Alle schauen nach oben und wollen Anweisungen erhalten. Es ist eine ekelhafte Situation...
...
Irgendwann wird dies auch in der russischen allgemeinen Bevölkerung ankommen, das Propagandafernsehen durchbrechen und letztlich werden die Leute dann realisieren: "Hier stimmt etwas nicht."
Die Geschichte hat keinen Rückwärtsgang: Russland hat nie seine Vergangenheit aufgearbeitet, Stalin wird immer noch wie ein Held gefeiert, Lenin liegt ruhig in seinem Mausoleum...]

quelle:
https://www.freitag.de/autoren/janrebus ... ne-havarie

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Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon pentium » 3. Juni 2014, 12:48

Danke für das Einstellen, ist viel Text.

Mechanismen der russischen Propagandamaschine
Die Putin-Show

Zitat:
Unablässig trommeln die russischen Journalisten immer dieselbe Botschaft: In Kiew hat sich eine faschistische Junta an die Macht geputscht; in der Ostukraine ist ein Genozid am russischen Volk im Gang; in Odessa ereignet sich ein neuer Holocaust; die EU errichtet gemeinsam mit der ukrainischen Regierung Konzentrationslager, in denen prorussische Aktivisten eingekerkert werden; orchestriert wird das Ganze vom «militärisch-industriellen Komplex» in den USA.
...
Alsbald rückte ein Revolutionsstück in den Vordergrund. Als Bühne wählte der Kreml die «typische Kleinstadt» Slawjansk. Hier trat als Protagonist ein neuer Danton auf, der «Volksbürgermeister» Wjatscheslaw Ponomarjow. Als Nebenhandlung wurde ein Geiseldrama eingebaut, das sich bald als Provinzposse entpuppte.
...
Im Moment läuft die Episode «Bürgerkrieg»: Professionell ausgerüstete Kämpfer im Flecktarn und mit schwarzen Gesichtsmasken schiessen auf einen anonymen Feind, von dem man höchstens die Panzerfahrzeuge zu sehen bekommt. Als Statisten dürfen prorussische Zivilisten auftreten, die sich mutig dem ukrainischen Militär entgegenstellen. Putins Show ist so überzeugend, dass auch westliche «eingebettete» Journalisten die Vorführungen für bare Münze nehmen.

Der Zynismus der Show liegt darin, dass sie sich nicht auf eine virtuelle Inszenierung reduzieren lässt, sondern bereits etwa 250 Menschenleben gefordert hat. Umso wichtiger ist es, dass man zwischen den konstruierten Bildern und der dahinterstehenden politischen Agenda zu unterscheiden weiss...]

http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/me ... 1.18314288

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Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon augenzeuge » 3. Juni 2014, 15:28

Pentium, das Schlimme daran ist, das glauben manche auch noch..... [flash]

Für mich erschreckend ist auch die "Kommunikation" zwischen den Rechtspopulisten Europas und Putin.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/p ... 67155.html

Boris Reitschuster, Autor mehrerer Bücher über Russland und Biograf Wladimir Putins im Interview:

In welcher Realität lebt Putin?
Das Problem ist, dass er im Wesentlichen nur noch gefilterte Informationen bekommt, er bekommt die eigene Propaganda auf den Tisch gelegt, wo er gelobt und gepriesen wird. Er hat die meisten kritischen Geister aus seiner Umgebung verbannt, umgibt sich im Wesentlichen mit alten Leuten aus dem Geheimdienst, Genossen, die seiner Meinung sind, und ich denke, er lebt hier sehr stark in seiner eigenen Realität, er ist in vielem losgelöst von der Wirklichkeit. Ich nenne Ihnen nur ein Beispiel: Er ist völlig überzeugt, dass das, was in der Ukraine passiert, das Werk des US-Geheimdienstes ist. Für ihn ist es unvorstellbar, dass Menschen einfach auf die Straße gehen, weil sie unzufrieden sind. Weil sie gegen dieses System waren, weil sie gegen diese Kleptokratie aufgestanden sind. Er ist völlig in diesen alten Denkstrukturen und entsprechend handelt er.
http://www.vice.com/de/read/interview-b ... in-ukraine

AZ
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„Wer A sagt, der muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war“.
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Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon HPA » 3. Juni 2014, 15:39

augenzeuge hat geschrieben:Das Problem ist, dass er im Wesentlichen nur noch gefilterte Informationen bekommt, er bekommt die eigene Propaganda auf den Tisch gelegt, wo er gelobt und gepriesen wird. Er hat die meisten kritischen Geister aus seiner Umgebung verbannt, umgibt sich im Wesentlichen mit alten Leuten aus dem Geheimdienst, Genossen, die seiner Meinung sind, und ich denke, er lebt hier sehr stark in seiner eigenen Realität, er ist in vielem losgelöst von der Wirklichkeit. Ich nenne Ihnen nur ein Beispiel: Er ist völlig überzeugt, dass das, was in der Ukraine passiert, das Werk des US-Geheimdienstes ist. Für ihn ist es unvorstellbar, dass Menschen einfach auf die Straße gehen, weil sie unzufrieden sind. Weil sie gegen dieses System waren, weil sie gegen diese Kleptokratie aufgestanden sind. Er ist völlig in diesen alten Denkstrukturen und entsprechend handelt er.
http://www.vice.com/de/read/interview-b ... in-ukraine

AZ


Woher kommt mir das nur so bekannt vor? grübel...scheint in Drecksbonzenkreisen ein weitverbreitetes Phänomen zu sein
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Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon pentium » 3. Juni 2014, 16:02

Was soll man davon halten?
Ukraine: Wird ein Bataillon aus Deutschland geschickt?

Weiterlesen: http://german.ruvr.ru/2014_05_29/Ukrain ... ickt-0829/

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Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon Spartacus » 3. Juni 2014, 17:11

Müssen wir uns das heutige Datum rot im Kalender ankreuzen.

Es lag ja schon lange in der Luft, nun geht es wieder los, der kalte Krieg ist zurück.

Obama will US- Militärpräsenz in Osteuropa ausbauen

US- Präsident Barack Obama ist am Dienstag zum Auftakt einer mehrtägigen Europareise in Polen eingetroffen. In Warschau bekräftigte Obama seine Unterstützung für die osteuropäischen Länder. Die Verpflichtung für die Sicherheit Polens und der anderen US- Verbündeten in Ost- und Zentraleuropa sei "ein Eckpfeiler unserer eigenen Sicherheit", so der Präsident. Dabei stellte er auch einen eine Milliarde Dollar schweren US- Sicherheitsplan für Osteuropa in Aussicht, mit dem die USA ihre Militärpräsenz in der Region ausbauen wollen.


http://www.krone.at/Welt/Obama_will_US- ... ory-406766

Und der Friedensengel äußert sich ausgerechnet gegenüber Polen so, das ja von seinen Alliierten schon des öfteren
kläglich im Stich gelassen wurde. Wie dumm muss man eigentlich sein, um in dieser Situation, nach altbekanntem
Muster ( Der Beißreflex) so zu reagieren? Nun ja, Amerika ist pleite, keine Jobs in Sicht , also ein schöner Zeitpunkt
um gegen den Erzfeind mal wieder richtig, aber so richtig aufzurüsten. Da macht der Kongress natürlich jedes
Billiönchen locker, das man anfordert.

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Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon HPA » 3. Juni 2014, 17:12

Was soll man davon halten?
Ukraine: Wird ein Bataillon aus Deutschland geschickt?

Weiterlesen: http://german.ruvr.ru/2014_05_29/Ukrain ... ickt-0829/

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Schwachsinn³

Einige u.a. völlig unbeteilgte Leute haben wegen dieser und ähnlicher Artikel zu diesem Thema der russischen Propagandamaschinerie MASSIVE Probleme mit dem Staatsschutz bekommen.
HPA
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon Sirius » 3. Juni 2014, 18:11



Oha, 90 Seiten. Ich habe das etwas "quer gelesen". Am interessantesten scheint der Artikel ab Seite 28 zu sein - "Putins Potemkische Panzer", in dem es um das russische Militärpotenzial geht. Die Grafik auf Seite 27 ist dazu als Einstieg zu empfehlen. Ein Auszug:

Zwar verfügt die Russische Föderation auf dem Papier über ein beeindruckendes Arsenal – die vom »International Institute for Strate-gic Studies« (IISS) herausgegebene »Military Balance 2014« verzeichnet beispielsweise allein 20.550 Kampf-panzer, wovon etwa 18.000 derzeit als Reserve in De-pots eingelagert seien. Bei diesen »Depots« handelt es sich allerdings häufig eher um Schrottplätze, auf de-nen hunderte Fahrzeuge weitgehend ungesichert un-ter freiem Himmel vor sich hin rosten.

Unter den 2.550 »aktiven« und zumindest theo-retisch tatsächlich einsatzbereiten Kampfpanzern befinden sich den britischen Analysten zufolge zu-dem lediglich 350 vom modernen Typ T-90. Beim Rest handele es sich um Varianten des altehrwürdi-gen T-72 auf dem technischen Stand der 1980er und frühen 1990er Jahre, während der ehemalige russi-sche »Premiumpanzer« des Kalten Krieges, der T-80, im Zuge von Konsolidierungsmaßnahmen im Rahmen der laufenden Reform im Dezember 2013 ausgemustert wurde und bis 2015 komplett aus den Einsatzverbänden verschwinden soll. Da der T-90 zudem seit 2011 zu Gunsten einer geplanten Neu-entwicklung namens »Armata« – von dem bislang nicht einmal ein Prototyp existiert – nicht mehr beschafft wird, muss sich die gepanzerte Speerspit-ze der russischen Streitkräfte in der Masse bis auf weiteres auf eine Militärtechnik abstützen, deren Abwehr die Nato bereits in den 1990er Jahren tech-nologisch und konzeptionell perfektioniert und seither immer weiterentwickelt hat.

Auch bei der Luftwaffe sieht es nicht viel besser aus. Zwar präsentiert Russland auf Paraden und Luftfahrtausstellungen beständig die – in der Tat beeindruckenden – neuesten Varianten seiner MiGs und Sukhois, allerdings fliegen diese kampfstarken Muster vor allem bei den Exportkunden im Ausland. Laut IISS sind hingegen von den etwa 300 vorhande-nen Su-27-Jagdflugzeugen der russischen Luftwaffe im Laufe der Jahre bislang lediglich 59 modernisiert worden, der Rest fliegt nach wie vor mit dem Rüst-stand der 1980er Jahre. Zwar überraschte Russland die Öffentlichkeit 2010 mit dem Erstflug der Sukhoi T-50, einem Stealth-Jagdflugzeug der 5. Generation, allerdings wird dessen Serienfertigung und anschlie-ßende Einführung in die Truppe – frühestens – 2015 beginnen. Zum Vergleich: Das Äquivalent auf Nato-Seite, die amerikanische F-22, hatte ihren Erstflug
1990, die Serienproduktion und Truppeneinführung war 2011 abgeschlossen und die konzeptionellen Arbeiten an – vermutlich unbemannten – Nachfol-gemustern haben längst begonnen.
Ohnehin wird bei genauerem Hinsehen deutlich, dass es sich bei dem »modernen« Gerät, welches den russischen Streitkräften bis 2020 zulaufen soll, mehrheitlich nicht um Neuanschaffungen, sondern um Modernisierungen vorhandener Technik han-delt.



Dazu das passende Bild auf Seite 41 oben.
Zuletzt geändert von Sirius am 3. Juni 2014, 18:31, insgesamt 5-mal geändert.
Sirius
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon Sirius » 3. Juni 2014, 18:21

Spartacus hat geschrieben:Müssen wir uns das heutige Datum rot im Kalender ankreuzen.

Es lag ja schon lange in der Luft, nun geht es wieder los, der kalte Krieg ist zurück.

Obama will US- Militärpräsenz in Osteuropa ausbauen

US- Präsident Barack Obama ist am Dienstag zum Auftakt einer mehrtägigen Europareise in Polen eingetroffen. In Warschau bekräftigte Obama seine Unterstützung für die osteuropäischen Länder. Die Verpflichtung für die Sicherheit Polens und der anderen US- Verbündeten in Ost- und Zentraleuropa sei "ein Eckpfeiler unserer eigenen Sicherheit", so der Präsident. Dabei stellte er auch einen eine Milliarde Dollar schweren US- Sicherheitsplan für Osteuropa in Aussicht, mit dem die USA ihre Militärpräsenz in der Region ausbauen wollen.


http://www.krone.at/Welt/Obama_will_US- ... ory-406766

Und der Friedensengel äußert sich ausgerechnet gegenüber Polen so, das ja von seinen Alliierten schon des öfteren
kläglich im Stich gelassen wurde. Wie dumm muss man eigentlich sein, um in dieser Situation, nach altbekanntem
Muster ( Der Beißreflex) so zu reagieren? Nun ja, Amerika ist pleite, keine Jobs in Sicht , also ein schöner Zeitpunkt
um gegen den Erzfeind mal wieder richtig, aber so richtig aufzurüsten. Da macht der Kongress natürlich jedes
Billiönchen locker, das man anfordert.

LG

Sparta


Das bei einem Militärbudget von 700 Mrd. US-$ Obama im Kongreß um eine einzige weitere Mrd. betteln muß, und sich diese nicht innerhalb des 700 Mrd.-Budgets zusammenkratzen läßt, ist schon merkwürdig.

In anderen Zeitungsartikeln steht, dass die USA ihre Militärpräsenz in Europa erhöhen, also zusätzliche Soldaten nach Europa schicken. Hier steht etwas von einem Ausbau der Militärpräsenz in Osteuropa, ohne zu konkretisieren woher die Soldaten kommen - aus den USA oder durch eine Umgruppierung innerhalb Europas.
Sirius
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon Spartacus » 3. Juni 2014, 18:35

Sollten wir vielleicht einen extra Thread aufmachen, Sirius?

Der neue kalte Krieg.

Nato-Chef Rasmussen sieht Bedrohung durch Russland

Die Nato fühlt sich erstmals seit zwei Jahrzehnten wieder von Russland bedroht. Generalsekretär Rasmussen warf Russland auf einem Treffen der Nato-Verteidigungsminister unverantwortliches und illegales Handeln vor. Signale von US-Präsident Obama, Truppen in Osteuropa aufzustocken, wurden begrüßt.

http://www.derwesten.de/politik/nato-ch ... 2063906658


Ach ja, der Rasmussen.

Wo war der noch mal am Wochenende?

Ach ja richtig, zu einem Kaffeekränzchen bei den Bilderbergern. [smile]

LG

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Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon Nov65 » 3. Juni 2014, 18:45

Na ja, friedensstiftend waren die Aktionen Russlands der letzten Wochen nun wirklich nicht.
Beruhigung-nein.
Bedrohung-ja.
Wer in der Nato Verantwortung trägt, kann sich nicht etwa gelassen zurücklehen.
Andreas
Nov65
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon Sirius » 3. Juni 2014, 19:21

Spartacus hat geschrieben:Sollten wir vielleicht einen extra Thread aufmachen, Sirius?


Ich hatte bereit vor einigen Monaten (März?) einen Thread mit dem Titel (sinngemäß) "Gibt es einen neuen kalten Krieg" aufgemacht. Es gab allerdings keine allzu große Resonanz.
Sirius
 

Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon Danny_1000 » 3. Juni 2014, 19:29

Nov65 hat geschrieben:Na ja, friedensstiftend waren die Aktionen Russlands der letzten Wochen nun wirklich nicht.Andreas

Nun ja. Die des Westens aber genauso wenig. Bekanntlich war das völlig verkorkste Assoziierungsabkommen zwischen der EU und der Ukraine der Auslöser einer Kette von Ereignissen bis heute. Das sollten wir mal nicht vergessen. In der Physik nennt man so etwas den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung… solltest du aber als alter Lehrer – ohne ideologische Brille versteht sich - eigentlich wissen !

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Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon Sirius » 3. Juni 2014, 19:41

Danny_1000 hat geschrieben:
Nov65 hat geschrieben:Na ja, friedensstiftend waren die Aktionen Russlands der letzten Wochen nun wirklich nicht.Andreas

Nun ja. Die des Westens aber genauso wenig. Bekanntlich war das völlig verkorkste Assoziierungsabkommen zwischen der EU und der Ukraine der Auslöser einer Kette von Ereignissen bis heute. Das sollten wir mal nicht vergessen. In der Physik nennt man so etwas den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung… solltest du aber als alter Lehrer – ohne ideologische Brille versteht sich - eigentlich wissen !

Danny


Wie viele EU-Assoziierungsabkommen gab es in den Jahren und Jahrzehnten davor (20?), ohne das es deshalb zu kriegerischen oder kriegsähnlichen Handlungen, Landannektionen, einem eventuell neuen kalten Krieg u.s.w. kam? Ich denke, niemand in der EU konnte das vorhersehen. Das war doch so unvorhersehbar wie 1989, als eher unbedeutende Ereignisse wie die Grenzöffnung Ungarn/Österreich zu - historisch gesehen - weitreichenden Folgen bis heute führte. Oder das Attentat von Sarajewo 1914... .

Gruß
Sirius
Zuletzt geändert von Sirius am 3. Juni 2014, 19:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon pentium » 3. Juni 2014, 19:49

Die EU, die USA und andere finstere Mächte sind an ALLEM Schuld, was auf der Welt schief läuft.
So einfach kann es sein!
Mal im Ernst!
Das 1200 Seiten starke Assoziierungsabkommen der EU mit der Ukraine ist bereits seit 2007 Gegenstand von Verhandlungen. Kam es damals zu Protesten?
Beim EU-Ukraine-Gipfel im Dezember 2011 wurde es in der jetzigen Form verabschiedet und nur drei Monate später, am 30. März 2012 paraphiert. Im November 2013 lehnte es der ehemalige ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch dann überraschend ab, den Vertrag zu unterzeichnen - und löste damit landesweite Proteste aus.
Es ist mittlerweile auch müssig, feststellen zu wollen, wer die Lunte gehalten und wer angezündet hat. Das können Historiker irgendwann mal machen.

mfg
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Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon Danny_1000 » 3. Juni 2014, 20:15

pentium hat geschrieben:Die EU, die USA und andere finstere Mächte sind an ALLEM Schuld, was auf der Welt schief läuft.
mfg
pentium

Hast es eigentlich wunderbar auf den Punkt gebracht: siehe Irak, Libyen, Syrien.. wir können auch, was die Amis und ihre kriegsbringende Strategie betrifft, noch weiter zurück gehen.

Politik – und insbesondere Geopolitik – sollte aber auch die Interessen der jeweils anderen Seite im Auge haben, um ganz einfach Konflikte zu vermeiden. Und hier hat die EU total versagt. Man hätte von Seiten des Westens eben eine Verhandlungsstrategie in Sachen Ukraine betreiben müssen, die Rußland ausdrücklich mit einbezieht. Dann wäre es zu einer derartigen Eskalation vermutlich nicht gekommen. Wie ich schon schrieb: Die Ursache ist das verkorkste (ob gewollt oder ungewollt) Assoziierungsabkommen. Ab diesem Zeitpunkt begann die Eskalation, also die Wirkung. Und da muß man gar nichts verkomplizieren. In dem Fall ist's ganz einfach so !

Gruß
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Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon augenzeuge » 3. Juni 2014, 20:57

Na Danny, spürst du deine ideologische Brille der Einseitigkeit denn gar nicht mehr? In Syrien wäre schon lange Frieden, wenn Russland ihn nicht verhindern würde. So einfach, wie du es darstellst, kann man es nicht verkaufen.
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Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon pentium » 3. Juni 2014, 21:52

Gipfeltreffen mit Putins fünfter Kolonne

In Wien berieten die Führer der russischen Eurasien-Bewegung mit westeuropäischen Rechtspopulisten, Aristokraten und Unternehmern über die Rettung Europas vor Liberalismus und Schwulenlobby.

Zitat:
Gastgeber der Wiener Tagung waren der russische Oligarch Konstantin Malofeew und seine Stiftung Sankt Basilius der Grosse. Malofeew moderierte auch die Veranstaltung. Weitere Gäste aus Russland waren der Chefideologe der Eurasischen Bewegung, Alexander Dugin, sowie der bekannte nationalistische Maler Ilja Glasunow. Aus Frankreich kamen die Abgeordneten des Front National, Marion Maréchal-Le Pen (Enkelin des Parteigründers und Nichte von Marine Le Pen) sowie der Historiker Aymeric Chauprade. Aus Spanien reiste Prinz Sixtus Henri von Bourbon-Parma an, Anführer der katholisch-monarchistischen Carlisten-Bewegung, aus der Schweiz Serge de Pahlen, Direktor eines Genfer Finanzunternehmens und Ehemann der Fiat-Erbin Margherita Agnelli de Pahlen. Aus Österreich nahmen der Vorsitzende der rechtspopulistischen FPÖ, Heinz-Christian Strache, sein Stellvertreter Johann Gudenus und der Wiener FPÖ-Politiker Johann Herzog teil, aus Bulgarien der Vorsitzende und Gründer der rechtsextremen Partei Ataka, Wolen Siderow. Weiter anwesend waren Rechtsextremisten aus Kroatien, Adelige aus Georgien und Russland sowie ein katholischer Priester.
...
Stargast der Versammlung war Alexander Dugin, 56-jähriger Publizist aus Moskau, Mitbegründer der Nationalbolschewistischen Partei und Chefideologe der Eurasischen Bewegung. Dugin propagiert ein europäisch-asiatisches Bündnis unter Führung Russlands. Seine Ideen waren bei der Rede des russischen Präsidenten Putin nach der Annexion der Krim ebenso bemerkbar wie bei der Gründung der Eurasischen Union von Russland, Weissrussland und Kasachstan Ende Mai. In einer TV-Ansprache im April schlug Dugin vor, Europa auf friedlichem Weg zu einem russischen Protektorat zu machen und es damit vor Homoehen, Pussy Riot und vor sich selbst zu schützen: «Wir müssen Europa erobern und anschliessen.» Fest stehe, so Dugin weiter, «dass uns eine prorussische fünfte Kolonne in Europa unterstützt. Das sind europäische Intellektuelle, die ihre Identität stärken wollen.»
...
Weniger beunruhigt war Tagungsteilnehmer Ilja Glasunow. Bei der Nachricht von der russischen Annexion der Krim traten ihm vor Freude «Tränen in die Augen». In einem Interview mit dem russischen Staatsfernsehen zeigte der Maler vor einigen Wochen seine Monumentalwerke russischer Helden und Heiliger und verkündete, dass niemand das neue Russland in die Knie zwingen könne. Putins eiserner Wille sei ein Wunder: «Ich spüre tiefes Entzücken über seinen unerschütterlichen Glauben und seine Taten für die Einheit des russischen Volkes.»
...]

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/eur ... y/30542701

Hat zwar nicht unmittelbar etwas mit dem Thema zu tun, gehört aber vielleicht doch dazu.

mfg
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Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon Nov65 » 4. Juni 2014, 09:03

augenzeuge hat geschrieben:Na Danny, spürst du deine ideologische Brille der Einseitigkeit denn gar nicht mehr? In Syrien wäre schon lange Frieden, wenn Russland ihn nicht verhindern würde. So einfach, wie du es darstellst, kann man es nicht verkaufen.
AZ

Hätte auch meine Erwiderung sein können.
Ich hatte nie eine ideologische Brille auf, bei Danny dagegen sitzen wohl die Bügel fest auf der Nase.
Soll jedes Land der ehemaligen SU in seiner Entwicklungsstrategie vorher den "Großen Bruder" um Erlaubnis bitten?
Strategische Überlegungen ja, das macht wohl jedes Land.
Aber nach mehreren Jahren Anbahnung des Assoziierungsasabkommens bei der militärischen Reaktion Russlands nun wohl den entscheidenden Fehler gemacht zu haben, stimmt einfach nicht.
Andreas
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Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon Nostalgiker » 4. Juni 2014, 11:42

Nov65 hat geschrieben:
Ich hatte nie eine ideologische Brille auf, .....

Andreas


Diese Bemerkung spricht für sich.
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin

Freiheit ist nur ein anderes Wort dafür, dass man nichts zu verlieren hat. Janis Joplin

Psychologen haben herausgefunden, dass Menschen, die immer bei anderen auf die Rechtschreibfehler hinweisen, eine Persönlichkeitsstörung haben und unzufrieden mit ihrem Leben sind. Netzfund
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Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon Nov65 » 4. Juni 2014, 13:08

Thoth hat geschrieben:
Nov65 hat geschrieben:
Ich hatte nie eine ideologische Brille auf, .....

Andreas


Diese Bemerkung spricht für sich.

Denke ich auch, sie bedarf keinerlei Kommentierung.
Andreas
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Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon pentium » 4. Juni 2014, 13:40

Das Thema ist wahrscheinlich zu differenziert und lässt sich hier im Forum nicht ohne Scheuklappen und Ideologieausrichtungen diskutieren.
Wobei ich mir gerade im Bundestag eine Depatte dazu anschaue (Ja ich tue so etwas) und dort ist man gerade auch mit Scheuklappen und ideologischen Brillen unterwegs.

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Re: Die Lage in der Ukraine

Neuer Beitragvon Sirius » 4. Juni 2014, 14:10

pentium hat geschrieben:
...In einer TV-Ansprache im April schlug Dugin vor, Europa auf friedlichem Weg zu einem russischen Protektorat zu machen und es damit vor Homoehen, Pussy Riot und vor sich selbst zu schützen: «Wir müssen Europa erobern und anschliessen.»...

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/eur ... y/30542701


Das ist der entscheidende Satz in dem Artikel. Hier zeigt sich der große Unterschied der eurasischen Union zur EU. Das Konzept der eurasischen Union bedeutet nichts anderes, als das ein Land, ein Mann alle anderen beherrscht, dass es keine Gleichberechtigung gibt, es gibt ein großes Kolonialreich - der Begriff "russisches Protektorat" sagt doch alles. In der EU beherrscht nicht ein Land oder ein Mann alle anderen, die Staaten müssen sich untereinander abstimmen, es müssen Kompromisse gefunden werden. Wie Wahlen in einer eurasischen Union aussehen würden, konnte man bei den sogenannten Referenden auf der Krim und in der Ostukraine sehen. Es waren Scheinreferenden, die von keiner bekannten Organisation wie der OSZE oder UNO als frei und unabhängig angesehen wurden. Was passiert, wenn ein Land aus der Eurasischen Union wieder austreten will? Das gleiche wie in Tschetschenien? Was passiert, wenn Großbritannien aus der EU austritt? Wer glaubt ernsthaft daran, dass es deshalb einen Krieg gegen Großbritannien geben wird? Was würde in einer Putin´schen Eurasischen Union mit Personen wie Cameron passieren, wenn sie wieder austreten wollen? Das gleiche wie mit Dudajew? Es gibt in der EU viel kritikwürdiges, z.B. die undemokratische ernannte und vielleicht sogar überflüssige EU-Kommission, es gibt sinnlose Verordnungen. Aber im Vergleich zu einer eurasischen Union ist die EU wohl noch immer das kleinere Übel.
Zuletzt geändert von Sirius am 4. Juni 2014, 14:29, insgesamt 8-mal geändert.
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