
Jörg Moser-Metius und Sigurt Dittrich im Gespräch über den Alltag an der einstigen Grenze und zwei NVA-Stiefel.
FOTO: Angela Hanschk
Sigurt Dittrich aus Groß Schacksdorf erinnert sich. In Berlin bestaunen Touristen seine Stiefel.
Vor 57 Jahren am 13. August wurden die Grenzen geschlossen. Zwei Tage später begann der Bau der Berliner Mauer. Zwei Generationen lang trennte sie die Stadt, zerriss viele Familien. Weit über 100 Tote verzeichnet die Liste der Maueropfer. Millionen Berlin-Besucher begeben sich jährlich auf die Suche nach den Relikten. Nur noch Wenige vermitteln ein authentisches Bild. Eines davon hat Jörg Moser-Metius gerettet – einen Beobachtungsturm in der Erna-Berger-Straße, unweit vom Potsdamer Platz. Es ist der letzte von insgesamt 420 Wachtürmen des Typs BT6, die aus sechs Betonringen zusammengesetzt wurden. Jeweils zwei Grenzposten drängten sich dort Rücken an Rücken.
Einer von ihnen war Sigurt Dittrich aus Groß Schacksdorf. Geboren am 1. Dezember 1961, dem Tag der Grenztruppen im Jahr des Mauerbaus. Ein intaktes soziales Umfeld, enge Familienbindungen galten als Auswahlkriterien für den Grenzdienst.
Außen Beton, unten rund und oben achteckig. Zwei eiserne Leitern im Inneren führen die wenigen Meter nach oben, auf Höhe der Baumkronen. Dort angekommen haben Besucher durch eine kleine Fensterluken einen freien Blick – so wie einst den Grenzsoldaten. Wer die schmale Leiter erklimmt, kommt nachdenklich herunter.
„Im Sommer herrschte brütende Hitze, im Winter froren wir. Für den Toilettenbesuch musste per Funk der Gruppenführer angefordert werden, der dann mit dem Krad samt Ersatzmann angebraust kam“, erinnert sich Sigurt Dittrich. „Von diesem Turm wurde nie geschossen, aber auch kein Fluchtversuch unternommen“, sagt er. Gelegenheit zur Flucht hätte es mehrmals gegeben. „Come on boy“ riefen die amerikanischen GI´s, während der 18-Jährige darüber nachdachte, wie es wäre „nur mal zu gucken“.
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