Die US-Notenbank hat ein Problem: Risse im Finanzsystem. Das zeigt die Schieflage der Silicon Valley Bank (SVB). War es vor einer Woche sicher, dass kommende Woche die Zinsen um 0,5 Prozent steigen werden, wächst momentan die Zahl derer, die eine Zinspause kommen sehen. Der Goldpreis atmet durch und attackiert die Marke von 1.900 Dollar.
Die Pleite der SVB macht klar: Das Finanzsystem ist keinesfalls immun gegen die aggressive Zinspolitik. Die Frage, die die Märkte jetzt beschäftigt: Handelt es sich um ein Einzelproblem oder wird es einen Flächenbrand – eventuell mit zeitlicher Verzögerung – auslösen? Die Pleite der SVB, die die Fed als potenziellen Systemschock ansah, falls Bankeinleger Verluste erleiden würden, veranlasste die Fed, am Sonntag eine neue Kreditvergabefazilität für Banken anzukündigen, um das Vertrauen in das System aufrechtzuerhalten - womit die Fed effektiv wieder in das Geschäft der Notfallkreditvergabe einsteigt, auch wenn sie versucht, die Kreditvergabe insgesamt durch höhere Zinssätze zu straffen.
Die Finanzaufsicht BaFin macht wegen der Schieflage der Silicon Valley Bank in den USA die deutsche Zweigstelle dicht. Zugleich betonte die Behörde, dass die US-Bankenpleite keine Bedrohung für die deutsche Finanzstabilität sei.Die Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat nach der Pleite der Silicon Valley Bank (SVB) in den USA ein Moratorium über die deutsche Zweigniederlassung in Frankfurt am Main angeordnet. Die deutsche Zweigstelle sei mit sofortiger Wirkung für den Kundenverkehr zu schließen, verfügte die BaFin. Wegen "der bestehenden Gefahr für die Erfüllung der Verpflichtungen gegenüber Gläubigern" sei ein Veräußerungs- und Zahlungsverbot gegenüber der Bank erlassen worden.
Nach der Pleite der kalifornischen Silicon Valley Bank (SVB) wirkt die US-Notenbank Federal Reserve mit einem neuen Kreditprogramm der Gefahr eines "Bank Runs" entgegen.
Ein solcher Abzug von Bankeinlagen in einer Art Panikreaktion der Kunden gilt als Super-GAU für das Finanzsystem. Die Notenbank will mit der neu geschaffenen Kreditlinie namens Bank Term Funding Program (BTFP) dafür sorgen,
dass den Banken auch in Zeiten von Marktstress ausreichend Liquidität zur Verfügung gestellt wird. Im Folgenden die wichtigsten Elemente des BTFP und was die Fed damit bezweckt:
Spartacus hat geschrieben:Nach der Pleite der kalifornischen Silicon Valley Bank (SVB) wirkt die US-Notenbank Federal Reserve mit einem neuen Kreditprogramm der Gefahr eines "Bank Runs" entgegen.
Ein solcher Abzug von Bankeinlagen in einer Art Panikreaktion der Kunden gilt als Super-GAU für das Finanzsystem. Die Notenbank will mit der neu geschaffenen Kreditlinie namens Bank Term Funding Program (BTFP) dafür sorgen,
dass den Banken auch in Zeiten von Marktstress ausreichend Liquidität zur Verfügung gestellt wird. Im Folgenden die wichtigsten Elemente des BTFP und was die Fed damit bezweckt:
https://www.finanzen.net/nachricht/zins ... t-12249312
Da brennt die Hütte lichterloh und wieder einmal hat man aus der Krise 2008 nichts gelernt, sondern nur gelabbert. Natürlich auch in Deutschland, denn wann hat es das je gegeben, dass die BAFIN in Deutschland eine Bank
( und wenn es auch nur ein US - Ableger ist) einfach dicht gemacht hat?
Bin gespannt wie das weiter geht.
Sparta
steffen52 hat geschrieben:Sparta, das wird so kommen wie das Amen in der Kirche.![]()
Gruß steffen52
Das US-Finanzministerium garantiert alle Einlagen. Das heißt: Die Kundeneinlagen sind sicher. Kunden sollen ab dem heutigen Montag in vollem Umfang auf ihr Geld zugreifen können. Die Bank selbst wird aber nicht gerettet. Ihre Eigentümer und Gläubiger bekommen Verluste nicht erstattet.

Spartacus hat geschrieben:steffen52 hat geschrieben:Sparta, das wird so kommen wie das Amen in der Kirche.![]()
Gruß steffen52
Ich hoffe nicht, denn das wäre dann ein Supergau ungeahnten Ausmaßes. 9 Prozent Inflation + Bankenkrise = Hyperinflation wie 1929. Dann können wir uns mit 500 Euro Scheinen Zigarren anzünden.
Sparta
steffen52 hat geschrieben:Spartacus hat geschrieben:steffen52 hat geschrieben:Sparta, das wird so kommen wie das Amen in der Kirche.![]()
Gruß steffen52
Ich hoffe nicht, denn das wäre dann ein Supergau ungeahnten Ausmaßes. 9 Prozent Inflation + Bankenkrise = Hyperinflation wie 1929. Dann können wir uns mit 500 Euro Scheinen Zigarren anzünden.
Sparta
Habe noch aus dieser Zeit paar Millionenscheine ( Reichs Mark), vielleicht kann ich damit ein Brot kaufen....![]()
Gruß steffen52
augenzeuge hat geschrieben:Man hat es gut im Griff.Das US-Finanzministerium garantiert alle Einlagen. Das heißt: Die Kundeneinlagen sind sicher. Kunden sollen ab dem heutigen Montag in vollem Umfang auf ihr Geld zugreifen können. Die Bank selbst wird aber nicht gerettet. Ihre Eigentümer und Gläubiger bekommen Verluste nicht erstattet.
AZ
Die US-Notenbank Fed versucht zwar zusammen mit der Einlagensicherung FDIC und dem US-Finanzministerium, die Märkte zu beruhigen, indem man eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht hat. Doch das ändert nichts daran, dass US-Regional-Banken vorbörslich crashen. Die Aktie der First Republic Bank notiert aktuell 65% im Minus. In der gemeinsamen Erklärung heißt es, dass man entscheidende Maßnahmen in die Wege leitet, um die Wirtschaft zu schützen und das Vertrauen in den Banken-Sektor wieder zu stärken. Dazu gehört beispielsweise die vollständige Sicherung der Kundeneinlagen der SVB und Signature Bank.
Gerd Böhmer hat geschrieben:Morgens,
Folgende Meldung passt doch hier wie die berühmte Faust auf Auge - ein Manager von eon soll heute laut Meldungen in den Wirtschaftsnachrichten auf n-tv ausgeführt haben, "die Deindustrialisierung Deutschlands hat bereits begonnen ..." - da erübrigt sich jeder Kommentar.
Der Risk Off Trade läuft heute an der Börse auf Hochtouren! Das bedeutet als Gegenstück zu Risk On: Die Anleger fliehen aus riskanten Anlageklassen und fliehen in Sicherheit (Risiko herausnehmen aus dem Portfolio = Risk Off). Die Bankaktien in den USA fallen heute kräftig, die von Regionalbanken crashen sogar regelrecht (hier eine Übersicht). Nur drei Beispiele: First Republic Bank -66,8 %, PacWest Bancorp -46,3 %, Western Alliance Bancorporation -77,2 %. Die Pleite der Silicon Valley Bank und die Äußerungen von US-Regierung und Notenbank haben klar gemacht: Gerettet wurden die Einlager, aber nicht die Aktionäre der Banken!
Der CEO der untergegangenen Silicon Valley Bank [SVB], Greg Becker, hat noch 24 Stunden vor der Pleite persönlich Kunden angerufen, um ihnen zu versichern, dass ihr Geld bei der Bank sicher sei. Er selbst brachte aber sein Geld frühzeitig in Sicherheit. Nach Angaben der Aufsichtsbehörden verkaufte Becker am 27. Februar 12.451 SVB-Aktien für 3,6 Millionen Dollar. Außerdem wurde auch ihm noch ein Jahresbonus kurz vor der Pleite ausbezahlt. Seine Jahresbezüge bei SVB lagen zwischen 9 und 10 Millionen Dollar im Jahr.
Seitdem verloren Finanzunternehmen weltweit massiv an Marktkapitalisierung. Wie Bloomberg berichtet, haben globale Finanz-Aktien innerhalb von nur zwei Tagen 465 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung verloren, da die Anleger nach dem Banken-Crash die Branche meiden, wie der Teufel das Weihwasser.
Gerettet wurden die Einlager, aber nicht die Aktionäre der Banken!

Durch die Pleite der Silicon Valley Bank in den USA drohen Turbulenzen an den Finanzmärkten bis hin zu einer Krise. „Spätestens jetzt ist allen klar: Im Finanzsystem entstehen wegen der steigenden Zinsen enorme Verluste, vor allem bei lang laufenden Anleihen und Immobilienkrediten“, sagt Moritz Schularick, der neue Präsident des Instituts für Weltwirtschaft (IfW), der „Süddeutschen Zeitung“. „Brenzlig wird es, wenn Kunden ihr Geld kurzfristig abziehen können. Dann können die Verluste so hoch sein, dass die Bank zahlungsunfähig wird wie in Amerika geschehen.“
Auf die Frage, ob eine Finanzkrise drohe, sagte Schularick, es wäre sehr überraschend, wenn es nach einem Jahrzehnt mit sehr niedrigen Zinsen keine Verwerfungen gäbe: „Die Forschung zeigt, dass die Gefahren genau dann am größten sind: wenn nach langen Perioden lockerer Geldpolitik die Zinsen wieder steigen.“ Die Zentralbanken seien gefragt, das Ganze unter Kontrolle zu halten.
![Angst [angst]](./images/smilies/angst.gif)

augenzeuge hat geschrieben:Ok, dann wirds wohl keine neue Zinserhöhung geben...
AZ
Der Chef der Saudi National Bank hat in einem Interview mit Bloomberg auf Nachfrage zusätzliche Unterstützung für die Credit Suisse kategorisch ausgeschlossen. Erst Ende 2022 war die saudische Bank mit knapp zehn Prozent bei Credit Suisse eingestiegen und hatte der Bank damit lebenswichtige Liquidität verschafft.
Gegenüber Bloomberg erklärte der Chef der Staatsbank, Ammar Abdul Wahed Al Khudairy, man sei mit dem Konzernumbau bei der Credit Suisse zufrieden. Weitere Kapitalunterstützung sei nicht notwendig. Al Khudairy nannte die Beteiligung an der zweitgrößten Schweizer Bank eine opportunistische Investition. Der Wert werde sich zeigen, wenn der Umbau der Bank umgesetzt ist.
Die Aktie der Credit Suisse stürzte anschließend mehr als 20 Prozent auf unter zwei Franken ab. Am Mittwochmittag kostet ein Anteilsschein nur noch 1,75 Schweizer Franken. Innerhalb eines Jahres hat die Aktie drei Viertel an Wert verloren. 2007 hatte eine CS-Aktie noch mehr als 90 Franken gekostet. Dem Abwärtstrend folgten am Mittwoch auch die Titel des Schweizer Konkurrenten UBS mit mehr als sieben Prozent Minus.
Am Dienstag hatte die Bank mit einer Woche Verspätung ihren Geschäftsbericht vorgelegt. In den internen Kontrollen zu den Finanzabschlüssen waren erhebliche Schwächen gefunden worden. Zuvor hatte die US-Börsenaufsicht SEC wegen der technischen Bewertung von früher veröffentlichten Revisionen der Cash Flow-Statements in den Geschäftsjahren 2019 und 2021 sowie den Kontrollprozessen Mängel angeprangert.
Er fiel. Und fiel. Und fiel. Der Aktienkurs der Credit Suisse ist am Mittwoch abgestürzt, sank zweitweise um mehr als 30 Prozent – einen so grauenhaften Börsentag dürfte die Schweizer Großbank wohl noch nie erlebt haben. Die Folge: Ein neues gravierendes Börsen- und Bankenbeben. Die Aktien anderer Geldhäuser stürzten ebenso ab wie der deutsche Leitindex Dax. Nun greift die Credit Suisse nach der Rettungsleine der Schweizer Nationalbank (SNB): Kredite über bis zu 50 Milliarden Franken sollen aufgenommen werden.
Das lässt die Furcht vor einer neuen Finanzkrise weiter wachsen – nur wenige Tage nachdem die US-amerikanische Silicon Valley Bank am vergangenen Freitag insolvent gegangen ist.
Bloß: Warum löst ein Kurssturz einer Bank gleich eine solche Panik aus? Und wieso sind Börsenbeben bei Geldhäusern so gefährlich? Droht nun eine neue Finanzkrise? Die WirtschaftsWoche beantwortet die wichtigsten Fragen zur Krise der Schweizer Großbank.
Noch vor Öffnung der US-Börse hat sich US-Präsident Biden zum Kollaps der Silicon Valley Bank und der Signature Bank geäußert. Dabei forderte er eine Regelverschärfung für Banken und versprach Einlagensicherheit.US-Präsident Joe Biden hat sich dafür ausgesprochen, die Regeln für US-Banken nach dem Kollaps der kalifornischen Silicon Valley Bank (SVB) und der Signature Bank zu verschärfen. Er wolle den Kongress und die Aufsichtsbehörden darum bitten, sagte Biden in Washington. Es müsse vermieden werden, dass so etwas noch einmal passiere.
US-Banken leihen sich mehr Fed-Geld als während der Finanzkrise
Nach dem Zusammenbruch der Silicon Valley Bank hat im amerikanischen Bankensektor offenbar ein Finanzierungsproblem eingesetzt. In der letzten Woche haben die Institute insgesamt 164,8 Milliarden Dollar bei der Federal Reserve beschafft.
Von der US-Notenbank veröffentlichte Daten zeigten für die Woche bis 15. März eine Kreditaufnahme im Volumen von 152,85 Milliarden Dollar über das Diskontfenster, die traditionelle Liquiditätsreserve für Banken. Der Rekordwert steht einem Volumen von 4,58 Milliarden Dollar in der Vorwoche gegenüber. Das vorherige Allzeithoch aus der Finanzkrise 2008 lag bei 111 Milliarden Dollar – knapp 42 Milliarden Dollar weniger.
Die Daten zeigten auch eine Kreditaufnahme über 11,9 Milliarden Dollar aus der neuen Notfall-Fazilität der Fed, dem am Sonntag gestarteten Bank Term Funding Program.
Insgesamt zeigen die über die beiden Backstops gewährten Kredite, dass das Bankensystem nach dem Zusammenbruch der kalifornischen Silicon Valley Bank und der New Yorker Signature Bank in der vergangenen Woche immer noch fragil ist und mit der Abwanderung von Einlagen zu kämpfen hat.
In der Woche gab es auch eine Kreditvergabe im Volumen von 142,8 Milliarden Dollar, die Darlehen der Einlagensicherung Federal Deposit Insurance Corp. an Brückenbanken für die SVB und die Signature Bank widerspiegelt
pentium hat geschrieben:Die Schwindsucht greift weiter um sich.
https://www.faz.net/aktuell/finanzen/ba ... 53262.html
Die Schweizer Großbank UBS spricht offenbar mit der kriselnden Konkurrentin Credit Suisse über eine Übernahme. Die UBS könnte dabei die Credit Suisse komplett erwerben oder auch nur teilweise, berichtete die „Financial Times“ und beruft sich dabei auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Verwaltungsräte der beiden Geldhäuser wollten sich am Wochenende getrennt zusammensetzen. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) und die Finanzmarktaufsichtsbehörde Finma organisierten die Gespräche, um Vertrauen in den Bankensektor des Landes aufzubauen.
So rechnet beispielsweise die Wirtschaftsweise Veronika Grimm trotz der Probleme rund um die Silicon Valley Bank und die Credit Suisse nicht mit einer Finanzkrise 2.0. "Wir sind, glaube ich, nicht in einer ähnlichen Situation wie 2008", sagte das Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Deutschlandfunk. Die Finanzkrise habe damals auf der schlechten Bonität von Finanzprodukten gegründet, die darüber hinaus auch nicht transparent gewesen seien. "Das ist heute anders. Es gibt eine größere Transparenz", unterstreicht Grimm.
Mega-Deal offiziell: Schweizer UBS übernimmt schwer angeschlagene Credit Suisse

augenzeuge hat geschrieben:Mega-Deal offiziell: Schweizer UBS übernimmt schwer angeschlagene Credit Suisse
Das wars.
AZ
Das Ende der Credit Suisse (CS) ist besiegelt. Die zweitgrößte Bank der Schweiz landet zum Schnäppchenpreis von 3 Milliarden Franken unter den Fittichen der UBS. Der Schweizer Branchenprimus, der sich diese Übernahme nicht gewünscht hat, wurde mit gewaltiger öffentlicher Schützenhilfe zum Jagen getragen: Der Schweizer Staat haftet in Höhe von 9 Milliarden Franken für Verlustrisiken in der CS-Bilanz, und die Schweizerische Nationalbank gewährt Liquiditätshilfen von 200 Milliarden Franken.
Da reibt man sich die Augen: Hatte die Schweiz nach der staatlichen Rettung der UBS in der Finanzkrise 2008 nicht Vorsorge treffen wollen, dass die öffentliche Hand nie wieder eine Bank vor dem Aus bewahren muss? Hatte man nicht deshalb die Regulierung verschärft? Gibt es nicht gerade für eine Situation wie diese in jahrelanger Arbeit entwickelte, ausgefeilte Notfallpläne? Diese blieben in der Schublade.

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