Katastrophen auf See

Welche Musik ist gut? Einen guten Film gesehen? Büchervorstellungen oder -diskussionen? Irgend ein anderes Thema welches interessiert? Der Bereich für allgemeine Themen welche nicht das Thema DDR/BRD betreffen. Interessante Artikel, aktuelle Ereignisse und Entwicklungen.

Re: Katastrophen auf See

Beitragvon SCORN » 19. Dezember 2012, 10:19

3.Januar 1976, Nordsee. Um 17.11 Uhr fing „Norddeich Radio“ folgende Meldung des DDR Motorschiffes „CAPELLA“ auf: „Position 53.58N,0613E. Bekomme mehr Schlagseite. Möchte Besatzung bergen lassen!" Zwei Minuten später teilte der Kapitän der CAPELLA der zu Hilfe eilenden „NIENBURG“ der DSR mit: „Jetzt habe ich einen Seenotfall mit allem Drum und dran“

Die „NIENBURG“ lief darauf sofort mit „Voll Voraus“ in Richtung Seenotposition und versuchte in einem kurzen UKW-Gespräch die Rettung abzustimmen. Letztendlich waren die Rettungsversuche der NIENBURG wegen des Orkans erfolglos! In einem Abstand von 150-200 Metern sahen die entsetzten Seeleute der NIENBURG wie um 18:23 die bis dahin brennenden Positions- und Arbeitslichter der CAPELLA verloschen und das Schiff versank!

Daraufhin begann ein umfangreiche deutsch-deutsche und internationale Such- und Rettungsaktion nach den vermissten Seeleuten der CAPELLA welche letztendlich erfolglos blieb- kein einziger konnte gerettet werden!

Die Seekammer der DDR konnte kein Verschulden des Kapitäns der CAPELLA feststellen. Wenn der Kampf der Besatzung sowie der Rettungskräfte ohne Erfolg blieb, so doch nur, weil die Naturgewalten stärker waren als das, was ihnen der Mensch mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln entgegensetzen konnte!

http://www.deutfracht-seereederei.de/capella.html

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Re: Katastrophen auf See

Beitragvon seaman » 19. Dezember 2012, 15:58

Ja,
alles Internet.
MS"Arendsee" ,wer weiss mehr als ich?
seaman
 

Re: Katastrophen auf See

Beitragvon Edelknabe » 19. Dezember 2012, 17:46

Haben eigentlich heutige Rettungsinseln so ne Art Peilsender inclusive, oder eben die Boote, oder gar die Schwimmwesten der Reisenden auf nem Kreuzfahrtschiff? Und gibt es vom Standart her eine Art Unterteilung in Mercedes und Trabantschwimmweste siehe ob der Seemann des Containerschiffes oder gar des Zerstörers der Bundeswehr also mit Topnotausrüstung ins Wasser geht und der Tourist der Nordicroute nur mit der billigen Variante?

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Re: Katastrophen auf See

Beitragvon pentium » 19. Dezember 2012, 19:26

Das habe ich über die „Arendsee“ gefunden.

MS "ARENDSEE" lag am 30. Juli 1984 mit einer Ladung von 2.782 Tonnen Stückgütern auf der Innenreede von Luanda (Angola) vor Anker, als an der Steuerbordseite in Höhe des Maschinenraumes eine schwere Detonation erfolgte, die das Schiff erschütterte und die Feueralarmautomatik auslöste. Die gesamte Energieversorgung brach zusammen, und der Maschinenraum lief voll Wasser. Fünf Minuten später kam es zu einer zweiten Detonation an der Steuerbordseite in Höhe des Luks II. Außer dem Kapitän und vier Offizieren verließ die Besatzung das Schiff, die fünf folgten später. Ein sowjetischer Schlepper drückte die ARENDSEE in flaches Wasser. Eine dritte Haftmine konnte entfernt und entschärft werden. MS BLANKENSEE übernahm die
Ladung. Da sich eine Reparatur nicht lohnte, wurde das Wrack am 5. September auf die See hinausgeschleppt, wo es bei einer Wassertiefe von 530 Metern versenkt wurde.

http://www.internet-hochseefischerei.de ... nation.htm

MfG
pentium
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
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Re: Katastrophen auf See

Beitragvon seaman » 19. Dezember 2012, 19:27

Ja,
ich war an Bord.
Trotzdem keine Zeile,kein Foto, von mir hier.
Ach so,Böhlen auch...
seaman
 

Re: Katastrophen auf See

Beitragvon augenzeuge » 19. Dezember 2012, 19:52

pentium hat geschrieben:... wo es bei einer Wassertiefe von 530 Metern versenkt wurde.


Es wurde auf Position 08°42S, 12°51E versenkt.

seaman nordic im www dazu:

"Die "Arendsee"war am 26.Juli aus Lobito kommend,auf Innereede Luanda vor Anker gegangen.Das Schiff war ordnungsgemäss besetzt.
Am 30.07.84-in der sogenannten Hundewache 00.00-04.00 Uhr,um 3.40 Uhr, ereignete sich eine schwere Explosion an der Steuerbordseite des Schiffes.
Das Schiff wurde schwer beschädigt.Im Bereich des Maschinenraumes wurde die Aussenhaut aufgerissen,was sofort automatischen Schiffsalarm auslöste.Dann entstand sofort durch das eindringende Wasser ein "black out".Das Leck hatte eine Grösse von etwa 5,5m Länge und ca.4,0m Höhe.Der Kapitän ,der sofort auf die Brücke kam(3.41 Uhr),musste nach der Meldung des LTO-der Maschinenraum steht unter Wasser-den Untergang des Schiffes befürchten.Das eingedrungene Wasser stand zu dem Zeitpunkt,nach LTO und TO bereits bis zum Eingang des Maschinenraumes unterhalb des Hauptdecks.

Am 30.August wurde das Schiff "Arendsee"(Abandon-Erklärung) von der DSR aufgegeben.
Am 5./6.9.84 wurde das Schiffswrack in 530 m Tiefe bei 08.42.S/12.51 O versenkt.Als das Vorschiff abrutschte wurden weitere Haftminen am Heck entdeckt.
Bei den Schiffen vom Typ Poseidon handelte es sich um Schiffe von von 7486 tdw und 120,53 Länge.Besatzung 26+9 Passagiere.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Der politische Hintergrund dieses Anschlages war zu suchen in der damaligen Doktrin,die jungen Nationalstaaten und Entwicklungsländer im Süden Afrikas in kolonialer Abhängigkeit zu halten.Das westliche-sprich Nato-Bündnis-war dabei die Vorherrschaft in diesen ökonomisch schwachen Ländern wieder herzustellen bzw.auszubauen.Hier ,im konkreten Fall,spielte das südafrikanische Botha-Regime eine führende Rolle bei der Unterstützung der konterrevolutionären Kräfte(UNITA)die Angola destabilisieren und die ökonomische Macht in der ehemaligen portugiesischen Kolonie zu restaurieren versuchten.
Damals-wie auch aktuell heute-meldete die US-Regierung(hatten gerade Grenada einverleibt)unter Reagan,vitale regionale Interessen des Westens im Süden Afrikas an.
Kein Wunder,im Süden Afrikas werden 40% aller strategisch wichtigen Rohstoffe gefördert.In der VR Angola wurden damals gerade reichhaltige Erdölvorkommen entdeckt,Sambia z.b. reich an Kupfer und Chrom-und noch wichtiger-Sambia hatte die grösste Uranmine der westlichen Welt.
Es war also klar,daß Aggressionsakte und Anschläge in diesem vom Bürgerkrieg geschüttelten Land auch gegen Einrichtungen verübt wurden von Ländern,die diese jungen Nationalstaaten unterstützten.Die DDR war zu dieser Zeit dort auch materiell und personell sehr präsent vor Ort und dadurch zur Zielscheibe geworden.
Hier trafen Interessengebiete der verfeindeten Blöcke während des Kalten Krieges direkt aufeinander.
Das solche Anschläge,vom CIA logistisch und finanziell begleitet wurden,war ein offenes Geheimnis.Hier ist auch der Hintergrund des Anschlages der mit Solidaritätsgüter beladenen MS"Arendsee"zu suchen.
Die ADN-Meldung basierte dann auch nur kurz und lapidar-auf Berufung offizieller Quellen der VR Angola-Anschlag konterrevolutionärer Banden auf das MS"Arendsee".
Nur glücklichen Umständen ist es zu verdanken,daß es nur Leichtverletzte gab.
Angriffe gegen DDR-Einrichtungen, wie der Anschlag gegen das MS "Arendsee", gab es damals mehrere. "
Quelle: http://rs92a.forumup.de/post-14218-rs92a.html

AZ
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Re: Katastrophen auf See

Beitragvon seaman » 19. Dezember 2012, 20:00

Liest sich spannend....
seaman
 

Re: Katastrophen auf See

Beitragvon augenzeuge » 19. Dezember 2012, 20:04

seaman hat geschrieben:Liest sich spannend....


[laugh] Spaßmacher, was?

AZ
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Re: Katastrophen auf See

Beitragvon HPA » 19. Dezember 2012, 20:26

Frag doch mal,was die " MS Arendsee" geladen hatte.
Und wurde die "konterrevolutionäre" übrigens ebenso antikoloniale UNITA anfänglich nicht sogar von den Chinesen unterstützt?Und der Bürgerkrieg ausbrach,nachdem die MPLA auf Einparteiendiktatur machte und sich ihrer Widersacher blutig entledigte?

Angola war Schauplatz eines typischen Stellvertreterkrieges.Und die "friedliebende" DDR mittendrin.
HPA
 

Re: Katastrophen auf See

Beitragvon pentium » 19. Dezember 2012, 20:32

Es ist als hätte der Ersteller dieses Threads es geahnt.

Zitat:

„Da dies ein politisches Forum ist bin ich mir nicht sicher ob dieses Thema überhaupt interessiert und Zuspruch findet oder ob nicht über kurz oder lang politische Grundsatzstatements mit bekannten Angriffen auf die vermeintlich "Bösen" das Thema zerschreddert! Ich versuche es einmal.“

Wir sollten uns daran halten! Oder?

MfG
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Re: Katastrophen auf See

Beitragvon HPA » 19. Dezember 2012, 20:55

Tja pentium,das musst du demjenigen schreiben ,der die "Arendsee" hier thematisiert hat.
Ein Angriff auf die Nachschublogistik eines Kriegsgegners hat ja nun nur indirekt was mit "Katastrophen auf See" zu tun.Wo es nach meinem Dafürhalten ja wohl mehr um Unglücksfälle geht.
Nochmal zur Klarstellung. ich mchte keineswegs die Kriegsverbrechen Savimbis relativieren.Aber was das betraf ,u.a.auch die Lieferung von PPM-2 aus der DDR ,nahmen sich beide Seiten nicht viel.
HPA
 

Re: Katastrophen auf See

Beitragvon seaman » 19. Dezember 2012, 21:39

Sorry,ist natürlich euer Thema!!

Spannend!
seaman
 

Re: Katastrophen auf See

Beitragvon seaman » 20. Dezember 2012, 04:35

Sorry,
hier sind wieder Sachkenntnisse von Interessierter & Co verlangt.
wer möchte,kann sich mal die Besatzungsliste der "Böhlen" durchlesen...ein paar haben ja überlebt.
seaman
 

Re: Katastrophen auf See

Beitragvon seaman » 20. Dezember 2012, 04:42

augenzeuge hat geschrieben:
pentium hat geschrieben:... wo es bei einer Wassertiefe von 530 Metern versenkt wurde.


Es wurde auf Position 08°42S, 12°51E versenkt.

seaman ein Namensvetter im www dazu:

"Die "Arendsee"war am 26.Juli aus Lobito kommend,auf Innereede Luanda vor Anker gegangen.Das Schiff war ordnungsgemäss besetzt.
Am 30.07.84-in der sogenannten Hundewache 00.00-04.00 Uhr,um 3.40 Uhr, ereignete sich eine schwere Explosion an der Steuerbordseite des Schiffes.
Das Schiff wurde schwer beschädigt.Im Bereich des Maschinenraumes wurde die Aussenhaut aufgerissen,was sofort automatischen Schiffsalarm auslöste.Dann entstand sofort durch das eindringende Wasser ein "black out".Das Leck hatte eine Grösse von etwa 5,5m Länge und ca.4,0m Höhe.Der Kapitän ,der sofort auf die Brücke kam(3.41 Uhr),musste nach der Meldung des LTO-der Maschinenraum steht unter Wasser-den Untergang des Schiffes befürchten.Das eingedrungene Wasser stand zu dem Zeitpunkt,nach LTO und TO bereits bis zum Eingang des Maschinenraumes unterhalb des Hauptdecks.

Am 30.August wurde das Schiff "Arendsee"(Abandon-Erklärung) von der DSR aufgegeben.
Am 5./6.9.84 wurde das Schiffswrack in 530 m Tiefe bei 08.42.S/12.51 O versenkt.Als das Vorschiff abrutschte wurden weitere Haftminen am Heck entdeckt.
Bei den Schiffen vom Typ Poseidon handelte es sich um Schiffe von von 7486 tdw und 120,53 Länge.Besatzung 26+9 Passagiere.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Der politische Hintergrund dieses Anschlages war zu suchen in der damaligen Doktrin,die jungen Nationalstaaten und Entwicklungsländer im Süden Afrikas in kolonialer Abhängigkeit zu halten.Das westliche-sprich Nato-Bündnis-war dabei die Vorherrschaft in diesen ökonomisch schwachen Ländern wieder herzustellen bzw.auszubauen.Hier ,im konkreten Fall,spielte das südafrikanische Botha-Regime eine führende Rolle bei der Unterstützung der konterrevolutionären Kräfte(UNITA)die Angola destabilisieren und die ökonomische Macht in der ehemaligen portugiesischen Kolonie zu restaurieren versuchten.
Damals-wie auch aktuell heute-meldete die US-Regierung(hatten gerade Grenada einverleibt)unter Reagan,vitale regionale Interessen des Westens im Süden Afrikas an.
Kein Wunder,im Süden Afrikas werden 40% aller strategisch wichtigen Rohstoffe gefördert.In der VR Angola wurden damals gerade reichhaltige Erdölvorkommen entdeckt,Sambia z.b. reich an Kupfer und Chrom-und noch wichtiger-Sambia hatte die grösste Uranmine der westlichen Welt.
Es war also klar,daß Aggressionsakte und Anschläge in diesem vom Bürgerkrieg geschüttelten Land auch gegen Einrichtungen verübt wurden von Ländern,die diese jungen Nationalstaaten unterstützten.Die DDR war zu dieser Zeit dort auch materiell und personell sehr präsent vor Ort und dadurch zur Zielscheibe geworden.
Hier trafen Interessengebiete der verfeindeten Blöcke während des Kalten Krieges direkt aufeinander.
Das solche Anschläge,vom CIA logistisch und finanziell begleitet wurden,war ein offenes Geheimnis.Hier ist auch der Hintergrund des Anschlages der mit Solidaritätsgüter beladenen MS"Arendsee"zu suchen.
Die ADN-Meldung basierte dann auch nur kurz und lapidar-auf Berufung offizieller Quellen der VR Angola-Anschlag konterrevolutionärer Banden auf das MS"Arendsee".
Nur glücklichen Umständen ist es zu verdanken,daß es nur Leichtverletzte gab.
Angriffe gegen DDR-Einrichtungen, wie der Anschlag gegen das MS "Arendsee", gab es damals mehrere. "
Quelle: http://rs92a.forumup.de/post-14218-rs92a.html

AZ


Besser hätte ich das auch nicht beschreiben können...
Na ja,gehört ja auch nicht zu Schiffskatastrophen.Stimmt.
Gruss an die Landeier,die das sicher besser bewerten können.
seaman
 

Re: Katastrophen auf See

Beitragvon tom-jericho » 20. Dezember 2012, 12:07

Besser hätte ich das auch nicht ........
aus diesem eigenartigen Forum kopieren können.

Hat jemand etwas ueber unsere MS "CAPELLA"?

[frown]
tom-jericho
 

Re: Katastrophen auf See

Beitragvon pentium » 20. Dezember 2012, 13:01

Ist es das richtige Schiff?

Die CAPELLA war am 30.12.1975 im englischen Runcorn klar zum Auslaufen. Um 14.30 Uhr vierließ das Schiff den Hafen mit Ziel Stockholm via Nord-Ostsee-Kanal. Das Wetter war der Jahreszeit entsprechend gut, der Wind wehte aus westlichen Richtungen mit Stärke 3-4. In der Silvesternacht passierte die CAPELLA das Kap Landsend und drehte ostwärts in den Englischen Kanal ein. Der aus südwestlicher Richtung kommende Wind frischte auf. Am 02.01.1976 hob Scheveningen Radio mit seiner neuesten Wettervorhersage die zuvor herausgegebene Sturmwarnung wieder auf. Zu dieser Zeit befand sich die CAPELLA etwa in Höhe Hastings-Dieppe. Um 13.10 Uhr GMT (14.10 Uhr Local time) sendete Norddeich Radio erneut eine Sturmwarnung: Ijsselmeer 7, südwest auf 10 steigend, Deutsche Bucht aus südlichen Richtungen Stärke 8-10. Der Wetterbericht wurde um 20.00 Uhr GMT nochmals korrigiert: "...Vorhersage bis morgen früh, 3.Januar 1976, Gebiet I SW bis W zunehmend 10, diesig, rechtsdrehend, Gebiet II SW bis W zunehmend 10-11, diesig, rechtsdrehend ..." Zu dieser Zeit befand sich die CAPELLA vermutlich in Höhe von Hoek van Holland und der Kapitän hätte noch die Möglichkeit gehabt, den Schutzhafen anzulaufen. Ihm war aber auch bekannt, dass die Lotsen ihren Dienst bei dieser Wetterlage eingestellt haben und dass in der Hafeneinfahrt gefährlicher Querstrom setzte. Unter diesen Bedingungen ist ein Abwettern meist ungefährlicher, wie das Kümo SEMLOW bewies, dass an diesem Orkantag ca. 130 sm nördlich der CAPELLA den Orkan abwetterte.
Am 03.01.1976 um 08.27 Uhr empfing Scheveningen Radio auf Kanal 16 folgende Meldung: "...CAPELLA / DAVP Position 53.32N 05.23E Schiff macht Wasser. Bitte um sofortige Hilfe..."
Um 10.00 Uhr kam es zu einem Seefunkgespräch zwischen dem Kapitän der CAPELLA und dem Kombinat Seeverkehr und Hafenwirtschaft Rostock. Darin berichtete der Kapitän, dass durch Ausfall der Ruderanlage das Schiff quer zur See geraten ist. Ausserdem wurden die Vermessungsluke und das rettungsboot eingeschlagen. Ein Teil der Decksladung sei auch übergegangen. Danach kränkte das Schiff 8° nach Steuerbord. Ein Kran hat sich losgerissen und der Arm hängt noch über Bord. Nach Auffüllen der Ruderanlage mit Öl sei es gelungen, das Schiff in die See zu legen. Wetterlage zur Zeit WNW 8-9, in Böen 10, sehr hohe See. Das Schiff befand sich zu dieser Zeit etwa 7-8 sm nördlich der Insel Terschelling.
Um 09.10 Uhr verließ das Seenotrettungsboot CARLOT den hafen Terschelling mit Kurs auf die CAPELLA. Auch der Frachter NIENBURG war in der Nähe, konnte aber wetterbedingt nicht sofort helfen. Die Nienburg machte kaum Vorausfahrt, ganze 2 sm pro 4 Stunden. Um 11.00 war die CARLOT am Havaristen und forderte die Crew der CAPELLA auf, überzusteigen. Dieser Aufforderung kam die Besatzung der CAPELLA bicht nach.
Gegen 12.00 Uhr kam erneut ein Gespräch zwischen der Reederei in Rostock und dem Kapitän der CAPELLA zustande. Die Lage: Das Schiff hatte noch Wasser im Laderaum wieviel war unklar. Der Kranausleger hing immer noch aussenbords und konnte wetterbedingt nicht eingefangen werden. Die Schlagseite hatte sich auf 15° vergrößert. Deshalb war es nicht möglich, auf Gegenkurs zu gehen und einen Nothafen anzulaufen.
Auf der NIENBURG wurde bekannt, dass sich die CARLOT beim Havaristen aufhielt und das schwedische LAIDAURE auf diesen zuhielt. Ein direkter Funkverkehr zwischen NIENBURG und CAPELLA war nicht möglich, da die CAPELLA die NIENBURG nicht empfangen konnte. Um 12.50 Uhr traf die LAIDAURE am Unglücksort ein und konnte Lee machen. Die CAPELLA konnte dadurch um 13.50 Uhr drehen und auf östlichen Kurs gehen. Der schwedische Kapitän beobachtete eine Schlagseite von ca. 17° an der CAPELLA. Die Geschwindigkeit schätzte er auf 7 kn. Um 14.30 Uhr gab MS CAPELLA bekannt, in Richtung Borkum Riff auf die NIENBURG zuzusteuern. Unterdessen wurde die CARLOT von dessen Firma zurück gerufen, die LAIDAURE und die mittlerweile auch eingetroffene KATTEGAT aus ihren Verpflichtungen entlassen. Mittlerweile hatten die CAPELLA und die NIENBURG auch direkte Funkverbindung. Die NIENBURG sollte standby bleiben.
Um 16.45 Uhr warnte der Seenotkreuzer GEORG BREUSING die umliegende Schifffahrt eindringlich, nicht in die Westerems einzulaufen, da ein Einsatz des Seenotkreuzers unter diesen Wetterbedingungen unmöglich war. Der Kaitän der CAPELLA hielt jedoch an seinem Vorhaben fest. Die NIENBURG konnte aufgrund ihres Tiefgangs nicht folgen. Die CAPELLA befand sich mittlerweile in einem Seegebiet, wo die Wassertiefe weniger als 20 m beträgt. Hier wurde durch den Orkan die See besonders stark aufgewühlt und die schweren Grundseen durch den Gezeitenstrom besonders stark beeinflußt.
Um 17.11 Uhr empfing Norddeich Radio die folgende Meldung der CAPELLA:"Position 53.58N 06.13E. Bekomme mehr Schlagseite. Möchte Besatzung bergen lassen." Zwei Minuten später teilte der Kapitän der CAPELLA dem Kapitän der NIENBURG mit:"Jetzt habe ich einen Seenotfall mit allem Drum und Dran". Die NIENBURG leitete diese Meldung sofort an Norddeich Radio weiter. Diese strahlte daraufhin um 17.20 Uhr: "... from CAPELLA/DAVP on VHF channel 16 at 16.15 GMT. heavy list need immediatly assistance. position 53.58N 06.13E=de DAN" Damit übernahm Norddeich Radio die Leitung des Seenotverkehrs.
MS NIENBURG lief sofort mit "Voll Voraus" auf die Seenotposition zu. Der CAPELLA-Kapitän informierte über UKW die NIENBURG, dass die Vermessungsluke wieder leckgeschlagen war, das Schiff stark Wasser machte und die Schlagseite zunehme. Beide Kapitäne stimmten den Rettungsablauf ab. Danach sollte die Besatzung der CAPELLA in das Rettungsfloß gehen, weil sie dadurch von der NIENBURG leichter aufzunehmen ist. Die Rettungsboote waren infolge der inzwischen sehr großen Schlagseite unbrauchbar. Die NIENBURG fuhr zwischen 17.56 Uhr und 18.23 Uhr drei Anläufe zur Rettung der CAPELLA-Crew. Windstärken um 11 Bft aus WNW und See 10 ließen die NIENBURG gefährlich krängen. Um 17.59 Uhr brach der Funkverkehr zwischen NIENBURG und CAPELLA ab. Beim ersten Anlauf näherte sich die NIENBURG der CAPELLA von Lee, um das an deren Heck treibende Floß zu übernehmen. Es wurden Leinen geschossen, die die CAPELLA und das Floß erreichten. Aber niemand griff danach ...
Um 18.23 Uhr hatte die NIENBURG einen Abstand von der CAPELLA von ca. 200 m. Alle bis dahin brennenden Lichter der CAPELLA erloschen. Das Schiff sank auf Position 58°38N 06°13E. Das nun unter Wasser befindliche Wrack der CAPELLA stellte eine akute Gefahr für die NIENBURG dar. Die Maschine wurde gestoppt. Während dieser zeit krängte die NIENBURG auch gefährlich auf 50°. Es wurde mit den Suchscheinwerfern vergeblich nach der Crew der CAPELLA gesucht. Um 19.30 Uhr mußte die NIENBURG in tieferes Wasser ablaufen. Mittlerweile waren auch die Seenotkreuzer GEORG BREUSING und GEBROEDERS LUDEN an der Unglücksstelle eingetroffen. Es folgte eine groß angelegte Suche nach Überlebenden. SAR-Hubschrauber und ein Marineflugzeug des Typs ATLANTIC beteiligten sich an der Suche.
Am 05.01.1976 wurde die Suche ergebnislos beendet.
Die Seekammer konnte kein Verschulden des Kapitäns am Untergang der CAPELLA feststellen. Der Kampf der Rettungskräfte blieb erfolglos, weil die Naturgewalten stärker waren als das, was ihm der Mensch entgegensetzen kann.

Quelle:
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Re: Katastrophen auf See

Beitragvon augenzeuge » 20. Dezember 2012, 16:46

tom-jericho hat geschrieben:Besser hätte ich das auch nicht ........
aus diesem eigenartigen Forum kopieren können.

Hat jemand etwas ueber unsere MS "CAPELLA"?

[frown]


Ja, besser wäre es gewesen, wenn der sogenannte Namensvetter (ob der wirklich einer ist?) dies selbst getan hätte....als Fachmann auf diesem Gebiet. [blush]
Aber der hat das ja angeblich nicht gewusst.

Was die Capella betrifft, nun darfst du gern kopieren und einfügen. [grins]
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Re: Katastrophen auf See

Beitragvon tom-jericho » 21. Dezember 2012, 10:54

Musz nicht unbedingt "copy and paste"!
Bin mit der christlichen Seefahrt grosz geworden und hab`seamen`s in der eigenen Familie.
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Re: Katastrophen auf See

Beitragvon Interessierter » 21. Dezember 2012, 11:39

Beitragvon seaman » 20. Dezember 2012, 04:35
Sorry,
hier sind wieder Sachkenntnisse von Interessierter & Co verlangt.


Seaman, Du hattest nach mir verlangt? Ich habe nur diese Kenntnisse, die Du sicher auswendig kennst: [laugh]

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Tja der Nordic war halt so ein richtiger seamännischer Typ.

[grin]
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Re: Katastrophen auf See

Beitragvon seaman » 21. Dezember 2012, 11:57

12. Januar 1971 Frachter Brandenburg

In der Straße von Dover sinkt der Hamburger Frachter Brandenburg (2.695 BRT) binnen wenigen Minuten, nachdem er mit dem noch nicht gekennzeichneten Wrack des am Vortag explodierten und anschließend gesunkenen Tankers Texaco Caribbean kollidiert ist. 20 Besatzungsmitglieder finden bei dem Untergang den Tod. Elf Besatzungsmitglieder können gerettet werden.

Gruss E.
seaman
 

Re: Katastrophen auf See

Beitragvon seaman » 21. Dezember 2012, 11:59

22. August 1970

Trawler "Vest Recklinghausen!


Nur wenige Stunden nach dem Auslaufen aus dem Fischereihafen Bremerhaven brach auf dem Trawler Vest Recklinghausen in Höhe des Leuchtturms Roter Sand ein Großbrand aus, der rasch auf das gesamte Vorschiff übergriff und mit Bordmitteln nicht mehr bekämpft werden konnte. Trotz sofortiger Hilfeleistung zahlreicher in unmittelbarer Nähe befindlicher Schiffe, darunter zwei Fregatten der Bundesmarine, eines Erzfrachters, mehrerer Schlepper sowie der Seenotrettungskreuzer der Stationen Cuxhaven, Wilhelmshaven, Bremerhaven und des Einsatzes des Feuerlöschbootes Bremerhaven verbrannten während der Rettungsaktion acht der 40 Besatzungsmitglieder bei lebendigem Leibe. Einer davon verbrannte vor den Augen der Rettungskräfte, die ihn aus dem Bullauge, in dem er festsaß, zu retten versuchten. Vier weitere Besatzungsmitglieder erlitten schwere Verletzungen.
Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen ergaben, dass der Brand vom Kochsmaat in der Mannschaftsmesse gelegt wurde, da dieser nicht mit auf die Fangreise gehen wollte.

Gruss E.
seaman
 

Re: Katastrophen auf See

Beitragvon seaman » 21. Dezember 2012, 12:00

23. Dezember 1967

Kümo "Katharina"



Auf der Reise von Schweden nach England sinkt das Hamburger Küstenmotorschiff Katharina bei stürmischen Wetter nordwestlich Gotlands vermutlich infolge kritischer Eisverhältnisse. Die gesamte sechsköpfige Besatzung kommt bei dem Untergang ums Leben.
seaman
 

Re: Katastrophen auf See

Beitragvon seaman » 21. Dezember 2012, 12:01

5. Dezember 1967

Motorschiff "Anne Ursula"



Bei schwerem Sturm sinkt vor den Ostfriesischen Inseln das Küstenmotorschiff Anne Ursula (267 BRT), das sich mit einer Ladung Stahlblech auf der Reise von Gent (Belgien) nach Uddevalla (Schweden) befindet. Die fünfköpfige Besatzung findet dabei den Tod. Unfallursache ist vermutlich Seeschlag.

Gruss E.
seaman
 

Re: Katastrophen auf See

Beitragvon seaman » 21. Dezember 2012, 12:02

28. Februar 1967

Johannes Krüss



Südlich von Kap Farvel, Grönland verschwindet in der Zeit zwischen dem 28. Februar und dem 2. März 1967 der Bremerhavener Fischdampfer Johannes Krüss spurlos, nachdem er sich an diesem Tag bis zum Erreichen der vorgesehenen Fangründe abmeldete. Die 22-köpfige Besatzung kommt beim Untergang ums Leben. Die Unglücksursache kann nicht geklärt werden, es wird vermutet, dass das Schiff dem Schwarzen Frost zum Opfer fiel.

Gruss E.
seaman
 

Re: Katastrophen auf See

Beitragvon seaman » 21. Dezember 2012, 12:36

31. Januar 1950

Frachter Fidamus

Auf der Reise von Wismar nach Antwerpen sinkt der mit 900 Tonnen Kali beladene Bremer Frachter Fidamus (743 BRT) etwa vier Seemeilen nördlich von Langeoog. Acht der 16 Besatzungsmitglieder sterben, obwohl ein entgegenkommender britischer Schlepper, dessen Besatzung Zeuge des Untergangs wurde, sofort Rettungsmaßnahmen einleitete.






7. März 1950

Trawler Cranz

Auf dem Rückweg von einer Fangreise im Europäischen Nordmeer sinkt bei den Lofoten der Hamburger Trawler Cranz in schwerer See, nachdem er vermutlich durch eine Freak Wave zum Kentern gebracht wurde. Die 19-köpfige Besatzung kommt dabei ums Leben, Rettungsmaßnahmen bleiben erfolglos.




31. Dezember 1951

Frachter Irene Oldendorf


Auf der Fahrt von Emden nach Ystad kentert der Frachter Irene Oldendorf (1494 BRT) während eines Orkans im Hubertgat bei Borkum. Die gesamte Besatzung sowie der noch an Bord befindliche Lotse, der aufgrund des schlechten Wetters und der hohen See nicht querab Borkums vom Lotsenversetzboot aufgenommen werden konnte, kommen dabei ums Leben. Unfallursache war die an Deck geschüttete und mit Netzen gesicherte Koksladung, die sich durch überkommende Wellen voll Wasser saugte und das Schiff topplastig werden ließ.




8. März 1952

Trawler Thor
Bei den Orkneyinseln wird der Bremerhavener Fischdampfer Thor im Orkan von mehreren Riesenwellen getroffen und kentert. Das Schiff sinkt so schnell, dass kein Notruf mehr abgesetzt werden



23. Dezember 1952

Trawler N. Ebeling


Westlich Islands in Höhe des Breidifjordes sinkt in einem orkanartigen Sturm der in Bremerhaven beheimatete Fischdampfer N. Ebeling (487 BRT), nachdem es infolge Seeschlags zu einem mit Bordmitteln bei schwerem Wetter nicht mehr zu behebenden Wassereinbruch über das Aschfallrohr gekommen ist. Obwohl noch Funkkontakt zu in der Nähe befindlichen anderen Schiffen aufgebaut werden kann und diese zu Hilfe kommen, kann die gesamte Besatzung das Schiff auf Grund der Vereisung nicht mehr verlassen und wird von dem sinkenden Trawler in die Tiefe gerissen.



21. Dezember 1952

Frachter Melanie Schulte



Auf der Reise von Narvik nach Mobile (Texas) verschwindet der mit 9300 t Eisenerz beladene Emder Erzfrachter Melanie Schulte (6380 BRT) im Atlantik nördlich der Hebriden nahezu spurlos mit der gesamten Besatzung, kurz nachdem der Kapitän des Schiffes ein Funkgespräch mit seiner Ehefrau geführt hat. Die Untersuchung des Untergangs durch das Seeamt Hamburg kommt zu keinem schlüssigen Ergebnis, da zum Zeitpunkt des Untergangs schlechtes Wetter mit hohem Seegang herrschte und es zudem schon vorher schwere Stabilitätsprobleme an dem Schiff gegeben

11. Mai 1953

Frachter Henry Steinbrenner

Bei schwerem Sturm läuft der mit Erz beladene Frachter Henry Steinbrenner (4345 BRT) auf dem Oberen See auf ein Riff und sinkt sofort. Zwölf Seeleute finden bei dem Untergang den Tod.

21. Mai 1955

Tankschiff Marianne

Beim Beladen des Tankschiffes Marianne im Hamburger Petroleumhafen bricht eine Anschlussarmatur. An einer heißen Kochplatte in der Kombüse des Motorschiffes entzündet sich das Gas-Luft-Gemisch und es kommt zu einer Explosion und anschließendem Großbrand, dem sieben Menschen, darunter fünf Besatzungsmitglieder zum Opfer fallen.




29. September 1955

Trawler Elbe

Auf der Doggerbank wird der Hamburger Fischdampfer Elbe vom norwegischen Tanker Havprins gerammt und sinkt auf der Stelle. Nur zwei Besatzungsmitglieder der Elbe konnten gerettet
seaman
 

Re: Katastrophen auf See

Beitragvon seaman » 21. Dezember 2012, 12:37

27. Oktober 1964

Frachter Magdeburg


Die Magdeburg war ein Stückgutfrachter der Deutsche Seereederei (DSR), welcher am 27. Oktober 1964 in der Themsemündung mit dem japanischen Frachter Yamashiro Maru kollidierte und daraufhin kenterte. 1965 gelang es der Cuxhavener Firma Ulrich Harms die Magdeburg wieder aufzurichten und in ein Trockendock in Tilbury zu bringen. Das beschädigte Schiff wurde an einen griechischen Reeder verkauft und am 13. Dezember 1965 verließ die provisorisch reparierte Magdeburg London im Schlepp. Am 17. Dezember 1965 sprang das Schiff im Sturm leck und sank etwa 20 Seemeilen von Brest entfernt auf der Position: ♁48° 13′ N, 5° 10′ W.
seaman
 

Re: Katastrophen auf See

Beitragvon seaman » 21. Dezember 2012, 12:41

25. Juni 1963

Trawler München


Kurz nach dem Auslaufen aus dem Hafen Faeringehavn an der grönländischen Westküste sinkt plötzlich der Hamburger Trawler München, nachdem durch tiefliegende Speigatten Wasser ins Schiff eingedrungen ist. Da die an Bord befindlichen Rettungsinseln beschädigt sind, kommen nach dem Verlassen des sinkenden Schiffs 27 Besatzungsmitglieder durch Ertrinken und Unterkühlung um. 15 Besatzungsmitglieder können gerettet werden.




15. Oktober 1963

Frachter Marianne Wehr


Bei schwerem Sturm verschwindet nordwestlich des damaligen Feuerschiffs Elbe 1 das Hamburger Küstenmotorschiff Marianne Wehr (499 BRT), das sich mit einer Ladung Hochofenschlacke auf der Reise von Südengland nach Lübeck befand, nahezu spurlos. Alle neun Besatzungsmitglieder finden bei dem Untergang den Tod. Vermutlich kenterte das Schiff und sank so schnell und überraschend, dass kein Notruf mehr abgesetzt werden konnte.




Januar 1960

Lühesand

12

Im Skagerrak sinkt bei einem Orkan der Hamburger Erzfrachter Lühesand (871 BRT), der sich mit 1100 t Erz beladen auf der Reise vom norwegischen Sauda nach Rotterdam befindet, nachdem er von einer außergewöhnlich hohen Welle getroffen wurde. Alle zwölf Besatzungsmitglieder kommen bei dem Untergang ums Leben.



15. Februar 1960

Leonore


Auf der Reise vom Oslofjord nach Emden sinkt 30 Seemeilen südwestlich der Einfahrt des Limfjords das Emder Küstenmotorschiff Leonore (341 BRT) unmittelbar, nachdem der Kapitän per Funk angekündigt hatte, die Mannschaft würde versuchen, das schwer angeschlagene Schiff zu verlassen. Bei einer großangelegten Suchaktion werden von dem Schiff nur noch die kieloben treibenden Rettungsboote gefunden. Die Mannschaft kann nicht gerettet werden.


9. Dezember 1959

Frachter Merkur

Vor der südnorwegischen Küste gerät das mit Schamottstein beladene Flensburger Kümo Merkur (400 BRT) in Seenot, nachdem eine Luke des Schiffs von schweren Brechern zerschlagen wurde. Bei der Bergung der Besatzung durch den schwedischen Frachter Ranula kommen sieben der acht Besatzungsmitglieder ums Leben. Nur der Kapitän überlebt. Später kann die Merkur in einen norwegischen Hafen abgeschleppt und repariert werden.

13. August 1956

Logger Adolf

Bei der Rückkehr von einer Fangreise kentert der Vegesacker Logger Adolf (146 BRT), nachdem er vermutlich von einer außergewöhnlich hohen Welle getroffen wurde. Die gesamte Besatzung kommt bei dem Untergang ums Leben.

Gruss E.
seaman
 

Re: Katastrophen auf See

Beitragvon SkinnyTrucky » 21. Dezember 2012, 12:54

Seaman, gab es einen Frachter mit Namen Mansfeld in der DDR....???? Mein Onkel ist, glaub ich zumindestens, dadrauf gefahren....nach seinem Ausscheiden bei der DSR soll das Schiff in der Biskaya gesunken sein....

....weisst du da was drüber....????

groetjes

Mara
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Re: Katastrophen auf See

Beitragvon seaman » 21. Dezember 2012, 12:57

Es gab in der DDR ein Frachtschiff"Mansfeld".

Es fuhr erst unter Deutfracht-Flagge und wurde später der DSR überschrieben-

Brauchst Du Schiffsdaten dazu?

War ein Massengutschiff vom Typ IX.

Gruss E.
seaman
 

Re: Katastrophen auf See

Beitragvon seaman » 21. Dezember 2012, 13:08

Am 15.2.1986 ,auf der Reise von Ferrol nach Gurrache,ist die "Mansfeld" nach Brand im Maschinenraum manövrierunfähig geworden.

Am 16.2.86 strandete das Schiff bei schlechtem Wetter bei Figuerea da Foz/Portugal.
Besatzung wurde komplett gerrettet.Bei den Bergungs/Rettungsarbeiten verunglückte der portugiesische Schlepper,dabei kamen
7 portugiesische Seeleute ums Leben.

Gruss E.
seaman
 

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